Archiv des Monats Dezember 2010

Blickfang im Winter

Farben und Formen in der kalten Jahreszeit

Im Winter wirkt die Welt da draußen manchmal fast wie ein Schwarzweiß-Film, denn statt leuchtender Farben bestimmen vor allem viele Grau- und Brauntöne und manchmal auch strahlendes Weiß das Bild. Deshalb gewinnen andere Aspekte wie Formen und Strukturen an Bedeutung, die jetzt deutlicher hervortreten. Es gibt manches zu entdecken, das sonst kaum wahrgenommen wird, weil leuchtende Farben ablenken oder der freie Blick durch das Laub sommergrüner Bäume versperrt wurde. Manchmal gibt es auch Momente der Verwunderung, wenn doch die ein oder andere leuchtende Farbe wie ein kräftiges Rot oder ein frisches Gelbgrün im winterlichen Garten entdeckt werden.

Effektvolle Stämme

Die Wirkung von Pflanzen kann durch den Mangel leuchtender Farben im Winter viel stärker sein als in anderen Jahreszeiten. Es ist ähnlich wie bei der digitalen Fotografie, die es möglich macht, Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen so zu verändern, dass ein Teil eines Bildes eingefärbt wird. Dieser Teil fällt dadurch viel stärker auf als auf einem Farbfoto und eine kleine Blume oder ein leuchtend roter Marienkäfer kann so auf einmal zum Hauptakteur werden. Im Garten entwickeln manche Pflanzen im Winter eine ähnliche Kraft: Die glatten rosa- bis cremeweißen Stämme der Ermans- oder Gold-Birke (Betula ermanii) beispielsweise machen diesen Baum zu einem auffallenden Schmuckstück in dieser Jahreszeit. Interessant ist die Rinde auch deshalb, weil sie sich in dünnen Streifen vom Stamm abrollt. Schon im Herbst wird diese Birke zu einem Blickfang, denn die hübschen Blätter leuchten dann goldgelb. Die Gold-Birke wächst oft mehrstämmig und hat wegen ihres schönen, lockeren Wuchses einen Einzelstand verdient, an dem sie besonders gut zur Geltung kommt. Sogar Tiere schätzen die Gold-Birke, vor allem hier überwinternde Vögel fressen gerne die Samen dieses Baumes.

Leuchtkraft gegen Wintergrau

Auch einige Sträucher haben eine schöne, auffallend gefärbte Rinde. Manche Hartriegel-Sorten (Cornus) beleben den Garten mit ihren farbintensiven Trieben, die im Winter viel deutlicher zu sehen sind als während der warmen Jahreszeit, wenn sie belaubt sind: Der Sibirische Hartriegel (Cornus alba ‚Sibirica‘) hat eine leuchtend rote Rinde, der Gelbholzhartriegel (Cornus stolonifera ‚Flaviramea‘) beeindruckt mit hellgrüngelben Trieben. Interessant ist auch der Hartriegel ‚Midwinter Fire‘, dessen Rinde an der Sonnenseite orangerot leuchtet. Besonders effektvoll ist eine Kombination des Gelbholzhartriegels mit einer Sorte, die eine rote Rinde hat. Die farbintensiven Zweige einiger Cornus-Sorten werden auch gerne von Floristen verwendet. Ein gelegentlicher Schnitt dieser Hartriegel lohnt sich, weil die ein- bis zweijährigen Triebe besonders intensiv gefärbt sind. Am besten schneidet man diese Sträucher im zeitigen Frühjahr zurück, indem man die dickeren, nicht mehr so schön gefärbten Triebe entfernt.

Grün und viel mehr

Manche Gehölze bringen auch mit ihren Nadeln oder Blättern Farbe in den Winter. Zusätzlich zu den vielen Schattierungen, mit der die Farbe Grün aufwarten kann kommen durch das Pflanzen von Nadelgehölzen auch gelbe und bläuliche Nuancen ins Spiel. Viele Laubgehölze sind ebenfalls immergrün, und nicht nur das: Manche von ihnen, wie einige immergrüne Stechpalmen (Ilex-aquifolium-Sorten) und Kriechspindeln (Euonymus-fortunei-Sorten), haben sogar mehrfarbige Blätter. Von der in Europa weit verbreiteten Stechpalme (Ilex aquifolium) zum Beispiel gibt es Sorten, deren kräftige, glänzend grünen Blätter einen silbrigen oder goldgelben Rand aufweisen. Auch aus einem anderen Grund werden Stechpalmen gerne gepflanzt: Einige beeindrucken mit unzähligen leuchtend roten Beeren, die die Pflanzen bis weit in den Winter hinein schmücken und einen herrlichen Farbkontrast zum dunklen Grün des Laubes bilden.

Klein und fein

Auch für ganz kleine Gärten sind zum Beispiel Kriechspindeln geeignet. Diese immergrünen kleinen Sträucher wachsen bodendeckend und können je nach Sorte auch mit Hilfe ihrer Haftwurzeln an Mauern, Wänden oder Baumstämmen emporwachsen. Manche Kriechspindeln haben weiß- oder gelbgrün gefärbte Blätter und zaubern so im Winter besondere Lichtreflexe in den Garten. Einige Kriechspindeln, sowohl mehrfarbige als auch reingrüne, ändern den Farbton ihrer Blätter im Winter, denn sie sind dann rosa oder rötlich getönt. Wegen ihres kompakten Wuchses können Kriechspindeln gut in Gefäße gepflanzt werden und bringen so auch Farbe auf den Balkon oder die Terrasse.

Eindrucksvoll im Winter – das geht auch ohne leuchtende Farben

Die Korkenzieherhasel (Corylus avellana ‚Contorta‘) ist ein Zierstrauch der Extraklasse, denn ihre Triebe sind außergewöhnlich stark gedreht. Sie erinnern in der Tat an Korkenzieher. Dieser interessante Wuchs zeigt sich im Winter besonders deutlich. Raureif und feiner Schnee akzentuieren dann noch die markante Wuchsform. Sehr reizvoll sind auch die langen Blütenkätzchen, die im Frühling noch vor dem Blattaustrieb erscheinen. Die Korkenzieherhasel wird nur etwa zwei bis vier Meter hoch und eignet sich deshalb auch für kleinere Gärten oder große Kübel.

Jetzt auf interessante Pflanzen achten

Eine auffallend gefärbte Rinde, mehrfarbige Blätter, winterlicher Fruchtschmuck oder ein markanter Wuchs – es gibt viele Eigenschaften, mit denen manche Pflanzen dazu beitragen können, dass ein Garten auch in der kalten Jahreszeit einiges an Sehenswertem zu bieten hat. Es lohnt sich deshalb, jetzt auf auffallende Sträucher und Bäume zu achten, um Ideen für den eigenen Garten zu sammeln. PdM

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats Januar

Der Baum, der aus der Kälte kam
Die Ermans- oder Gold-Birke (Betula ermanii) ist ein sehr genügsamer und kältetoleranter Baum. Sie wächst unter anderem in Japan, Korea und im Nordosten Russlands auf der Halbinsel Kamtschatka und auf Sachalin. Im Nordosten Sibiriens ist sie weit verbreitet. Deshalb ist sie auch unter dem Namen Kamtschatka-Birke bekannt. Ihre Fähigkeit, auf flachgründigen, sehr nährstoffarmen Böden wachsen zu können, hat dazu geführt, dass sie in Russland auch als Felsenbirke bezeichnet wird. Der botanische Name Betula ermanii geht auf den deutschen Botaniker und Forschungsreisenden Adolf Erman zurück, der unter anderem die Region Kamtschatka erforschte und diese Birke als Erster beschrieben hat. PdM

Stechpalmen: manchmal besser zu zweit
Viele Stechpalmen (Ilex) tragen im Herbst und Winter leuchtend rote Beeren, die durch den starken Farbkontrast zu den immergrünen Blättern besonders auffallen. Es gibt auch einige laubabwerfende Stechpalmen, die mit ihrem reichen Beerenschmuck beeindrucken. Stechpalmen sind gut schnittverträglich und ihre Fruchtzweige können in der Weihnachtszeit auch die Wohnung verschönern. Wer sich über möglichst viele Beeren freuen möchte, sollte zusätzlich zu einer weiblichen Pflanze eine männliche als Pollenspender pflanzen, denn Stechpalmen sind oft zweihäusig. Das heißt, dass sie entweder männliche oder weibliche Blüten haben. Einige Sorten wie ‚J.C. van Tol‘ sind jedoch einhäusig und tragen auch ohne Partner viele Früchte. PdM

Korkenzieherhasel: Wildtriebe frühzeitig entfernen
Die Korkenzieherhasel (Corylus avellana ‚Contorta‘) wird veredelt. Das heißt, dass die Edelsorte mit einer robusten Unterlage, die das Wurzelsystem der Pflanze ausbildet, dauerhaft verbunden wird. Durch die Veredelung werden zwei Teile von Pflanzen so miteinander verbunden, dass sie zusammenwachsen und sich dadurch in bestimmten positiven Eigenschaften ergänzen. Manchmal kann es passieren, dass die Unterlage noch eigene Triebe bildet, die nicht erwünscht sind, denn sie konkurrieren mit der Edelsorte um Licht und Nährstoffe. Außerdem sind sie oft wüchsiger. Man sollte sie entfernen, um zu verhindern, dass sie zu stark werden und dann die Edelsorte unterdrücken. Die Wildtriebe der Korkenzieherhasel sind daran zu erkennen, dass sie gerade wachsen und nicht korkenzieherartig gedreht sind. PdM

Magische Stechpalmen
Die in Europa heimischen Stechpalmen (Ilex aquifolium) haben im Glauben der Menschen eine besondere Rolle gespielt, weil diese Sträucher und Bäume auch im Winter ihre Blätter behalten. Die Druiden hatten im Winter in ihren Wohnräumen Stechpalmenzweige, um Feen und guten Waldgeistern in der kalten Jahreszeit Unterschlupf zu bieten. Stechpalmenzweige wurden auch verwendet, um Unheil abzuwehren, denn sie hatten magische Kräfte und boten Schutz vor Blitzschlag, Hexenzauber und bösen Geistern. In angelsächsischen Ländern werden heute noch in der Weihnachtszeit Stechpalmenzweige am Kamin aufgehängt. Mit diesem Brauch soll verhindert werden, dass böse Geister durch den Kamin ins Haus gelangen. PdM

Ilex: Ersatz für Palmenzweige
Der in Deutschland verbreitete Name „Stechpalme“ für den hier heimischen Ilex aquifolium überrascht, denn der Ilex hat mit Palmen keinerlei Ähnlichkeit. Der deutsche Name wird auf den Brauch zurückgeführt, am Palmsonntag, dem Sonntag vor Ostern, Ilexzweige in der Kirche zu verwenden. An diesem Sonntag wird des festlichen Einzugs von Jesus in Jerusalem gedacht. Dabei wurde ihm mit Palmwedeln gehuldigt, die in hiesigen Breiten bei den Feierlichkeiten am Palmsonntag durch die immergrünen Ilexzweige ersetzt wurden. PdM

Ilex: Zweige als Geschenk
Bei den Römern galt Ilex wegen seiner immergrünen Blätter und der leuchtend roten Früchte als Symbol des ewigen Lebens. Während der Saturnalien, eines altrömischen Mittwinterfestes zu Ehren des Gottes Saturn, wurden Ilexzweige als Zeichen für Glück und Gesundheit verschenkt. Das Fest dauerte mehrere Tage. Es wurde um die Zeit der Wintersonnenwende herum gefeiert, zu der die Christen später Weihnachten feierten. PdM

Winterlicher Beerenschmuck für die Vase
Nicht alle Ilex-Arten sind immergrün. Der aus Amerika stammende Ilex verticillata, im Deutschen manchmal als Rote Winterbeere bezeichnet, wirft im Herbst seine Blätter ab. Er behält jedoch seine auffallenden, leuchtend roten Beeren auch während des Winters und wird deshalb gerne in der Floristik verwendet. PdM

Abwechslungsreiche Haselnusssträucher
Haselnusssträucher (Corylus avellana und Sorten) sind vor allem wegen der leckeren Nüsse bekannt. Einige Haselnusssorten sind aber auch sehr interessante Ziergehölze. Manche fruchttragenden Sorten haben zum Beispiel auffallend dunkelrote Blätter. Die Korkenzieherhasel (Corylus avellana ‚Contorta‘) ist eine ganz große Besonderheit im Sortiment der Nusssträucher. Sie bildet zwar auch essbare Nüsse, doch diese sind relativ klein, sie erscheinen selten oder in geringer Zahl und reifen relativ spät. Die Korkenzieherhasel wird also nicht wegen der Früchte, sondern wegen der bizarren, eigenwillig gedrehten Zweige gepflanzt, die sie besonders im Winter zu einem außergewöhnlichen Schmuckstück im Garten macht. PdM

Corylus avellana

Foto: PdM. – Die Korkenzieherhasel ist eine außergewöhnliche Pflanze, denn ihre Triebe sind stark gedreht. Sehr zierend sind auch die langen Blütenkätzchen, die vor dem Blattaustrieb erscheinen.

Kommentar

Farbe für den Topfgarten

Willkommen Winter!

Dunkle Wintermonate stehen bevor – grausig! Doch wenn man ehrlich ist, bieten sie auch eine gute Gelegenheit, um endlich mal wieder richtig zur Ruhe zu kommen: Einfach gemütlich zu Hause bleiben und sich einen Ausgleich zur nimmermüden Sommerzeit gönnen. Denn jetzt kann man es sich drinnen schön kuschelig gestalten, während die Natur draußen in die Ruhephase geht. Auch Balkon und Terrasse benötigen nun weniger Pflege als zu jeder anderen Jahreszeit. Zwar geht man im Winter nur selten auf die Terrasse hinaus, aber man schaut doch aus dem warmen Wohnraum gerne auf ein einladend winterliches Außenzimmer.

Natürlich Winter!

Legt sich feiner Schnee oder Raureif auf den Topfgarten, entsteht vor dem Fenster eine hübsche weiße Winterlandschaft. Aber auch ohne solch glitzernde Schneedecke kann sich die Terrasse in der kalten Jahreszeit sehen lassen. Denn manche Gewächse zeigen sich überraschenderweise gerade im Winter von ihrer schönsten Seite. Pflanzen mit Beerenschmuck sind in der kalten Jahreszeit besonders ansehnlich: Die Frucht-Skimmie (Skimmia japonica) ist beispielsweise eine kleine immergrüne Pflanze, die durch ihre roten Beeren auffällt. Diese erscheinen ab September und zieren Balkon und Terrasse bis weit in den Winter hinein. Die Blüten-Skimmie (Skimmia japonica ‚Rubella‘) trägt im Winter keine Früchte sondern wirkungsvolle rotbraune Blütenknospen, die sich im Frühling zu rosaweißen Blüten öffnen.

Vor der dunklen Winterkulisse und auch im Schnee bilden die leuchtend purpur- oder rosaroten Beeren der Torfmyrte (Pernettya) einen schönen Effekt. Die Früchte haften oft den ganzen Winter an dem fein verzweigten Zwergstrauch und werden von der Vogelwelt gemieden. Das macht die Torfmyrte zur idealen Topfbesetzung für die kalte Jahreszeit. Einen geschützten, von drinnen gut sichtbaren Platz an der Terrasse hat auch der zauberhafte Liebesperlenstrauch (Callicarpa) verdient. Mit seinen glänzend lila bis violett gefärbten Beeren ist er einer der schönsten Fruchtschmucksträucher im Garten. Auch der Feuerdorn (Pyracantha) beeindruckt mit unzähligen leuchtend orangefarbenen erbsengroßen Beeren und wintergrünem Laub. Er ist sehr schnittverträglich und eignet sich, ebenso wie die Zwergmispel (Cotoneaster dammeri) mit ihren kleinen roten Beeren, für die Bepflanzung von Kübeln.

Immergrüne auf der Terrasse

Auch schlichte immergrüne Gehölze wie Buchsbaum (Buxus), Spindelstrauch (Euonymus) und Lavendelheide (Pieris) oder langsam wachsende kleinbleibende Nadelgehölze wie einige Zwergformen von Scheinzypresse (Chamaecyparis) oder Lebensbaum (Thuja) eignen sich gut, um auf Balkon und Terrasse stimmungsvolle Winteratmosphäre zu schaffen. Und wer’s mag, kann seine Naturschönheiten mit Schleifen, Zapfen, Äpfeln und Strohsternen festlich dekorieren.

Torfmyrte

Foto: PdM. – Vor der dunklen Winterkulisse und auch im Schnee bilden die leuchtend purpur- oder rosaroten Beeren der Torfmyrte (Pernettya) einen schönen Effekt. Die Früchte haften oft den ganzen Winter an dem fein verzweigten Zwergstrauch und werden von der Vogelwelt gemieden.

Kommentar

Grüne Schmuckstücke sorgen für paradiesisches Entzücken

Weihnachtshighlights für draußen

Wann und wieso die Weihnachtsbäume in unsere Zimmer gelangen konnten, ist nicht genau zu ermitteln. Vielmehr setzt sich unser typisches Weihnachtsverhalten aus unterschiedlichen Bräuchen zusammen, denen jedoch eines gemeinsam ist: Die starke Sehnsucht der Menschen, sich gerade im kalten Winter mit immergrünen Pflanzen, in denen ungeheure Lebenskraft steckt, zu umgeben. Schon in der römischen Antike bekränzten die Menschen zum Jahreswechsel ihre Häuser mit Lorbeerzweigen.

Im Jahr 1539 gibt es einen urkundlichen Eintrag, dass im Straßburger Münster ein Weihnachtsbaum aufgestellt wurde. Für 1605 ist in Straßburg der erste Christbaum belegt, der als Gabenbaum oder Bescherbaum, allerdings ohne Kerzen, hergerichtet war. In einer Chronik heißt es: „Auff Weihenachten richtett man Dannenbäume zu Straßburg in den Stuben auf, daran henckett man Rossen aus vielfarbigem Papier geschnitten, Äpfel, flache Kuchen, Zischgolt, Zucker ….“. Offenbar wurde die Sitte der Stubenbegrünung mit Zweigen auch beim gewöhnlichen Volk zunehmend so beliebt, dass die Kirche, der große Waldgebiete gehörten, gegen das Plündern dieser zur Weihnachtzeit mit heftigen Drohungen einschritt. Das Auslegen von Tannenreisig in den Stuben galt als heidnischer Brauch und wurde somit strengstens untersagt.

Ab 1750 häufen sich dann allerdings die Berichte über das Aufstellen von Weihnachtsbäumen. Bereits Goethes Werther, der 1774 erschien, kommt am Sonntag vor Weihnachten zu Lotte und spricht vom paradiesischen Entzücken beim Anblick eines „aufgeputzten Baumes mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln“. Während der Brauch in den Städten schnell Einzug hielt, setzte er sich in ländlichen Gebieten nur langsam durch. Schließlich gab auch die katholische Kirche ihren Widerstand auf. Da Tannenbäume in Mitteleuropa selten waren, konnten sich zunächst nur die begüterten Schichten einen Weihnachtsbaum leisten. Die übrigen behalfen sich mit anderem winterlichen Grün wie Kiefer- oder Mistelzweigen. Mitte 1850 waren dann genügend Tannen- und Fichtenwälder entstanden, um den städtischen Bedarf an Weihnachtsbäumen zu decken.

Wer neben dem traditionellen Weihnachtsbaum im Haus über grüne Weihnachtsinseln mit Leuchtkraft draußen nachdenkt, kann in diesem Herbst noch so einiges pflanzen, um sich und andere in „paradiesisches Entzücken“ zu versetzen. Für eine warme Adventsstimmung sorgen zum Beispiel mit zarten Lichterketten geschmückte kugelrunde Buchsbäume draußen auf der Terrasse, neben der Eingangstür oder im Garten. Manche Pflanzen sind auch ohne Blätter interessant. Die bizarr gedrehten Zweige der Korkenzieher-Hasel (Corylus avellana ´Contorta´) sind im Winter besonders deutlich zu erkennen und wirken mit feinem Schnee oder Raureif wie ein filigraner Gruß aus Christkinds Zuckerbäckerei.

Es gibt einige Tannen, die ihren Weihnachtsschmuck selber tragen und nicht nur im Winter eine gute Figur abgeben. Die Korea-Tanne (Abies koreana) ist ein immergrünes, kompaktes Nadelgehölz. Neben dem malerischen Wuchs erhöhen dichte, glänzend grüne Nadeln, deren Unterseiten auffallend silbrig-weiß strahlen, die Attraktivität. Schon in der Jugend bildet diese Tanne zahlreiche violett-blaue Zapfen aus, die von September bis in den Winter hinein aufrecht an den Zweigen stehen.

Richtig knuffig und für große Töpfe geeignet ist die niedrige, kompakt wachsende Balsam-Tanne (Abies balsamea ´Nana´). Die kurzen, stumpfen, dunkelgrünen Nadeln und das Harz verströmen einen aromatischen Duft. Mit einer Lichterkette bekleidet sorgt auch dieser Tannenzwerg für vorweihnachtliche Glücksgefühle.

Eine weitere Nadelschönheit ist die Zuckerhutfichte (Picea glauca ´Conica´). Mit ihrem langsamen Wuchs und einer Maximalhöhe von 1,50 Metern ist für sie auch im kleinsten Garten oder in einem Pflanzkübel Platz. Die feinen, grünen Nadeln sind charakteristisch für diese Miniaturfichte und laden zum Schmücken in der Weihnachtszeit ein.

E-Mail Korea-Tanne 2275

Foto: PdM. – Schon in der Jugend bildet die Korea-Tanne (Abies koreana) zahlreiche violett-blaue Zapfen aus, die von September bis in den Winter hinein aufrecht an den Zweigen stehen.

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