Archiv des Monats September 2011

Gute Planung lohnt sich

Kleine Gärten

Wenn Platz knapp ist, sind gute Ideen gefragt. Das gilt auch für den Garten. Mit sorgfältiger Planung, gestalterischen Tricks und den richtigen Pflanzen lassen sich auch kleine Gärten optimal nutzen und bieten das ganze Jahr über schöne Eindrücke. Dabei gilt: Weniger ist mehr, denn ein kleiner Garten kann sonst schnell überladen wirken. Wer die Möglichkeit hat, seinen Garten von Anfang an zu planen, sollte sich fachkundige Unterstützung holen, um den zur Verfügung stehenden Raum bestmöglich zu gestalten. Die Experten aus dem Garten- und Landschaftsbau wissen, welche Tricks es gibt, um die Fläche größer wirken zu lassen, und welche Pflanzen sich für einen solchen Garten besonders gut eignen. Auch wenn der Garten umgestaltet werden soll, können die Fachleute weiterhelfen. Wer selbst die eine oder andere Veränderung plant, kann mit einigen nützlichen Tipps leichter die richtigen Entscheidungen treffen.

Grenzen, die verbinden

Ideal ist es, wenn man den Garten in kleine Räume unterteilen kann, denn dann ist die Fläche nicht auf einen Blick überschaubar. Dies lässt ihn größer wirken und macht ihn auch spannender, weil es einiges zu entdecken gibt. Geschnittene Hecken können vor neugierigen Blicken von außen schützen und sie grenzen auch innerhalb des Gartens Räume ab. Eine schmalere Alternative sind niedrige Zäune oder Rankgitter, die mit Efeu oder anderen Kletterpflanzen begrünt werden. Zu hohe Abgrenzungen können leicht erdrückend wirken. Wer sich mit seinem Nachbarn gut versteht, kann niedrige Sträucher oder ein Beet mit Stauden und filigran wachsenden Gräsern als lockere und luftige Grenze pflanzen. Spalierobst ist eine interessante transparente Abgrenzung innerhalb des Gartens. Es kann auch gut an einer Mauer wachsen. Auf diese Weise lässt sich sogar auf kleinster Fläche Obst ernten. Säulenobstbäume, die nur etwa mannshoch werden und sehr schlank sind, benötigen ebenfalls wenig Platz.

Die Proportionen müssen stimmen

Bäume, die von Natur aus eine mehr oder weniger kugelförmige Krone haben, eignen sich besser für einen kleinen Garten als solche mit ausladendem Wuchs. Viele Bäume mit rundlicher Krone wie der Kugel-Ahorn (Acer platanoides ‚Globosum‘) oder der Kugel-Trompetenbaum (Catalpa bignonioides ‚Nana‘) bleiben außerdem relativ klein. Beide bieten zudem den Vorteil, dass sie auch mit einer schönen gelben Herbstfärbung beeindrucken. Ein schlank wachsender Baum wie die Säulen-Kirsche (Prunus serrulata ‚Amanogawa‘) nimmt ebenfalls vergleichsweise wenig Raum ein. Die Gärtner im Facheinzelhandel können bei der Auswahl beraten, damit die Endgröße des Baumes zum Garten passt, denn die Proportionen müssen harmonisch sein. Das gilt auch für Sträucher wie Buchsbaum oder Eiben. In Form geschnitten benötigen sie weniger Platz als ungeschnittene Sträucher. Manche Gehölze bleiben sogar von Natur aus kompakt und einige Nadelbäume bilden markante Säulen wie der Raketenwacholder (Juniperus ‚Skyrocket‘) oder die Gelbe Säulen-Eibe (Taxus baccata ‚Fastigiata Aureomarginata‘). Mit winterharten Pflanzen in Gefäßen lassen sich auch gepflasterte Flächen nutzen, zum Beispiel im Vorgarten neben dem Hauseingang. Kübelpflanzen bieten auch den Vorteil, dass sie immer wieder neu arrangiert werden können oder sich mit ihnen schnell Akzente setzen lassen.

Die idealen Pflanzen für kleine Gärten

Eine weitere Möglichkeit, den begrenzten Raum optimal zu nutzen, ist die Einbeziehung der dritten Dimension in die Planung. Kletterpflanzen wie Clematis, Wilder Wein (Parthenocissus) oder die Trompetenblume (Campsis radicans) benötigen nur wenig Grundfläche und können doch eine erstaunliche Wirkung entfalten. Mit Rosenbögen lassen sich Durchgänge eindrucksvoll verschönern. Auch bei den nicht kletternden Pflanzen gibt es viele, die sich für einen kleinen Garten besonders gut eignen. Bei der Auswahl ist es sinnvoll, auf Arten und Sorten zu achten, die gleich mehrmals im Jahr mit besonderen Eigenschaften auftrumpfen oder verschiedene besondere Eigenschaften in sich vereinen: Zieräpfel beispielsweise blühen im Frühjahr und haben später im Herbst auffallende Früchte. Die Miniaturäpfel bleiben je nach Sorte bis weit in den Winter hinein an den Zweigen. Die Bartblume (Caryopteris ‚Heavenly Blue‘) ist ein auffallender Spätsommerblüher mit mehreren interessanten Eigenschaften: Die herrlich blauen Blüten sind ein schöner Kontrast zu den silbriggrauen bis graugrünen Blättern, die angenehm aromatisch duften. Der Federbuschstrauch (Fothergilla) schmückt sich im Frühling mit duftenden Blüten, im Herbst beeindruckt er mit seiner prachtvollen Herbstfärbung. Seine Blätter bieten ein schönes Farbenspiel von leuchtendem Gelb über feuriges Orange bis hin zu dunklem Rot. Wer die richtigen Pflanzen auswählt, kann also auch in einem kleinen Garten zu jeder Jahreszeit Interessantes entdecken.

Gestaltungstipps für kleine Gärten

Eine Terrasse direkt am Haus erweitert den Wohnraum und auf einem ebenmäßigen, gut befestigten Untergrund stehen die Gartenmöbel sicherer als auf Rasen. Wenn der Garten klein ist, sollte die Terrasse nicht zu groß sein, weil die Proportionen sonst nicht zusammen passen. Falls die Terrasse relativ groß ist, kann man winterharte Pflanzen in Töpfen, Kästen oder Kübeln nutzen. Sie integrieren die Terrasse optisch in den Garten, der auf diese Weise insgesamt größer und grüner wirkt.

Beim Bodenbelag der Terrasse ist es sinnvoll, möglichst kleine Platten oder schmale Bretter zu verwenden. Auch für befestigte Wege sollte man in einem kleinen Garten besser kleine Steine oder Platten wählen, damit ein harmonische Verhältnis zur umgebenden Gartenfläche entsteht.

Spalierobst

BGL/PdM

Wasser im Garten – das ist für viele ein großer Wunschtraum. Auch wenn der Platz für einen großzügig bemessenen Teich nicht reicht, für ein Wasserbecken lässt sich sicher eine geeignete Stelle finden. Wasser bringt Leben in den Garten und kann den Garten sogar größer wirken lassen, denn die Reflektionen auf der Wasseroberfläche erzeugen einen Eindruck von Weite. Ein Brunnen oder ein Sprudelstein ist bei Platzmangel ohnehin zu empfehlen, weil sie sehr dekorativ sein können und das Geräusch plätschernden Wassers den Garten bereichert.

Kommentar

Jetzt geht’s los – Festival der Herbstfarben

Indian Summer

Im Oktober stellt sich der Garten schon langsam auf den Winter ein, auch wenn es oft noch sonnige und warme Tage gibt. Viele Pflanzen beeindrucken in diesem Monat mit prachtvollen Herbstfarben. Wer bei der Gartenplanung auch die dritte Jahreszeit im Blick hatte und Herbstfärber gepflanzt hat, wird nun reich belohnt: Die Blätter dieser Pflanzen scheinen in der Herbstsonne fast zu glühen und leuchten in vielen Nuancen.

Kluge Pflanzen

Die prachtvolle Farbveränderung ist die Folge der Vorbereitung auf die kalten Wintermonate. Mit dem herbstlichen Laubfall schützen sich die Pflanzen vor Trocken- oder Kälteschäden im Winter. Nadelbäume sind zumeist immergrün, weil ihre Nadeln besser gegen tiefe Temperaturen gewappnet sind: Sie haben, anders als die Blätter der sogenannten sommergrünen Laubgehölze, eine relativ kleine einzelne Blattoberfläche und eine dicke Wachsschicht. Beides trägt dazu bei, die Verdunstung zu reduzieren. Laubgehölze würden wegen der meist größeren Blätter im Winter viel zu viel Wasser verdunsten. Dieser Wasserverlust kann bei gefrorenem Boden nicht ausgeglichen werden – die Blätter und dann auch die Pflanze würden vertrocknen. Um das zu vermeiden, werfen viele Laubgehölze im Herbst ihre Blätter ab, nachdem sie ihnen wichtige Nährstoffe entzogen haben. Diese werden von den Pflanzen gespeichert und stehen im nächsten Jahr wieder für die neuen Blätter zur Verfügung. Beim Entzug der Nährstoffe im Herbst wird der grüne Blattfarbstoff, das Chlorophyll, abgebaut. Dadurch werden bei manchen Bäumen und Sträuchern andere im Blatt vorhandene Farbpigmente sichtbar. So entstehen die schönen Herbstfarben von Laubgehölzen wie Ahorn (Acer), Fächerblattbaum (Ginkgo), Linde (Tilia), Korkflügelstrauch (Euonymus alatus) und Glanzblattstrauch (Photinia villosa).

Die Folgen der Eiszeit

Die Herbstfärbung ist nicht in jedem Jahr bei jeder Pflanze gleich. Die Stärke der Ausprägung hat häufig mit der Witterung zu tun, denn sonnige warme Tage und kühle Nächte fördern oft die Farbintensität. In den Wäldern an der Ostküste Nordamerikas ist die Farbenpracht im Herbst besonders beeindruckend. Dort lockt der „Indian Summer“ unzählige Touristen an. „Indian Summer“ bezeichnet – ähnlich wie der deutsche Begriff Altweibersommer – eine warme und sonnige Phase, die wie ein spätes Aufflackern des Sommers im Herbst wirkt. Die Farbveränderung der Laubgehölze ist in hiesigen Wäldern nicht so ausgeprägt wie in Nordamerika. Dass die Pracht dort deutlicher ist, liegt an der großen Artenvielfalt, die in den dortigen Wäldern anzutreffen ist. In Europa haben die Eiszeiten viele Gehölzarten verdrängt, in Nordamerika hatten sie bessere Überlebenschancen: Die Rocky Mountains verlaufen von Nord nach Süd und so konnten die Pflanzen den Eismassen aus dem Norden „ausweichen“. In Europa dagegen war das nicht möglich, denn die europäischen Gebirge, wie die Alpen und die Pyrenäen, verlaufen in Ost-West-Richtung. Sie versperrten deshalb vielen Gehölzen den Weg in den wärmeren Süden.

Feuriges Finale

Die herbstliche Farbenvielfalt der Ahorne ist besonders faszinierend. Ihr Spektrum reicht von leuchtendem Gelb und feurigem Orange bis hin zu kräftigen Rot- und Purpurtönen. Farben und Farbverläufe hängen von der Art oder Sorte ab. Der wenig bekannte Glanzblattstrauch ist ebenfalls sommergrün. Er hat eine feurig orangefarbene bis scharlachrote Herbstfärbung. Deshalb wird dieser große Strauch manchmal auch Scharlach-Glanzmispel genannt. Bei manchen Herbstfärbern ist nur eine Farbe besonders gut ausgeprägt. Der Korkflügelstrauch zum Beispiel, von dem es auch eine kleinbleibende, nur etwa einen Meter hohe Sorte – Euonymus alatus ‚Compactus – gibt, hat leuchtend karmin- bis purpurrote Blätter. Die Blätter des Fächerblattbaums leuchten in frischem Goldgelb, während die Gelbtöne der Lindenblätter ganz unterschiedlich sind.

Auch Stauden tragen zum Festival der Herbstfarben bei. Die Fetthenne (Sedum) ist eine wasserspeichernde Staude, die gut an trockenen Standorten gedeiht. Ihre schönen, sternförmigen kleinen Blüten sind bei Bienen und Schmetterlingen beliebt. Manche Fetthennen blühen sehr spät im Jahr, Sedum ‚Herbstfreude‘ zum Beispiel sogar noch im Oktober. Diese Staude hat schöne, bläulichgrüne Blätter und unzählige rostrote Blütensternchen. Sie stehen dicht an dicht und sind deshalb nicht zu übersehen. Wegen des rötlichen Farbtons passt diese Sorte im Herbst wunderbar in einen Garten oder auf einen Balkon. Die schirmartigen Blütenstände vieler Sedumarten sollte man nicht nach der Blüte abschneiden, denn sie sind auch im Winter mit Raureif oder einer Haube aus Schnee sehr interessant.

Es lohnt sich, darauf zu achten, welche Bäume, Sträucher und Stauden zur herbstlichen Farbenpracht beitragen und dies bei der Auswahl in der Baumschule oder im Facheinzelhandel zu berücksichtigen. Nach dem Laubfall ist die beste Zeit zum Pflanzen, denn die Temperaturen sind nicht mehr so hoch wie im Sommer und Bäume, Sträucher und Stauden können noch bis zum Winter neue Wurzeln bilden.

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats Oktober

Ahorne für den Winter
Manche Ahorn-Arten beeindrucken besonders im Winter mit ihrer dekorativen Rinde. Die des Rostbart-Ahorns (Acer rufinerve) beispielsweise hat zierende weiße Längsstreifen. Er gehört zu den sogenannten Schlangenhaut-Ahornen, deren gemeinsames Merkmal eine eigenwillig gemusterte Rinde ist. Auch der Streifen-Ahorn (A. pensylvanicum) mit weißen Längsstreifen auf glatter, hellgrüner Rinde zählt zu dieser Gruppe. Ganz anders dagegen der malerisch wachsende, seltene Zimt-Ahorn (A. griseum): Er hat eine zimtbraune Rinde, die sich in großen, dünnen Streifen vom Stamm und von den Ästen ablöst.

Ausdrucksstarker Ahorn-Adel

Japanische Ahorne haben zierlichere Blätter als der Spitz- und der Berg-Ahorn. Die eleganten, filigranen Japanischen Fächer-Ahorne (Acer palmatum in Sorten) gehören gewissermaßen zum Hochadel der Gartenpflanzen. Diese kleinen Ahorne faszinieren mit fächerförmigen, manchmal sehr stark geschlitzten Blättern in den verschiedensten Grün- oder Rottönen. Jedes Blatt ist ein kleines Meisterstück von erlesener Schönheit. Im Herbst beeindrucken sie mit einem Feuerwerk der Farben von leuchtendem Goldgelb über kräftiges Orange bis hin zu dunklem Rot. Weil das Sortiment der Japanischen Ahorne sehr umfangreich ist, lässt sich für jede Gartengröße ein passender Ahorn finden. Manche dieser zumeist langsam wachsenden Gehölze können auch in sehr kleinen Gärten, Innenhöfen und in Pflanzgefäßen wachsen.

Bäume mit Auszeichnung

Der in den Gebirgsregionen Mitteleuropas heimische Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) war im Jahr 2009 der „Baum des Jahres“. Dieser Ahorn kann 30 Meter hoch werden und hat eine prachtvolle goldgelbe Herbstfärbung. Schon 1995 war der sehr ähnliche Spitz-Ahorn (Acer platanoides ) „Baum des Jahres“. Er wird 20 bis 30 Meter hoch. Es gibt von diesen beiden Arten kleinere Sorten. Der Ahorn ‚Globosum‘ (Acer platanoides ‚Globosum‘) zum Beispiel wird nur etwa 6 Meter hoch und hat, wie der Name schon andeutet, eine von Natur aus mehr oder weniger rundliche Krone.

Vielseitige Ahorne

Ahorne sind eine sehr wichtige und große Gehölzgruppe. Es gibt über 100 verschiedene Arten und unzählige Sorten. Die herbstliche Farbvielfalt der Ahorne ist besonders faszinierend. Viele Ahorne haben handförmig gelappte Blätter. Ein solches Ahornblatt findet sich auch auf der Flagge Kanadas. Aus dem in Kanada wachsenden Zucker-Ahorn (Acer saccharum) wird der berühmte Ahorn-Sirup gewonnen. Durch Kochen entsteht aus dem zuckerhaltigen Pflanzensaft der dickflüssige Ahorn-Sirup, der gerne zum Süßen von Pfannkuchen und Eis verwendet wird. In Europa werden Ahorn-Bäume wegen ihrer schönen Blätter, ihrer interessanten Rinde, ihrer auffallenden Herbstfärbung oder ihrer ansprechenden Wuchsform gepflanzt. Weil es so viele verschiedene Ahorne gibt, lassen sich auch für kleine Gärten schöne Sorten finden. Manche Ahorne können sogar in Gefäße gepflanzt werden.

Ein Nadelbaum, der wie ein Laubbaum aussieht

Wegen der fächerförmigen, lang gestielten Blätter sieht der Ginkgo wie ein Laubbaum aus. Aus botanischer Sicht gehört er aber nicht zu dieser Pflanzengruppe, denn er entstand schon viele Millionen Jahre bevor sich die ersten Laubbäume überhaupt entwickelten. Wer in einem Pflanzenkatalog blättert, wird den Ginkgo deshalb auch nicht immer bei den Laubgehölzen finden, sondern bei den Nadelgehölzen, denen er botanisch näher steht.

Ein Baum aus der Urzeit

Der Ginkgo gilt als „lebendes Fossil“, ein Begriff, der von dem Evolutionsforscher Charles Darwin geprägt wurde. Damit bezeichnete er Pflanzen, die schon seit vielen Millionen Jahren existierten und deren Gestalt sich in all der Zeit kaum verändert hat. Den Ginkgo gab es schon zu Zeiten der Dinosaurier und er ist gar nicht so exotisch, wie man auf dem ersten Blick meinen könnte: Ursprünglich war der Baum in Europa heimisch. Die Eiszeiten haben dazu geführt, dass der Ginkgo hier ausgestorben ist. Er überlebte die Kälteperioden jedoch in Ostasien.

Ein Baum mit außergewöhnlicher Kraft

Der Ginkgo ist ein sehr langlebiger Baum. Es gibt in China Exemplare, die über 1.000 Jahre alt sind. Dieser Baum ist auch außerordentlich robust und sehr widerstandsfähig gegenüber Schädlingen und mit Schadstoffen belasteter Großstadtluft. Seine Widerstandskraft machte ihn zu einem Symbol für Lebenskraft und Energie. Der Ginkgo gilt auch als ein Zeichen der Hoffnung, denn einzelne Bäume haben sogar eine der schlimmsten Katastrophen in der Geschichte der Menschheit überstanden: Nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima im August 1945 war ein Ginkgo der erste Baum, der inmitten des am stärksten zerstörten Teils der Stadt im Frühling 1946 wieder austrieb.

Erfolgreicher Rückkehrer

Nachdem der Ginkgo wegen der Eiszeiten in Europa ausgestorben war, gelangte er um 1730 aus dem Fernen Osten wieder in die hiesige Region zurück. Sein eigenwilliges Erscheinungsbild und das damals große Interesse an neuen, exotischen Pflanzen führten dazu, dass dieser Baum schnell Furore machte und gerne in herrschaftlichen Gärten gepflanzt wurde. Auch in Künstlerkreisen fand der Ginkgo wegen seiner einzigartigen, wie Fächer geformten und markant geaderten Blätter viel Beachtung. Das Ginkgo-Blatt wurde deshalb im Jugendstil oft als Ornament verwendet; es fand sich auf Hausfassaden und diente als Vorlage für Schmuckstücke.

Goethes Lieblingsbaum

Goethe, der große deutsche Dichter und Gelehrte, hat dem Ginkgo im Jahr 1815 ein Gedicht gewidmet, das den Bekanntheitsgrad dieses Baumes erheblich steigerte. Daher ist es auch naheliegend, dass ein Museum, das sich mit all den spannenden Facetten des Ginkgos befasst, in der Goethestadt Weimar gegründet wurde.

Namensvielfalt

Der Ginkgo ist ein Baum mit vielen Namen. Sogar die Schreibweise ist variabel, denn seit der Rechtschreibreform ist auch die Variante „Ginko“ zulässig. Botanisch heißt dieser Baum mit vollem Namen Ginkgo biloba. Der Gattungsname Ginkgo geht zurück auf eine fehlerhafte Übersetzung von Ginkyo aus dem Japanischen für Gin = Silber und für kyo = Aprikose, denn die Früchte der weiblichen Ginkgos ähneln Mini-Aprikosen. Die Bezeichnung biloba bezieht sich auf die Zweilappigkeit der Blätter. Darüber hinaus hat der Ginkgo noch viele andere Namen wie Mädchenhaarbaum, Goethebaum, Goldfruchtbaum, Weltenbaum, Chinesischer Tempelbaum, Silberaprikose und – wegen der besonderen Blattform – auch Elefantenohr- und Entenfußbaum. Der Ginkgo ist auch unter dem Namen Jahrtausendbaum bekannt, denn zum Jahrtausendwechsel wurde ihm eine besondere Ehre zuteil: Er erhielt den Ehrentitel „Baum des Jahrtausends“, unter anderem wegen seiner beeindruckenden Vergangenheit und seines großen Potentials für die Zukunft.

Vielseitige Linden

Linden sind schöne und vielseitige Bäume. Als Bienenweide sind sie bei Imkern sehr beliebt. Traditionell wird Lindenblütentee bei Erkältungen eingesetzt. Einst wurde sogar der Bast aus der Rinde der Lindenbäume genutzt, unter anderem als Bindematerial und für Matten, Seile oder andere Gebrauchsgegenstände.

Eindrucksvolle Linden

Linden können sehr alt werden. In einem Arboretum im englischen Westonbirt steht eine Linde, die rund 2.000 Jahre alt sein soll. Die „Riesenlinde zu Heede“ im Emsland gilt als dickster Baum Deutschlands und ist wahrscheinlich etwa 600 Jahre alt. Sie wurde vermutlich im 15. Jahrhunderts gepflanzt und wuchs im Hof einer alten Burganlage, die um 1670 zerstört wurde. Die wohl damals schon eindrucksvolle Linde wurde dabei auf Befehl des Heerführers vor der Zerstörung bewahrt.

Tanz- und Gerichtslinden

Linden spielen in deutschen Mythen und Märchen eine große Rolle. Für die Germanen waren Linden heilige Bäume, die der Liebesgöttin Freya geweiht waren. Linden hatten auch später für die Menschen eine besondere Bedeutung. Sie galten als Symbol für Heimat und Schutz, an Tanzlinden traf sich die Dorfgemeinschaft zum Feiern und unter großen alten Linden wurde Recht gesprochen.

Ein Baum als Namensgeber

Viele Straßen wurden nach Linden benannt, die bekannteste dürfte „Unter den Linden“ in Berlin sein. In Ortsnamen wie Lindau und Lindeck erkennt man noch die Herkunft. Auch der Name Leipzig geht auf Linden zurück: Er hat seinen Ursprung im sorbischen Wort Lipsk. Es bedeutet so viel wie „Linden-Ort“ oder „Ort bei den Linden“ und findet sich auch in dem tschechischen Namen Lipsko für die Stadt Leipzig wieder.

Linden und die weißen Pferde von Wien

Der Name der weltberühmten Lipizzaner aus der Spanischen Hofreitschule in Wien steht mit Linden in Zusammenhang: Diese edle Pferderasse wurde anfangs nur in dem slowenischen Gestüt Lipica (italienisch Lipizza) an der slowenisch-italienischen Grenze in der Nähe von Triest gezüchtet. Die Bezeichnung Lipica geht auf Lipa – das slowenische Wort für Linde – zurück.

Der Staudenstar des Jahres 2011

Die Fetthenne (Sedum) ist die Staude des Jahres 2011. Diese Stauden sind sehr vielgestaltig und eignen sich für ganz unterschiedliche Verwendungszwecke, zum Beispiel für Beete, für Gefäße oder sogar zur Begrünung von Dächern. Fetthennen sind robust und pflegeleicht. Ihre Blütenfarben reichen von Weiß über Gelb und Rosa bis hin zu kräftigem Rot. Die Blütezeit variiert und manche Sorten blühen sogar noch im Oktober. Der Name Fetthenne geht darauf zurück, dass diese Stauden dickfleischige Blätter haben, in denen sie Wasser speichern.

Acer palmatum

Foto: PdM. – Wer bei der Gartenplanung auch die dritte Jahreszeit im Blick hatte und Herbstfärber gepflanzt hat, wird nun reich belohnt: Die Blätter dieser Gehölze scheinen in der Herbstsonne fast zu glühen. Die Herbstfärbung vieler Ahorne ist besonders faszinierend.

Kommentar

Gartenschauen: Ideen für den Herbst

Nicht zu lange warten

Mit dem Herbst geht die Gartensaison langsam zu Ende und manches interessante Ausflugsziel für Garten- und Pflanzenfreunde schließt dann bald seine Pforten. Die Pflanzenwelt bietet jetzt aber noch eine Fülle schöner Eindrücke – ideal, um an milden Herbsttagen noch möglichst viel Sonne zu tanken und Ideen für den eigenen Garten oder Balkon zu sammeln.

Nur alle zwei Jahre

Eine Bundesgartenschau, kurz BUGA, ist ein gärtnerisches Großereignis, das nur alle zwei Jahre stattfindet. BUGAs zeigen das umfangreiche Leistungsspektrum des Gartenbaues und bieten den Besuchern eine Fülle an Anregungen. Die Bundesgartenschau in Koblenz endet am 16. Oktober. Ihre sehr abwechslungsreichen Ausstellungsbeiträge befinden sich an drei eindrucksvollen Standorten in der Stadt: rund um das Schloss, am Deutschen Eck, wo Rhein und Mosel zusammenfließen, und hoch oben auf der Festung Ehrenbreitstein, die unter anderem mit einer Seilbahn erreichbar ist. Die Festungsanlage bietet eine großartige Aussicht auf Koblenz und das Rheintal; dort oben finden viele unterschiedliche Veranstaltungen statt. Auch die meisten der gärtnerischen Ausstellungsbeiträge sind dort zu sehen.

Abwechslungsreiche Gartenschau

Auf dem Gelände der Festung Ehrenbreitstein gibt es zum Beispiel im Grünen Kompetenzzentrum und im Haus der Landschaft Informationen zu den unterschiedlichsten Aspekten des Gartenbaues. Das Haus der Landschaft stellt unter anderem die vielen Leistungen des Garten- und Landschaftsbaues und den Beruf des Landschaftsgärtners vor. In diesem BUGA-Bereich präsentieren sich auch weitere Fachsparten des Gartenbaues, zum Beispiel der Gemüsebau mit einem Schaugewächshaus und der Baumschulsektor mit dem Baumschulgarten. Außerdem stehen dort verschiedene Informationspavillons und die Blumenhallen mit wechselnden Pflanzenschauen. Besonders inspirierend für Gartenbesitzer: die abwechslungsreichen Stauden-, Rosen- und Gehölzpflanzungen auf dem Festungsgelände sowie die vielen Schau- und Mustergärten. (www.buga2011.de)

Aus Gartenschauen werden Parks

Auch auf regionaler Ebene gibt es Gartenschauen an wechselnden Orten. Sie bieten ebenfalls ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm und viele interessante Gartenideen. Die Landesgartenschau in Norderstedt in Schleswig-Holstein ist noch bis zum 9. Oktober 2011 geöffnet (www.landesgartenschau-norderstedt.de), die Gartenschau in Horb am Neckar in Baden-Württemberg bis zum 18. September 2011. (www.gartenschau-horb.de). Manche Gartenschau hat so viele eindrucksvolle und nachhaltig gestaltete Anlagen, dass einige Ausstellungsbeiträge auch nach dem Ende der Schau erhalten bleiben und dadurch den jeweiligen Ausstellungsort dauerhaft bereichern. So wurden Teile der Bundesgartenschau, die 1987 in Düsseldorf stattfand, in den Südpark integriert. In dieser großen Parkanlage sind auch heute noch schöne Schaugärten zu sehen. Gärten einer anderen Gartenschau in Nordrhein-Westfalen gehören nun zu den Gartenanlagen von Schloss Dyck in der Nähe von Neuss. In Niedersachsen entstand nach einer Landesgartenschau in Bad Zwischenahn der Park der Gärten, in dem viele Schaugärten Gestaltungsideen vom Asiatischen Garten bis hin zum Wassergarten zeigen. Mittlerweile gibt es dort über 40 Themengärten und dazu viele Pflanzensammlungen, zum Beispiel mit den Stauden des Jahres und verschiedenen interessanten Gehölzgruppen wie Ahornen und Zieräpfeln. Während die Gärten von Schloss Dyck fast ganzjährig besucht werden können, schließt der Park der Gärten am 3. Oktober. (www.stiftung-schloss-dyck.de; www.park-der-gaerten.de).

Ideen sammeln

Es lohnt sich, jetzt Gartenschauen zu besuchen, um auch zum Ende der Gartensaison interessante Anregungen zu finden. Schön sind in dieser Jahreszeit zum Beispiel Pflanzenkombinationen mit Gräsern, die Eleganz und Leichtigkeit in den herbstlichen Garten bringen. Der Herbst ist die beste Pflanzzeit für viele Gehölze und Stauden und so lässt sich manche neue Gartenidee noch in diesem Jahr umsetzen. Größere Gartenprojekte oder besondere gestalterische Veränderungen im Garten können gemeinsam mit einem Experten aus dem Garten- und Landschaftsbau besprochen und geplant werden. Ausgehend von Schau- oder Themengärten einer Gartenschau oder eines daraus entstandenen Parks können die Landschaftsgärtner individuelle Lösungen entwickeln. Nutzen Sie den Herbst für sich und den Garten.

Sedum

Foto: BGL/PdM. – Ein gut geplanter Garten ist in jeder Jahreszeit interessant. Schön sind im Herbst zum Beispiel Pflanzenkombinationen mit Gräsern, die Eleganz und Leichtigkeit in den Garten bringen. Gartenschauen bieten vielfältige Anregungen für die eigene Gartengestaltung. (Sedum, Pennisetum)

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