Archiv des Monats Juni 2012

Etwas Garten braucht der Mensch

Pflanzen für kleine Gärten

Viele Menschen träumen von einem großen Garten, doch wegen der hohen Grundstückspreise wird die durchschnittliche Gartengröße in Deutschland immer kleiner. Mit einer guten Pflanzenauswahl kann aber auch ein kleiner Garten groß rauskommen und viel Freude bereiten. Wer auf Gehölze achtet, die zu allen vier Jahreszeiten mit interessanten Eigenschaften beeindrucken, nutzt den zur Verfügung stehenden Platz besonders gut. Felsenbirnen beispielsweise sind Ziersträucher, die im Frühling mit ihren schönen weißen Blüten und rötlichem Blattaustrieb auffallen. Im Sommer erscheinen essbare kleine Beeren und im Herbst färben sich die Blätter leuchtend gelborange bis feurigrot. Im Winter wird der schöne filigrane Wuchs der Felsenbirnen besonders deutlich. Andere Gehölze wie zum Beispiel viele Zierapfelsorten tragen bis in den Winter hinein schmückende, farbintensive Früchte, während manche Ahornarten in der kalten Jahreszeit mit ihrer auffallend gefärbten Rinde beeindrucken.

In die Höhe planen

Kletterpflanzen sind ideal für kleine Gärten, Vorgärten und auch für einen „Fassadengarten“, wenn zum Beispiel neben der Haustür nur wenig Platz ist. Pflanzen, die in die Höhe klettern, benötigen nur wenig Grundfläche und entfalten ihre volle Wirkung an Mauern und Wänden, an einer Pergola oder einem Carport. Immergrüne wie der Efeu können ganzjährig kahle Wände verschönern, andere spiegeln den Wechsel der Jahreszeiten wider: Die Kletter-Hortensie zum Beispiel schmückt sich im Juni und Juli mit nostalgisch anmutenden, cremefarbenen Blüten, eine Kletter-Rose kann den Hauseingang oder ein Fenster im Sommer blütenreich umrahmen und der Wilde Wein begeistert mit einer farbintensiven, leuchtend roten Herbstfärbung.

Kompakt spart Platz

Auch die Verwendung von Formgehölzen ist eine gute Lösung für kleine Flächen. Mit der Schere kann bei vielen Gehölzen wie Eiben und dem buchsbaumähnlichen Berg-Ilex, botanisch Ilex crenata, die Größe gut begrenzt werden. Manche Bäume und Sträucher wachsen ohne Schnitt so, dass sie fast wie Formgehölze wirken. Viele Nadelbäume beispielsweise haben von Natur aus eine markante und kompakte Form: Einige Scheinzypressen und Lebensbäume wachsen kugelförmig, andere wie Säulen-Wacholder und Säulen-Eiben kegel- bis säulenförmig. Weil sie das ganze Jahr über grün sind, setzen sie auch im winterlichen Garten Akzente. Bei den sommergrünen Laubgehölzen gibt es ebenfalls Sorten, die mit prägnanten Formen beeindrucken, wie Kugel-Ahorn, Kugel-Robinie, Kugel-Steppenkirsche und der Kugel-Trompetenbaum. Sie haben rundliche, kompakte Kronen und eignen sich deshalb unter anderem als Hausbäume für kleinere Gärten.

Eigene Ernte auf kleinem Raum

Von Rhododendren, dem duftenden Flieder und vielen anderen schönen Gehölzen sind kleinere Arten und Sorten erhältlich. Mittlerweile gibt es auch immer mehr Obstbäume, die nur wenig Platz benötigen. Die sogenannten Säulenobstbäume sind relativ schlank und können in einem großen Kübel sogar auf einem Balkon wachsen. Auch mit einer geschickten Pflanzweise lässt sich der Platz besser nutzen: Spalierobstgehölze, zum Beispiel Birnen oder Äpfel und in manchen Regionen auch Feigenbäume und Weinreben, können gut an eine Hauswand gepflanzt werden. So wird nicht nur Fläche gespart, die Obstgehölze können auch davon profitieren, dass die Früchte besonders viel Licht bekommen und die Wand die Sonnenwärme speichert. Dadurch entsteht ein für die Fruchtentwicklung besonders vorteilhaftes Mikroklima.

Grüne Grenzen

Eine Hecke ist die natürlichste Form einer Grenze. Wenn wenig Platz zur Verfügung steht, reicht der Raum meist nicht für locker wachsende Blütenhecken. Sehr gleichmäßig und platzsparend sind niedrige Schnitthecken, zum Beispiel aus Berg-Ilex, Buchsbaum oder Berberitzen. Eine andere Möglichkeit, mit der sich auch gut Abstellplätze eingrenzen lassen, sind Zäune, die mit Kletterpflanzen bewachsen sind. Efeu ist ideal, weil er immergrün ist. Wer die große Sortimentsvielfalt und das Pflanzenwissen der Experten im Facheinzelhandel nutzt, findet sicher viele, auch wenig bekannte Gehölze sowie Stauden und Gräser, die einen kleinen Garten bereichern.

Bild 1 Clematis

Bild 1:
Foto: PdM. – Clematis und andere Kletterpflanzen sind ideal für kleine Gärten. Sie benötigen nur wenig Grundfläche und entfalten ihre volle Wirkung an Mauern und Wänden oder an einem Zaun, einer Pergola oder einem Carport.

Bild 2 Spalierobst

Bild 2:
Foto: PdM. – Mit einer geschickten Pflanzweise lässt sich der Platz besser nutzen. Spalierobstgehölze können gut an eine Hauswand oder Mauer gepflanzt werden. Dank ihres schmalen Wuchses eignen sie sich auch gut für kleine Gärten und sind gleichzeitig ein schöner Fassadenschmuck. Außerdem bekommen die Früchte besonders viel Licht und können deshalb ideal ausreifen.

Kommentar

Sommerstimmung

Urlaubsflair im eigenen Garten

Olivenbäume mit silbrigen Blättern, Lavendel mit intensivem Duft und Bougainvilleas mit farbenprächtigen Blüten gehören zu den Pflanzen, die fast automatisch mit dem sonnigen Süden in Verbindung gebracht werden. Bei manchen rufen sie Erinnerungen an einen schönen Urlaub am Mittelmeer wach, bei anderen wecken sie den Wunsch, dort die freien Tage zu verbringen und fernab vom Alltag die Sonne zu genießen. Dabei sind es weniger die Pflanzen selbst als vielmehr deren markante Eigenschaften, die man unbewusst wahrnimmt und die mediterrane Urlaubsassoziationen wecken. Diese Eigenschaften sind oft eine Folge der in Südeuropa herrschenden Klimabedingungen und kommen deshalb auch bei anderen Gehölzen vor, die sich an ähnliche Standorte angepasst haben. Kleine silbrige Härchen, wie man sie zum Beispiel an der Unterseite der Olivenbaumblätter findet, sind eine Anpassung an trockene, sonnige Standorte. Sie dienen als Verdunstungsschutz, denn an der Unterseite der Blätter befinden sich die sogenannten Spaltöffnungen, durch die die Pflanzen Wasserdampf abgeben. Die kleinen Härchen halten die Feuchtigkeit fest und tragen dazu bei, die Verdunstung zu reduzieren.

Für mediterranes Flair

Die Blätter der Weidenblättrigen Birne (Pyrus salicifolius) ähneln denen des Olivenbaumes, denn sie sind ebenfalls länglich und silbriggrau bis silbriggrün. Der deutsche Name geht darauf zurück, dass die Blätter wie die einer Weide – botanisch Salix – aussehen. Die Weidenblättrige Birne wird nicht wegen ihrer Früchte gepflanzt, sondern wegen der interessanten Blätter und des oft malerischen Wuchses, der am besten im Einzelstand zur Geltung kommt. Der Stamm ist manchmal etwas gedreht und die Zweige hängen anmutig herab. Besonders ausgeprägt ist der schöne überhängende Wuchs bei der Sorte ‚Pendula‘. Die Früchte sind nur 2 bis 3 Zentimeter groß, die Blätter sind dafür umso attraktiver und bleiben im Herbst noch recht lange an den Zweigen. Bisher ist dieser kleine pflegeleichte Baum wenig bekannt, dabei ist er ideal für Hausgärten, denn er ist robust und verträgt Hitze und Trockenheit. Er passt gut in Stauden- und Gräsergärten, zu Rosen, vor dunklere Gehölze oder in einen Garten in mediterranem Stil.

Duft und Farbe auch für den Balkon

Mediterran wirkt auch die Blauraute (Perovskia) mit ihren länglichen Blättern, die aromatisch duften. Weil die Blätter silbergrau bereift sind, wird diese Pflanze manchmal auch Silberstrauch genannt. Sie blüht über einen langen Zeitraum, ihre schönen violettblauen Blüten erscheinen ab Juli bis in den Oktober hinein. Dieser Halbstrauch gedeiht am besten an einem sonnigen und warmen Standort. Halbstrauch heißt, dass die Triebe der Blauraute zum Teil verholzen. Der nicht verholzte diesjährige Zuwachs stirbt nach Ende der Vegetationsperiode ab. Aus den älteren verholzten Trieben entwickelt sich im nächsten Jahr wieder frisches Grün. Weil die Blauraute je nach Art und Sorte relativ klein bleibt und oft kaum einen Meter hoch wird, eignet sie sich gut für Innenhöfe, kleine Gärten und Gefäße.

Urlaubsstimmung wie auf Hawaii

Auch der exotisch anmutende Garten-Eibisch (Hibiscus syriacus in Sorten) kann in Gefäße gepflanzt werden. Er wird etwa 1,5 bis 2 Meter hoch und bringt mit seinen großen, markanten Blüten tropisches Flair in den Garten oder – in einen ausreichend großen schönen Kübel gepflanzt – auf Balkon und Terrasse. Seine großen Trichterblüten erinnern an Pflanzen der Südsee. Doch anders als der Hibiscus, der auf Hawaii wächst, ist der Garten-Eibisch winterhart. Er blüht vom Sommer bis Ende September. Das Farbenspektrum reicht von Weiß über Rosa bis hin zu intensiven blauen und roten Farbtönen. Manche Blüten beeindrucken mit einem auffallenden „Auge“ – einem schönen, dunkleren Fleck in der Blütenmitte. Einige Hibiscus-Sorten haben gefüllte Blüten, die an gerüschte übergroße Nelkenblüten erinnern. Der Garteneibisch hat sehr interessante Staubgefäße, ähnlich wie der Hibsicus aus der Südsee: Sie sind zu einer Art Staubblattsäule zusammengewachsen und ragen weit aus der Blüte heraus.

Lichteffekte im Halbschatten

Die Juli-Silberkerze (Cimicifuga racemosa) ist ein eindrucksvoller Sommerblüher aus dem Reich der Stauden. Sie hat lange Blütenstände mit zierlichen rahmweißen Einzelblüten. Die eleganten Blütentriebe werden etwa 170 Zentimeter hoch und erheben sich weit über das dekorative, dicht den Boden bedeckende Blattwerk. Diese Staude ist mit ihren hellen langen Blütenkerzen ideal, um dunklere Gartenbereiche zu beleben, denn sie eignet sich auch für halbschattige Standorte mit feuchtem Boden. Sie ist ursprünglich eine Waldrandpflanze und passt deshalb zum Beispiel gut zwischen lichte Bäume oder an die Nordseite eines Hauses.

Sommerliches für den Teich

Der Kalmus (Acorus calamus) ist eine interessante, wuchsfreudige Wasserpflanze, die ebenfalls im Sommer blüht. Im Juni und Juli bildet sich ein kolbenartiger grünlicher Blütenstand. Diese Pflanze wächst am Teichrand bis etwa 30 Zentimeter Wassertiefe und hat aromatisch riechende Rhizome. Mit diesen kriechenden Wurzelstöcken kann sie sich gut ausbreiten. Der Kalmus kommt ursprünglich aus Asien, gelangte aber schon im 16. Jahrhundert nach Europa. Wegen seines hohen Stickstoffbedarfs wird er auch zur Wasserreinigung eingesetzt. Besonders interessant ist die Sorte ‚Variegatus‘, denn die aufrechtstehenden Blätter haben schöne cremeweiße Streifen.

Wer den Sommer nutzt, um seinen Garten mit neuen Gehölzen oder Stauden zu bereichern, wird sicher manche ungewöhnliche Pflanze finden. Einige von ihnen sind mit ihrem eigenwilligen Wuchs, den interessanten Blättern oder außergewöhnlichen Blüten auch ideal, um Urlaubsflair in den Garten zu bringen. PdM

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats Juli

Hibiscus als Nationalblume
Es gibt unzählige Hibiscus-Arten. Der ursprünglich aus China und Indien stammende Garten-Eibisch (Hibsicus syricacus), von dem es viele Sorten gibt, verträgt Frost und wird wegen seiner großen schönen Blüten gerne als Zierstrauch gepflanzt. In Südkorea gilt der Hibiscus syriacus wegen seiner großen Beliebtheit als Nationalblume. Eine andere Hibiscus-Art wurde zur Nationalblume Hawaiis und ist oft auf den typischen Hawaiihemden zu sehen. In Malaysia ist Hibiscus rosa-sinensis seit 1960 Nationalblume und eine rote Hibscusblüte ist auch auf dem Wappen des Landes abgebildet. PdM

Wertvolle Bienenweide
Der Garten-Eibisch (Hibiscus syriacus in Sorten) blüht bis Ende September, also noch zu einer Zeit, zu der kaum mehr Pflanzen blühen. Diese schönen Spätsommerblüher sind als Nahrungsquelle für Insekten besonders wertvoll.

Indianische Heilpflanze
Die Juli-Silberkerze (Cimicifuga racemosa) stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie wurde dort früher von den Indianern als Heilpflanze genutzt, insbesondere bei Frauenleiden.

Iris und Kalmus
Der Kalmus (Acorus calamus) ähnelt mit seinen länglichen, schmalen Blättern der heimischen gelbblühenden Iris mit dem botanischen Namen Iris pseudacorus. Sie wächst wie der Kalmus an den Rändern von Gewässern. Ihr botanischer Name geht auf die Ähnlichkeit mit dem Kalmus zurück, denn pseudacorus heißt übersetzt „falscher Kalmus“.

Wasser bringt Leben
Wasser macht einen Garten besonders interessant: Ein Teich, ein Sumpfbeet, ein Wasserlauf oder ein Quellstein bringen Abwechslung und zusätzliches Leben in den Garten. Außerdem vergrößert ein Teich den Garten optisch und lockt Tiere an. Vögel können in ihm baden. Frösche, Kröten und Molche finden hier neuen Lebensraum.

Aromatisch duftende Wurzeln
Die Wurzeln des Kalmus (Acorus calamus), der auch als Deutscher Ingwer bezeichnet wird, enthalten ätherische Öle und riechen aromatisch. Kalmus wird in Asien unter anderem als Gewürz genutzt und findet auch in der Heilkunde Verwendung.

Pflanze mit Reinigungskraft
Acorus calamus, der Kalmus, wächst am Rande von Gewässern und hat lange Blätter, die denen der Iris ähneln. Er wird auch gerne als Repositionspflanze verwendet, das heißt, er besitzt die Fähigkeit, Wasser zu reinigen.

Hibiscus Blue Chiffon

Bild 1
Foto: PdM. – Der Garten-Eibisch bringt mit seinen großen farbintensiven Blüten tropisches Flair in den Garten. Einige Hibiscus-Sorten haben gefüllte Blüten, die an gerüschte übergroße Nelkenblüten erinnern.

Perovskia atripl Blue Spire

Bild 2
Foto: PdM. – Die mediterran wirkende Blauraute hat aromatisch duftende Blätter und violettblaue Blüten. Die länglichen Blätter sind silbergrau bereift. Darum wird diese Pflanze manchmal auch Silberstrauch genannt.

Kommentar

Artenvielfalt in der Stadt

Abwechslungsreiche Stadtnatur

In manchen Städten ist die Artenvielfalt überraschend hoch. Sogar Wildschweine und Waschbären werden immer häufiger in Städten gesichtet. Weniger spektakulär, dafür umso erfreulicher sind die relativ hohen Zahlen kleinerer Wildtiere, die in Städten leben und dort gern gesehen sind. In einem Garten in der englischen Stadt Leicester dokumentierte die Besitzerin Jennifer Owen 30 Jahre lang akribisch, welche Tier- und Pflanzenarten sie in ihrem Garten fand. Sie veröffentlichte ihre Ergebnisse in dem Buch „Wildlife of a Garden: A Thirty-Year Study“. Die Naturwissenschaftlerin kam auf die beeindruckende Zahl von über 470 Pflanzenarten, rund 2.000 Insektenarten, 138 wirbellosen Tieren wie Würmern und Tausendfüßlern sowie 64 Wirbeltierarten, darunter rund 50 Vogelarten – erstaunliche Zahlen für einen Hausgarten in einer Großstadt.

Große Flächen verhindern Vielfalt

Man muss nicht unbedingt aufs Land fahren, um Kindern die Natur nahezubringen oder sich selbst über eine abwechslungsreiche Pflanzen- und Tierwelt zu freuen. Ganz im Gegenteil, denn die Intensivierung in der Landwirtschaft hin zu möglichst großen, zusammenhängenden Äckern und zum großflächigen Pflanzenanbau hat in einigen Regionen zu starken Veränderungen im Landschaftsbild geführt. Doch nicht nur die Schönheit und Vielfalt einer Landschaft und damit der Erholungswert leidet unter einer solchen Entwicklung, auch für Tiere hat diese Veränderung Nachteile. Wenn der Anbau bestimmter Nutzpflanzen in einem Gebiet sehr stark zunimmt, verringert sich damit auch die Artenvielfalt, weil es weniger Tiere gibt, die an dieses spezielle Umfeld und die dort vorkommenden Pflanzen angepasst sind. So lassen sich in Städten mancherorts wegen der vielen unterschiedlichen Lebensräume mehr verschiedene Pflanzen- und Tierarten finden als in der freien Landschaft.

Wertvolle Windschutzgehölze

Wie dramatisch die Veränderungen in der Agrarlandschaft sind, zeigen zum Beispiel Staubstürme, wenn große Flächen nicht ausreichend mit Pflanzen bewachsen sind und der kahle Boden offen liegt. Fehlen in einer solchen Landschaft Hecken, kann es insbesondere in längeren Trockenphasen zu gefährlichen Sandstürmen kommen, die im Extremfall sogar Autofahrern die Sicht nehmen. Bäume und Sträucher am Rande von Äckern oder an Straßen bewirken, dass wertvoller Boden nicht so stark dem Wind ausgesetzt ist und somit nicht großflächig weggeweht wird. Hecken als Windbrecher schützen aber nicht nur den Menschen und bereichern das Landschaftsbild, sie sind auch ein wertvoller Lebensraum für Vögel und andere Tiere, denn sie bieten ihnen Schutz, Nahrung und Nistmöglichkeiten.

Viele verschiedene Lebensräume

Hecken und andere Gehölzpflanzungen tragen dazu bei, dass die Artenvielfalt auch in Städten oft überraschend groß ist. In Städten werden Bäume und Sträucher zwar häufig mit dem Ziel gepflanzt, das Umfeld von Gebäuden zu verschönern und aufzuwerten, doch dies ist zugleich für Vögel und andere kleine Tiere in der Stadt nützlich. Die Vielfalt der Lebensbereiche – zum Beispiel unbebaute Grundstücke, alte Industrieflächen, Gründächer, Straßenbäume, Friedhöfe, Parkanlagen und private Gärten – lässt uns auch in der Stadt viel Natur erleben. Immer mehr Imker nutzen deshalb sogar mittlerweile Standorte in der Stadt als Nahrungsquelle für ihre Bienen. In Düsseldorf und Berlin gibt es Bienenvölker auf den Dächern von Museen, in Paris wurden auf dem Dach eines Opernhauses Bienenstöcke aufgestellt, und sowohl auf Hochhausdächern in New York als auch in der Metropole Hongkong leben Bienenvölker. Bienen sind die idealen Nutztiere für Städter, denn sie benötigen nicht viel Platz, sie müssen nicht jeden Tag betreut werden und ihre Nahrung finden sie selber unter anderem in den Parks und Gärten der Stadt. Mit einem abwechslungsreich und tierfreundlich bepflanzten Garten kann auch jeder Einzelne einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten und bereichert gleichzeitig sein eigenes Umfeld. PdM

Tag der Artenvielfalt:
So bieten Gärten Tieren Schutz und Nahrung

Am 16. Juni findet der von der Zeitschrift GEO 1999 ins Leben gerufene „Tag der Artenvielfalt“ statt. Experten und Laien dokumentieren dann innerhalb von 24 Stunden in einem festgelegten Gebiet die dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten. Diese Art Naturinventur wird von vielen Aktionen in der Woche vor und nach dem Tag der Artenvielfalt begleitet. Dies ist eine gute Gelegenheit, um auch im eigenen Garten einmal ganz bewusst darauf zu achten, wie groß dort der Reichtum an verschiedenen Pflanzen und Tieren ist. Man kann diesen Termin natürlich auch zum Anlass nehmen, aktiv zur Pflanzenvielfalt beizutragen und Gehölze oder Stauden zu pflanzen, die den heimischen Tieren Schutz und Nahrung bieten.

Pflanzen für Tiere

Beerentragende Gehölze wie die Eberesche (Sorbus), Weißdorn (Crataegus), Efeu, der Gemeine Wacholder (Juniperus communis) und der Gemeine Schneeball (Viburnum opulus) tragen Früchte, die für die hier überwinternden Vögel wichtig sind. Andere Pflanzen sind zum Beispiel als Bienenweide wertvoll, unter anderem die Kornelkirsche (Cornus mas), die schon sehr früh blüht, Weiden, der Schwarze Holunder (Sambucus nigra), Sanddorn (Hippophae rhamnoides), die Felsenbirne (Amelanchier), ungefüllte Rosen und alle Obstbäume. Damit Pflanzen den Tieren auch in der kalten Jahreszeit Schutz und Nahrung bieten, sollte man Gehölze und Stauden möglichst erst nach dem Winter zurückschneiden. Auch sonst ist es besser, keine übertriebene Ordnung im Garten walten zu lassen, beispielsweise können Tiere in Laub- und Reisighaufen überwintern. So trägt die bewusste Pflanzenauswahl und -pflege dazu bei, dass sich viel mehr Tiere im Garten wohlfühlen und die Artenvielfalt auch im eigenen Umfeld vielfältiger wird.

Schmetterlinge auf Zierdistel Kratzdistel Cirsium

Foto: PdM. – Mit einem abwechslungsreich und tierfreundlich bepflanzten Garten kann jeder Einzelne einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten und bereichert gleichzeitig sein eigenes Umfeld.

Staudengarten

Foto: PdM. – Im Garten mehr entdecken: Gehölze und Stauden, die Insekten Nahrung bieten, tragen dazu bei, dass sich mehr Tiere im Garten wohlfühlen und die Artenvielfalt größer wird.

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