Archiv des Monats Mai 2012

Schöner sitzen

Lieblingsplätze im Grünen

Manche Gartenfreunde sind froh, wenn sie sich in ihrem Garten einfach nur erholen können. Ganz entspannt im Liegestuhl den Alltag vergessen – das gehört für viele zum Gartenglück dazu. Andere sind dagegen lieber aktiv und erholen sich beim Schneiden oder Jäten im Einklang mit der Natur und umgeben von den geliebten Pflanzen. Oft liegt der Unterschied einfach nur an der verfügbaren Zeit, denn viele Menschen haben lange Arbeitstage. Wenn Zeit knapp ist, kann man den Garten von einem Fachmann so anlegen oder umgestalten lassen, dass möglichst wenig Pflegearbeiten anfallen oder man überlässt aufwändige Tätigkeiten wie den Formschnitt bei Hecken einem Landschaftsgärtner.

Der ideale Platz für Gäste

Egal, ob man den Feierabend nach einem langen Arbeitstag oder nach ausgiebiger Gartenpflege genießen möchte – in der warmen Jahreszeit ist es draußen meist am schönsten. Der Lieblingsplatz im Garten kann ganz unterschiedlich sein: Eine Sitzecke am Teich vielleicht, eine Terrasse direkt am Haus, eine nostalgische Holzbank unter einem alten Baum – es gibt viele Möglichkeiten, den Sitzplatz für den Feierabend zu gestalten. Man kann sogar mehrere Lieblingsplätze anlegen, denn die Sonne wandert im Tagesverlauf und so kann ein Sitzplatz, der morgens in der Sonne liegt, abends schattig und kühl sein. Auf jeden Fall lohnt es sich, eine Terrasse direkt am Haus zu haben, denn so ist alles gut erreichbar, was man für einen schönen Abend im Freien braucht. Die Nähe zur Küche ist besonders praktisch, wenn Gäste kommen und die Terrasse ganz schnell zum Wohnzimmer im Grünen wird. Wer oft und gerne Besuch hat, wird vielleicht seine Terrasse um einen fest installierten Gartengrill oder sogar eine Garten- oder „Outdoor“-Küche erweitern, die speziell für die Nutzung im Freien entwickelt wurde.

Gute Planung lohnt sich

Eine Terrasse, also eine befestigte Fläche aus Holz, Platten oder Pflastersteinen, hat verschiedene Vorteile: Sie bietet mehr Standfestigkeit für die Gartenmöbel als eine Rasenfläche, sie kann leicht sauber gehalten werden und ist, wenn sie aus rutschfestem Material angelegt wurde, selbst bei schlechtem Wetter sicher zu begehen. Um lange Freude an seiner Terrasse zu haben, empfiehlt es sich, einige grundlegende Aspekte zu berücksichtigen. Wichtig ist, dass die Terrasse frostfest ist und auch bei Nässe eine hohe Rutschfestigkeit aufweist. Sie muss eben sein, damit Gartenmöbel sicher stehen, sie sollte jedoch ein leichtes Gefälle aufweisen, damit sie nach Regen schnell wieder abtrocknet. Außerdem ist ein Höhenunterschied zwischen dem Haus und der Terrasse sinnvoll, damit bei einem heftigen Schauer kein Wasser in den Wohnraum fließen kann.

Viele interessante Möglichkeiten

Praktisch bei der Neuanlage einer Terrasse ist der Einbau eines Regenwasserreservoirs unter dem Boden der Terrasse. So kann kostenlos Regenwasser für den Garten gesammelt werden, ohne dass der Behälter zu sehen ist. Am besten überlässt man die Planung und den Bau einer Terrasse den Experten aus dem Garten- und Landschaftsbau, die alle für die Neuanlage wichtigen Faktoren kennen und auch gemeinsam mit dem Gartenbesitzer individuelle Lösungen finden. So lassen sich zum Beispiel auch Pflanzbeete oder ein Wasserbecken in die Terrasse integrieren, mit Lampen besondere Lichteffekte erzeugen oder eine Überdachung anbringen, die vor zu viel Sonne oder Regen schützt, so dass dieser Bereich im Garten möglichst oft genutzt werden kann.

Mehr Lebensqualität im Grünen

Eine Terrasse kann auch ein wahres Schmuckstück sein. Die Auswahl an Material und Verlegearten ist groß. So können zum Beispiel durch die Kombination unterschiedlicher Steine interessante Muster entstehen. Reizvoll ist auch eine Mischung verschiedener Materialien wie Kies und Steinplatten oder Holz und Stein. Ein abwechslungsreich angelegter Garten bietet ganz unterschiedliche Perspektiven und verändert sich zudem im Jahreslauf. Darum ist es schön, mehrere Sitzplätze im Garten zu haben, sei es durch mehr oder weniger fest installierte Gartenmöbel wie eine schwere Metallbank oder aber, indem kleine Flächen mit einem Holzdeck oder Steinen so befestigt werden, dass hier schnell leichte Gartenmöbel aufgestellt werden können. Halbhohe Mauern oder Hecken an der Terrasse im Garten vermitteln ein Gefühl von Geborgenheit.

Eine Terrasse erweitert den Wohnraum beträchtlich und auf besondere Weise – man ist draußen und muss doch auf keinen Komfort verzichten, man kann die Natur spüren und ist je nach Art der Überdachung bei schlechtem Wetter gut geschützt. Eine attraktiv gestaltete und fachmännisch angelegte Terrasse kann zusammen mit einem schönen Garten auch den Wert des Hauses steigern. Doch in erster Linie steigert sie die Lebensqualität – egal ob für den leidenschaftlichen Hobbygärtner oder für den, der sich einfach nach einem langen Arbeitstag zu Hause und im Grünen erholen möchte.

Terrasse mit rundem Tisch

Foto: BGL/PdM. – Draußen ist es in der warmen Jahreszeit meist am schönsten. Einige genießen dann ganz entspannt auf der Terrasse die freie Zeit, andere werden lieber im Garten aktiv.

Rhodo im Topf

Foto: BGL/PdM. – Kleinere Rhododendron oder andere blühende Pflanzen im Kübel sind eine schöne Dekoration für die Terrasse. Wenn die Blütezeit vorbei ist, können andere farbenfrohe Blütengehölze das Zepter übernehmen.

Kommentar

Blütenreigen

Die Schönheit des Nützlichen

Die Rose gilt wegen ihrer schönen Blüten als Königin der Blumen. Viele Arten und Sorten bezaubern außerdem mit einem verführerischen Duft. Diese Pflanze ist wegen ihrer Blüten sogar zum Sinnbild der Schönheit geworden, obwohl die Dornen beziehungsweise Stacheln scheinbar so gar nicht zur Anmut dieser Blume passen. Doch die Vorfahren unserer heutigen Gartenrosen waren wildwachsende Pflanzen, die nicht durch einen Zaun oder eine Hecke vor pflanzenfressenden Tieren geschützt wurden. Unter solchen Bedingungen sind Stacheln oder Dornen für eine Pflanze ein Vorteil, der ihr das Überleben sichert.

Wie Pflanzen die Vermehrung sichern

Auch die Gestalt der Blüten, ihre Form und Farbe sind kein Zufall, sondern die Folge einer langen Entwicklung. Farbe dient, genauso wie Duft, als Lockmittel für bestäubende Insekten. Wenn Bienen oder andere Bestäuber auf der Suche nach Nahrung in eine Blüte eintauchen, bleibt Pollen an ihnen hängen, den sie später an anderen Blüten abstreifen. Manche Pflanzen wie Birken und Haselnuss benötigen keine auffallenden Blüten, weil ihre Pollen vom Wind verbreitet werden. Für sie reichen einfach gebaute, unauffällige Blüten, denn wichtig ist vor allem, dass der Wind die Pollen gut erreichen und davontragen kann. Doch es gibt auch Pflanzen, die auf Bestäuber angewiesen sind und trotzdem unscheinbare Blüten haben. Damit hätten sie kaum Chancen, im Überlebenskampf der Natur ihre Art zu erhalten. In der Pflanzenwelt wird darum auch getrickst – sehr zur Freude vieler Gartenbesitzer.

Clever & schön

Die im Juni erscheinenden Blüten der Kletter-Hortensien sind klein, aber zusammen bilden sie ein Team, das nicht zu übersehen ist: Die winzigen cremefarbenen Blüten stehen dicht zusammen und werden so zu einem auffallenden Blütenstand. Wie bei einem Schwarm erzeugen sie durch ihre Menge viel mehr Aufmerksamkeit als wenn sie alleine wären. Bei den Blüten der Kletter-Hortensie gibt es außerdem eine besondere Form der Arbeitsteilung: Die einfachen kleinen Blüten in der Mitte des Blütenstandes sind fruchtbar, die äußeren dagegen sind unfruchtbar und von dekorativen hellen Blättern umgeben. Der zarte Farbton und die locker zusammenstehenden zierlichen Blüten verleihen den Kletter-Hortensien nostalgischen Charme und machen sie zu interessanten Gartenpflanzen.

Gemeinschaft macht stark

Das Geißblatt (Lonicera caprifolium), auch Jelängerjelieber genannt, hat ebenfalls Blüten, die dadurch, dass sie zusammenstehen, besonders auffallend sind. Diese pflegeleichte Kletterpflanze blüht meist im Mai und Juni. Sie hat lange, gelblichweiße Röhrenblüten, die außen oft etwas rötlich gefärbt sind. Abends verströmen die nektarreichen Blüten einen angenehmen Duft. Auch bei den Blüten mancher Stauden gilt das Prinzip „Gemeinsam sind wir stark“: Der Frauenmantel (Alchemilla mollis) zum Beispiel hat viele sehr kleine gelbe Blüten, die locker zusammenstehen und dadurch auffallen. Sie scheinen beinahe wie ein Schleier über den markanten, gelappten Blättern zu schweben. Wer die Selbstaussaat dieser Staude verhindern will, schneidet sie nach der Blüte zurück, so dass sich keine Samen bilden. Schon vor der Blüte ist der Frauenmantel effektvoll, denn Wassertropfen, die sich häufig auf den Blättern sammeln, wirken wie funkelnde Diamanten.

Farbenfrohe „Landebahn“

Die Iris, wegen ihrer langen Blätter auch Schwertlilie genannt, benutzt ebenfalls einen Trick. Ihre großen, auffallenden Blüten sind dreigeteilt und bestehen aus nach unten weisenden Blütenblättern, den sogenannten Hängeblättern, und zumeist aufrecht stehenden Blütenblättern, Domblätter genannt. Diese eigenwillige Form ist ein ausgeklügelter Mechanismus: Um an den Nektar zu gelangen, müssen die bestäubenden Insekten in eine von den Blütenblättern gebildete Art Röhre kriechen. Dabei bleibt der Pollen an ihrem Körper kleben und kann beim nächsten Nektartrunk an eine andere Blüte abgegeben werden. Die auffallend gefärbten Hängeblätter sind gewissermaßen die Landebahn für die Insekten. Oft sind diese Blätter zweifarbig oder haben eine deutlich dunklere oder hellere Zeichnung. Diese Färbung dient den Insekten zur Orientierung – und trägt zur außergewöhnlichen Schönheit dieser Stauden bei. So ist manche Eigenschaft der Blüten, die für einen Strauch oder eine Staude nützlich und zum Überleben der Art wichtig ist, für den Menschen oft von besonderem Reiz.

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats Juni

Inspirierende Blüten
Die Blüten der Iris haben die Menschen schon sehr früh fasziniert und sie sind auf Darstellungen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen zu sehen. Die eigenwillig geformten Irisblüten wurden sowohl auf orientalischen Zeichnungen als auch auf impressionistischen Gemälden verewigt. Claude Monet hatte Iris in seinen Garten in Giverny gepflanzt, denn sie gehörten zu seinen Lieblingsblumen und er malte sie häufig. Die markante, ornamentale Form der Blüten findet sich auch auf Werken aus der Zeit des Jugendstils. Zusammen mit Lilien und Seerosen waren Irisblüten eines der wichtigsten Motive jener Zeit und wurden zum Beispiel auf Tapeten, Glasfenstern und edlen Stoffen dargestellt.

Iris – die Blume der Götterbotin
Die Iris ist eine Pflanze mit markanten Blütenblättern, von denen im Allgemeinen drei nach oben und drei nach unten weisen. Die Blume wurde nach der griechischen Götterbotin Iris benannt, der Vermittlerin zwischen den Menschen und den Göttern. Ihr Symbol war der Regenbogen, denn er bildete die Brücke zwischen der Götter- und der Menschenwelt beziehungsweise zwischen Himmel und Erde.

Faszinierende Iris
Die Gattung Iris ist sehr vielseitig. Es gibt eine Fülle an Arten und Sorten, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen, manche schon im Frühjahr, andere erst im Sommer. Viele Iris finden sich im Staudensortiment, einige aber auch bei den Zwiebelblumen. Die Blüten haben oft sehr schöne Farbverläufe oder Farbkombinationen. Einige duften sogar. Ihre Standortansprüche variieren, denn es gibt Sorten, die auf eher trockenen Böden gut gedeihen, während andere besser auf feuchten Standorten wachsen und sich für Pflanzungen in Wassernähe eignen. Obwohl Iris manchmal als Schwertlilien bezeichnet werden, sind sie nicht mit den Lilien (Liliaceae) verwandt, sondern gehören zu einer eigenen Familie (Iridaceae).

Der Frauenmantel – eine magische Staude
Früher ging man davon aus, dass der Frauenmantel, botanisch Alchemilla mollis, magische Kräfte hat. Auf den großen Blättern dieser Staude sammeln sich besonders morgens viele Wassertropfen. Sie stammen aus dem Blattinnern und sind die Folge eines Vorganges, der Guttation genannt wird. Dabei wird von den Pflanzen flüssiges Wasser abgegeben, wenn die Verdunstung durch hohe Luftfeuchtigkeit eingeschränkt ist. Die Tropfen schillern wie Diamanten und sie sollten, so glaubten früher die Alchimisten, besondere Fähigkeiten haben und ihnen bei der Herstellung von Gold helfen. Auch wenn diese auf den Blättern schimmernden Wassertropfen letztlich keine Zauberkräfte besitzen, so tragen sie doch dazu bei, dass der Frauenmantel vor allem morgens eine beinahe magische Wirkung entfaltet.

Der Frauenmantel und seine Namen
Der Name Frauenmantel soll darauf zurückgehen, dass die großen Blätter dieser Stauden mit ihren Blattadern, die wie Falten wirken, an die weiten Mäntel früherer Zeiten erinnern. Die botanische Bezeichnung Alchemilla stammt wahrscheinlich vom arabischen alkemelych, das für Alchemie steht. Dieser Name ist ein Hinweis darauf, dass die Alchemisten des Mittelalters hofften, aus den Tropfen, die sich oft auf den Blättern dieser Staude sammeln, den „Stein der Weisen“ herstellen zu können. Mit seiner Hilfe wollten sie Gold erzeugen.

Romantische Kletterpflanze
Kletter-Hortensien haben wegen ihrer vielen kleinen, cremefarbenden Blüten eine sehr romantische Ausstrahlung. Auch eine der Geschichten zum Ursprung ihres Namens ist romantisch: Man vermutet, dass Hortensien nach Hortense Barré benannt wurden. Sie war die Freundin des französischen Botanikers Philibert Commerson, der im 18. Jahrhundert in Ostasien Pflanzen sammelte. Hortense soll sich als Mann verkleidet haben, um an den gefährlichen Expeditionen teilnehmen zu können. Unter den Pflanzen, die damals nach Europa gelangten, war auch eine Hortensie.

Effiziente Platznutzung
Kletterpflanzen bieten Spitzenleistung: Mit ihnen kann man auf wenig Grundfläche ganz viel erreichen!

Die Kaiserin und ihre Rosen
Josephine, die erste Ehefrau von Napoleon Bonaparte, war von 1804 bis 1809 Kaiserin von Frankreich. Sie war eine leidenschaftliche Rosensammlerin und hatte im weitläufigen Garten ihres Lieblingsschlosses Malmaison alle damals bekannten und erhältlichen Rosensorten gepflanzt. Ihre Begeisterung für diese Pflanzen ging so weit, dass sogar Napoleons Soldaten den Auftrag hatten, Rosen, die sie während der Kriegszüge fanden, nach Malmaison zu senden. So gelangten trotz der Napoleonischen Kriege Rosen aus dem Ausland in ihren Garten. Ein von Josephine mit dem Kauf neuer Sorten beauftragter englischer Rosenspezialist hatte sogar einen besonderen Ausweis, um trotz kriegerischer Auseinandersetzungen die Kontrollstellen der Armee problemlos passieren zu können. Die Begeisterung für Rosen führte auch dazu, dass Josephine viele schöne Sorten von berühmten Malern im Bild festhalten ließ. So blieben sie auch der Nachwelt erhalten und bewahren den Ruhm des größten Rosengartens der damaligen Zeit.

EMail Rose 290973

Foto. PdM. – Die Rose wird gerne als Königin der Blumen bezeichnet. Oft bezaubert sie nicht nur mit der Schönheit ihrer Blüten, sondern auch mit einem angenehmen Duft.

EMail 25511-182 Hydrangea anomala ssp

Foto: PdM. – Die cremefarbenen Blüten der Kletter-Hortensien sind klein, aber zusammen bilden sie einen Blütenstand, der nicht zu übersehen ist. Wie bei einem Schwarm erzeugen sie durch ihre Menge viel mehr Aufmerksamkeit als wenn sie alleine wären. Der zarte Farbton und die zierlichen Blüten verleihen diesen interessanten Pflanzen ihren nostalgischen Charme.

Kommentar

Zum ersten Mal und weltweit: Fascination of Plants Day

Pflanzen sichern unser Überleben, sie dienen uns als Nahrung und sie erzeugen den lebenswichtigen Sauerstoff. Doch Pflanzen können noch viel mehr, denn aus ihnen werden Rohstoffe gewonnen, die in unterschiedlichster Weise genutzt werden, zum Beispiel als Baumaterial, als Heilmittel, für Papier und für Kleidung. Außerdem verbessern Pflanzen unsere Lebensqualität, sie verschönern unsere Umwelt, bringen Natur in sonst oft graue Städte und sie tragen zu unserer Erholung bei, sei es bei Spaziergängen in Parkanlagen, beim Wandern im Wald oder beim Entspannen im eigenen Garten oder auf einem Balkon.

Die erstaunliche Welt der Pflanzen

Pflanzen faszinieren mit ihrer Vielfalt und ihren beinahe magisch anmutenden Kräften, denn aus einem Samenkorn kann sich ein mächtiger Baum entwickeln, aus einer im Herbst gepflanzten Tulpenzwiebel entsteht schon im nächsten Frühjahr eine wunderschöne Blume und aus einem im Winter leblos und tot anmutenden Gehölz entwickelt sich im Frühling eine frischgrüne Pflanze voller Lebenskraft. Auch die Vielfalt der Erscheinungsformen von Pflanzen ist beeindruckend: zierliche Gräser, die auch starkem Wind trotzen, eigenwillig geformte Farne, Pflanzen wie die Seerosen mit ihren großen, auf dem Wasser schwimmenden Blättern, immergrüne Gehölze mit zu dünnen Nadeln verkleinerten Blättern, reichblühende Ziersträucher, fruchttragende Bäume, Gemüsepflanzen in einer großen Vielfalt von der markanten Artischocke bis zur Zwiebel mit ihren vielen Schichten, dazu Bäume, die so hoch werden wie ein mehrstöckiges Wohnhaus – die Welt der Pflanzen bietet vieles, das beeindruckt und staunen lässt.

Inspirationen, die unseren Alltag erleichtern

Pflanzen dienten und dienen als Ideengeber für die Industrie, wie der Lotus, von dessen Blättern Wassertropfen einfach abperlen. Inspiriert von dieser Beobachtung wurden spezielle Oberflächen entwickelt, von denen Wasser einfach abfließt und dabei auch Schmutzteilchen entfernt – der sogenannte Lotus-Effekt. Der heutzutage so selbstverständliche Klettverschluss geht ebenfalls auf Pflanzen zurück, denn bei ihm wird das Prinzip der Kletten genutzt: Ihre kugelförmigen Früchte haben viele kleine, elastische Haken. Auf diese Weise können die Früchte, und damit auch die Samen, am Fell eines Tieres hängenbleiben und über weite Distanzen verbreitet werden. So ist manche gute Idee von der Natur kopiert und vom Menschen für seine Ansprüche optimiert worden.

Ein Ehrentag für die Pflanzen auch in Deutschland

Die faszinierende Welt der Pflanzen und ihre Bedeutung für den Menschen sind auch das Thema des internationalen „Fascination of Plants Day“, der am 18. Mai 2012 zum ersten Mal stattfindet. Initiiert wurde er von der European Plant Science Organisation (EPSO), zu Deutsch Europäische Organisation für Pflanzenwissenschaften. Viele Institutionen, die mit Pflanzen forschen oder arbeiten, nehmen daran teil und haben interessante Veranstaltungen geplant. Bis jetzt haben sich über 450 Organisationen aus fast 40 Ländern angemeldet – darunter neben Deutschland auch Argentinien, Indien, Japan und die Türkei. In Deutschland beteiligen sich unter anderem viele botanische Gärten und Forschungseinrichtungen an diesem Tag. Informationen zum Fascination of Plants Day und zu den in Deutschland geplanten Aktionen stehen im Internet, zum Beispiel unter www.plantday12.eu.

01 Duft Syringa

Foto: PdM. – Pflanzen faszinieren uns, zum Beispiel mit ihrem Duft oder anderen besonderen Eigenschaften. Sie verbessern unsere Lebensqualität, sie bringen Natur in sonst oft graue Städte und sie tragen zu unserer Erholung bei.

02 Blüten Rhodos und Azaleen

Foto: PdM. – Blühende Ziersträucher wie beispielsweise Rhododendren und Azaleen verschönern unsere Umwelt. Die faszinierende Welt der Pflanzen und ihre Bedeutung für den Menschen sind auch das Thema des internationalen „Fascination of Plants Day“.

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