Archiv des Monats Juli 2012

Der Weg ist das Ziel

Faszinierende Labyrinthe und Irrgärten

Maislabyrinthe werden als Ausflugsziele für Familien immer beliebter und auch der mehrere Hektar große Bambusirrgarten des italienischen Kunstliebhabers Franco Maria Ricci macht seit einigen Jahren von sich reden. Dieses große Interesse ist nicht überraschend, denn Labyrinthe und Irrgärten faszinieren nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Franco Maria Ricci war schon als Kind von Labyrinthen und Irrgärten begeistert. Als erwachsener Mann konnte er sich dann nach dem Verkauf seines Verlages einen Traum erfüllen: Er begann, das mit acht Hektar wahrscheinlich größte Pflanzenlabyrinth der Welt zu pflanzen. Die Größe der Labyrinthe und Irrgärten weltweit variiert beträchtlich: Manche sind so groß, dass die Wege mehrere Kilometer lang sind. Sehr klein sind dagegen die Fingerlabyrinthe, bei denen sich auf einer Steinplatte ein Relief befindet, das ein Miniaturlabyrinth darstellt und mit dem Finger nachgezeichnet werden kann.

Auf verschlungenen Wegen

Labyrinthe sind schon seit Jahrtausenden bekannt und sie haben auch heute nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Es ist dabei weit mehr als die Freude am Gehen auf den fast musterartig angelegten Pfaden. Sie stehen sinnbildlich für das Leben und seine oftmals verschlungenen Wege mit Wendepunkten, an denen sich die Blickrichtung ändert. Auf geradem Weg zum Ziel – im Labyrinth unmöglich. Doch es gibt in jedem ein Ziel, das man mit Geduld und ohne sich zu verlaufen, erreichen kann. Hier unterscheidet sich das Labyrinth vom Irrgarten, mit dem es oft verwechselt oder gleichgesetzt wird: Bei beiden ist der Weg zum Ziel nicht offensichtlich, denn er ist alles andere als grade. Beim Labyrinth jedoch gibt es nur einen vorbestimmten Weg und nicht, wie beim Irrgarten, Kreuzungen oder Abzweigungen, von denen sich einige als Sackgassen und Irrwege entpuppen. Man kann sich also in einem richtigen Labyrinth nicht verirren, sondern braucht Ausdauer, um den langen Weg mit all seinen Windungen zu gehen.

Meditatives Gehen

Die meisten Mais- und Heckenlabyrinthe sind demnach genau genommen Irrgärten, denn dort stehen das Suchen und Finden des richtigen Weges im Vordergrund, während das Labyrinth ursprünglich einen eher meditativen Charakter hat. Die vorgegebenen Wege und die zwangsläufigen Richtungswechsel führen zu sanften inneren Schwingungsänderungen beim Gehen und entfalten dadurch eine besondere Wirkung auf den Menschen. Labyrinthe sind auch häufig in einem religiösen Umfeld zu finden, zum Beispiel in alten Kathedralen. Diese Fußbodenlabyrinthe, beispielsweise in der Kathedrale von Chartres, bestehen aus unterschiedlich farbigen Steinplatten. Andere Labyrinthe, auch aus neuerer Zeit, befinden sich zum Beispiel in Parkanlagen oder auf Wiesen und sind aus Gras oder Steinen.

Für blickdichte Wege

Franco Maria Ricci verwendet Bambus für seinen Irrgarten, denn diese großen Gräser sind immergrün und auch ausreichend hoch, um den Blick aufs Ziel zu versperren. Andere Pflanzen, die gerne als blickdichte grüne Wände für Labyrinthe und Irrgärten genutzt werden, sind unter anderem die sehr schnittverträglichen Hainbuchen und immergrüne Gehölze wie Lebensbäume und Eiben. Am besten lässt man sie professionell pflegen: Die Experten für Garten und Landschaft sind die richtigen Ansprechpartner, wenn Hecken gepflanzt werden sollen oder einen akkuraten Formschnitt benötigen. Für einen richtigen Irrgarten oder ein Labyrinth braucht man allerdings viel Platz und so liegen die meisten in öffentlichen Gärten oder Parks. Eine interessante Variante für private Hausgärten kann ein Weg sein, der sich durch den Garten schlängelt und von hohen Hecken gesäumt ist. Allein dadurch, dass der Blick beim Gehen auf diesem Weg weder nach vorne noch zur Seite hin frei ist, wird schon etwas von jenem Gefühl der Neugier und Spannung erzeugt, das auch beim Gang durch ein Labyrinth entsteht.

Labyrinthe mit Überblick

Weil es bei einem echten Labyrinth nicht um ein Sich-Verirren geht, sondern um die interessante Wegeführung und das meditative Gehen zur Mitte, werden oft niedrige Heckenpflanzen verwendet. Der Klassiker für solche Schnitthecken sind Buchsbäume. Der Berg-Ilex (Ilex crenata und Sorten), der mit seinen kleinen immergrünen Blättern sehr an den Buchsbaum erinnert, kann gut als Buchsbaumersatz verwendet werden. Falls nur relativ wenig Platz zur Verfügung steht, ist ein Labyrinth im Rasen eine ungewöhnliche Alternative. Entweder wird dazu kurzfristig mit dem Rasenmäher ein Labyrinth durch unterschiedliche Grashöhen erzeugt, zum Beispiel für die nächste Gartenparty, oder man gestaltet ein dauerhaftes Labyrinth, indem die Wege im Rasen ausgestochen oder mit Pflastersteinen ausgelegt werden. Wenn die Wege mit Steinen befestigt sind, ist das Mähen mit dem Rasenmäher weiterhin gut möglich. Als Grundlage für die Wegeführung kann das klassische Labyrinth dienen –

Irrgarten

Bild 1: Irrgarten
Foto: BGL/PdM. – Die meisten Mais- und Heckenlabyrinthe sind genau genommen Irrgärten, denn dort stehen das Suchen und Finden des richtigen Weges im Vordergrund.

Hecke Gabelung

Bild 2: Hecken Gabelung
Foto: BGL/PdM. – Beim Irrgarten gibt es Kreuzungen und Abzweigungen, von denen sich einige als Sackgassen oder Irrwege entpuppen.

Kommentar

Der Garten

Eine Welt voller Wunder

Für Kinder ist der Garten oft der schönste Ort, um immer wieder spannende und überraschende Naturerfahrungen zu sammeln. Doch auch Erwachsene, die sich einen neugierigen Blick auf die Welt bewahrt haben, finden hier manches, was überrascht oder mit Staunen auf die Leistungen von Mutter Natur blicken lässt. Vieles, was „einfach so“ da ist oder als selbstverständlich wahrgenommen wird, ist bei genauer Betrachtung ein kleines Wunder: Aus kleinen Samenkörnern werden imposante Pflanzen, aus zarten Blüten entwickeln sich im Herbst leckere rote Äpfel und in Spalten, Fugen und Ritzen zwischen Steinen wachsen Stauden, obwohl kaum Erde zu sehen ist.

Verwandlungen

Der Garten ist auch eine Welt voll überraschender Metamorphosen: Die Raupe, die zum farbenfrohen Schmetterling wird, ist vielleicht das bekannteste Beispiel für solche eindrucksvollen Verwandlungen. Auch die Pflanzenwelt hält solche Verwandlungen bereit: Nicht nur Samen wie die der Sonnenblumen zeugen von einer erstaunlichen Lebenskraft und der Fähigkeit, sich fast aus dem Nichts zu einer imposanten Pflanze zu entwickeln. Aus unscheinbaren kleinen Knollen und Zwiebeln, die im Herbst in die Erde kommen, werden im nächsten Jahr farbenfrohe Krokusse, duftende Hyazinthen und andere Blütenschönheiten. Ebenso beeindruckend sind viele Stauden, die über Winter wegen ihrer trockenen Blätter wie tot wirken und dann im Frühling mit Macht wieder austreiben. Auch die sommergrünen Laubgehölze lassen staunen, wenn sich an den kahlen Zweigen wieder frischgrüne Blätter entwickeln.

Vom Nutzen der Schönheit

Kinder wundern sich viel mehr als Erwachsene. Warum wachsen Bäume nicht immer weiter und warum haben manche Blätter Haare? Das duftende Laub des Lavendels hat helle feine Härchen. Das dadurch silbrig wirkende Blatt ist ein schöner Kontrast zu den meist blauvioletten Blüten. Dies macht den Lavendel, zusammen mit seinem angenehmen Duft, für Garten- und Balkonbesitzer so interessant. Für die Pflanze geht es jedoch nicht um Schönheit: Für sie sind dies zwei Tricks, um in der freien Natur zu überleben. Die ätherischen Öle, die für den Duft verantwortlich sind, schrecken Fressfeinde ab, und die weißen Haare reduzieren die Verdunstung über die Spaltöffnungen im Blatt. Dies vermindert den Verlust von lebenswichtigem Wasser. Kein Zufall auch, dass Lavendel so kleine Blätter hat: Die relativ geringe Oberfläche ist eine weitere Strategie, um die Verdunstung einzuschränken.

Auch Bäume kennen Grenzen

Bäume können beeindruckende Höhen entwickeln und mancher Baum wird so hoch wie ein mehrstöckiges Wohnhaus. Mammutbäume können sogar über 100 Meter hoch werden. Doch was führt dazu, dass Bäume nicht unendlich weiterwachsen? Grund ist der Wassertransport von der Wurzel zur Krone. Er begrenzt das Höhenwachstum, denn das Wasser muss zur Versorgung der Blätter entgegen der Schwerkraft in die Höhe transportiert werden. Durch die Verdunstung von Wasser über die Blätter entsteht ein Sog in den Leitgefäßen des Baumes, der Transpirationssog. Die Wassermoleküle bilden in den sehr dünnen Leitgefäßen im Stamm einen langen „Wasserfaden“, weil sie durch die sogenannten Kohäsionskräfte zusammengehalten werden. Ab einer bestimmten Baumhöhe, die Berechnungen zufolge bei etwa 150 Metern liegt, ist aber eine Grenze erreicht: Der „Wasserfaden“ im Baum würde abreißen, das Wasser könnte nicht mehr im Stamm nach oben geleitet werden und die Krone würde vertrocknen.

Verführungskünste im Grünen

Die schönen farbigen Blüten, mit denen viele Gehölze und Stauden den Betrachter erfreuen, dienen aus Sicht der Pflanze vor allem dazu, den Erhalt der Art zu sichern, indem sie Insekten anlocken, die die Pflanzen bestäuben. Die Frühblüher, die wie Krokus und Narzissen schon zeitig ihre Blüten öffnen, nutzen eine weitere besonders clevere Strategie: Sie blühen schon, bevor die sommergrünen Bäume und Sträucher austreiben. Ihre Blüten sind gut sichtbar und haben wenig Konkurrenz. Sie werden deshalb leicht von den Insekten gefunden. Auch manche Gehölze blühen schon zeitig, wie die Kornelkirsche (Cornus mas) mit ihren leuchtend gelben Blüten. Wegen ihrer frühen Blüte ist sie eine wertvolle Bienenweide. Manche Pflanzen nutzen auch den Wind zur Bestäubung, wie zum Beispiel Birke und Haselnuss. Bei ihnen hat die frühe Blütezeit den Vorteil, dass der Wind den Pollen gut forttragen kann, weil keine Blätter die Blütenkätzchen verdecken.

Ein perfektes Recyclingsystem

Nicht nur, wenn der Garten aus der Winterruhe erwacht, sondern auch, wenn er sich auf den Winter vorbereitet, scheinen Zauberkräfte am Werk zu sein. Viele Gehölze wie zum Beispiel Ahorn, Amberbaum (Liquidambar styraciflua), Kirschbäume und Ebereschen entfachen dann mit ihren leuchtend gelb oder feurig rot gefärbten Blättern ein Feuerwerk der Farben. Bevor die Bäume ihre Blätter im Herbst abwerfen, entziehen sie ihnen Nährstoffe, die sie im Holz einlagern. Die Nährstoffe stehen damit für die Blattentwicklung im nächsten Frühling wieder zur Verfügung. Weil dabei auch das Blattgrün, das für die Photosynthese so wichtig ist, entzogen wird, werden nun andere Blattfarbstoffe sichtbar. Spannend ist auch, was anschließend mit dem am Boden auf den Beeten liegenden Herbstlaub passiert: Es verschwindet im Laufe der Zeit, obwohl man es nicht von den Beeten entfernt hat. Fleißige Bodenarbeiter recyceln die Blätter. Regenwürmer und viele andere kleine und kleinste Tiere im Boden zersetzen Laub und andere Pflanzenrückstände und verbessern auf diese Weise das Erdreich, die mit Humus angereichert wird. Damit stehen auch die noch in den Blättern enthaltenen Nährstoffe schließlich wieder für das Wachstum von Pflanzen zur Verfügung und der Kreislauf des Pflanzenlebens schließt sich. So ist auch manches Tier, das wie der Regenwurm nicht mit Schönheit punkten kann, ein ganz wichtiges Glied in der Kette des Wachsens, Werdens und Vergehens im Garten.

Aster mit Schmetterling

Bild 1:
Fotovermerk: PdM. – Der Garten ist eine Welt voll überraschender Verwandlungen. Die Raupe, die zum farbenfrohen Schmetterling wird, ist vielleicht das bekannteste Beispiel dafür. (Aster ‚Pink Star‘)

Astrantia Salvia

Bild 2:
Fotovermerk: PdM. – Die schönen farbigen Blüten, mit denen viele Gehölze und Stauden den Betrachter erfreuen, dienen aus Sicht der Pflanzen vor allem dazu, den Erhalt der Art zu sichern, indem sie Insekten anlocken, die die Pflanzen bestäuben. (Astrantia, Salvia)

Kommentar

Pflanzen für den Traum vom Süden

Maulbeerbaum & Co.

Viele Pflanzen, die jetzt in Gartencentern und Baumschulen erhältlich sind, erinnern an den sonnigen Süden. Manche von ihnen sind sehr gute Kübelpflanzen und können in einem ausreichend großen Gefäß auch auf Balkon oder Terrasse für mediterranes Flair sorgen. Einige Gehölze wie der Lorbeer und der Wein lassen an Italien oder Spanien denken, weil sie aus Südeuropa stammen oder dort oft und gerne gepflanzt werden. Andere Pflanzen wirken mediterran, weil sie Eigenschaften besitzen, wie sie auch bei Pflanzen vorkommen, die häufig im Mittelmeerraum zu sehen sind. Dachförmig gezogene Bäume wie Platanen oder Maulbeerbäume zum Beispiel sind mit ihren großen Blättern ideale Schattenspender in der warmen Jahreszeit und werden zu dem Zweck gerne in südlichen Ländern genutzt. In Dachform gezogen sind Maulbeerbäume, Platanen und andere gut formbare Gehölze so schöne natürliche „Sonnenschirme“ an einem Sitzplatz im Garten. Der Schwarze Maulbeerbaum (Morus nigra) wird in Deutschland schon seit dem Mittelalter in wintermilden Regionen gepflanzt. Auch der etwas frosthärtere Weiße Maulbeerbaum (Morus alba) eignet sich gut als schöner Sonnenschutz für den Garten.

Formgehölz mit mediterranem Charme

Der Lorbeer ist vor allem als Gewürz bekannt, denn seine immergrünen, ledrigen Blätter werden gerne in der Küche genutzt. Er ist aber auch eine sehr schöne Kübelpflanze, weil er dicht und kompakt wächst, attraktive glänzende Blätter hat und sich gut in Form bringen lässt. So können zum Beispiel zwei zu Kugelbäumchen geschnittene kleine Lorbeer wie Türwächter vor dem Hauseingang stehen und den Vorgarten verschönern. Auch auf der Terrasse finden sie Platz, denn Pflanzen, die in Form geschnitten wurden, benötigen weniger Raum als locker wachsende, ungeschnittene Gehölze. Auch wenn der Lorbeer im Allgemeinen leichten Frost verträgt: Wer auf Nummer sicher gehen will, stellt ihn zum Überwintern in einen hellen und kühlen, aber frostfreien Raum.

Große Wirkung auf kleinstem Raum

Kletterpflanzen sind auch auf geringer Fläche sehr effektvoll, denn sie erobern sich die dritte Dimension. Die Trompetenblume (Campsis) ist eine wuchsfreudige Pflanze, die mit ihren großen, trichterförmigen Blüten in Gelb oder Orange exotisch anmutet. Sie gedeiht am besten an einem geschützten, sonnigen Standort. Die leuchtenden Farben der Blüten bilden einen auffallenden Kontrast zu den frischgrünen, großen Fiederblättern. Die Trompetenblume kann mit ihren Haftwurzeln zumeist selbstständig an Hauswänden und Sichtschutzmauern emporklettern. Eine stabile Kletterhilfe erleichtert ihr aber den Weg nach oben und ist vor allem sinnvoll, wenn sie an glatte Wände gepflanzt wurde, an denen die Haftwurzeln keinen ausreichenden Halt finden.

Blütensterne in starken Farben

Auch die Montbretie (Crocosmia) hat Blüten in leuchtenden, kräftigen Farben, denn sie blüht gelb, orange oder rot. Die Blüten bilden hübsche Sterne, die an langen, eleganten und filigran anmutenden Stängeln fast zu schweben scheinen. Ursprünglich stammt diese elegante Staude aus Südafrika. Sie eignet sich gut für große Kübel und entfaltet dann ihren Charme auf Balkon und Terrasse. In wärmeren Regionen kann sie mit leichtem Schutz im Gartenboden überwintern, als Kübelpflanze zieht sie am besten mitsamt Gefäß ins Winterquartier um.

Urlaubsgefühle ganz schnell

Weinreben sind ebenfalls attraktive Pflanzen. Sie beeindrucken zwar nicht mit großen Blüten, doch ihre Früchte und ihre typischen, markanten Blätter wecken Emotionen und auch schnell Urlaubsgefühle. Dank ihres kletternden Wuchses sind Weinreben unter anderem gut geeignet, um an einer Pergola zu wachsen oder eine Hauswand zu begrünen. Aufgrund der Sortenvielfalt lassen sich auch Reben finden, die außerhalb des traditionellen Weinbauklimas gedeihen oder die sich für die Kultur in großen Gefäßen auf der Terrasse oder dem Balkon eignen. Weinreben und andere Pflanzen mit Urlaubsflair tragen dazu bei, dass der Sommer auch zuhause mindestens so schön und erholsam sein kann wie im Süden.

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats August

Schattenspender mit Früchten
Die Weinrebe (Vitis) zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Schon mehrere Jahrtausende vor Christi Geburt war der Anbau von Wein im Nahen Osten bekannt. Mit den Römern gelangte diese Pflanze über die Alpen nach Deutschland. Der Weinstock war oft ein Symbol für Fruchtbarkeit und Weinblätter galten in der Antike als Glückssymbole. Er trägt nicht nur leckere Früchte, sondern hat auch schöne große Blätter mit einer attraktiven Herbstfärbung. An eine sonnenexponierte, wärmespeichernde Mauer gepflanzt, profitiert eine Rebe vom milden Kleinklima in Hausnähe.

Lorbeer – Pflanze der Sieger
Der Lorbeer (Laurus nobilis) hat eine sehr lange Geschichte und gilt oft als Pflanze der Sieger: Bei den alten Römern bekamen die Gewinner von Kämpfen und auch bedeutsame Dichter einen Lorbeerkranz. Herausragende Persönlichkeiten wurden ebenfalls mit Lorbeerkränzen geehrt und bis heute werden Wissenschaftler, die eine Auszeichnung bekommen haben, als Laureat bezeichnet – abgeleitet vom lateinischen Namen des Lorbeers Laurus nobilis. Die Pflanze hat auch Eingang in manche Redensarten gefunden, wie zum Beispiel „Sich auf seinen Lorbeeren ausruhen“, „Vorschusslorbeeren ernten“ und „Damit kann man keine Lorbeeren ernten“.

Vielseitige Lorbeerblätter
Die Blätter des Lorbeers werden auf unterschiedliche Weise genutzt. Sie enthalten ätherische Öle und ihnen wurden heilende Eigenschaften, besonders bei Hautkrankheiten, zugeschrieben. Zu dem Zweck wird Lorbeer auch heute noch verwendet. Bekannt ist zum Beispiel die in der Naturkosmetik gerne verwendete Lorbeerseife. Angeblich wurde sie schon vor etwa 3.000 Jahren in Aleppo in Syrien erfunden. Außerdem sind Lorbeerblätter ein beliebtes Gewürz, vor allem zu Wildgerichten. Der Lorbeer ist aber auch eine schöne und pflegeleichte Kübelpflanze für Garten, Balkon und Terrasse!

Der Lorbeer als Trendpflanze
In der Wilhelminischen Zeit, von 1871 bis 1918, als Deutschland noch einen Kaiser hatte, war der Lorbeer eine sehr beliebte Modepflanze. Als Kübelpflanze und in Form geschnitten, zum Beispiel als Kugel, Pyramide oder Hochstämmchen, wurde Lorbeer sehr gerne verwendet, unter anderem als grüne Begleiter bei großen Empfängen.

Blätter für edle Tiere
Die weißen bis rosafarbenen Früchte des Weißen Maulbeerbaums (Morus alba) sehen aus wie besonders lange Brombeeren. Sie sind essbar. Doch es sind nicht die Früchte, sondern die Blätter, die diesen Baum zu einem wichtigen Gehölz in Asien machen. Dort ist er wichtig für die Seidenraupenzucht, denn seine Blätter dienen als Futter für die Raupen.

Laurus

Foto: BGL/PdM. – Der Lorbeer ist eine sehr schöne Kübelpflanze, weil er dicht und kompakt wächst, attraktive glänzende Blätter hat und sich gut in Form bringen lässt.

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