Archiv des Monats November 2011

Tatort Garten – spannend auch im Winter

Sleeping Beauties hellwach

In unseren Breiten befindet sich der Garten im Winter nach der langen Periode des Wachstums und der Blüte in einer Ruhephase. Dennoch kann ein Garten dann eine ganz besondere Stimmung ausdrücken und atmosphärisch höchst spannend sein.

Der Schlüssel dazu ist, den Garten in seiner Veränderbarkeit wahrzunehmen und sich darauf einzulassen, dass er je nach Jahreszeit andere, neue Emotionen hervorruft. Gelungen ist ein Garten dann, wenn er in jeder Jahreszeit, also auch während der Wintermonate, mit optischen Reizen aufwartet. Dass viele Bäume und Sträucher ihre Blätter verlieren, gibt ihnen eine veränderte Anmut und Schönheit. Der Winter ist die Jahreszeit, die Formen und Strukturen freilegt und in der einige „Sleeping Beauties“ ein besonderes Eigenleben entwickeln.

Es gibt einige Gehölze, die Regen, Schnee und Kälte trotzen und schon im Winter Blüten treiben. Besonders schön ist zum Beispiel der Duft- oder Winterschneeball. Wie der Name schon vermuten lässt, gehört er zu den stark duftenden Gehölzen. Botanisch bezeichnet man ihn als Viburnum farreri, im Volksmund heißt er meist Winterschneeball, weil er ein toller Winterblüher ist. Die Blütezeit ist abhängig von der Witterung. Sie beginnt manchmal schon im Dezember. Wenn es allerdings zu frostig ist, verlagert er seine Blüte in den Vorfrühling. So ein Gehölz sollte an einem gut einsehbaren Platz, entlang der Einfahrt oder am Gehweg zur Haustür gepflanzt werden, damit man die Blüten und den Duft im Vorbeigehen genießen kann.

Ebenfalls im Dezember beginnt die Hoch-Zeit des Winterjasmins (Jasminum nudiflorum). Seine leuchtend gelben Blüten öffnen sich noch vor dem Blattaustrieb und zieren wie kleine Sterne die biegsamen, grasgrünen Triebe. Der Winterjasmin gehört zu den Spreizklimmern und verhakt seine elastischen Triebe im Geäst von Sträuchern oder einem Spalier. Zwar ist die Pflanze laubabwerfend, vermittelt jedoch durch die Grünfärbung der jungen Triebe einen immergrünen Eindruck.

Voller Elan und zarter Schönheit tanzen die leicht gedrehten und gerollten, länglichen Blütenblätter der Zaubernuss (Hamamelis) ab Januar an den Zweigen. Es gibt leuchtend gelb oder auch kupferrot blühende Sorten. Die Blüten verbreiten an sonnigen Tagen einen süßen Honigduft und rollen sich ein, sobald Schnee vom Himmel fällt oder die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken.

Geradezu unbeeindruckt vom Winter zeigen sich die Ziergräser. Ihre zarten Strukturen und ihre Leichtigkeit verzaubern das ganze Jahr über. Gräser faszinieren nicht nur mit dem Linienspiel ihrer schmalen Blätter und lockern dichte Bepflanzung optisch auf, sie können gezielt eingesetzt auch Konturen unterstreichen und eine Verbindung zwischen Himmel und Erde herstellen. Außerdem bewegen sich Ziergräser graziös im Wind und bringen Dynamik in den Garten. Ausschlaggebend für die Wahl des richtigen Grases sind die Wuchsform, der Blütenstand und die Farbe. Bei der Wuchsform unterscheidet man horstig wachsende Ziergräser wie zum Beispiel die Schwingel (Festuca), bogig überhängende, wie das Lampenputzergras (Pennisetum) mit seinen plüschig-weich wirkenden Blütenständen oder straff aufrecht wachsende wie das Gartensandrohr (Calamagrostis).

Um die sanfte Schönheit der Gräser im Winter zu genießen zu können, sollte man sie erst im Frühjahr zurückschneiden. Wenn sich dann an manchen Wintertagen Raureif auf die Gräser legt, sehen sie aus wie zauberhafte Eisskulpturen.

Für Spannung im Garten sorgen Bäume und Sträucher mit ungewöhnlichen Rindenstrukturen, Rindenfarben oder Wuchsformen. Eine besonders schöne Rinde schmückt zum Beispiel Ahorne. Der Rostbart-Ahorn (Acer rufinerve) und der Schlangenhaut-Ahorn (Acer capillipes) kleiden ihre Stämme in Olivgrün mit feiner weißer Zeichnung, während der Zimt-Ahorn (Acer griseum) eine Rinde in einem warmen Braun zur Schau stellt, die sich selbst bei noch jungen Bäumen in breiten Bahnen aufrollt, bevor sie abfällt.

Natürlich dauert es bei einigen Bäumen ein paar Jahre bis sie eine schöne „Rindenpatina“ zeigen, aber auch Ungeduldige brauchen nicht auf buntes Gehölz und außergewöhnliche Wuchsformen zu verzichten. Vor allem im Sortiment der Hartriegel (Cornus) wird man auf der Suche nach leuchtendem Triebschmuck fündig. Der Gelbrindige Hartriegel setzt sich mit gelb-grüner Rinde in Szene, während der weißbunte Purpur-Hartriegel (Cornus alba ´Sibirica Variegata´) eine intensiv rote Rinde aufweist und sich außerdem durch Robustheit und Frosthärte hervortut.

Durch ihre bizarr gedrehten Äste, die sich wie ein Korkenzieher winden, fällt die Korkenzieher-Hasel (Corylus avellana ´Contorta´) auf. Diese Hasel wird nur zwei bis vier Meter hoch und wächst recht langsam. Sie ist ideal für kleine Gärten oder große Kübel. Außergewöhnlich sind auch die Zweige der Korkenzieher-Weide (Salix ´Tortuosa´). Die schlanken, in die Höhe strebenden Triebe erinnern mit ihrem gewundenen Wuchs an Naturlocken. Dieser anspruchslose kleine Baum wird etwa 4 bis 7 m hoch. Seine gelbbraunen, gedrehten Zweige können gut für Sträuße und Gestecke verwendet werden.

Tipp: Am besten jetzt nochmal den Garten genau inspizieren, um mit botanischem Gespür herauszufinden, an welcher Stelle oder in welchem Gefäß ein kleiner Baum, ein Strauch oder einige Gräser im Winter für Spannung sorgen könnten.

E-Mail Garten im Winter

Foto: PdM. – Gelungen ist ein Garten dann, wenn er in jeder Jahreszeit, also auch während der Wintermonate, mit optischen Reizen aufwartet.

Kommentar

Geschenke der Natur

Pflanzen mit besonderen Eigenschaften

Die Natur ist voller Überraschungen und die Pflanzenwelt bietet auch im Winter Vieles, das sich zu entdecken lohnt. Es gibt interessante Gehölze und Stauden, die in der kalten Jahreszeit Farbe zeigen und damit Balkon oder Garten bereichern. Manche dieser Winterschönheiten haben immergrüne Blätter, andere auffallende Früchte und einige blühen dann sogar. So kann uns die Natur auch im Winter reich beschenken.

Außergewöhnliche Blütenknospen

Wer auf der Suche nach einer Geschenkidee für einen Garten- oder Balkonbesitzer ist, wird deshalb auch spät im Jahr noch fündig. Die Blüten-Skimmie (Skimmia japonica ‚Rubella‘) ist eine Pflanze, die im Winter sogar besonders interessant ist. Dieser aparte kleine Strauch hat dann auffallende rote Blütenknospen. Sie bilden einen schönen Kontrast zu den immergrünen, glänzenden Blättern. Die roten Knospen stehen in kleinen Rispen und schmücken die Pflanzen über einen langen Zeitraum bis in den Frühling hinein. Dann erscheinen kleine duftende, weiß-rosafarbene Blüten. Weil die Skimmie langsam wächst und klein bleibt, kann sie auch in Gärten mit wenig Platz gepflanzt werden – auch jetzt noch, solange der Boden nicht gefroren ist. Sie ist auch ideal, um den Balkon, die Terrasse oder den Hauseingang zu schmücken. Mit dem warmen Rotton der vielen Knospen passt sie gut in weihnachtliche oder winterliche Pflanzenarrangements.

Immergrün und formenreich

Kleine Nadelbäume im Topf sind ebenfalls ein gutes Geschenk. Sie sind geradezu ideal, um den Balkon winterlich zu gestalten. Zur Weihnachtszeit können sie außerdem festlich geschmückt werden und sind so auch ein individuelles Geschenk. In einem ausreichend großen Gefäß bringen sie das ganze Jahr über Farbe auf den Balkon. Nadelbäume sind aufgrund der großen Sortenvielfalt sehr abwechslungsreich, denn sowohl ihre Wuchsformen als auch die Farben variieren. Neben dem Reichtum an Grüntönen bieten sie ein großes Spektrum bläulicher und gelber Nuancen. Dadurch gibt es viele Möglichkeiten für interessante Pflanzenkombinationen, je nach Größe der Gehölze im Garten oder auf dem Balkon. Ein außergewöhnlicher Nadelbaum ist zum Beispiel die Korea-Tanne (Abies koreana), die sich wegen ihres langsamen Wuchses gut für kleinere Gärten eignet. Sie bringt ihren Weihnachtsschmuck gewissermaßen selber mit: Diese Tanne trägt im Winter schöne, violettfarbene bis silberblaue Zapfen, die erst im Frühling zerfallen. Auch ihre Nadeln sind sehr zierend, denn sie sind auf der Oberseite glänzend grün, auf der Unterseite bläulich-weiß. Weil sie nach oben geschwungen sind, ist der attraktive bläuliche Farbton gut zu sehen.

Bunte Blätter in der Winterzeit

Auch viele Laubgehölze sind immergrün und schmücken den Garten im Winter. Besonders interessant sind die Stechpalmen (Ilex). Die meisten sind immergrün, manche tragen im Winter auffallenden Beerenschmuck und einige haben sogar mehrfarbige Blätter. So tragen sie dazu bei, dass der Garten das ganze Jahr über Farbe und Struktur zeigt. Interessant ist zum Beispiel der llex ‚Golden van Tol‘ mit leuchtend goldgelb gerandeten Blättern. Die Blätter von ‚Silver Queen‘ sind dagegen graugrün marmoriert und haben einen breiten weißen Rand. Auch manches andere immergrüne Gehölz hat mehrfarbige Blätter. Es lohnt sich, mit Ruhe in der Baumschule oder im Gartencenter solche interessanten Immergrünen auszusuchen oder sich dort bei der Auswahl von den Pflanzenspezialisten beraten zu lassen.

Rosen mit Mehrfachnutzen

Auf ganz andere Weise bringen Hagebutten-Rosen Abwechslung in den Garten. Diese Rosen sind nicht nur zur Blütezeit, sondern auch im Herbst und viele auch im Winter noch interessant. Dann haben sich aus den Blüten Früchte gebildet, die zumeist leuchtend rot sind. Hunds- (Rosa canina), Glanz- (Rosa nitida), Wein- (Rosa rubiginosa) und Essig-Rosen (Rosa gallica) zum Beispiel bilden auffallende Hagebutten, die lange an den Zweigen bleiben. Sie sind eine farbenfrohe Bereicherung für den Garten. Zweige mit Hagebutten eignen sich auch gut für Gestecke oder Sträuße im Haus. Die Tierwelt profitiert ebenfalls von diesen Rosen. Je nach Wuchsform bilden die Pflanzen schützende Hecken. Sie halten neugierige Blicke ab und bieten Vögeln und anderen kleinen Tieren einen sicheren Rückzugsort im Garten. Außerdem dienen ihre Früchte verschiedenen Vogelarten in der kalten Jahreszeit als Futterquelle und tragen so zur Artenvielfalt im eigenen Garten bei.

Staudenstar für den Winter

Weil Rosen so schöne und eindrucksvolle Blüten haben, findet sich die Bezeichnung Rose auch im Namen mancher Pflanze, die gar nicht mit ihnen verwandt ist. Christrosen (Helleborus niger) zum Beispiel sind Stauden. Diese außergewöhnlichen Pflanzen sind ideal für kleine Gärten oder für festliche Kübelpflanzenarrangements. Ihre weißen, manchmal rosa überhauchten Schalenblüten erscheinen mitten im Winter und sind ein hübscher Kontrast zu den immergrünen, handförmig geteilten Blättern. Weil sich die Blüten schon um die Weihnachtszeit herum öffnen, werden diese Stauden meist als Christrosen bezeichnet, aber auch der Name Schneerose ist gebräuchlich. Mit ihren hellen Blüten sind sie wahre Lichtblicke in der kalten Jahreszeit. Sie reflektieren das Licht besser als dunkle Blüten und sind deshalb auch in der früh einsetzenden Dämmerung noch relativ gut zu erkennen. Darüber hinaus sind auch Helleborus-Arten und -Sorten erhältlich, die anders als die klassischen Christrosen farbige Blüten haben. Es gibt also im Winter in Baumschulen und Gartencentern viele Geschenke der Natur zu entdecken, die auch in der kalten Jahreszeit Freude bereiten.

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats Dezember

Natürlicher Weihnachtsschmuck

Das Schmücken der Wohnräume mit weihnachtlichem Grün hatte schon lange vor dem Christentum Tradition. Noch immer symbolisiert es Wiedergeburt und das Vertrauen, dass der Frühling zurückkehren wird. Immergrüne Pflanzen, die im Winter auffallende Früchte tragen, eignen sich dafür besonders gut, zum Beispiel manche Skimmien. Auch Zweige von beerentragenden Ilex sind ein schöner winterlicher Schmuck für die Wohnung.

Viele Skimmien sind zweihäusig

Skimmien sind meistens zweihäusig. Das heißt, sie haben entweder männliche oder weibliche Blüten. Damit sie Früchte bilden, brauchen die weiblichen Skimmien-Sorten deshalb eine männliche Pflanze in der Nähe.

Miniaturweihnachtsbaum

Die Zuckerhut-Fichte (Picea glauca `Conica`) ist ein außergewöhnlicher kleiner Nadelbaum, der seinem Namen alle Ehre macht: Mit ihrer markanten Wuchsform erinnert diese Fichte tatsächlich an einen Zuckerhut. Festlich mit roten Schleifen und kleinen Sternen geschmückt, kann sie sogar zu einem Miniatur-Weihnachtsbaum werden. Nach den Feiertagen kommt sie wegen ihrer von Natur aus kegelförmigen Gestalt auch ohne Weihnachtsschmuck gut zur Geltung. Sowohl im Garten als auch auf dem Balkon oder der Terrasse macht dieses kleine Bäumchen mit seinen weichen, frischgrünen Nadeln und der prägnanten Form eine gute Figur.

Warum der Tannenzapfen oft ein Fichtenzapfen ist

Ein eindeutiges Merkmal, um Tannen und Fichten voneinander zu unterscheiden, sind ihre Zapfen: Die Zapfen von Tannen (Abies) stehen aufrecht auf den Zweigen. Sie zerfallen, wenn sie reif sind. Nur die Zapfenspindel, die dünne Mittelachse des Zapfens, bleibt auf dem Zweig, die Schuppen mit den Samen fallen einzeln zu Boden. Die Zapfen von Fichten (Picea) hängen dagegen an den Zweigen und fallen als Ganzes ab. Wer im Wald einen „Tannenzapfen“ auf dem Boden findet, hat darum mit großer Wahrscheinlichkeit einen Fichtenzapfen in der Hand.

Die Christrose – eine beliebte Staude aus dem Bauerngarten

Früher wuchs die Christrose (Helleborus niger) häufig in Bauerngärten und war ein Symbol der Hoffnung: Weil ihre Blüten Eis und Schnee trotzen, ging man davon aus, dass diese Pflanze magische Kräfte besitzt und Mensch und Tier vor Krankheiten und bösen Geistern schützt. Sie wurde auch als Orakelblume verwendet: Wenn sie rechtzeitig zur Weihnachtszeit blühte, konnten die Bauern mit einem fruchtbaren Jahr rechnen. Etwas von der Magie der Christrose ist auch heute noch spürbar, wenn sie im winterlichen Garten oder auf dem Balkon ihre Blüten öffnet.

Wie die Christrose zu ihrem Namen kam

Der Legende nach sah die kleine Hirtin Madelon in der Nacht, in der Jesus geboren wurde, drei weise Männer und mehrere Hirten, die auf dem Weg waren, dem Neugeborenen Geschenke zu bringen. Madelon war traurig, weil sie nichts hatte, das sie dem Kind schenken konnte, nicht einmal eine Blume. Ein Engel sah ihre Tränen und fegte den Schnee ein wenig zur Seite. Dort wuchs eine wunderschöne Blume mit weißen Blüten, die Christrose.

Christrosen als Topfpflanzen in der kalten Jahreszeit

Christrosen sind oft schon in der Weihnachtszeit als Topfpflanzen erhältlich – für den Balkon, als Geschenk oder als freundlicher Willkommensgruß am Hauseingang. Sie können ihren Zauber auch in der Wohnung entfalten. Dann gilt für die Christrose wie auch für andere Gartenpflanzen, die für begrenzte Zeit in warmen Räumen stehen: keinesfalls direkt vom Warmen in die frostige Kälte! Statt dessen stellt man die Christrose, wenn sie verblüht ist, übergangsweise in einen hellen, kühlen Raum und pflanzt sie dann im März nach draußen.

E-Mail Skimmia japonica Rubella 296354

Foto: PdM. – Wer eine Pflanze als Geschenk sucht, wird auch spät im Jahr noch fündig. Die Blüten-Skimmie ist im Winter sogar besonders interessant, denn sie hat dann auffallende rote Blütenknospen.

Kommentar

Im Fokus – der Friedhof

Wo die Natur Kraft schenkt

Geht´s noch? Zur Erholung und zum Entspannen auf den Friedhof? Was zunächst abwegig klingt, ist bei näherer Betrachtung gar nicht so weit hergeholt. Friedhöfe sind inmitten städtischer hektischer Betriebsamkeit Oasen der Ruhe, des Friedens und der Besinnlichkeit. Keine Radfahrer, keine Autos, keine Jogger, sondern einfach nur Ruhe und Natur. Die meisten Friedhöfe bieten mit altem Baumbestand und viel Grün ein geeignetes Umfeld, sich auf die Natur einzulassen und den Alltagsstress zu vergessen.

Gerade im November mit den Toten-Gedenktagen Allerheiligen und Totensonntag wird besonders intensiv der Verstorbenen gedacht. Da stehen dann traditionell viele Blumen- oder Trockengestecke auf den Gräbern. Doch gerade der Herbst ist der ideale Zeitpunkt, um Gehölze, Stauden und Blumenzwiebeln zu pflanzen.

Bestens geeignet für eine herbstliche Grabbepflanzung ist die Besenheide (Calluna vulgaris). Ab September gibt es im Sortiment die Knospenblüher, deren Besonderheit darin liegt, dass die Knospen dieser Sorten nie ganz aufblühen, sondern im Knospenstadium stehen bleiben und deshalb besonders robust und langlebig den ganzen Winter über Farbe zeigen. Bereits im November sind auch die ersten Sorten der Winterheide (Erica herbacea) erhältlich. Selbst bei Schnee und Eis sorgen diese Dauerblüher von Dezember bis April für farbige Akzente. Setzen Sie als Pflanzpartner doch einmal einen Wacholder oder eine Pflanze mit Beerenschmuck daneben!

Wer es beerig mag, sollte zum Beispiel nach Torfmyrten (Pernettya mucronata) Ausschau halten. Die immergrünen, kleinen Gehölze fallen vor allem im Herbst durch ihre prächtigen rosaroten Beeren auf, die meist über den ganzen Winter am Strauch haften bleiben und von der Vogelwelt gemieden werden. Der Zwergstauch wird im September und Oktober sehr häufig in Gartencentern und Baumschulen als Topfpflanze angeboten und eignet sich auch als idealer Partner von Calluna oder Erica. Man kann die Torfmyrte wahlweise direkt in die Graberde oder als Teamplayer in eine Schale pflanzen.

Eine andere fruchttragende Alternative ist die Scheinbeere (Gaultheria). Sie schmückt sich ab Oktober mit roten Beeren. Darüber hinaus zeigt die Scheinbeere an einem sonnigen Standort auch bei winterlichen Temperaturen eine schöne rote Laubfärbung. Auch diese Pflanzen können in einen Korb oder eine Schale gepflanzt werden.

Schlichte immergrüne Gehölze wie Buchsbaum (Buxus), Lavendelheide (Pieris) oder langsam wachsende, klein bleibende Nadelgehölze wie einige Zwergformen der Scheinzypresse (Chamaecyparis) oder des Lebensbaums (Thuja) können rechts und links den Grabstein umrahmen. Auch Gräser mit ihrem Formenreichtum sind reizvolle Begleiter. Ihre Grün-, Rot- und Silberblautöne lassen sich gut mit blühenden Pflanzen oder kleinen Gehölzen kombinieren. Sobald dann der erste Raureif die filigranen Halme bedeckt, sieht es so aus als male die Natur phantastische Bilder in die Friedhofslandschaft.

Wer für den Herbst noch rasch eine blühende Wechselbepflanzung anstrebt, wählt zum Beispiel zwischen Astern, Chrysanthemen oder Alpenveilchen (Cyclamen). Inzwischen gibt es winterharte Sorten, die mit weißen, rosa- oder violettfarbenen Blüten uns erfreuen. Beim Pflanzen darf die Knolle von Cyclamen persicum nicht vollständig mit Erde bedeckt sein. Ungefähr ein Zentimeter sollte sie über die Oberfläche herausragen.

Was auch immer Sie pflanzen, Sie tragen in jedem Fall dazu bei, die Ökologie des Friedhofs zu fördern, denn Grabbepflanzungen sind auch Teil eines wichtigen Lebensraums für viele Tierarten, die in unseren weitgehend versiegelten Stadtgebieten kaum mehr Unterschlupf finden. Es ist wichtig, den Friedhof als Ort für tröstende Beschaulichkeit und natürliche Kraftquelle zu erhalten.
Auf der Internetseite www.friedhof-ansichten.de finden Sie hunderte Fotos, die belegen, dass Friedhöfe nicht nur würdige Begräbnisplätze für die Verstorbenen sind, sondern auch grüne Oasen und kulturgeschichtliche Spiegel ihrer Zeit.

Gaultheria

Foto: PdM. – Eine fruchttragende Alternative ist die Scheinbeere (Gaultheria). Sie schmückt sich ab Oktober mit roten Beeren.

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