Archiv des Monats Oktober 2011

Großes Pflanzenangebot im Herbst

Haben Sie’s gewusst?
Wurzeln – verpackt oder nackt?

In Baumschulen, Gärtnereien und Gartencentern ist die Pflanzenauswahl im Herbst besonders groß. Dann bereichern zusätzlich zu den in Töpfen angebotenen Gehölzen auch Ballenpflanzen und wurzelnackte Gehölze das Sortiment. Ballenpflanzen sind Bäume und Sträucher, die um ihre Wurzeln herum noch schützende Erde tragen, die von einem Ballentuch zusammengehalten wird. Dieses feinmaschige Gewebe wird beim Pflanzen nicht entfernt. Viele Heckenpflanzen, Obstgehölze und Rosen werden häufig auch wurzelnackt angeboten. Das heißt, dass ihre Wurzeln nicht durch Erde geschützt sind. Darum sind sie wind- und kälteempfindlich. Damit sie nicht austrocknen, werden sie im Fachbetrieb deshalb häufig provisorisch in lockerer Erde, dem sogenannten Einschlag, gelagert. Nach dem Kauf sollten sie gut gewässert und dann schnell ohne zeitliche Verzögerung gepflanzt werden.

Im Herbst pflanzen lohnt sich

Viele Gehölze und Stauden sind seit langem auch als getopfte Pflanzen in Plastikgefäßen, den sogenannten Containern, erhältlich. Daher werden diese in Töpfen wachsenden Pflanzen als Containerpflanzen bezeichnet, im Gegensatz zu Ballenpflanzen und wurzelnackten Pflanzen. Die Produktion von Gehölzen in Gefäßen ist mit höherem Aufwand verbunden. Deshalb sind Containerpflanzen im Allgemeinen etwas teurer als wurzelnackte Gehölze und Ballenpflanzen. Wer zum Beispiel eine Hecke pflanzen möchte, tut dies deshalb am besten im Herbst. Dann kann er auch die preiswerteren wurzelnackten Gehölze oder Ballenpflanzen kaufen. Gehölze und Stauden, die in Containern angeboten werden, können dafür aber das ganze Jahr über gepflanzt werden, solange der Boden nicht tiefgründig gefroren ist. Sie leiden nicht unter einem Verpflanzschock, weil sie mit ihrem gesamten Wurzelwerk verkauft werden, das beim Um- oder Einpflanzen in den Garten den Pflanzen in vollem Umfang zur Verfügung steht. Doch auch bei ihnen muss nach dem Pflanzen auf eine ausreichende Wasserversorgung geachtet werden. Im Sommer ist deshalb normalerweise ein höherer Gießaufwand nötig als bei der Pflanzung in kühleren Monaten. Die Pflanzzeit für die sommergrünen Laubgehölze, die nicht in Containern angeboten werden, beginnt etwa ab Mitte Oktober mit dem Laubfall. Immergrüne Laubgehölze und Nadelbäume können dagegen schon ab September gepflanzt werden. Wenn es das Wetter und der Boden zulassen, reicht die herbstliche Pflanzzeit bis in den Dezember hinein. E-Mail Rosa Suntan 291033

Foto: PdM. – Im Herbst ist das Angebot an Rosen besonders groß. Viele Rosen werden dann auch wurzelnackt angeboten.

Kommentar

Warum der Herbst die beste Pflanzzeit ist

Haben Sie’s gewusst?

Noch kann gepflanzt werden!
Für viele Menschen wirkt der Herbst wie das Ende des Gartenjahres. Die sommergrünen Pflanzen verabschieden sich mit dem Laubfall in die Winterruhe. Doch gleichzeitig trägt der Herbst bereits den Neubeginn in sich. Wer zum Beispiel im Oktober und November Blumenzwiebeln pflanzt, bereitet damit schon das nächste Gartenjahr vor, denn die Zwiebeln bilden bis zum Frühling Wurzeln und öffnen ihre Blüten schon zu Beginn der kommenden Gartensaison. Der Herbst ist nicht nur wichtig, um mit Blumenzwiebeln den Frühling vorzubereiten, er ist auch die beste Pflanzzeit für die meisten Gehölze. Dies ist vielen gar nicht bewusst, weil dieses Wissen in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen ist.

Die vielen Vorteile des Herbstes

Vor der Einführung der sogenannten Container zur Pflanzenkultur wurden Gehölze üblicherweise nur im Herbst oder auch im Frühling gepflanzt. Die in Kunststofftöpfen herangezogenen Gartenpflanzen – Containerpflanzen genannt – werden ganzjährig angeboten und können auch ganzjährig gepflanzt werden. Doch selbst wenn sich die Pflanzzeit heute durch die Containerkultur über das ganze Jahr erstreckt – der Herbst ist immer noch die beste Pflanzzeit, denn dann sind normalerweise die Wetter- und Bodenbedingungen für die Pflanzung optimal. Die Gehölze können in der vom Sommer noch relativ warmen Erde neue Feinwurzeln bilden, die für die Wasser- und Nährstoffaufnahme wichtig sind. Gleichzeitig ist die Erde oft gut durchfeuchtet und nicht so trocken wie im Sommer, die Luftfeuchtigkeit ist höher und es regnet häufiger. Das erleichtert den Pflanzen das Einwurzeln. Auch wenn die Pflanzen ihr Laub abgeworfen haben, sind ihre Wurzeln noch aktiv, wenn der Boden nicht gefroren ist. Dann bilden sie sogar in der kalten Jahreszeit neue Feinwurzeln, selbst wenn sich die oberirdischen Pflanzenteile in einer Ruhephase befinden.

Die Herbstpflanzung spart Zeit

Im Frühling dagegen kann es schon warme und trockene Phasen geben und dann muss viel mehr auf eine zusätzliche gute Wasserversorgung in der Anwachsphase geachtet werden. Im Herbst und Winter dagegen ist die Versorgung mit Feuchtigkeit von Natur aus viel besser, weil es dann in den hiesigen mitteleuropäischen Regionen ausreichend regnet. Containerpflanzen können zwar das ganze Jahr über gepflanzt werden, sofern der Boden nicht tiefgründig gefroren ist, aber auch sie benötigen regelmäßige zusätzliche Wassergaben während der Anwachszeit, besonders bei einer Pflanzung in der warmen Jahreszeit, um die Vertrocknungsgefahr zu mindern. Die im Herbst gepflanzten Gehölze haben im nächsten Gartenjahr einen Entwicklungsvorsprung gegenüber Pflanzen, die erst im Frühling in die Erde kommen. Ein weiterer Vorteil der Pflanzung im Herbst: In dieser Jahreszeit ist das Angebot an Gehölzen in Baumschulen, Gartencentern und Gärtnereien besonders groß. Dann gibt es zusätzlich zum Containerpflanzensortiment auch viele Gehölze, die üblicherweise als Ballenpflanzen oder wurzelnackt erhältlich sind.

EMail Koniferen im Container

Foto: PdM. – Auch wenn sich die Pflanzzeit heute durch die Containerkultur über das ganze Jahr erstreckt – der Herbst ist immer noch die beste Pflanzzeit. Dann sind normalerweise die Wetter- und Bodenbedingungen für die Pflanzung optimal.

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Das ganze Gartenjahr im Blick

Jetzt die Pflanzzeit nutzen

Sonnige Herbsttage haben ihren ganz eigenen Zauber. Mildes Licht und warme Farben lassen die Welt weicher wirken. Die Natur sorgt vor, denn das Ende der Gartensaison ist gleichzeitig schon der Beginn von etwas Neuem: Rosen tragen leuchtend rote Hagebutten, Ebereschen zeigen sich in reichem Fruchtschmuck und glänzend braune Kastanien werden zu Handschmeichlern, die an glückliche Kindertage erinnern. Aus den Früchten dieses Herbstes können im nächsten Jahr kleine Pflanzen heranwachsen – die nächste Generation. Der Herbst ist auch die beste Pflanzzeit für Bäume und Sträucher als Vorbereitung für das nächste Gartenjahr. Wer jetzt im Geiste das Jahr Revue passieren lässt, wird vielleicht feststellen, dass es Phasen gab, in denen der Garten nicht so viel Farbe zeigte wie man sich gewünscht hätte. Der Herbst ist ideal, um solche Lücken zu füllen. Es ist schade, wenn der Garten zum Beispiel im Winter nichts zu bieten hat. Selbst wer in der kalten Jahreszeit nur wenig Zeit draußen verbringt, freut sich dann über schöne Pflanzen rund ums Haus, die auf dem Weg durch den Vorgarten oder beim Blick durchs Fenster gut zu sehen sind.

Grün gegen Wintergrau

Immergrüne Gehölze tragen dazu bei, dass der Garten im Winter Struktur behält. Interessant ist unter anderem der Buchsbaum, die sich für niedrige immergrüne Hecken oder als Formgehölz eignet. Die Japan-Stechpalme (Ilex crenata) hat kleine immergrüne Blätter und ist beispielsweise als „Gartenbonsai“ erhältlich – in Form geschnitten wie ein Bonsai, aber deutlich größer als diese Miniaturbäume. Viele Nadelbäume bringen ebenfalls markante Formen in den Garten. Sie bieten außerdem die Möglichkeit, mit unterschiedlichen Farbnuancen zu gestalten: Zusätzlich zu den verschiedensten Grüntönen gibt es bei ihnen auch viele Gelbtöne und bläuliche Schattierungen. Auch in anderer Hinsicht sind manche Nadelgehölze interessant: Einige wie die Korea-Tanne (Abies koreana) und die Blaue Mädchenkiefer (Pinus parviflora ‚Glauca‘) bilden schon in jungen Jahren reichen Zapfenschmuck. Die Korea-Tanne hat im Winter sehr schöne violettpurpurfarbene bis silbrigblaue Zapfen. Außergewöhnlich ist die Zapfen-Fichte (Picea abies ‚Acrocona‘). Ihre Zapfen erscheinen an den Spitzen der Triebe und sind wegen ihrer anfangs kräftigen rötlichen Farbe nicht zu übersehen.

Blüten und Früchte im Winter

Blüten im Winter sind selten und der bekannteste Winterblüher ist sicherlich die Christrose. Doch es gibt auch andere Gartenpflanzen, die in der kalten Jahreszeit blühen: die Winter-Heide (Erica carnea-Sorten) zum Beispiel, die als Gruppe gepflanzt kleine farbenfrohe Teppiche bilden kann, oder die Zaubernuss mit ihren eigenwilligen, bändchenartigen Blüten. Eine Besonderheit ist auch die Blüten-Skimmie (Skimmia japonica ‚Rubella‘), ein kleiner Strauch, der sich gut für Beete und Pflanzgefäße eignet. Sie fällt im Winter wegen ihrer vielen rötlichen Knospen auf. Im April und Mai entwickeln sich daraus kleine weiße Blütensterne. Ebenfalls ungewöhnlich ist der Winterjasmin (Jasminum nudiflorum), der sowohl wegen seiner kräftig grünen schlanken Triebe als auch wegen seiner leuchtend gelben Blüten interessant ist. Sie erinnern an die von Forsythien, doch sie erscheinen schon vor dem Blattaustrieb mitten in der kalten Jahreszeit! Der Duftende Winter-Schneeball (Viburnum bodnantense ‚Dawn‘) öffnet schon im Winter seine angenehm duftenden Blüten. Einige Gehölze beeindrucken dann mit ihren farbintensiven Früchten: Frucht-Skimmien (Skimmia japonica), Rote Teppichbeeren (Gaultheria procumbens) und einige Stechplamen wie Ilex aquifolium ‚J.C. van Tol‘ zum Beispiel sind immergrüne Gehölze, die bis in den Winter hinein auffallende Beeren tragen. Andere wie der Knallerbsenstrauch (Symphoricarpos-Arten und -Sorten), der Liebesperlenstrauch (Callicarpa), Zier-Apfelbäume (Malus) und Ebereschen (Sorbus) verlieren im Herbst ihr Laub. Ihr reicher Fruchtschmuck ist deshalb im Winter besonders gut zu erkennen.

Außergewöhnliche Rinde

Bei vielen laubabwerfenden Gehölzen ist im Winter die Rinde des Stammes und der Äste besonders gut zu sehen. Sie ist bei manchen Pflanzen sehr zierend oder interessant. Einige Birken beispielsweise sind wegen ihrer leuchtend weißen Rinde sehr markant. Die farbintensive Rinde mancher Hartriegel ist ebenfalls sehr auffallend: Sie ist beispielsweise beim Sibirischen Hartriegel (Cornus alba ‚Sibirica‘) intensiv rot, beim Gelbholz-Hartriegel (C. stolonifera ‚Flaviramea‘) leuchtend grüngelb. Der im Frühling strahlend gelb blühende Ranunkelstrauch (Kerria japonica) hat zierliche, kräftig grüne Triebe. Eine besondere Anziehungskraft geht von der Rinde der Tibet-Kirsche (Prunus serrula) aus: Sie glänzt in warmem Mahagonibraun und löst sich in dünnen Streifen vom Stamm. Auch einige Ahorne haben eine eindrucksvolle Rinde. Außergewöhnlich sind die sogenannten Schlangenhaut-Ahorne, die durch ihre eigenwillig gemusterte Rinde auffallen – wie der Streifen-Ahorn (Acer pensylvanicum) mit seiner hellgrünen, weiß gestreiften Rinde. Der Zimt-Ahorn (Acer griseum) ist eine Seltenheit mit einer glatten zimtbraunen Rinde, die sich wie dünnes Papier in feinen Röllchen von den Ästen und vom Stamm löst.

So gibt es eine Fülle interessanter Gehölze, die den Garten auch im Winter beleben – man muss sie nur kennen. Wer sich bei der Auswahl im Facheinzelhandel beraten lässt, findet sicher die richtigen Pflanzen für einen Garten, der das ganze Jahr über das Leben seiner Besitzer bereichert.

E-Mail Koniferenmix

Foto: PdM. – Immergrüne Gehölze tragen dazu bei, dass der Garten auch im Winter Struktur behält. Viele Nadelbäume haben markante Formen oder bieten die Möglichkeit, mit unterschiedlichen Farbnuancen zu gestalten.

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