Archiv des Monats April 2012

Am 25. April ist der Tag des Baumes

Mein Garten soll schöner werden

Mensch und Baum – das ist eine ganz besondere Beziehung und sie wird durch den Tag des Baumes gewürdigt. Bäume waren Begleiter des Menschen durch die Jahrhunderte. In vielen Städten und Dörfern gibt es noch eindrucksvolle alte Bäume, die von dieser langen Verbindung zeugen. Sie waren oft Mittelpunkt eines Ortes und stehen auf einem Markt- oder Dorfplatz. Als Tanz- oder Gerichtslinden spielten sie früher ebenfalls eine wichtige Rolle im dörflichen Leben. Bäume waren auch Beschützer und was dem einen unheimlich erschien, war für den anderen ein Segen: Die riesigen dunklen Wälder Germaniens haben angeblich die römischen Legionäre zur Zeit der Varusschlacht in Angst und Schrecken versetzt, weil sie Vergleichbares aus ihrer Heimat nicht kannten. Immer noch ist Deutschland ein relativ waldreiches Land, circa 30 Prozent der Fläche sind bewaldet. Doch ursprünglich anmutende Wälder sind selten geworden. So wurden die alten Buchenwälder Deutschlands sogar zu UNESCO-Weltnaturerbestätten erklärt. Sie gelten damit als genauso einzigartig und schützenswert wie zum Beispiel die Galapagosinseln mit ihrer außergewöhnlichen Tierwelt oder der atemberaubende Yellowstone Nationalpark.

Der Baum im Mittelpunkt

Früher war es üblich, im eigenen Garten einen sogenannten Hausbaum zu pflanzen. Dieser Baum war mehr als ein Schattenspender an heißen Tagen, denn er wurde auf möglichst vielfältige Weise genutzt und trug dazu bei, das Haus vor Regen, Schnee oder Wind zu schützen. Dazu kam, dass man früher ohne professionelle medizinische Versorgung viel mehr als heute auf die Heilkräfte der Pflanzen angewiesen war. So pflanzte man zum Beispiel gerne Linden, deren Blüten als Heilmittel gegen Erkältung genutzt wurden. Die enge Verbindung von Mensch und Baum spiegelt auch so manche alte Tradition wider, bei der Bäume – echte oder symbolische – im Mittelpunkt stehen: Der Maibaum – ein geschmückter Baum oder Baumstamm – stand für das Wiedererwachen der Natur und gehört zu den Feierlichkeiten am 1. Mai auch heute noch dazu. Das Aufstellen eines mit bunten Bändern geschmückten Richtbaumes oder Richtkranzes auf einen fertiggestellten Dachstuhl ist ebenfalls ein alter Brauch. Dieser Richtbaum oder -kranz ist Teil des Richtfestes, bei dem die Vollendung des Rohbaus gefeiert wird. Früher sollte dabei die schützende Kraft des Baumes auf das Haus übertragen werden, um so Krankheiten und böse Geister von den zukünftigen Bewohnern fernzuhalten.

Langjährige Begleiter

Alte Traditionen, bei denen zu bestimmten Anlässen ein Baum gepflanzt wurde, erleben eine Renaissance. So gibt es zum Beispiel in Düsseldorf eine Hochzeitswiese, auf der junge Paare anlässlich ihrer Heirat einen Obstbaum pflanzen können. Auch die Geburt eines Kindes war früher ein Anlass, einen Baum für den neuen Erdenbürger zu pflanzen. Neben einer Hochzeit oder einer Geburt gibt es viele weitere Gründe für die Pflanzung eines Hausbaumes. Wie ein guter Freund begleitet er durchs Jahr, er trägt zur Persönlichkeit eines Hauses bei und macht es unverwechselbar. Er lässt die Jahreszeiten deutlich miterleben und bietet wildlebenden Tieren Schutz und Nahrung, er erzeugt den lebensnotwendigen Sauerstoff und bereichert das Wohnumfeld mit seiner Schönheit. Für mächtige Bäume ist jedoch in vielen Gärten gar kein Platz mehr. Auch wenn jeder Baum klein beginnt – man muss doch die Endgröße vor Augen haben und berücksichtigen, wie viel Raum für die Entwicklung zu Verfügung steht. Wenn die Gartengröße für einen der traditionellen Hausbäume, zum Beispiel einen großen Apfelbaum, eine Linde oder eine Eiche, nicht reicht, sind kleinbleibende Sorten eine gute Alternative. Manche haben markante, kompakte Kronen wie die Kugel-Akazie (Robinia pseudoacacia ‚Umbraculifera‘) und der Kugel-Ahorn (Acer platanoides ‚Globosum‘). Schlank und hoch ist zum Beispiel die Säulen-Kirsche (Prunus serrulata ‚Amanogava‘), die im Frühling mit ihrer Blütenfülle die Blicke auf sich zieht. Die Säulen-Hainbuche (Carpinus betulus ‚Fastigiata‘) und die Säulen-Eiche (Quercus robur ‚Fastigiata‘) sind Varianten heimischer Bäume, doch anders als ihre Vorfahren bilden sie schlanke, dichte Kronen und benötigen deshalb weniger Raum. Schön ist auch der Amberbaum, dessen Blätter sich im Herbst eindrucksvoll gelborange, weinrot oder dunkelpurpur färben. Es gibt außerdem viele Obstbäume, die sich gut für kleine Gärten eignen.

Den Tag nutzen

Der Tag des Baumes wurde vor mehr als 100 Jahren in Amerika ins Leben gerufen, um auf den Wert und die Bedeutung von Bäumen aufmerksam zu machen. In Deutschland wird er seit 80 Jahren gefeiert. Dieser besondere Tag ist am 25. April auch in Deutschland ein guter Anlass, aktiv zu werden und einen Baum zu pflanzen. Bei der Auswahl eines Baumes spielen verschiedene Aspekte eine Rolle. Sowohl der zur Verfügung stehende Platz als auch die Boden-, Licht- und Wasserverhältnisse am zukünftigen Standort sind wichtig. Auch die Erwartungen der Hausbewohner und ihre Ansprüche an den Baum beeinflussen die Entscheidung. Soll der Baum zum Beispiel eine markante Kronenform haben oder ist ein lockerer, ausladender Wuchs gewünscht, soll er reich blühen oder ist eine eindrucksvolle Herbstfärbung wichtig? Es gibt einiges an Fragen. Ein Hausbaum ist eine Anschaffung fürs Leben. Darum ist es sinnvoll, sich vor dem Kauf in einer Baumschule oder einem Gartencenter fachmännisch beraten zu lassen, um den Baum zu finden, der am besten für den eigenen Garten geeignet ist.

E-Mail Im Frühling pflanzen

Foto: PdM. – Im Frühling ist Pflanzzeit: Jetzt ist das Wetter ideal, um den Garten mit neuen Gehölzen und Stauden zu bereichern. Gemeinsam macht das Pflanzen noch mehr Spaß.

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