Archiv des Monats August 2012

Grüne Inseln über den Dächern der Stadt

Gehölze und Stauden für den Balkon

Das Paradies ist keine Frage der Größe. Ganz im Gegenteil, schön und ideenreich gestaltet kann selbst ein kleiner Balkon zum Garten Eden werden. Mit Gehölzen, Stauden und Gräsern in Töpfen, Kästen und Kübeln kann er ein wunderbarer Gartenersatz sein. Auch auf dem Balkon ist eine große Pflanzenvielfalt möglich, denn nicht nur Ziergehölze und Stauden, sondern auch Nutzpflanzen können in Gefäßen wachsen. Der mobile Garten kann besonders leicht und schnell umgestaltet oder mit neuen Pflanzen ergänzt werden, so dass er immer wieder und das ganze Jahr über neue Eindrücke bietet. Weil die Gärten aufgrund der hohen Bodenpreise häufig nicht mehr so groß sind wie in früheren Zeiten, als sie oft auch der Selbstversorgung dienten, gibt es mehr und mehr Pflanzen im Handel, die nur wenig Platz benötigen. Sie sind ideal für kleine Stadtgärten und können im Kübel auch auf Balkonen und Dachgärten wachsen.

Eigene Ernte

So werden nicht nur Gemüsepflanzen wie Tomaten, Salat oder Paprika in Gefäßen herangezogen, sondern auch Gehölze mit leckeren Früchten. Viele Beerenobstsorten, wie Johannisbeeren oder Brombeeren, können auch auf dem Balkon geerntet werden. Apfel-, Birnen-, Kirsch- oder Pflaumenbäume ermöglichen ebenfalls eine eigene Ernte mitten in der Stadt. Im Frühling bereichern sie den Balkongarten außerdem mit ihren schönen Blüten. Säulenobstbäume werden etwa mannshoch und sind sehr schlank, so dass sie auch in kleine Gärten gepflanzt werden können – oder in Kübel auf dem Balkon. Die Früchte dieser kleinen Bäume haben eine normale Größe. Viele Kräuter können gut im Balkonkasten wachsen und sind in schönen Töpfen auch ein dekorativer Tischschmuck.

Für einen Balkon mit Urlaubsflair

Zur Blütenpracht eines Balkons tragen viele Ziergehölze bei. Bauern-Hortensien mit ihren großen Blütenständen sind sehr effektvoll und eignen sich wegen ihres kompakten Wuchses sehr gut für Gefäße. Auch der Garten-Eibisch (Hibiscus syriacus in Sorten) ist eine schöne Pflanze für den Balkon, denn er hat auffallende Blüten, die wegen ihrer Größe und der Trichterform an den Hibiscus aus der Südsee erinnern und Urlaubsgefühle wecken. Weinreben können ebenfalls für die Kultur im Kübel verwendet werden und sorgen für Urlaubsflair. Selbst wenn sie keine Früchte tragen, sind sie wegen ihrer großen, markanten Blätter und ihrer langen, rankenden Triebe gut geeignet, um den Balkon zu begrünen.

Farbenfrohe Blüten

Kleinbleibende Clematis sind wie der Wein schöne Kletterpflanzen, die ebenfalls im Kübel wachsen können. Ihre auffallenden Blüten bieten ein weites Farbenspektrum. Auch Rosen können in Gefäßen wachsen. Sie sind jedoch im allgemeinen Tiefwurzler und benötigen darum Kübel, die relativ hoch sind. Rosen werden deshalb schon im Fachhandel in relativ hohen Töpfen angeboten. Diese besondere Form bietet den Wurzeln mehr Raum in die Tiefe. Wenn kein Platz für einen großen Kübel ist, sind Zwerg- oder Bodendeckerrosen mit kompakterem Wurzelwerk eine schöne blütenreiche Alternative.

Gräser und Stauden

Gräser bringen Eleganz und Leichtigkeit in einen Garten und kleinere Sorten sollten auf dem Balkon nicht fehlen. Sei es als filigrane Strukturpflanzen in Balkonkästen oder als hübsche und auflockernde Begleiter von Gehölzen und Stauden im Kübel. Stauden können wegen ihrer schönen Blüten oder wegen interessanter und großer Blätter ebenfalls sehr effektvolle Kübelpflanzen sein. Funkien (Hosta), Astilben und Purpurglöckchen (Heuchera) haben dekorative Blätter und eignen sich gut für weniger sonnenverwöhnte Balkonbereiche. An sonnigen Standorten fühlen sich unter anderem Mädchenauge (Coreopsis), Katzenminze (Nepeta) und der Klassiker Lavendel wohl. Lavendel vereint mehrere gute Eigenschaften in sich: Er ist mit seinen blau-violetten Blüten und dem silbrigen Laub sehr zierend, er weckt Urlaubsgefühle und er verströmt bei Berührung einen angenehmen, aromatischen Duft. Auch die bei Schmetterlingen beliebte Indianernessel (Monarda) duftet sehr angenehm. Wer den Platz hat, um mit unterschiedlichen Höhen zu spielen, ergänzt seinen mobilen Garten zum Beispiel mit blühendem Rittersporn. Diese Prachtstauden können je nach Sorte 150 bis 180 Zentimeter hoch werden. So kann durch die Kombination ganz unterschiedlicher Pflanzen auch auf einem Balkon mitten in der Stadt ein kompletter Garten entstehen.

——————————————————————————————————–

Balkontipps:

Gute Erde lohnt sich

Es lohnt sich, hochwertige Pflanzerde zu verwenden, die Nährstoffe gut speichern kann und die vor allem ihre lockere Struktur behält. Verdichtete, schwere Erde behindert die Sauerstoffversorgung der Wurzeln und kann somit das Wachstum der Pflanzen negativ beeinflussen. Um Staunässe zu vermeiden, muss überschüssiges Gieß- oder Regenwasser gut abfließen können. Deshalb ist es ganz wichtig, dass die Gefäße Löcher im Boden haben und sich auch kein Wasser unter den Töpfen staut. Wichtig ist auch, dass die Gefäße groß genug und dem Wuchs der Pflanze angemessen sind. Größere Gefäße tragen bei hohen Pflanzen wie zum Beispiel Säulenobstbäumen auch zur Standfestigkeit bei.

Stimmungsvoller Balkon im Herbst

Wer seine Pflanzenauswahl sorgfältig plant oder sich im Facheinzelhandel entsprechend beraten lässt, kann sich auch auf dem Balkon über Gehölze und Stauden freuen, die den Wechsel der Jahreszeiten miterleben lassen. Im Herbst tragen unter anderem fruchttragende Gehölze wie Torfmyrthe und Rebhuhnbeere sowie spätblühende Stauden und Ziergräser zur richtigen jahreszeitlichen Stimmung bei. Spät blühen zum Beispiel Herbstastern und einige Fetthennen (Sedum). Auch die Säckelblume (Caryopteris) und die vielen Sorten der Besenheide (Calluna) blühen erst im Herbst. Die Blüten der Säckelblume sind dunkelbau, die Blütenfarben der Besenheide reichen von Weiß über Rosa bis hin zu dunklem Rot und Violett. Die Besenheide ist auch im Winter interessant, weil sie immergrün ist. Die Farbnuancen der nadel- bis schuppenförmigen Blätter umfassen ganz unterschiedliche Grüntöne und auch verschiedene goldgelbe Farbtöne. Dadurch sind diese kleinen Sträucher auch außerhalb der Blütezeit interessant.

Farbe für den Winter

Auch in der kalten Jahreszeit kann der Balkon Farbe zeigen, zum Beispiel mit immergrünen Laubgehölzen wie Buchsbaum, Berg-Ilex (Ilex crenata), Kriechspindeln (Euonymus fortunei in Sorten) und Efeu. Buchsbaum und Berg-Ilex können als Formgehölze auf einem großen Balkon oder am Hauseingang Akzente setzen und Efeu ist ein schöner immergrüner Bodendecker, der mit seinen langen Trieben die Ränder von Gefäßen kaschieren kann. Die Kriechspindeln können je nach Sorte auch gelbgrüne oder weißgrüne Blätter haben, von denen sich manche im Winter rötlich färben.
Fast alle Nadelbäume sind immergrün. Kleinbleibende Sorten sind deshalb ideal für einen ganzjährig grünen Balkon. Sie bieten ein reiches Farbenspiel, denn es gibt auch Sorten mit goldgelben oder bläulichen Nadeln. Manche dieser Immergrünen sind auch wegen ihrer markanten Formen interessante Gestaltungselemente.
Die Christrose ist ein wunderbarer Winterblüher. Diese Staude passt wegen ihrer weißen Blüten sehr gut in festliche Pflanzenarrangements auf dem Balkon oder am Hauseingang. Skimmien sind ebenfalls im Winter interessant, nicht nur weil diese Gehölze immergrün sind: Die Frucht-Skimmie trägt vom Herbst bis in den Frühling hinein rote Beeren. Bei der Blüten-Skimmie (Skimmia japonica ‚Rubella‘) sind es die auffallend stark geröteten Knospen, die sie zu einer besonderen Pflanze für den winterlichen Balkon machen: Die farbintensiven Knospen, aus denen sich im Frühling hübsche weiße Blüten entwickeln, bilden einen interessanten Kontrast zu den dunkelgrünen Blättern.

Balkon Terrasse Dachgarten

Foto: PdM. – Viele Pflanzen gedeihen gut in Gefäßen und verschönern Terrassen, Balkone und Dachgärten.

Lavendel und Kräuter

Foto: PdM. – Artenvielfalt in der Stadt: Auf einem Balkon können Kräuter und viele andere Pflanzen in Gefäßen zu einem Gartenersatz werden. Lavendel und Weinreben sorgen für Urlaubsflair.

Kommentar

Jetzt Japanische Fächerahorn kaufen!

Schöne ‚Acer palmatum‘ in verschiedenen Sorten vorrätig!

Preise entnehmen Sie bitte aus unserem Katalog/Shop.

Für Wiederverkäufer gewähren wir 50% Rabatt (Nettopreis + Mwst.)

SDC10789

 

SDC10790

 

SDC10791

 

SDC10792

 

SDC10793

Kommentar

Im Blickpunkt

Die Rinde – nützlich und schön

Die Rinde von Bäumen kann sehr unterschiedlich sein. Sie ist manchmal so typisch und markant, dass ein Fachmann schon beim Blick auf den Stamm erkennt, um welche Baumart es sich handelt. Einige Bäume haben sehr glatte Stämme, bei anderen ist die Rinde tief gefurcht oder die Borke löst sich wie bei den Platanen in großen Stücken ab. Es gibt Bäume, deren Stämme bedornt sind und andere, deren Rinde in dünnen, papierartigen Streifen abblättert. Auch die Farbe bietet Abwechslung. Für einen Garten, der auch im Winter interessant sein soll, lohnt sich der Blick auf die Rinde eines Baumes oder Strauches besonders. So hat der Sibirische Hartriegel (Cornus alba ‚Sibirica‘) eine intensiv rote Rinde, einige Birken haben strahlend weiße Stämme und bei manchen Ahornen ist die Rinde sogar gestreift. Schön sind unter anderem auch der Zimt-Ahorn (Acer griseum) mit seiner zimtbraunen Rinde und die Tibet-Kirsche (Prunus serrula). Ihre Rinde glänzt in warmem Mahagonibraum und löst sich in dünnen Streifen vom Stamm. So gibt es manchen Pflanzenschatz, dessen Schönheit nach dem herbstlichen Blattfall besonders deutlich wird, wenn Stamm und Äste am besten zu erkennen sind. Die Fachleute in den Baumschulen und Gartencentern können Gehölze empfehlen, die aufgrund ihrer Rinde auch im Winter interessant sind und so den Erlebniswert des Gartens bereichert.

Aufgaben des Stammes

Für den Betrachter kann die Rinde zum Reiz eines Baumes beitragen, für den Baum ist sie ein Schutz. Die auffallende weiße Rinde der Birken zum Beispiel schützt die Pflanzen vor zu starker Sonneneinstrahlung. Im Stamm befindet sich unter der Rinde das sogenannte Kambium, eine Zellschicht, die neue Zellen bildet und so für das Dickenwachstum des Baumes verantwortlich ist. Das Kambium gibt nach innen Zellen ab, die den Holzteil des Stammes bilden. Er ist für die Festigkeit zuständig und in ihm befinden sich jene Leitgefäße, die für den Transport von Wasser und Nährstoffen von den Wurzeln zu den Blättern wichtig sind. Nach außen hin gibt das Kambium Zellen ab, die den sogenannten Bastteil bilden, in dem die von den Blättern durch die Photosynthese erzeugten Substanzen nach unten geleitet werden. Dadurch, dass das Kambium immer neue Zellen bildet, wird der Stamm im Laufe der Jahre dicker. Gelangt ein Fremdkörper in den Baum, zum Beispiel ein Nagel, an dem ein Schild aufgehängt wurde, wird er im Laufe der Jahre überwachsen und ist irgendwann nicht mehr zu sehen.

Schäden vermeiden

Bei Verletzungen am Stamm können Eintrittspforten für Krankheitserreger wie Pilze, die das Holz angreifen, entstehen. Das Holz selber hat keine Zellen, die sich teilen können, um die Wunde zu verschließen. Das verletzte Kambium aber bildet neue Zellen, die an den Rändern der Wunde als Wulst zu sehen sind. Durch das Weiterwachsen dieses Wulstes wird die Wunde schließlich verschlossen. Dieser Vorgang des selbstständigen Verschließens einer Verletzung wird Überwallung genannt. Größere Fremdkörper wie Schilder, Drähte, Ketten, Zaunteile oder sogar vergessene Arbeitsgeräte können nicht vom Holz überwachsen werden. Sie werden auch überwallt, doch ein Teil des Gegenstandes bleibt zu sehen. Dies ist zwar interessant, es ist jedoch kein wirklich schöner Anblick. Außerdem ist der Baum an dieser Stelle geschwächt, so dass die Bruchgefahr größer wird. Wenn man versuchen würde, einen eingewachsenen Gegenstand zu entfernen, käme es wieder zu einer Verletzung. Darum ist es sinnvoll, frühzeitig solche Gefahren zu sehen und vorzubeugen, indem man Schilder, Drähte oder andere Gefahrenquellen rechtzeitig entfernt. Neu gepflanzte junge Bäume werden häufig an einen Pfahl, besser noch an mehrere, gebunden, um sie zusätzlich zu stabilisieren und Schäden durch starken Wind vorzubeugen. Dabei sollte das Bindematerial nicht einschneiden und immer so angebracht sein, dass es nicht einwachsen kann.

Mail Acer griseum

Foto: PdM. – Der Zimt-Ahorn ist einer von vielen Pflanzenschätzen, der mit seiner schönen Rinde den Erlebniswert des Gartens steigert.

Mail Metallreifen eingewachsen

Foto: PdM. – Verblüffend: Größere Fremdkörper wie Schilder, Drähte, Ketten oder Metallreifen können so stark überwallt werden, dass sie mit dem Baum fest verwachsen und sich nicht mehr ohne Schwierigkeiten entfernen lassen.

Kommentar

« Vorherige Einträge