Archiv des Monats März 2012

Blätter und Blüten im Frühling

Farbenspiele

Rhododendren gehören im Frühling mit zu den Blütenstars auf der Gartenbühne. Dann beeindrucken sie mit den prachtvollen Farben ihrer oft sehr großen Blüten. Ihre Hauptblütezeit reicht von April bis Anfang Juni. Die Blüten stehen zumeist zu mehreren zusammen und können regelrechte Blütenbälle bilden. Das große Farbenspektrum reicht von Schneeweiß über Gelb-, Rosa- und Rottöne bis hin zu wunderbar blauen und violetten Nuancen. Die Einzelblüten bezaubern oft durch eine auffallende Zeichnung im Inneren oder durch einen schönen Farbverlauf von der Mitte zum Rand der Blüte. Rhododendren benötigen normalerweise einen leicht sauren, humosen Boden, um sich optimal zu entwickeln. Es gibt mittlerweile viele Sorten, die auf kalktolerante Unterlagen veredelt wurden. Diese Rhododendren können heute auch in Gärten wachsen, die früher für diese attraktive Pflanzengruppe weniger gut geeignet waren.

Aus botanischer Sicht werden auch die Azaleen zur Gattung Rhododendron gezählt. Sie bereichern den Garten im Frühling ebenfalls mit ihrer Farbenpracht und -vielfalt. Während Rhododendren immergrün sind, ist das Laub mancher Azaleen sommergrün. Azaleen erwachen im Frühling auf beeindruckende Weise aus ihrer Winterruhe, denn viele von ihnen sind dann über und über mit leuchtenden Blüten bedeckt, vor allem in intensiven Gelb-, Orange- und Rottönen.

Blattschönheiten für Garten und Balkon

Es können auch die Blätter sein, die zum erfrischenden Farbenspiel im Frühlingsgarten beitragen. Funkien – botanisch Hosta – sind sehr interessante Blattschmuckstauden für halbschattige Standorte. Diese schönen Pflanzen haben meistens lilafarbene oder weiße, mehr oder weniger trichterförmige Blüten, die im Sommer erscheinen. Funkien sind aber schon lange vor der Blütezeit außergewöhnliche Schmuckstücke für den Garten. Besonders eindrucksvoll sind sie im Frühling, wenn sich ihre großen, dekorativen Blätter langsam ausrollen und dann zur vollen Größe entwickeln. Die Blätter verblüffen auch mit vielen unterschiedlichen Farbnuancen, denn neben den verschiedensten Grüntönen gibt es blau bereifte und mehrfarbige Varianten. Auch wer keinen Garten hat, kann sich über diese attraktiven Stauden freuen, denn sie eignen sich gut zur Bepflanzung von Gefäßen. So können sie auch Balkone, Terrassen, Innenhöfe und Hauseingänge schmücken und verschönern.

Auffallende Blätter

Die Traubenheide (Leucothoe fontanesiana) ist ein wenig bekannter Zierstrauch, der auch sehr interessante Blätter hat. Manche Sorten werden nur etwa einen halben Meter hoch. Der deutsche Name geht auf die weißen Blütentrauben zurück, die im Mai und Juni erscheinen. Die Traubenheide ist immergrün und gedeiht gut an halbschattigen bis schattigen Standorten auf humosem Boden. Die neuen Blätter sind im Austrieb auffallend gefärbt. Es gibt verschiedene Sorten, die mit ihrem anmutigen Wuchs und ihrem interessanten Blattschmuck Abwechslung in den Garten bringen. ‚Scarletta‘ zum Beispiel hat elegant überhängende Zweige und im Austrieb rötliche Blätter, die später vergrünen. Die Blätter von ‚Rainbow‘ sind mehrfarbig – grün, rosa und cremeweiß – und manchmal im Austrieb kupfrig getönt.
So bietet der Garten jetzt viele faszinierende Farbenspiele, wenn sowohl schöne Frühlingsblüher als auch auffallende Blattschönheiten gepflanzt wurden.

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats April

Abwechslungsreiche Blätter
Rhododendren beeindrucken sowohl mit ihren Blüten als auch mit dem immergrünen, ganzjährig schmückenden Blattwerk. Es ist überraschend abwechslungsreich: Die Blätter einiger Ball-Rhododendren (Rhododendron yakushimanum-Sorten) zum Beispiel sind auf der Unterseite braun-pelzig behaart. Die Glocken-Rhododendren (Rhododendron williamsianum-Sorten) besitzen typische, rundlich-ovale Blätter. Am bekanntesten sind die Großblumigen Rhododendren. Sie haben kräftige, ledrige Blätter, die bei einigen Sorten auffallend gewölbt oder an den Rändern deutlich gedreht sind. Bei manchen sind die Blattadern vertieft und bilden dadurch ein reizvolles Muster. Einige Rhododendren haben so typische und einzigartige Blätter, dass Fachleute an ihnen sogar die Sorte erkennen können.

Rosenbäume und Alpenrosen
Der Name Rhododendron stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich „Rosenbaum“ (rhodon = Rose, dendron = Baum). Die Bezeichnung enthält schon einen Hinweis auf die prachtvollen Blüten, mit denen viele Rhododendren im Frühjahr die Blicke auf sich ziehen. Manchmal werden Rhododendren auch als „Alpenrosen“ bezeichnet. Dieser Name bezieht sich darauf, dass einige Arten in den Alpen vorkommen. Die Pflanzen sind zwar nicht mit Rosen verwandt, doch ihre eindrucksvollen Blüten sind ebenfalls so schön und farbintensiv wie die vieler Rosen. Genaugenommen wäre der Name „Alpenrose“ aber nur für die beiden Arten Rhododendron ferrugineum (zu Deutsch unter anderem als Echte Alpenrose bezeichnet) und Rhododendron hirsutum (manchmal Bewimperte Alpenrose oder Almrausch genannt) gerechtfertigt, denn nur sie sind in den Alpen beheimatet.

Rhododendren und die „zweite Blüte“
Viele Ball-Rhododendren (Rhododendron yakushimanum-Sorten) haben Blätter, die verführerisch weich behaart sind. Der deutsche Name dieser Rhododendren bezieht sich auf die zahlreichen Blüten, die so dicht zusammenstehen, dass große Blütenbälle entstehen. Die durch die feinen Haare oft hellen, silbrigen Austriebe der Ball-Rhododendren werden manchmal als „zweite Blüte“ bezeichnet, weil sie wie die Blüten sehr interessant und dekorativ sind. Diese jungen, weich behaarten Blätter können die Pflanzen über einen langen Zeitraum schmücken.

Ausflugsziele zur Rhododendronblüte
Im Frühjahr entfachen Rhododendren mit ihrer üppigen Blütenpracht ein beeindruckendes Feuerwerk der Farben. Zur Hauptblütezeit im Mai lohnen sich Ausflüge in Rhododendronparks, in denen zum Teil auch riesige alte Exemplare bewundert werden können. In den Baumschulen im Nordwesten Deutschlands werden traditionell aufgrund der dort vorherrschenden Boden- und Klimaverhältnisse viele Rhododendren vermehrt. So gibt es in der Region zahlreiche Parkanlagen und Schaugärten, in denen Rhododendren wachsen, zum Beispiel den Maxwaldpark (www.maxwaldpark.de) und den Rhododendronwaldpark Hobbie (www.hobbie-rhodo.de) in Westerstede sowie den aus einer Landesgartenschau hervorgegangenen Park der Gärten in Bad Zwischenahn (www.park-der-gaerten.de). Ebenfalls schöne Ausflugsziele für Rhododendronfreunde sind unter anderem der Schlosspark Lütetsburg (www.schloss-luetetsburg.de) in Ostfriesland und der Rhododendronpark in Bremen (www.rhododendronpark-bremen.de). Im Osten Deutschlands gibt es unter anderem im Wörlitzer Park (www.woerlitz-information.de) und im Kromlauer Park (www.kromlau-online.de) eindrucksvolle Rhododendren zu bestaunen. Ein großer Rhododendronpark in Süddeutschland ist beispielsweise der Schlosspark Dennenlohe in Mittelfranken (www.dennenlohe.de). Weil manche Parks nur an bestimmten Tagen zur Blütezeit der Rhododendren geöffnet sind, empfiehlt es sich, vor einem geplanten Besuch die Öffnungszeiten zu prüfen.

Hosta – Stauden zum Sammeln
Funkien (Hosta) sind besonders interessante Blattschmuckstauden. Die Vielfalt der Blattfarben und -formen, mit denen das Hosta-Sortiment aufwartet, hat schon bei manchem Gartenbesitzer die Leidenschaft zum Sammeln dieser interessanten Stauden entfacht. Funkien machen auch in Gefäßen eine sehr gute Figur und können deshalb gut für halbschattige Balkone oder Terrassen verwendet werden.

Rhododendron Furnivalls Daughter

Foto: PdM. – Die Einzelblüten der Rhododendren bezaubern oft mit einer auffallenden Zeichnung im Inneren oder mit einem schönen Farbverlauf von der Mitte zum Rand der Blüte.

Hosta im Topf

Foto: PdM. – Funkien machen auch in Gefäßen eine sehr gute Figur und können deshalb gut für halbschattige Balkone oder Terrassen verwendet werden.

Kommentar

Einfassungen für die Artenvielfalt

Tiere würden Hecken pflanzen …

Hecken sind weit mehr als grüne Grenzen. Sie sind gestalterische Elemente, schützen je nach Höhe vor neugierigen Blicken und mildern den Einfluss von Wind und Lärm. Dazu kommt, dass sie schöne, natürliche Begrenzungen sind, die den Garten in einzelne Räume unterteilen. Nicht zuletzt sind sie auch ein wertvoller Lebensraum für Tiere, denn sie bieten ihnen Schutz, Nahrung und Nistmöglichkeiten. Hecken tragen so dazu bei, dass die Artenvielfalt in Städten oft überraschend groß ist. Auf dem Lande sind viele Hecken, die einst Tieren Unterschlupf boten und den fruchtbaren Ackerboden vor Erosion schützten, vielerorts der intensiven Flächennutzung zum Opfer gefallen. In Städten dagegen werden Bäume und Hecken mit dem Ziel gepflanzt, das Umfeld von Gebäuden zu verschönern und aufzuwerten. Dies ist oft gleichzeitig für Vögel und andere kleine Tiere in der Stadt nützlich. Mancher Gartenbesitzer bietet ihnen in seinem Garten zusätzlichen Schutz, indem er Nistkästen aufhängt oder gar zum Herbergsvater wird und mit einem Insekten“hotel“ Nützlingen in seinem Garten einen Unterschlupf zur Verfügung stellt.

Eine Frage des Platzes

Wenn die Hecke die Grundstücksgrenze markieren soll, ist eine Absprache mit dem Nachbarn sinnvoll. So lässt sich eventuell gemeinsam eine Hecke pflanzen. Das spart Platz und dient beiden. Sonst muss berücksichtigt werden, dass ein gesetzlich vorgeschriebener Grenzabstand zum Nachbargrundstück eingehalten wird. Er kann von Bundesland zu Bundesland variieren und hängt außerdem von der Wuchshöhe der Pflanzen ab. Relativ viel Platz benötigen Blütenhecken. Durch ihren lockeren Wuchs wirken diese Hecken sehr natürlich und erfreuen mit ihren Blüten. Dafür eignen sich zum Beispiel Flieder (Syringa), Kornelkirsche (Cornus mas), Forsythie (Forsythia), Sternchenstrauch (Deutzia), Ranunkelstrauch (Kerria), Kolkwitzie (Kolkwitzia), Blut-Johannisbeere (Ribes sanguineum), Fasanenspiere (Physocarpus), Pfeifenstrauch (Philadelphus), Holunder (Sambucus), Spierstrauch (Spiraea) und Strauchrosen.

Farbe im Winter

Für frei wachsende Hecken fehlt in vielen Gärten der Platz. Dann sind Schnitthecken eine gute Alternative, weil sich ihre Größe mit der Schere gut beeinflussen lässt. Hecken mit unterschiedlichen Höhen, zum Beispiel aus Buchsbaum oder Japanischer Stechpalme (Ilex crenata und Sorten), sind ideal, um Grenzen anzuzeigen. In den Bauerngärten früherer Zeiten dienten niedrige Hecken unter anderem dazu, Tiere von den Beeten fernzuhalten. Doch Begrenzungen aus immergrünen Gehölzen bieten noch einen weiteren Vorteil. Sie tragen dazu bei, dass der Garten auch im Winter Struktur hat und Farbe zeigt. Einige sommergrüne Heckenpflanzen wie Hain- und Rot-Buchen sind auch in der kalten Jahreszeit nicht ganz kahl, weil das trockene Laub bis in den Winter hinein an den Zweigen bleibt. Eine hohe immergrüne Schnitthecke ist ein ganzjähriger Sichtschutz. Sie kann auch ein schöner ruhiger Hintergrund für farbenfrohe Blumenbeete sein, weil helle Blüten vor dem Grün der Hecke besonders gut zur Geltung kommen.

Entscheidungshilfen

Vor dem Pflanzen einer Hecke gibt es also einiges, was berücksichtigt werden muss, beispielsweise die Größe des zur Verfügung stehenden Platzes. Reicht er für eine frei wachsende Hecke oder ist eine geschnittene Hecke besser? Wie hoch darf die Hecke werden? Soll sie immergrün oder lieber sommergrün sein? Wenn eine Hecke gepflanzt werden soll, lohnt es sich, die Erfahrung der Landschaftsgärtner zu nutzen. Die Fachleute wissen, welche Möglichkeiten es zur Gestaltung mit Hecken gibt. Sie setzen die entsprechende Planung in die Tat um und können auch die spätere Pflege übernehmen, wenn die Pflanzen akkurat geschnitten werden sollen. Zu Beginn der Planung sind einige Überlegungen sinnvoll, um zum Beispiel mit Hilfe der folgenden Liste die Heckenpflanzen zu finden, die für den Standort am besten geeignet sind.

Übersicht: Hilfreiche Fragen zur Heckenpflanzenauswahl

– Welche Aufgaben soll die Hecke in erster Linie erfüllen?
– Soll sie das ganze Jahr über grün sein oder kann es auch eine laubabwerfende Hecke sein?
– Wie viel Platz steht zur Verfügung beziehungsweise wie breit darf die Hecke werden?
– Soll es eine frei wachsende Hecke oder eine Schnitthecke sein?
– Wie hoch soll die Hecke werden?
– Welcher Grenzabstand muss berücksichtigt werden?
– Wie sind die Lichtverhältnisse? Ist der Standort sonnig, schattig oder wird ein Teil der Hecke im Schatten liegen?
– Was für ein Boden ist vorhanden? Ist er sandig, humos, kalkhaltig, trocken oder feucht?
– Wie sind die klimatischen Verhältnisse? Ist es ein geschützter oder eher ungeschützter Standort?
– Wie groß ist der finanzielle Rahmen? Ist die Bereitschaft vorhanden, einige Zeit zu warten, bis die Hecke hoch genug ist, oder sollen die Pflanzen von Anfang an schon möglichst groß sein?

E-Mail Foto 1 Hecken

Foto 1: BGL/PdM. – Hecken sind weit mehr als grüne Grenzen. Sie sind gestalterische Elemente, schützen je nach Höhe vor neugierigen Blicken und sie sind auch ein wertvoller Lebensraum für Tiere.

E-Mail Foto 2 Kolkwitzia amabilis

Foto 2. BGL/PdM. – Frei wachsende Hecken wirken mit ihrem lockeren Wuchs sehr natürlich. Kolkwitzien und andere Ziersträucher erfreuen zudem mit ihren Blüten.

E-Mail Foto 3 Cornus mas

Foto 3. BGL/PdM. – Kornelkirschen blühen schon früh im Jahr. Ihre gelben Blüten erscheinen bereits vor dem Laubaustrieb und sind deshalb gut zu sehen. Diese Frühstarter eignen sich unter anderem gut für Blütenhecken.

Kommentar

Vielfalt in Grün

Früher (Aus)Trieb

Blätter sind außerordentlich formenreich und tragen so zur Persönlichkeit und zum Zierwert eines Baumes oder Strauches bei. Sie können zum Beispiel herz- oder eiförmig, gekerbt oder ganzrandig, gelappt oder handförmig, behaart oder glatt sein. Auch ihre Größe variiert beträchtlich, denn manche sind nur wenige Zentimeter groß, während andere Blätter wie die des Trompetenbaums mit einem Durchmesser von bis zu 20 Zentimetern beeindrucken. Auch die Farben sind vielfältig, denn zusätzlich zu den unzähligen Grüntönen gibt es unter anderem auch rote, gelbe, silbriggraue oder mehrfarbige Blätter. Viele Laubgehölze schützen sich im Winter vor Trockenschäden, indem sie im Herbst ihre Blätter abwerfen und im Frühling, wenn die Lebensbedingungen für die Pflanzen wieder freundlicher werden, neu austreiben. Manche Gehölze starten besonders früh, wie die Lärchen (Larix) und die Alpen-Johannisbeeren (Ribes alpinum). Mit dem Austrieb zeigt sich auch wieder der Reichtum der Blattformen und die Vielfalt der Grüntöne.

Einzigartige Blätter

Bei der Auswahl von Pflanzen wird häufig allein auf die Blüten geachtet, dabei sind die Blätter ein mindestens genauso wichtiger Aspekt bei der Gartengestaltung. Sie sollten deshalb ebenfalls bei der Pflanzenauswahl eine Rolle spielen. Einige Gehölze haben besonders markante Blätter, wie zum Beispiel der Ginkgo (Ginkgo biloba und Sorten). Seine Blätter sind einzigartig, denn sie haben eine fächerartige Form und sind auffallend geadert. Sie beeindrucken im Herbst auch mit ihrer intensiven, leuchtend goldgelben Färbung. Ihre außergewöhnliche Form hat dazu geführt, dass sie zum Beispiel im Jugendstil als Vorbild für Ornamente dienten. Sie wurden auf Hausfassaden abgebildet und waren Vorlage für Schmuckstücke. Der Ginkgo gilt als „Lebendes Fossil“, denn er existierte schon vor Millionen Jahren. Doch anders als die Dinosaurier hat er alle Veränderungen auf unserem Planeten gut überstanden. Die Eiszeiten in Europa haben allerdings dazu geführt, dass der Ginkgo in hiesigen Regionen ausgestorben war. In Ostasien hat er aber überlebt, wo er noch heute als heiliger Baum gilt und deswegen häufig in Tempelanlagen zu finden ist. Von dort fand er im 18. Jahrhundert seinen Weg wieder nach Europa zurück. Der Ginkgo kann durchaus 15 bis 20 Meter hoch werden und braucht deshalb viel Platz. Doch es gibt mittlerweile verschiedene Sorten, die deutlich kleiner bleiben. Manche eignen sich sogar für Pflanzgefäße auf dem Balkon oder auf der Terrasse. So können sich auch die Besitzer eines kleinen Gartens oder Balkongärtner über diesen außergewöhnlichen Baum und seine interessanten Blätter freuen.

Der Baum des Jahres 2012

Die Lärche ist ebenfalls eine Besonderheit. Im Unterschied zu fast allen Nadelbäumen wirft sie im Herbst ihre Nadeln ab. Die Europäische Lärche (Larix decidua) wurde zum Baum des Jahres 2012 gewählt. Sie ist der einzige heimische Nadelbaum, der nicht immergrün ist und der sein Nadelkleid im Laufe eines Jahres stark verändert: Es ist während des zeitigen Austriebes im Frühling frischgrün, wird dann zum Sommer hin dunkler und färbt sich im Herbst leuchtend goldgelb. Wahrscheinlich ist das Abwerfen der Nadeln eine Strategie, um den besonders tiefen Temperaturen im Hochgebirgsraum Paroli bieten zu können. Diese Lärchenart ist ursprünglich in den höheren Regionen der Alpen und der Karpaten beheimatet und verträgt Temperaturen von bis zu – 40 °C. Sie kann wie ihre Schwester, die Japanische Lärche (Larix kaempferi), 25 Meter hoch werden und benötigt deshalb viel Platz. Doch auch von der Lärche gibt es Sorten, die sich für kleine oder mittelgroße Gärten eignen. ‚Diana‘ beispielsweise hat interessante, korkenzieherartig gedrehte Zweige, ‚Pendula‘ ist eine schöne Hängeform und ‚Blue Dwarf‘ – der „Blaue Zwerg“ – macht seinem Namen mit den blaugrauen Nadeln und dem kompakten Wuchs alle Ehre. Sie alle sind schöne Gehölze für den Einzelstand, die dazu beitragen, den Garten schon früh im Jahr mit ihrem frischen Austrieb zu beleben.

Ideal für grüne Grenzen

Die Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum) ist ein pflegeleichter, schnittverträglicher Strauch, der bereits im April und Mai blüht. Die gelben bis gelbgrünen Blüten verströmen einen angenehmen süßen Duft und machen diese anspruchslose Johannisbeere auch zu einer wertvollen Bienenfutterpflanze. Diese Art ist in Europa heimisch und wird unter anderem als gutes Nistgehölz für Vögel geschätzt. Sie kann zwar Früchte tragen, diese sind jedoch nicht so schmackhaft wie die der Weißen, Roten und Schwarzen Johannisbeeren. Die Alpen-Johannisbeere ist als Heckenpflanze sehr beliebt, denn sie ist sehr schnittverträglich und wächst sehr dicht. Außerdem gedeiht sie auch an schattigen Standorten gut. Sie ist über einen sehr langen Zeitraum belaubt, weil sie sehr früh austreibt und ihre frischgrünen drei- bis fünflappigen Blätter bis weit in den Herbst hinein behält. Für etwa 60 bis 100 Zentimeter hohe Hecken ist die Sorte ‚Schmidt‘ ideal, die ungeschnitten etwa mannshoch wird. Alpen-Johannisbeeren sind zweihäusig, das heißt, dass es männliche und weibliche Pflanzen gibt. ‚Schmidt‘ ist eine männliche Sorte. Sie trägt keine Früchte, hat dafür aber zwei bis drei Zentimeter lange Blütenstände.

Filigrane Kletterer

Die Alpen-Waldrebe (Clematis alpina) ist ebenfalls in Mitteleuropa zu Hause. Diese filigrane, reichblühende Clematisart wird mit einer Kletterhilfe zwei bis drei Meter hoch. Sie kann auch an Zäunen oder an lichten Gehölzen emporwachsen. Ohne Unterstützung beim Klettern entwickelt sie sich wie ein Bodendecker und überzieht zum Beispiel Mauern oder große Steine mit einem feinen Schleier aus zierlichen, gefiederten Blättern. Anders als bei den großblumigen Clematis sind die Blüten dieser Art nicht sternförmig, sondern glockenartig bis weit geöffnet. Sie erscheinen schon von Mai bis Juni. Es gibt verschiedene Sorten, die sich unter anderem hinsichtlich der Blütenfarbe, -form und -größe unterscheiden. Aus den meist violettblauen Blüten entstehen später im Jahr interessante Fruchtstände mit silbrigen, fedrigen Haaren, die an kleine Perücken erinnern und die Pflanzen über einen langen Zeitraum zieren. Diese sehr natürlich anmutenden Clematis sind sehr robust und widerstandsfähig gegenüber Schädlingen. Sie brauchen auch nicht zurückgeschnitten werden. Schnitt wird aber gut vertragen. Zu üppig wachsende Pflanzen können direkt nach der Blüte mit der Schere gestutzt oder ausgelichtet werden.

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats März

Ein Baum – viele Namen
Der Ginkgo – botanisch Ginkgo biloba – ist ein Baum mit vielen deutschen Namen. So ist er unter anderem als Chinesischer Tempelbaum, Goethebaum, Mädchenhaarbaum, Fächerblattbaum, Silberaprikose, Jahrtausend- und Weltenbaum sowie als Elefantenohr- und Entenfußbaum bekannt. Diese Namen beziehen sich vor allem auf seine außergewöhnliche Blattform, seine Früchte oder seine Herkunft. Seit der Rechtschreibreform ist sogar die Schreibweise variabel, denn zusätzlich zu Ginkgo ist heute auch „Ginko“ zulässig. Der botanische Name Ginkgo biloba ist dagegen eindeutig und es gibt nur diesen einen botanischen Namen für diese Pflanzenart. Auch im Ausland weiß darum jeder Gehölzfachmann, welcher Baum mit diesem Namen gemeint ist.

Robuster Ginkgo
Der Ginkgo mutet zwar exotisch an, doch er ist keinesfalls empfindlich und war vor den Eiszeiten sogar in Europa heimisch. Er wird nicht nur wegen seiner interessanten Blätter geschätzt, sondern auch wegen seiner Widerstandsfähigkeit. Dieser Baum trotzt Krankheiten und Insekten, verträgt Hitze, ist stadtklimafest und übersteht auch hohe Luftverschmutzung. Deshalb wird er auch gerne in Städten gepflanzt. In Japan wurde vom Ginkgo geglaubt, dass er vor Feuer schützt: Während eines großen Feuers nach einem Erdbeben 1923 in Tokio wurden viele Bäume von den Flammen zerstört, während die Ginkgos überlebten. Ein wichtiger Tempel, um den herum diese Bäume wuchsen, blieb von dem Feuer verschont – angeblich, weil die Blätter der Ginkgos den Tempel vor den Flammen schützten.

Goethe und der Ginkgo
Der Ginkgo wird manchmal auch Goethebaum genannt. Der große deutsche Dichter und Universalgelehrte Johann Wolfgang von Goethe war von dem Ginkgo so fasziniert, dass er ihn in einem Gedicht verewigte. In der Goethestadt Weimar befindet sich inzwischen sogar ein Ginkgo-Museum, das sich mit all den spannenden Facetten rund um diesen außergewöhnlichen Baum befasst.

Ein hilfreicher Baum
Die Europäische Lärche (Larix decidua) ist ein von Mythen umgebener Baum. So glaubten die Menschen früher, dass in ihm Feen lebten, die Wanderern, die sich verlaufen hatten, den richtigen Weg zeigten. Weil der Baum Ruhe- und Tanzplatz von Feen war, die den Menschen wohlgesonnen waren, wurde die Lärche in den Alpen gerne als Haus- und Hofbaum gepflanzt. So hatten die schützenden Waldgeister eine Wohnstätte nahe am Haus und hielten das Böse fern. Die Lärche galt auch als ein Baum, der für arme Menschen sorgte, indem sie dazu beitrug, dass diese immer etwas Geld, Brot und Käse hatten.

Ein einzigartiger Nadelbaum
Die Europäische Lärche ist ein besonderes Gehölz, denn fast alle Nadelbäume sind immergrün, die Lärche dagegen wirft ihre Nadeln ab. Diese für einen Nadelbaum außergewöhnliche Eigenschaft findet sich im botanischen Namen der Europäischen Lärche – botanisch Larix decidua – wieder: decidua geht zurück auf deciduus, das für abfallen oder hinfällig steht. Im Englischen wird dieser Zusammenhang in der Sammelbezeichnung deciduous trees für die laubabwerfenden Gehölze deutlich.

Johannisbeeren – leckere Früchte auf kleinem Raum
Die Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum) wird unter anderem als dichte, gut schnittverträgliche Heckenpflanze geschätzt. Wer Wert auf möglichst viele leckere Früchte legt, sollte Weiße, Rote oder Schwarze Johannisbeeren pflanzen. Sie benötigen nur wenig Platz und so kann auch in einem kleinen Garten eigenes Obst geerntet werden. Fruchttragende Johannisbeeren sind auch als Stämmchen erhältlich und können dann in einem Kübel auch auf dem Balkon stehen.

Wie die Johannisbeeren zu ihrem Namen kamen
Der botanische Name Ribes geht zurück auf eine im östlichen Mittelmeerraum genutzte Rhabarber-Art (Rheum ribes), die von den Arabern Ribas genannt wurde. Aus dieser Pflanze ließ sich ein Sirup herstellen und sie diente auch als Arzneimittel. Später wurde der Name Ribas auf die Johannisbeere übertragen: Nach der Eroberung der Iberischen Halbinsel verwendeten die Araber die Johannisbeeren als Ersatz für die dort nicht vorhandene Rhabarber-Art. Aus dem Namen Ribas entstand dann im Laufe der Zeit der Begriff Ribes. Der deutsche Name Johannisbeere soll darauf zurückgehen, dass die ersten Früchte bereits am Johannistag, dem 24. Juni, reif sind.

 

Clematis und Rosen: viel Farbe auf kleiner Fläche
Wenn Platz knapp ist, sind Kletterpflanzen wie die filigranen, blühfreudigen Clematis eine gute Lösung. Sie benötigen nur wenig Grundfläche, wenn man sie zum Beispiel an einer Mauer oder einem Zaun emporranken lässt. Clematis können auch an anderen Pflanzen emporwachsen, zum Beispiel an Kletterrosen. Die Farbe Blau gibt es bei Rosen nicht. So können mit blauen Clematis und zeitgleich blühenden Rosen besonders schöne Bilder entstehen.

E-Mail Ginkgo 176267

Foto: PdM. – Viele Laubgehölze wie der Ginkgo schützen sich im Winter vor Trockenschäden, indem sie im Herbst ihre Blätter abwerfen und im Frühling, wenn die Lebensbedingungen für die Pflanzen wieder freundlicher werden, neu austreiben.

E-Mail Clematis alpina Willy 245707

Foto: PdM. – Anders als bei den großblumigen Clematis sind die Blüten der Alpen-Waldrebe nicht sternförmig, sondern glockenartig bis weit geöffnet. Sie erscheinen schon von Mai bis Juni. Es gibt verschiedene Sorten, die sich unter anderem hinsichtlich der Blütenfarbe, -form und -größe unterscheiden.

Kommentar

« Vorherige Einträge