Archiv des Monats März 2011

Endlich

Die Rückkehr der Farben

Die Zeichen stehen unübersehbar auf Frühling, die frischen Austriebe und Blüten locken wieder nach draußen. Doch auch wenn der Frühling offiziell schon im März begonnen hat: Bis auch das letzte winterliche Grau verschwunden ist und sich der Frühling in all seiner Fülle zeigt, vergehen noch ein paar Tage. Die ersten Zeichen für das Erwachen des Gartens aus der Winterruhe sind die ganz unerschrockenen, frühen Blüher wie Kornelkirschen (Cornus mas), Lenzrosen (Helleborus) und Forsythien. Dazu kommen frühblühende Zwiebelblumen wie Krokusse, Märzenbecher und die ersten Narzissen.

Schrittweises Frühlingserwachen

Ein Spaziergang durch den Garten oder durch einen Park ist jetzt eine kleine Entdeckungsreise. Von Tag zu Tag gibt es mehr zu sehen, die Pflanzenwelt entwickelt sich schnell und lässt den Zauber dieser Jahreszeit spüren. Die Rückkehr der Farben in den Garten wird immer deutlicher, plötzlich blühen Bäume und Sträucher wie Magnolien, Kirschen und Zieräpfel, dazu die ersten Stauden und Zwiebelblumen. Das Finale des langsam voranschreitenden Frühlingserwachens zeigt sich dann im Mai zum Beispiel mit dem Farbenfeuerwerk der Rhododendren und Azaleen, den duftenden Blüten des Flieders und dem überwältigenden frischen Hellgrün der jungen Blätter.

Aktiv werden

Der Frühling ist auch die Zeit des Gestaltens und der Pflege, denn jetzt beginnt die Gartensaison. Der letzte Frostschutz kann abgenommen werden, alte und vertrocknete Blütenstände werden entfernt, das erste Düngen und Mähen des Rasens stehen auf dem Plan und viele Ziergehölze werden jetzt zurückgeschnitten. Dabei gilt: Gehölze, die im Sommer blühen, sollten nicht zu spät zurückgeschnitten werden, denn ihre Blüten erscheinen an den neuen, diesjährigen Trieben. Frühlingsblüher wie die Forsythien dagegen werden erst nach der Blüte zurückgeschnitten, denn sie blühen im nächsten Jahr an den Zweigen, die sie in diesem Jahr bilden.

Jetzt pflanzen

Im Frühling ist auch Pflanzzeit. Zwar können Bäume und Sträucher, die in Plastiktöpfen, den sogenannten Containern, angeboten werden, das ganze Jahr über gepflanzt werden, sofern der Boden nicht gefroren ist. Doch wurzelnackte Gehölze (Pflanzen, deren Wurzeln nicht mit schützender Erde bedeckt sind) und Ballenpflanzen (Bäume und Sträucher, deren Wurzelwerk von Erde und einem Ballentuch umgeben ist) werden je nach Witterung nur noch bis etwa Ende April gepflanzt. Ihnen hilft die Frühjahrsfeuchtigkeit beim Anwachsen. Aber auch bei den zeitig im Frühling gepflanzten Gehölzen ist es wichtig, dass sie, besonders in trockeneren Phasen, zusätzlich und regelmäßig mit Wasser versorgt werden, um den Boden feucht zu halten.

Das ganze Jahr im Blick

Die Auswahl an Bäumen, Sträuchern und Stauden ist zu Beginn der Gartensaison besonders groß. Jetzt ist auch noch die Erinnerung an den winterlichen Garten relativ frisch. So ist dies auch ein guter Zeitpunkt, um zu überlegen, ob nicht auch ein Teil des Gartens umgestaltet werden sollte und der eine oder andere Baum oder Strauch neu gepflanzt werden kann, der den Garten in der kalten Jahreszeit bereichert. Auch Pflanzen, die den Winter nicht überstanden haben, werden ersetzt. Es lohnt sich, bei der Pflanzenauswahl das ganze Jahr im Blick zu haben, denn es wäre schade, wenn der Garten nur vom Frühling bis zum Herbst interessante Eindrücke bietet. Gut und sorgfältig geplant, kann er das ganze Jahr über reizvoll sein.

Fachlichen Rat nutzen

Es sind zwar meistens die Blüten, die für die Wahl einer bestimmten Pflanze sprechen, doch auch andere Eigenschaften wie eine außergewöhnliche Rindenfärbung, eine markante Wuchsform, mehrfarbige oder immergrüne Blätter oder auffallender Fruchtschmuck im Herbst und Winter verleihen einer Pflanze ihren eigenen besonderen Wert. Manche dieser Eigenschaften fallen jetzt im Frühling nicht auf. Deshalb ist es sinnvoll, sich beim Pflanzenkauf von den Gehölzprofis der Fachgartencenter und Baumschulen beraten zu lassen. Wer so die große Vielfalt an Gehölzen und Stauden nutzt, kann dann nicht nur im Frühling, sondern auch in allen anderen Jahreszeiten viel Schönes und Interessantes in seinem Garten entdecken.

Forsythia

Foto: PdM. – Endlich Frühling: Wenn die Forsythien blühen, ist der Garten definitv aus der Winterruhe erwacht und die Gartensaison hat wieder begonnen.

Kommentar

Die Gartenlust erwacht

Aktiv gestalten

Im April ist der Winter endgültig vorbei, auch wenn es noch kalte Tage geben kann. Gut geplante Gärten sind jetzt voller Farbenpracht – Gehölze wie Magnolien, Zier-Kirschen, Forsythien oder Felsenbirnen blühen, und auch Stauden wie das Blaukissen (Aubrieta) und das Kaukasusvergissmeinnicht (Brunnera macrophylla) zeigen, dass jetzt eine angenehmere Jahreszeit angebrochen ist. Das Blaukissen bildet sogar regelrechte Farbpolster in Blau- bis Violetttönen, Rot oder Rosa. Besonders gut kommt es in Verbindung mit Steinen zur Geltung, zum Beispiel in Aussparungen zwischen Gehwegplatten oder auf Mauern. Während das Blaukissen sonnige Standorte benötigt, bringt das Kaukasusvergissmeinnicht sein himmlisches Blau in lichtärmere Gartenbereiche.

Bestes Zeichen für das Frühlingserwachen

An milden Tagen gibt es kein Halten mehr, es kribbelt in den Fingern, denn jetzt ist die ideale Zeit, um im Garten aktiv zu sein. Im April ist auch noch Pflanzzeit für viele Gehölze und Stauden. Wenn sie wurzelnackt oder mit Ballen angeboten werden, sollten sie noch in diesem Monat in die Erde. Gehölze und Stauden in Töpfen, den sogenannten Containern, können dagegen das ganze Jahr über gepflanzt werden.

Eindrucksvolle Kletterkünstler

Blühende Kletterpflanzen sind ideal für viel Farbe auf kleiner Fläche, denn sie wachsen in die Höhe und benötigen deshalb nur wenig Raum. Wenn sie dazu noch schöne, auffallende Blüten haben – umso besser. Der Blauregen (Wisteria), auch Glyzine genannt, ist besonders wuchsfreudig und kann sechs bis acht Meter oder mehr an Höhe erreichen. Im Mai und Juni erscheinen seine blauen Schmetterlingsblüten. Der deutsche Name Blauregen ist sehr zutreffend: Die Blüten bilden lange Blütentrauben. Die dominierende Blütenfarbe ist Blau bis Violett, es gibt aber auch weiß- oder rosablühende Sorten. Welche Farbe die Blüten auch haben – die langen Blütentrauben, die schönen gefiederten Blätter und die beachtliche Wuchshöhe machen den Blauregen zu einer der eindrucksvollsten Kletterpflanzen. Sie ist ideal, um zum Beispiel relativ schnell Pergolen oder Laubengänge zu begrünen. Damit der Blauregen an einer Hauswand emporwachsen kann, benötigt er Unterstützung, zum Beispiel in Form eines stabilen Gerüstes oder kräftiger Drahtseile. Wichtig ist, dass die Kletterhilfen sehr stabil sind, denn er kann wegen seiner Wüchsigkeit und Höhe ein beträchtliches Gewicht erreichen. Deshalb sollte man ihn auch nicht an einem Regenrohr in die Höhe wachsen lassen.

Sortenvielfalt nutzen

Auch Rhododendren bringen viel Farbe in den Garten. Manche blühen so reich, dass ihre Blätter kaum mehr zu sehen sind. Die Blütezeit der Rhododendren variiert, sie hängt nicht nur von der Witterung ab, sondern auch von der Sorte. Einige Rhododendren blühen schon Ende April, andere erst Anfang Juni. Wer unterschiedliche Sorten kombiniert, kann sich über einen längeren Zeitraum über die farbintensiven Blüten freuen. Auch die Wuchshöhe der Rhododendren bietet Abwechslung und so lassen sich auch kleinbleibende Sorten finden, die nur wenig Platz benötigen.

Formgehölze brauchen wenig Platz

Wenn Platz knapp ist, können Formgehölze wie Buchsbaum (Buxus) oder Eiben (Taxus) eine gute Lösung sein. Durch regelmäßigen Schnitt lässt sich ihre Größe gut begrenzen. Manche eignen sich sogar für den Topfgarten: Ein in Form geschnittener Buchsbaum in einem Terracotta-Gefäß ist nicht nur schön auf dem Balkon oder auf der Terrasse, er ist auch ein Schmuckstück für den Hauseingang. Im April können immergrüne Gehölze wie Buchsbaum (Buxus) und Eiben (Taxus) gestutzt werden, um in Form zu bleiben. Der letzte Formschnitt kann im August erfolgen. Später sollte man nicht schneiden, weil die neuen Triebe dann vor dem Winter nicht mehr ausreifen können.

Frühlingshafte Leichtigkeit

Ein schöner Kontrast zu den immergrünen Formgehölzen sind die reichblühenden Spiersträucher (Spiraea). Sie haben dünne, manchmal elegant überhängende Zweige und je nach Sorte viele kleine, zumeist weiße Blüten. Die schon ab April blühenden Sorten bringen mit den hellen Blüten und dem filigranen Wuchs frühlingshafte Leichtigkeit in den Garten. Obwohl diese Sträucher so zierlich wirken, sind sie robust und schnittverträglich. Nicht alle Spiersträucher sind Frühstarter, einige blühen erst im Sommer. Die Auswahl ist groß, manche werden nur 50 Zentimeter hoch, andere entwickeln sich zu lockeren, zwei bis drei Meter hohen Sträuchern. Weiß ist zwar die vorherrschende Blütenfarbe, es gibt aber auch Spiersträucher mit rosafarbenen oder roten Blüten.

Blütenwunder für den Frühlingsgarten

Eine Zierkirsche (Prunus) sollte in keinem Frühlingsgarten fehlen. Die Hauptblütezeit ist im April. Zierkirschen zeigen mit ihrer Blütenpracht, der Leichtigkeit ihrer Blüten und den zarten Farbtönen von reinem Weiß bis Rosa vielleicht noch am deutlichsten den Sieg des Frühlings über den Winter. Manche haben sehr natürlich anmutende, einfache Blüten, bei anderen sind sie dichtgefüllt und erinnern an Nelken. Das Sortiment der Blüten- oder Zierkirschen ist sehr groß und formenreich. Einige wachsen baumartig und brauchen Raum, um ihre Wirkung optimal zu entfalten, andere benötigen nur wenig Platz und bringen den besonderen Zauber des Frühlings auch in kleine Gärten.

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats April

Symbol der Freundschaft

In der chinesischen Blumensprache bedeutet „Wisteria“: Die Freundschaft mit Dir ist wunderbar.

Kleine, aber feine Unterschiede

Die Ranken der ursprünglich aus China kommenden Wisteria sinensis (Chinesischer Blauregen) wachsen gegen den Uhrzeigersinn. Die Blüten erscheinen schon Mitte Mai, noch vor den Blättern. Die Ranken der Wisteria floribunda (Japanischer Blauregen) aus Japan wachsen dagegen im Uhrzeigersinn in die Höhe. Dieser Blauregen blüht ab Ende Mai bis Anfang Juni, seine Blüten erscheinen mit den Blättern.

Blauregen: veredelte Pflanzen blühen besser

Der Japanische (Wisteria floribunda) und auch der Chinesische Blauregen (Wisteria chinensis) können sowohl durch Aussaat als auch durch Veredlung vermehrt werden. Es lohnt sich, veredelte Pflanzen zu kaufen, denn sie blühen im Allgemeinen eher und reicher als die Sämlingspflanzen.

Kalktolerante Rhododendren

Rhododendren und Azaleen benötigen für ihre gute Entwicklung einen humosen, leicht sauren Boden ohne Staunässe. Der Boden lässt sich, wenn nötig, durch Zugabe von organischem Material wie Humus oder spezieller Rhododendron-Erde verbessern. Seit einigen Jahren sind auch Rhododendron-Sorten erhältlich, die auf kalktolerante Unterlagen veredelt wurden. Dadurch können jetzt auch viele schöne und beliebte Sorten in Gärten wachsen, die bisher für Rhododendren weniger geeignet waren. Dennoch ist auch hier eine Bodenverbesserung mit humoser Erde sinnvoll.

Wasserversorgung sicherstellen

Bei weit überstehenden Dächern besteht die Gefahr, dass Kletterpflanzen nicht ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt werden, wenn sie sehr nah ans Haus gepflanzt wurden. Dann muss bei längerer Trockenheit gegossen werden. Durch einen größeren Pflanzabstand zum Haus kann das Regenwasser als natürliche Bewässerung besser genutzt werden.

Verletzungen vermeiden

Einige Kletterpflanzen wie Efeu (Hedera) und Wilder Wein (Parthenocissus) haben Haftorgane und wachsen damit selbstständig an Mauern und Wänden empor. Andere, wie Kletterrosen und Blauregen (Wisteria), benötigen Kletterhilfen. Sie können zum Beispiel an einem Spalier, einer Pergola oder Spanndrähten in die Höhe wachsen. Wenn die Triebe an den Kletterhilfen befestigt werden, muss darauf geachtet werden, dass das Bindematerial nicht in die Rinde einschneidet.

Feiern, wenn die Kirschbäume blühen

Hanami – zu Deutsch „Blüten betrachten“ – ist der klangvolle Name eines Films von Doris Dörrie, der zum Teil in Japan gedreht wurde und sich auf die japanische Tradition der Kirschblütenfeste bezieht. Diese Feste sind ein großes Ereignis, das jedes Jahr von vielen Menschen in Japan sehnsüchtig erwartet wird. Am Wochenende oder nach Feierabend treffen sich dann Familien, Kollegen oder Freunde in den Parks, um unter blühenden Kirschbäumen zu picknicken. Auch in Deutschland gibt es Kirschblütenfeste, unter anderem in Hamburg, wo ein solches Fest schon seit vielen Jahren an der Außenalster gefeiert wird und mit einem großen Feuerwerk endet.

Spiraea: Herkunft eines eigenwilligen Namens

Der ungewöhnliche Gattungsname Spiraea für den Spierstrauch geht auf das griechische Wort speira für Winde oder Windung zurück. Ursprünglich wurde die Bezeichnung für einen Strauch mit sehr biegsamen Zweigen verwendet, die zum Binden von Kränzen genutzt wurden. Später hat der schwedische Botaniker Carl von Linné (1707 bis 1778) den Namen auf die Spiersträucher übertragen, weil sie gedrehte Fruchtkapseln haben.

Formschnitt nicht in praller Sonne

Um ihre Form zu behalten, müssen immergrüne Formgehölze mindestens einmal im Jahr geschnitten werden. Der Schnitt sollte an Tagen mit bedecktem Himmel erfolgen, damit die äußeren Blätter, die sich bisher im Pflanzeninneren befanden, nicht durch ungewohnte, starke Sonneneinstrahlung verbrennen.

Wisteria sinensis

Foto: PdM. – Der Blauregen beeindruckt mit langen Blütentrauben, gefiederten Blättern und seiner beachtliche Wuchshöhe. Die dominierende Blütenfarbe dieser Kletterpflanze ist Blau bis Violett, doch es gibt auch weiß- oder rosablühende Sorten.

Kommentar

Frühlingsgefühle

Frischer Start ins Gartenjahr

Der Frühling ist wahrscheinlich die Jahreszeit, die von vielen Menschen am stärksten herbeigesehnt wird, denn die Tage werden wieder länger, die Natur erwacht langsam aus ihrer Winterruhe und es zieht uns mit fast magischer Kraft nach draußen: mehr Licht, mehr Farbe, mehr Sonnenschein – einfach schön! Wer bei der Pflanzenauswahl für den Garten das ganze Jahr im Blick behält, kann den Wechsel der Jahreszeiten besonders intensiv miterleben.

Jetzt ist Pflanzzeit

Im März beginnt die Pflanzzeit und so kann das Gartenjahr bereits an milden, trockenen Tagen vorbereitet werden. Die Auswahl an Gehölzen und Stauden, die wegen ihrer zeitigen Blüte oder ihres schönen Austriebs zu einem guten Start in die Gartensaison beitragen, ist groß. Zum Inbegriff des Frühlings gehören Forsythien (Forsythia). Wegen der Form ihrer leuchtend gelben Blüten werden sie manchmal auch Goldglöckchen genannt. Es sind anspruchslose, bis mannshohe Ziersträucher, die sich je nach Sorte schon ab März in ein weithin sichtbares, leuchtend gelbes Blütenkleid hüllen. Mittlerweile gibt es auch kleinbleibende Sorten, die sich gut für die Bepflanzung von Kübeln und Kästen eignen. So bringen diese blühfreudigen Sträucher die Farbe des Frühlings auch auf Balkon und Terrasse.

Auffallende Blüten

Der Ginster (Cytisus), auch als Geißklee bezeichnet, beeindruckt ebenfalls im Frühling mit dicht an dicht stehenden Blüten. Er ist im Garten vergleichsweise selten zu sehen, obwohl er interessant aussieht. Der im Mai blühende Besenginster (Cytisus scoparius) ist in Mitteleuropa weit verbreitet. Er hat feine, glänzendgrüne Triebe, die vier- bis fünfkantig sind. Die meisten Sorten haben leuchtendgelbe Schmetterlingsblüten, doch manche überraschen mit roten und einige sogar mit zweifarbigen Blüten. Der Elfenbeinginster (Cytisus x praecox) blüht schon ab April rahmweiß bis hellgelb. Auch von ihm gibt es verschiedene Sorten. Sie blühen weiß, gelb, rosa oder rot und verströmen manchmal einen intensiven Duft. Wichtig für die gute Entwicklung des Ginsters sind ein vollsonniger Standort und ein gut wasserdurchlässiger, nicht zu nährstoffreicher Boden.

Miniaturkirschbaum

Zierkirschen gehören zu den eindrucksvollsten Blütenbäumen, doch nicht überall ist genügend Platz für einen Baum. Ein Mandelbäumchen (Prunus triloba) hat ebenso schöne Blüten, wird jedoch nicht so groß. Es kann auch in einem kleinen Stadtgarten wachsen, vorausgesetzt, dass man ihm einen sonnigen, geschützten Standort bieten kann. Die unzähligen rosa Blüten dieses Miniaturkirschbaumes erscheinen im April. Sie sind dicht gefüllt und ähneln bei genauem Hinsehen den Blüten von Rosen. Mandelbäumchen sind als Strauch oder als Hochstämmchen erhältlich und werden etwa 1,5 bis 2,5 Meter hoch. In ein großes Gefäß gepflanzt, kann ein Mandelbäumchen seine Blütenpracht auch auf Balkon und Terrasse entfalten oder ist ein freundlicher Willkommensgruß vor der Haustür.

Ein außergewöhnlicher Frühlingsblüher

Der Judasbaum (Cercis), wegen der Form seiner Blätter auch Herzbaum genannt, ist weniger bekannt als das Mandelbäumchen, hat aber ebenfalls sehr viele schöne rosa Blüten. Der im südlichen Europa beheimatete Gewöhnliche Judasbaum (Cercis siliquastrum) ist ein großer Strauch oder kleiner Baum mit interessanten Schmetterlingsblüten. Er gedeiht auch in Mittteleuropa an warmen, geschützten Stellen im Garten und blüht bereits ab Ende April vor dem Blattaustrieb. Seine Blüten stehen so dicht nebeneinander an den Zweigen, dass die Rinde manchmal nicht mehr zu sehen ist. Eine botanische Besonderheit sind die Blüten, die direkt am Stamm erscheinen, denn normalerweise bilden Stämme keine Blütenknospen.

Blühender Schnellstarter für den Frühlingsgarten

Noch früher als die Zierkirschen blüht das heimische Buschwindröschen (Anemone nemorosa), eine kleine Staude, die sich gut zum Unterpflanzen von laubabwerfenden Gehölzen eignet. Die weißen oder je nach Sorte auch blauen oder rosa Blüten erscheinen bereits im März und April. Das Buschwindröschen blüht schon, bevor die sommergrünen Bäume und Sträucher austreiben, denn so steht ihm noch viel Licht für seine Entwicklung zur Verfügung.

Erfrischender Blattaustrieb

Nicht immer sind es die Blüten, die Frühlingsgefühle wecken, auch der frische Austrieb vieler Gehölze trägt zur Frühlingsstimmung bei. Der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) zum Beispiel beeindruckt im Frühjahr mit seinem frischgrünen Blattaustrieb. Dieser außergewöhnliche Baum gehört aus botanischer Sicht zu den Nadelgehölzen, wirft aber seine schmalen, fast nadelförmigen Blätter im Herbst ab. Er kann sehr hoch werden und sollte deshalb nur in großen Gärten gepflanzt werden.
Weniger Platz benötigen die robusten, pflegeleichten Berberitzen (Berberis), von denen es sowohl immergrüne als auch sommergrüne Arten und Sorten gibt. Sie fallen im Frühjahr mit ihrem hellgrünen oder rötlichen Blattaustrieb auf. Bei manchen Berberitzen verändert sich die Farbe der Blätter nach dem Austrieb von Rot zu Grün. Berberitzen sind sehr robust und eignen sich wegen ihrer ausgezeichneten Schnittverträglichkeit sehr gut für undurchdringliche Hecken. Viele tragen außerdem im Herbst rote oder schwarze Früchte, die bis in den Winter hinein an den Zweigen bleiben. Deshalb sind sie auch sehr wertvolle Vogelschutz- und Vogelnährgehölze.

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats März

Lebendes Fossil

Der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) ist wie der Ginkgo ein lebendes Fossil. Während der Ginkgo schon sehr lange bekannt ist, wurde der Urweltmammutbaum erst 1941 wieder entdeckt. Zuvor hatte man schon uralte Versteinerungen von diesem Baum gefunden, der lange als ausgestorben galt. Die ersten lebenden Exemplare entdeckte ein Forscher in einem schwer zugänglichen Gebirge in China. Von diesen Bäumen wurde daraufhin Saatgut gesammelt, das um 1950 auch in botanische Gärten nach Europa gelangte. Wenige Jahre später wurden schon die ersten kleinen Urweltmammutbäume verkauft. Urweltmammutbäume sind winterhart und wachsen auf guten Böden relativ schnell. Sie beeindrucken durch ihren geraden, hohen Wuchs und ihre gleichmäßige Krone. Diese Bäume eignen sich für große Gärten und werden manchmal auch als Alleen gepflanzt.

Forsythien richtig schneiden

Die Blüten von frühblühenden Ziersträuchern wie dem Goldglöckchen (Forsythia) werden schon im Vorjahr angelegt. Damit sie im Frühjahr ihre volle Blütenpracht zeigen, dürfen sie erst nach der Blüte, spätestens im Juni, zurückgeschnitten werden. Dann haben sie noch genug Zeit, um wieder Blütenknospen für das nächste Jahr zu entwickeln. Alle zwei bis drei Jahre ist ein Auslichtungsschnitt empfehlenswert, bei dem einige der ältesten Triebe direkt an der Basis der Pflanze entfernt werden. PdM

Ein blühendes Denkmal

Die Forsythie wurde nach dem britischen Gärtner und Botaniker William Forsyth (1737-1804) benannt, der in London in verschiedenen großen und bekannten Gärten und Parks arbeitete. Er gründete 1804 zusammen mit Berufskollegen die Royal Horticultural Society of London, die später zur berühmten Royal Horticultural Society wurde.

Stammblütigkeit beim Judasbaum

Der Judasbaum (Cercis), auch Herzbaum genannt, ist eine botanische Besonderheit, denn seine Blüten erscheinen auch am Stamm. Die Eigenschaft, auch an älteren, verholzten Pflanzenteile Blüten zu bilden, wird als Cauliflorie oder Kauliflorie bezeichnet. Sie kommt fast nur bei tropischen Pflanzen vor, zum Beispiel beim Kakao. Für die Pflanzen hat die Stammblütigkeit mehrere Vorteile: Schwerere Früchte können besser gehalten werden und zur Bestäubung können nicht nur Vögel, sondern auch kletternde kleine Tiere beitragen.

Schmetterlingsblüten

Wenn Pflanzen Schmetterlingsblüten haben, heißt das nicht, dass ihre Blüten eine besondere Anziehungskraft auf Schmetterlinge ausüben, sondern dass sie eine besondere Form haben. Sowohl der Ginster (Cytisus) als auch der Judas- beziehungsweise Herzbaum (Cercis) haben Schmetterlingsblüten: Das obere Blütenblatt ist relativ groß, die beiden Blütenblätter an der Seite stehen ab wie die Flügel eines Schmetterlings, und die unteren beiden Blätter sehen aus wie der Kiel eines kleinen Schiffes.

Woher das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) seinen Namen hat

Der botanische Name Anemone geht auf das griechische Word Anemos für Wind zurück, die Bezeichnung nemorosa bezieht sich auf den Standort, an dem das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) in der Natur wächst. Der Begriff nemorosa leitet sich vom lateinischen Wort nemorensis ab, was so viel wie wald- oder hainbewohnend heißt. In der Natur kommt das Buschwindröschen in Laubwäldern vor, wo es schon blüht, bevor die Bäume Blätter bilden, so dass es das Frühlingslicht optimal für seine schnelle Entwicklung nutzen kann. Für den Ursprung der Gattungsbezeichnung Anemone gibt es mehrere Erklärungen: Die Blütenblätter vieler Anemonen sind sehr zart und bewegen sich schon beim leichtesten Windhauch. Eine andere Erklärung bietet die griechische Mythologie: Demnach war Anemona eine Nymphe am Hof der Göttin Flora, die mit Zephyr, dem Gott des Windes, verheiratet war. Zephyr verliebte sich in die schöne Nymphe, die von der eifersüchtigen Flora in eine Blume – die Anemone – verwandelt wurde, um so die Rivalin auszuschalten.

Japan: Kirschblütenfest im Park

Die Blütenpracht der Zierkirschen zeigt den beginnenden Sieg des Frühlings über den Winter besonders eindrucksvoll. In Japan, der Heimat vieler Zierkirschen, ist die Kirschblüte ein landesweites Ereignis, „Hanami“ bzw. „Blüten betrachten“ genannt. Sie lockt die Menschen in Scharen am Wochenende oder nach Feierabend in die Parks. Dort wird unterm Blütendach gepicknickt und mit der Familie, Freunden oder Kollegen ausgiebig gefeiert. In manchen Parkanlagen werden die Kirschbäume nachts angestrahlt. Ihre hellen Blüten, in Japan Sinnbild für Schönheit und Vergänglichkeit, bilden dann einen herrlichen Kontrast zum Dunkel der Nacht.

Ginster: besonderer Wuchs als Anpassung

Viele Ginstersorten (Cytisus) haben fast blattlose Stängel. Der für einen Zierstrauch außergewöhnliche Wuchs ist die Folge einer Anpassung an relativ nährstoffarme, gut wasserdurchlässige Böden an sonnigen Stellen.

Bramsche und Bramfeld: Ginster als Namensgeber

Die früher weit verbreitete Bezeichnung Bram für Ginster hat bei der Benennung einiger Orte eine wichtige Rolle gespielt. Der Name der niedersächsischen Stadt Bramsche geht auf die Wörter Bram für Ginster und Esch für Acker oder Feld zurück. Auch der Name des inzwischen zu Hamburg gehörenden Ortes Bramfeld ist auf den dort einst landschaftsprägenden Ginster zurückzuführen. Blühender Ginster ist sogar auf dem Wappen von Bramfeld abgebildet.

Cytisus scoparius: der Ursprung des Namens Besenginster

Wegen seines Blütenreichtums ist der heimische Besenginster (Cytisus scoparius) ein schöner Zierstrauch für den Frühlingsgarten. Von diesem Ginster gibt es viele Sorten mit schönen Blüten in verschiedenen Gelb- und Rottönen und auch einige mit zweifarbigen Blüten. Früher diente dieser pflegeleichte Strauch praktischen Zwecken, denn aus seinen langen, schlanken und festen Zweigen wurden einst Besen hergestellt. Daher hat er auch seinen deutschen Namen Besenginster.

Cytisus 2farbig

Foto: PdM. – Der Ginster beeindruckt im Frühling mit seinen schönen Schmetterlingsblüten. Die meisten Sorten blühen gelb, doch manche überraschen mit roten und einige sogar mit mehrfarbigen Blüten.

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