Archiv des Monats April 2011

Am 25. April ist der „Tag des Baumes 2011“

Bäume – treue Begleiter durchs Leben

An heißen Sommertagen zeigt sich deutlich, wie wertvoll Bäume sind, denn ihre dichten Kronen bieten wohltuenden Schatten. Zu Zeiten, als es weder Autos noch Klimaanlagen gab und die Menschen nur zu Fuß oder mit langsamen Pferdewagen unterwegs waren, wurden aus diesem Grund viele Alleen gepflanzt. Ihr Blätterdach schützte vor Regen, Schnee und sengender Sonne. Auch bayrische Bierbrauer nutzten Bäume als Schattenspender: Untergäriges Bier konnte früher nur in der Winterzeit produziert werden, weil für den Produktionsprozess niedrige Temperaturen notwendig waren und moderne Kühltechnik noch nicht zur Verfügung stand. Außerdem beeinträchtigte Wärme die Haltbarkeit des Bieres. Um das Bier möglichst lange kühl lagern zu können, pflanzten die Brauer über die Bierkeller große, schattenspendende Bäume. Kastanien waren dafür wegen ihrer dichten Kronen und wegen des flachen Wurzelwerks ideal. Im Laufe der Zeit dienten die Bierkeller nicht mehr nur der Lagerung. Im 19. Jahrhundert wurde das Bier immer häufiger direkt vor Ort verkauft und manches Mal auch gleich dort getrunken. Unter den Bäumen standen deshalb für die Gäste einfache Tische und Bänke. Dies war der Beginn der Biergärten, die sich seitdem zu beliebten Ausflugs- und Feierabendzielen in der warmen Jahreszeit entwickelt haben und die am schönsten sind, wenn mächtige Bäume schöne Sitzplätze im Schatten bieten.

Eine Idee trägt Früchte – weltweit!

Auch der amerikanische Journalist und Landbaufachmann Julius Sterling Morton wusste Bäume zu schätzen. Er war 1854 mit seiner Frau auf eine Farm ins karge Nebraska gezogen. Beide vermissten die Pflanzenwelt ihrer alten Heimat Michigan und begannen, ihre Farm mit Bäumen und Sträuchern zu bepflanzen. Die Bäume boten den Siedlern Schutz vor Wind und lieferten Holz als Bau- und Brennmaterial. Morton schlug 1872 einen „Arbor Day“ als Feiertag für Baumpflanzaktionen vor. Als Redakteur der „Nebraska City News“ konnte er eine große Zahl anderer Siedler erreichen und über den vielfältigen Nutzen von Bäumen für die Region informieren. Seine Idee eines „Arbor Day“ fiel auf fruchtbaren Boden. Sie begeisterte so viele Menschen, dass am 10. April 1872, dem ersten „Arbor Day“, in Nebraska mehr als eine Million Bäume gepflanzt wurden. Von dort aus verbreitete sich die Idee über ganz Nordamerika. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die UNO Mortons Idee auf und rief den 25. April als internationalen „Festtag des Baumes“ aus. Seitdem pflanzen am „Arbor Day“ weltweit Schulen, Firmen, Vereine und Privatpersonen Bäume. Am 25. April 1952 gab es den „Tag des Baumes“ zum ersten Mal auch in Deutschland. Unterstützt wurde die Initiative vom damaligen Bundespräsidenten Prof. Dr. Theodor Heuss, der selbst an diesem Tag in Bonn symbolisch einen Ahorn pflanzte.

Bäume sichern die Zukunft

Überall auf der Welt tragen Bäume dazu bei, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. In Südafrika und im australischen Bundesstaat Victoria wurde deshalb aus der Idee des „Arbor Day“ sogar eine „Arbor Week“, eine ganze Baumpflanzwoche. Bäume sind nicht nur wertvolle Schattenspender, sie übernehmen noch viele andere wichtige Aufgaben: Sie mindern die Windgeschwindigkeit, reduzieren Temperaturspitzen, binden Schadstoffe, erhöhen die Luftfeuchtigkeit und sichern das Überleben der Menschen, denn sie wandeln Kohlendioxid in den lebensnotwendigen Sauerstoff um. Außerdem bieten Bäume Tieren Schutz und Nahrung, sie schützen vor Erosion, indem sie verhindern, dass durch Wind oder Wasser fruchtbare Erde davongetragen wird, und sie liefern seit Jahrtausenden Holz, das als Baustoff und als Material für Gebrauchsgegenstände und Möbel nicht wegzudenken ist. Dazu kommen noch viele weitere wertvolle Eigenschaften: Bäume verschönern unsere Umwelt, sie schlagen eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und in die Zukunft, sie sprechen unsere Sinne an,… – kurzum: Sie verbessern und bereichern unsere Lebensqualität auf vielfältige Weise.

Am 25. April selber pflanzen

Bäume sind zuverlässige Begleiter durchs ganze Jahr. Immergrüne Bäume bieten auch im Winter Schutz und Farbe, sommergrüne lassen die Jahreszeiten besonders intensiv miterleben: Im Frühling mit ihrem frischen Austrieb oder ihrem reichen Blütenschmuck, im Sommer mit ihrem dichten grünen Blätterdach und schließlich mit ihrer fast magischen Verwandlung im Herbst, wenn sich die laubabwerfenden Bäume auf die Winterruhe vorbereiten und viele mit ihrer prachtvollen Herbstfärbung oder farbenfrohen Beeren Gärten und Parks verschönern. Wer einen Obstbaum gepflanzt hat, kann dann sogar eigene Früchte ernten. Auch im Winter sind die sommergrünen Bäume reizvoll, zum Beispiel, wenn sich Schnee auf ihre Äste legt und ihre Silhouette akzentuiert. Der „Tag des Baumes“ am 25. April ist also aus vielen Gründen ein guter Anlass, um im eigenen Garten, vielleicht zusammen mit Freunden, einen Baum zu pflanzen. Falls nur wenig Platz zur Verfügung steht – es gibt in den Baumschulen und im Facheinzelhandel mittlerweile viele Bäume, die klein bleiben und nur wenig Fläche benötigen.

Liquidambar styraciflua

Foto: PdM. – Sommergrüne Bäume lassen die Jahreszeiten besonders intensiv miterleben. Manche, wie zum Beispiel der Amberbaum, erfreuen im Frühling mit ihrem frischen Austrieb, sind schöne Schattenspender und beeindrucken mit ihrer prachtvollen Herbstfärbung.

Kommentar

Blütenfreude

Nichts wie raus!

Im Mai erreicht der Frühling seinen Höhepunkt. Alle Laubgehölze zeigen sich wieder in ihrem grünen Kleid und viele Bäume, Sträucher und Stauden blühen. Nach dem Phänologischen Kalender ist dann der Vollfrühling erreicht. Dieser Kalender richtet sich nicht nach festgelegten Daten, sondern orientiert sich an bestimmten, vom jahreszeitlichen Verlauf abhängigen Entwicklungen in der Natur. Danach wird das Jahr in zehn Jahreszeiten eingeteilt, die von typischen Erscheinungen in der Pflanzenwelt gekennzeichnet sind. So gibt es einen Vor-, Erst- und Vollfrühling. Diese Einteilung gilt ähnlich auch für die anderen Jahreszeiten, nur der Winter ist nicht unterteilt. Der Vorfrühling beginnt mit dem Blühen von Schneeglöckchen und Haselnuss. Ein Merkmal des Erstfrühlings ist unter anderem die Blüte der Forsythien und früher Obstgehölze wie Kirschen und Pflaumen. Der Vollfrühling ist erreicht, wenn Flieder und Apfelbäume blühen und spät austreibende Laubgehölze wie die Eichen ihre Blätter entfalten.

Starkes Blau

Der Mai zeigt sich nicht nur überschwänglich in frischem Grün, sondern auch in vielen anderen Farben, in zarten Nuancen und in kräftigen Tönen. Wer sich einen möglichst blütenreichen Frühlingsgarten wünscht, kann aus einer Fülle an Pflanzen und Blütenfarben schöpfen. Besonders intensive Farben finden sich zum Beispiel beim Zier-Salbei (Salvia), dessen Blütezeit je nach Sorte ab Mai beginnt. Er beeindruckt mit langen Blütenkerzen vor allem in Blau- und Violetttönen. Wegen des starken Farbkontrastes sind gelb blühende Stauden wie das Mädchenauge (Coreopsis) oder der Sonnenhut (Rudbeckia) eindrucksvolle Partner.

Goldgelbe Blütenbüschel

Der Straußblütige Gold-Felberich (Lysimachia thyrsiflora) ist eine Wasserpflanze, die vom Mai bis in den Sommer hinein blüht. Die kleinen goldgelben Blütenbüschel sitzen in den Blattachseln. Die Einzelblüten befinden sich so nah beieinander, dass tatsächlich der Eindruck eines kleinen Straußes entsteht. Der Straußblütige Gold-Felberich kann an den Rand eines Teiches bis etwa zehn Zentimeter Wassertiefe gepflanzt werden.

Leuchtendes Grüngelb

Bei den verschiedenen Wolfsmilcharten und -sorten (Euphorbia) spielt die Farbe Gelb in ihren vielen Abstufungen bis hin zu gelbgrünen Nuancen ebenfalls eine große Rolle. Es sind vor allem die Blätter, die den Reiz dieser zumeist Wärme und Sonne liebenden Stauden ausmachen. Sie bieten oft zur Blütezeit einen schönen Verlauf von Dunkelgrün bis hin zu den grünlich-gelben oder sogar leuchtend gelben Blättern an den Spitzen der Triebe. Diese Blätter umgeben die meistens sehr kleinen, eher unscheinbaren Blüten. Auch der Wuchs dieser Stauden ist sehr markant, die Gold-Wolfsmilch (Euphorbia polychroma) zum Beispiel bildet eine kompakte Halbkugel, die Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) wächst dagegen locker und hat Triebe, die in der Tat an kleine Walzen erinnern.

Farbenfroh und blühfreudig

Schöne Blüten und schöne Blätter kennzeichnen die vielen verschiedenen Storchschnabelarten und -sorten (Geranium). Die Blütenfarben dieser Stauden reichen von zarten Weiß- und Rosatönen bis hin zu kräftigen, dunklen Violetttönen. Viele Blüten haben eine auffallende Zeichnung auf den Blättern, die durch die dunkleren Blattadern hervorgerufen wird. Das Spektrum dieser zumeist sehr robusten und blühfreudigen Stauden ist extrem groß und umfasst sowohl niedrige, bodendeckend wachsende als auch 50 bis 70 Zentimeter hohe Stauden. Manche sind sehr wuchsfreudig und können dichte Teppiche bilden. Die ersten Geranium blühen ab Mai, andere erst im Juli und August.

Blaue Blütenglocken im Mai

Auch viele Bäume und Sträucher tragen zum Farbenreichtum des Monats Mai bei. Eine Besonderheit ist der Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa), dessen violettblaue Blüten im April und Mai schon vor dem Austrieb der großen, herzförmigen Blätter erscheinen. Die leicht duftenden Einzelblüten erinnern an kleine Fingerhüte und bilden 20 bis 30 Zentimeter lange Blütenrispen. Damit sich dieser wärmeliebende Baum, der sich gut für das Stadtklima eignet, zu seiner vollen Schönheit entfalten kann, braucht er einen sonnigen und geschützten Standort.

Blätter weiß wie Schnee

Ein anderes außergewöhnliches Gehölz ist Nuttalls Blüten-Hartriegel (Cornus nuttallii). Dieser große Strauch ist eine botanische Besonderheit: Seine eigentlichen Blüten sind klein, grünlich und unscheinbar, doch sie sind jeweils von mehreren sehr großen, anfangs cremeweißen, dann schneeweißen Blättern umgeben, die wie Blütenblätter aussehen. Diese Blätter sind so genannte Hochblätter, die aus botanischer Sicht nicht zur Blüte gehören. Sie sind nämlich nicht wie die normalen Laubblätter grün, sondern anders gefärbt, um so bestäubende Insekten anzulocken. Diese großen Hochblätter sind im Mai deutlich zu sehen und tragen wesentlich zum Zierwert dieses Hartriegels bei. Während des Verblühens sind die schneeweißen Blätter zart rosa überhaucht. Auch im Herbst fällt dieser Hartriegel auf, denn dann färbt sich sein Laub gelb bis feurig orangerot.

Erfrischendes Weiß

Aus dem großen Sortiment der Schneebälle (Viburnum) blühen auch viele im Mai. Ein Besuch in Gartencentern und Baumschulen lohnt sich jetzt besonders, denn es gibt zahlreiche interessante Arten und Sorten zu entdecken, zum Beispiel den Koreanischen Schneeball (Viburnums carlesii). Dieser kleine Zierstrauch hat stark duftende, im Aufblühen rosafarbene, später weiße Blüten. Sehr apart ist auch die Sorte ‚Aurora‘, denn ihre Blütenknospen sind intensiv rosarot und die Blütenblätter sind rosaweiß. Der Gefüllte Schneeball (Viburnum opulus ‚Roseum‘) macht seinem deutschen Namen alle Ehre: Im Mai und Juni erscheinen unzählige weiße Blüten, die so dicht zusammenstehen, dass sie fast zehn Zentimeter große weiße, schneeballähnliche Blütenkugeln bilden. Dieser Viburnum beeindruckt außerdem mit seiner dunklen, weinroten Herbstfärbung.

Blütenzauber

Zieräpfel (Malus) sind kleine Bäume oder Sträucher, die im Frühjahr in Weiß, Rosa oder Rot überreich blühen. Manchmal bietet die Entwicklung von der Knospe bis zur Blüte schon ein besonderes Farbenspiel, beispielsweise von anfangs hellem Rosa hin zu reinem Weiß. Die Laubblätter sind bei einigen Sorten im Austrieb auffallend rot oder rotbraun und vergrünen zum Sommer hin.

Wer geschickt aus der Fülle der Gehölze und Stauden auswählt, kann nicht nur im Mai in Farben schwelgen.

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats Mai

Rückschnitt für längere Blütezeit

Wird Salbei (Salvia) nach der Blüte zurückgeschnitten, indem Verblühtes entfernt wird, lässt sich die Farbenpracht verlängern. Nach dem Rückschnitt bilden sich bis zum Herbst neue Blüten.

Der Salbei und die starken Frauen

Alten Schriften zufolge glaubte man im Mittelalter, dass Salbei nur in den Gärten der Weisen gut wuchs – oder dort, wo eine Frau das Sagen hatte. In einem Sprichwort aus der Zeit heißt es sinngemäß: „Wo der Salbei gedeiht, ist eine starke Frau im Haus!“

Wie der Salbei zur Heilpflanze wurde …

Um viele Pflanzen ranken sich Legenden, auch um den Salbei. Eine erklärt, warum der Salbei zum Mariensymbol und zur Heilpflanze wurde: Demnach bat Maria, als sie mit dem Jesuskind vor dem König Herodes fliehen musste, in ihrer Not die Blumen des Feldes um Hilfe. Keine Blume wollte oder konnte ihr helfen, nur der Salbei bot ihr Schutz. Unter seinen dichten Blättern konnte sie sich mit ihrem Kind vor den Verfolgern verstecken. Als die Gefahr vorbei war, sagte die Mutter Gottes zum Salbei: „Von nun an sollst du eine Lieblingsblume der Menschen sein. Ich gebe dir die Kraft, die Menschen von jeder Krankheit zu heilen.“

Vielseitiger Salbei

Der Salbei (Salvia) begann seine Karriere als Heilpflanze und war wegen seiner heilenden Kräfte schon bei den Römern und Griechen sehr geschätzt. Diese Eigenschaft zeigt sich auch im Gattungsnamen, denn das Wort „Salvia“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „heilen“. Kaiser Karl der Große erließ eine Verordnung, in der er wichtige Pflanzen auflistete. Darunter war auch der Salbei, der laut der kaiserlichen Vorschrift in allen Klostergärten gepflanzt werden musste. Die Gattung Salvia ist mit rund 900 verschiedenen Arten sehr vielfältig. Viele davon sind keine Heilpflanzen, sondern schöne Zierpflanzen mit interessanten Blättern oder auffallenden Blüten. Es gibt sowohl ein- und zweijährige als auch ausdauernde Salbeiarten. Eine Gemeinsamkeit der Salvien sind die interessanten typischen Lippenblüten.

Wie beim Weihnachtsstern: Blätter mit besonderen Aufgaben

Einige beliebte Gartenstauden wie die Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) und die Gold-Wolfsmilch (Euphorbia polychroma) sind eng mit dem Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) verwandt. Deutlich wird dies unter anderem bei ihren Blüten, die eine Besonderheit aufweisen: Der Weihnachtsstern hat an den Triebenden auffallende, meist rote Blätter, die wie Blütenblätter aussehen und wesentlich zum Zierwert dieser Zimmerpflanze beitragen. Dies sind jedoch keine Blütenblätter, sondern so genannte Hochblätter, die die kleinen, unscheinbaren Blüten umgeben. Sie gehören botanisch betrachtet nicht zur Blüte, unterstützen jedoch die Funktion der Blüten, zum Beispiel durch das Anlocken von bestäubenden Insekten. Auch manche Stauden wie die Walzen-Wolfsmilch und die Gold-Wolfsmilch haben kleine, unscheinbare Blüten, die von zierenden Hochblättern umgeben sind.

Die Tochter des Zaren und der Blauglockenbaum

Der Blauglockenbaum heißt botanisch Paulownia tomentosa. Der Baum erhielt den Namen zu Ehren von Anna Pawlowna. Sie war die Tochter eines russischen Zaren und die Ehefrau des niederländischen Königs Wilhelm II. Auch ein Ort in den Niederlanden wurde nach ihr benannt: Anna Paulowna ist auch der Name einer Gemeinde im Nordosten der Niederlande, die zu einem Polder – trockengelegtes, dem Meer abgerungenes Land – gehört, der im 19. Jahrhundert entstanden ist.

Des Kaisers Lieblingsbaum

Der Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa) war der Lieblingsbaum des österreichisch-ungarischen Kaisers Franz Joseph I (1830 – 1916), der mit Kaiserin Elisabeth, eher unter dem Namen Sissi bekannt, verheiratet war. Im Herrschaftsbereich des Kaisers, insbesondere in Wien und der näheren Umgebung, finden sich auch heute noch viele Blauglockenbäume.

Wertvolles Holz

Das Holz des Blauglockenbaumes ist sehr stabil und lässt sich gut verarbeiten. Es wird deshalb gerne für Musikinstrumente, teure Möbel und Innenausstattungen verwendet.

Abwechslungsreiche Schneebälle

Schneebälle (Viburnum) sind außerordentlich vielseitige Ziersträucher. Es gibt sommer- und immergrüne Arten. Manche haben kugelförmige Blütenstände, die tatsächlich an Schneebälle erinnern und der Gattung ihren Namen gegeben haben. Es gibt auch Arten und Sorten mit nostalgisch anmutenden, tellerförmigen Blütenständen. Diese haben große, auffallende helle Randblüten, die die kleineren, unauffälligen Blüten in der Mitte umgeben. Außerdem gibt es Schneebälle, die duften, die eine eindrucksvolle Herbstfärbung zeigen oder mit schönem Fruchtschmuck auffallen. Darüber hinaus sind einige Schneebälle auch wegen ihrer frühen Blütezeit wertvoll, manche blühen sogar schon im Winter.

Ein Stern im Apfel und die Zahl Fünf

Wenn man einen Apfel quer aufschneidet, werden in der Mitte normalerweise fünf Samenkörner wie ein fünfzackiger Stern sichtbar. Die Zahl Fünf war für die Kelten die Zahl der Liebe. Der Apfelbaum war für sie daher das Symbol dieser Kraft, das Zeichen der Verbindung und Vollendung, die alle Gegensätze vereinte.

Schön und wertvoll für die Tierwelt

Zierapfelbäume sind sehr vielgestaltig und so lassen sich passende Exemplare für jeden Garten finden. Manche sind kleine Bäume, die immerhin sechs bis sieben Meter Höhe erreichen können, andere wachsen strauchartig und werden nur zwei bis drei Meter hoch. Sie alle zeichnen sich durch ihren Blütenreichtum und ihren Fruchtschmuck aus. Dies macht sie auch für die Tierwelt wertvoll: Im Frühjahr sind sie mit ihren Blüten eine gute Bienenweide und später sind ihre Früchte, die je nach Sorte auch noch im Winter an den Zweigen hängen, eine wichtige Futterquelle für heimische Tiere. Die Früchte sind auch für den Menschen nutzbar, denn sie können je nach Sorte frisch vom Baum verzehrt oder zum Beispiel zu Gelee oder Marmelade verarbeitet werden.

Dekorative Miniäpfel

Im Herbst beeindrucken die Zierapfelbäume (Malus) mit einer Fülle kleiner, meist etwa kirschengroßer Früchte in Gelb, Orange oder Rot. Zweige mit diesen Miniaturäpfeln werden gerne für floristische Zwecke verwendet. Die farbintensiven kleinen Äpfel eignen sich einzeln auch gut für herbstliche Tischdekorationen.

Der Globus und der Apfel

Der Apfel galt wegen seiner Kugelform als Sinnbild für die Erde. Schon im Mittelalter war bekannt, dass die Erde eine Kugel ist und davon inspiriert, entwickelte der Deutsche Martin Behaim um 1490 einen „Erdapfel“. Dies ist der erste noch erhaltene Globus der Geschichte, zu der Zeit noch ohne Australien und den amerikanischen Kontinent. Er befindet sich jetzt im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

Salvia nemorosa Ostfriesland

Foto: PdM.- Blüten mit Leuchtkraft: Der Salbei beeindruckt mit besonders intensiven Farben und langen Blütenkerzen vor allem in Blau- und Violetttönen.

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Natur in Form

Gehölze als Kugeln, Hecken und Skulpturen

Kaum ein Garten kommt ohne Formgehölze aus. Geschnittene niedrige Beeteinfassungen, dachförmig gezogene Bäume als Schattenspender oder hohe Hecken als Grundstücksgrenzen und Sichtschutz haben nicht nur einen hohen Nutzwert. Sie geben dem Garten auch Struktur und besonderen Charme. Durch charakteristische Formen können sie einen speziellen Gartenstil noch unterstreichen. So wird ein Hausgarten im asiatischen Stil erst durch gezielt platzierte und streng in Form geschnittene Bonsai-Gehölze authentisch. Der romantische Bauerngarten lebt von seinen Buchskugeln, schmalen Hecken um formale Blumen- und Gemüsebeete und malerisch gezogenen grünen Torbögen.

Formgehölze sind Pflanzen, die durch regelmäßigen Rückschnitt modelliert werden. So entstehen Formen, die Natur und Architektur harmonisch miteinander verbinden. Durch den gezielten Schnitt und die Erziehung hat der Gärtner zusätzlich die Möglichkeit, die Größe und Breite der geeigneten Gartengehölze unter Kontrolle zu halten. Denn für die natürliche Wuchsform vieler Gehölze bleibt im normalen Hausgarten häufig kein Platz. Je öfter man schneidet, desto dichter und kompakter wird die Verzweigung. So entsteht mit der Zeit eine dicht belaubte individuell gestaltete Solitärpflanze, eine verlässliche Sichtschutzwand oder ein funktionaler grüner Raumteiler.

Der Formschnitt von Gehölzen hat eine lange Tradition. Bereits vor 2000 Jahren galt der Schnitt von Bäumen als Kunst. Und auch während der Zeit der Renaissance und des Barock wurden in formalen Gärten Gehölze zu kunstvollen Figuren, Ornamenten und Beeteinfassungen gestaltet. Heute findet man Formgehölze selbst in den kleinsten Gärten, auf Gräbern und sogar im Kübel auf der Terrasse. Der Buchsbaum ist wohl das bekannteste Formgehölz, denn er ist wegen seiner kleinen Blätter besonders einfach zu bearbeiten. Generell gilt, je filigraner und formgenauer die Kontur werden soll, desto kleinblättriger wählt man am besten die Pflanze.

Neben Buchs gibt es noch weitere immergrüne Gehölze, die sich für den Formschnitt eignen, zum Beispiel Eibe, Kirschlorbeer, Lebensbaum, Liguster, Kiefer oder Stechpalme. Aber auch immergrüne Stauden wie Heiligenkraut (Santolina) und Lavendel lassen sich zu niedrigen Hecken formen.

Ganzjährig belaubte Pflanzen zeigen selbst im Winter deutlich ihre Struktur und lassen den Garten so auch außerhalb der Saison formschön aussehen. Laubabwerfende Pflanzen zeigen dagegen eindrucksvoll den Wechsel der Jahreszeiten und wirken im unbelaubten Zustand weniger streng. Auch sie eignen sich für den Formschnitt: Für Hecken, Säulen und Laubengänge kommen beispielsweise Rot-Buche, Hainbuche und Feld-Ahorn, aber auch Korkflügelstrauch (Euonymus) oder Kornelkirsche in Frage. Als dachförmige Schattenspender eignen sich Platane oder Winterlinde.

Schnitt für Schnitt

Der richtige Zeitpunkt für den ersten Rückschnitt ist im Frühling beziehungsweise im Frühsommer: zwischen Ende April und Ende Juni, wenn die jungen Blätter sich entfaltet haben und der erste Austrieb abgeschlossen ist. Generell sollten alle Formgehölze mindestens einmal pro Jahr geschnitten werden. Doch Pflanzen wachsen je nach Düngung, Alter, Art und Sorte unterschiedlich schnell. Liguster wächst beispielsweise sehr rasch, sodass seine Konturen über den Sommer meist mehrfach nachgeschnitten werden müssen. Auch klassische Hecken wie Buche und Hainbuche können bei starkem Wiederaustrieb nach dem ersten Schnitt noch einmal im Herbst in Form gebracht werden. Wer nicht so schnittsicher ist, kann diese jährlichen Pflege- und Formarbeiten den Experten aus dem Garten- und Landschaftsbau überlassen. Egal ob selbst Hand angelegt wird oder der Landschaftsgärtner hilft: Solitärformgehölze stehen im Garten am besten in Einzelstellung, mit genügend Raum rundherum. Auf diese Weise sind sie für Schnittmaßnahmen von allen Seiten gut zugänglich und sie kommen so auch am besten zur Geltung.

E-Mail Formgehölze P1060833

Foto: BGL/PdM. – Der Formschnitt von Gehölzen hat eine lange Tradition. Kunstvolle Figuren und Beeteinfassungen aus Buchsbaum oder anderen Immergrünen lassen den Garten auch außerhalb der Saison formschön aussehen.

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