Archiv des Monats Oktober 2010

Pflanzen für die vierte Jahreszeit

Immer Grün

Der Herbst ist noch nicht vorbei, auch wenn im November manchmal schon ein Hauch von Winter in der Luft liegt. Die Stimmung im Garten hat sich deutlich verändert, nur wenige Pflanzen blühen noch, zum Beispiel einige späte Heidesorten (Calluna) und der Duftschneeball (Viburnum farreri). Bald schon könnte der Garten in einen mehrmonatigen Dornröschenschlaf versinken, bis ihn die Frühlingssonne im nächsten Jahr wieder erwachen lässt. Aber das muss nicht sein, denn wenn bei der Pflanzenauswahl auch an die kalte Jahreszeit gedacht wurde, kann der Garten auch im Winter interessant sein.

Magischer Herbst

An manchen Tagen im Spätherbst zeigt sich die Natur besonders stimmungsvoll. Nebel verzaubert die Landschaft, manche Sträucher sind nur noch schemenhaft zu erkennen und Raureif lässt die trockenen Samenstände von Gräsern und Stauden im morgendlichen Licht glitzern. Solange der Boden nicht tiefgründig gefroren ist, können noch Gehölze gepflanzt werden. Wer jetzt merkt, dass der Garten in der kalten Jahreszeit doch recht kahl aussieht, kann also noch aktiv werden und gegensteuern. Beim Besuch in Baumschulen und Gartencentern lässt sich manche Pflanze entdecken, die gerade nach dem herbstlichen Laubfall besonders interessant ist, zum Beispiel einige Hartriegelsorten (Cornus), die eine auffallend rote Rinde haben, oder die Korkenzieherhaselnuss, die vor allem im Winter mit ihren gedrehten Zweigen auffällt. Im Spätherbst und im Winter können auch die immergrünen Gehölze ihre Trümpfe ausspielen, denn sie verleihen dem Garten Struktur, gliedern ihn und sie sorgen für Farbe rund ums Haus.

Blaues Nadelkleid

Viele immergrüne Gehölze sind nicht einfach immer grün, denn diese Pflanzengruppe bietet eine erstaunliche Farbenvielfalt. Sie umfasst nicht nur die unterschiedlichsten Grüntöne, sondern auch viele blaue und gelbe Nuancen. Eine besondere Pflanzenschönheit ist die ursprünglich in Japan beheimatete Mädchenkiefer (Pinus parviflora), von der es verschiedene interessante Sorten für den Garten gibt. Die Blaue Mädchenkiefer (Pinus parviflora ‚Glauca‘) beispielsweise hat sehr feine, bläuliche Nadeln, die jeweils zu fünft zusammenstehen. Sie sind stark gedreht und an den Innenseiten blauweiß. An den Enden der Triebe wachsen besonders viele Nadeln, so dass sie fast wie Pinsel wirken. Die Blaue Mädchenkiefer bildet schon als junge Pflanze viele zierende Zapfen. Sie hat einen Einzelstand verdient, damit ihre außergewöhnliche, etwas unregelmäßige Wuchsform optimal zur Geltung kommt.

Immergrün mit gelben Punkten

Auch die wenig bekannte Aukube (Aucuba japonica) stammt aus Japan. Diese interessante Blattschmuckpflanze benötigt einen geschützten, halbschattigen bis schattigen Standort. Sie wird bis etwa zwei Meter hoch und kann auch in große Kübel gepflanzt werden. Wenn sie als Kübelpflanze verwendet wird, sollte sie vor Frost geschützt überwintern. Auch von der Aukube gibt es verschiedene Sorten. ‚Variegata‘ zum Beispiel hat große, ledrige Blätter, die unregelmäßig gelb gefleckt sind. Viele Aukuben sind zweihäusig, das heißt, dass es männliche und weibliche Pflanzen gibt. Wer ein Aukuben-Pärchen oder eine selbstfruchtbare Sorte pflanzt, kann sich über lange haltbaren Beerenschmuck freuen, denn aus den eher unscheinbaren Blüten entwickeln sich im Spätsommer leuchtend rote Beeren. Sie bleiben oft über Winter an den Zweigen und bilden einen schönen Kontrast zu den immergrünen Blättern.

Grüne Zwerge für den Balkon

Die Strauchveronika (Hebe) ist ebenfalls immergrün und noch relativ wenig bekannt. Zu dieser Pflanzengattung gehören viele kleine Sträucher, die gut in Töpfen, Schalen oder Kästen zur Geltung kommen und so auch in der kalten Jahreszeit Farbe und interessante Strukturen auf den Balkon bringen. Sie stammen ursprünglich aus Neuseeland und beeindrucken mit der Vielfalt ihrer Blattformen und den unterschiedlichen Grüntönen. Manche dieser kleinen Sträucher faszinieren auch mit einer sehr markanten Wuchsform. Einige haben sehr feine Blättchen und erinnern eher an kleine Nadelbäume wie Wacholder oder Zypressen als an immergrüne Laubgehölze. Wichtig bei Immergrünen wie der Hebe: Sie verdunsten auch im Winter Wasser über ihre Blätter oder Nadeln. Deshalb kann es sinnvoll sein, sie an frostfreien Tagen zu gießen. Das gilt insbesondere für frisch gepflanzte Gehölze, die noch kein tiefgehendes Wurzelwerk ausgebildet haben, und für Immergrüne, die in Kästen, Töpfen oder Kübeln wachsen. Pflanzen in Gefäßen haben nur einen begrenzten Wurzelraum zur Verfügung. Sie können deshalb nicht wie fest eingewachsene Pflanzen im Garten in die Tiefe wurzeln und dort noch Wasser aufnehmen.

Für immergrüne Wände und lebende Zäune

Auch der Efeu ist immergrün. Er kann sowohl als Kletterpflanze als auch als Bodendecker verwendet werden. Der Efeu ist in Europa heimisch und hat schon früh im Leben der Menschen eine Rolle gespielt, unter anderem als Heilpflanze und als Schutz vor Hexen. Heute wird er als ganzjährig grüne, Schatten vertragende Kletterpflanze geschätzt, die einem Haus Persönlichkeit verleiht, unschöne Wände ganzjährig begrünt und Temperaturschwankungen ausgleicht. Im Winter kann er mit seinem dichten Blattwerk isolierend wirken, im Sommer trägt er zur Temperatursenkung in Gebäuden bei. Efeu klettert aus eigener Kraft mit Hilfe von Haftwurzeln an Bäumen und Wänden empor. Als Kletterpflanze kann er auch an einem Gerüst oder Zaun wachsen und zu einer schmalen und somit platzsparenden, immergrünen Grundstücksbegrenzung werden. Der Efeu ist auch für die Tierwelt wertvoll, denn er bietet Schutz und Nistmöglichkeiten. Am bekanntesten ist der dunkelgrünblättrige Efeu (Hedera helix) mit seinen schönen, meist dreilappigen Blättern und den oft deutlich helleren Blattnerven. Es gibt auch Sorten, die eine besondere Blattform oder -farbe haben wie zum Beispiel der Efeu ‚Goldheart‘. Die Blätter dieses Efeus besitzen eine auffallend gelb gefärbte Mitte. So tragen Immergrüne wie der Efeu auf mehrfache Weise dazu bei, dass der Garten auch im Winter interessant ist, denn das große Sortiment der Immergrünen bietet auch in der kalten Jahreszeit farbliche Abwechslung.

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats November

Stirnkühlende Efeukränze

In der Antike galt der Efeu als ein Symbol feierfreudiger Götter: Bei den Griechen war er Dionysos, bei den Römern Bacchus geweiht – den Göttern des Weines. Der Efeu wurde bei rauschenden Festen geschätzt, weil Efeukränze während der Festgelage die vom Feiern und vom Alkohol erhitzten Köpfe kühlten. Außerdem wurden die Trinkgefäße für den Wein mit Efeu verziert.

Symbol der Treue

Der Efeu ist eine Pflanze mit großer symbolischer Bedeutung. Er war schon früh wegen seiner immergrünen Blätter ein Symbol des ewigen Lebens. Er gilt auch als ein Symbol der Zuverlässigkeit und der Treue, die sogar den Tod überwindet. In der Sage von Tristan und Isolde, die sich verbotenerweise ineinander verliebten, spielt Efeu eine wichtige Rolle. Das Paar wurde für seine Liebe bestraft und um Tristan und Isolde selbst im Tod noch voneinander zu trennen, wurden sie an zwei verschiedenen Seiten einer Kirche begraben. An beiden Gräbern begann Efeu zu wachsen. Die Pflanzen wurden so hoch, dass sie das Dach überrankten und sich dort begegneten, so dass die beiden Liebenden doch noch im Tode vereint waren.

Efeu gelb-grün

Der gelbbunte Efeu ‚Goldheart‘, manchmal auch Goldefeu genannt, hat grüne Blätter mit einer schönen gelben Mitte. ‚Goldheart‘ sollte nach Möglichkeit nicht beschnitten werden, doch wenn sich Triebe mit rein grünen Blättern bilden, ist es sinnvoll, diese zu entfernen, damit sie nicht zu sehr überhand nehmen und die gelbgrünen Blätter unterdrücken.

Efeu: Blattunterschiede zwischen Jugend- und Altersform

Manchmal findet man an ein und derselben Efeupflanze zwei verschiedene Arten von Blättern: die einen sind zumeist drei- bis fünflappig, die anderen ovaler und zugespitzter. Die Form der Blätter hat mit dem Alter zu tun. Als junge Pflanze blüht Efeu nicht, sondern investiert seine Kraft ins Wachstum. Ältere Pflanzen bilden dagegen auch Blütentriebe. Dies sind die Triebe mit den ovaleren Blättern. Es dauert etwa acht bis zehn Jahre, bis ein Efeu Blütentriebe bildet. An extrem schattigen Standorten blüht er allerdings nicht.

Wertvolle Nahrungsquelle für Tiere

Der Efeu blüht im Herbst, etwa ab September, also zu einer Zeit, in der nur noch wenige Pflanzen Blüten haben. Seine Blüten enthalten eine große Menge Nektar. Wegen dieses späten Nektarangebotes ist der Efeu eine besonders wertvolle Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten. Aus den halbkugelförmig angeordneten Blüten entwickeln sich später blauschwarze Beeren, die im Winter heranreifen und gerne von Amseln, Drosseln und anderen Vögeln gefressen werden.

Sieger über den Winter

In der chinesischen Kultur spielen Pflanzen als Symbole eine große Rolle. Die Kiefer gehört zusammen mit dem Bambus und dem frühblühendem Pflaumenbaum zu den „drei Freunden des Winters“. Sie trotzen alle auf ihre Weise dem kalten Winter und symbolisieren deshalb Härte und Stärke: Bambus und Kiefer sind selbst im Winter grün und der Pflaumenbaum öffnet seine Blüten schon vor dem Blattaustrieb. Kiefern stehen zudem als Symbol für langes Leben und Beständigkeit, denn diese Bäume können ein sehr hohes Alter erreichen und auch unter unwirtlichen Bedingungen überleben.

Robust und artenreich

Die Gattung Pinus (Kiefer) ist mit rund 100 Arten artenreicher als jede andere Koniferen-Gattung. Das liegt vor allem daran, dass sie ein außergewöhnlich großes natürliches Verbreitungsgebiet haben. Es reicht von der Polarregion im Norden bis zur Südhalbkugel. Die natürlichen Standorte der Kiefern sind für andere Pflanzen häufig ungünstig. Kiefern jedoch stellen keine besonderen Ansprüche an den Boden und sie sind deshalb oftmals sehr effektive Pionierpflanzen. Wichtig ist allerdings ein sonniger Standort, denn alle Kiefern benötigen viel Licht.

Markantes Merkmal bei Kiefernnadeln

Die Nadeln der Kiefern stehen, anders als bei Fichten und Tannen, häufig zu zweit oder zu fünft zusammen. Dies ist eines der typischen Merkmale, das bei der Pflanzenbestimmung weiterhelfen kann.

Kiefern als Neujahrsschmuck

Kiefern sind auch in der japanischen Kultur von großer Bedeutung. Sie stehen symbolhaft für Eigenschaften wie Stärke, Langlebigkeit und Zeitlosigkeit. Diese Bäume haben in Japan eine besondere Funktion zum Jahreswechsel: An Haustüren und auch an den Eingängen von Geschäften werden Kiefern paarweise als Neujahrschmuck aufgestellt.

Eine Göttin stand Pate

Der Gattungsname der immergrünen Strauchveronika – Hebe – geht zurück auf die griechische Göttin der Jugend, die ebenfalls Hebe heißt. Warum die überwiegend in Neuseeland beheimateten Pflanzen diesen Namen bekamen, ist nicht bekannt. Vielleicht wurden sie nach der Göttin der Jugend benannt, weil viele dieser kleinen Sträucher wegen ihres immergrünen Laubes das ganze Jahr über frisch aussehen und scheinbar nicht älter werden.

Blätter als Namensgeberin

Die aus Japan stammende Aukube (Aucuba japonica) ist eines der wenigen Laubgehölze, das auch im Schatten gedeiht und deshalb zum Beispiel unter große, lichte Gehölze gepflanzt werden kann. Dieser Zierstrauch wird manchmal auch als Japanische Goldorange bezeichnet. Der Name bezieht sich nicht auf die Früchte dieser Pflanzen, sondern auf ihre großen, ledrigen, immergrünen Blätter, die an die Blätter von Orangenbäumchen erinnern.

EMail Hedera helix Goldheart 247294

Foto: PdM. – Kletterpflanzen wie der immergrüne Efeu verleihen einem Haus Persönlichkeit, verdecken unschöne Wände und gleichen Temperaturschwankungen aus. Efeu ist auch für die Tierwelt wertvoll, denn er bietet Schutz und Nistmöglichkeiten. Vom Efeu gibt es verschiedene Sorten, zum Beispiel ‚Goldheart‘, dessen Blätter in der Mitte gelb gefärbt sind.

Kommentar

Blättervielfalt

Mehr Farbe für den Garten

Die Welt der Pflanzen ist grün, denn die meisten Bäume und Sträucher haben grüne Blätter. Doch es gibt erstaunlich viele Gehölze, auf die das nicht zutrifft. Sie ermöglichen spannende Kontraste bei der Pflanzenkombination. Wenn bei der Auswahl von Bäumen und Sträuchern auf die Wirkung der Blätter geachtet wird, bietet der Garten auch dann noch viele Eindrücke, wenn längst keine Pflanzen mehr blühen. Wer zusätzlich die unterschiedlichen Formen und Farben der immergrünen Laub- und Nadelgehölze berücksichtigt, kann seinen Garten so gestalten, dass er zu jeder Jahreszeit interessant ist.

Dunkelrote Laubgehölze

Außergewöhnlich sind gelbe und rote Farbtöne im Laub von Gehölzen. Dunkelrote, manchmal fast schwarz wirkende Blätter finden sich unter anderem bei vielen Ahornen. Rotblättrige Sorten gibt es zum Beispiel in der Gruppe der zierlichen japanischen Ahorne und bei den oft erheblich höher werdenden Spitzahornen wie ‚Faassen’s Black‘ und ‚Royal Red‘. Auch manche Buchen (Fagus) wie die überhängend wachsende, nur etwa drei bis fünf Meter hohe Schwarzrote Hängebuche (Fagus sylvatica ‚Purpurea Pendula‘) haben dunkelrote Blätter. Andere sommergrüne Laubgehölze beeindrucken ebenfalls mit tiefroten Blättern, zum Beispiel die Blutpflaume (Prunus cerasifera ‚Nigra‘), einige Haselnusssträucher (Corylus-Sorten) und der Rote Perückenstrauch (Cotinus coggygria ‚Royal Purple‘). Perückensträucher sind auch in anderer Hinsicht etwas Besonderes: Sie haben sehr markante, dünne Blätter und luftig-fedrige Blütenstände, die die Pflanzen im Sommer wie ein feiner Schleier umgeben und manchen Betrachter an Perücken erinnern.

Mit Leuchtkraft durchs Gartenjahr

Gelbe bis goldgelbe Nuancen bringen ebenfalls Abwechslung in den Garten. Je heller die Blätter sind, desto geringer ist ihr Gehalt an Blattgrün, dem Chlorophyll, und umso weniger Sonnenlicht kann von den Blättern aufgenommen werden. Manche Pflanzen mit hellen Blättern reagieren deshalb empfindlich auf zu intensive Sonnenbestrahlung. Solche Gehölze eignen sich aber gut, um absonnige oder halbschattige Gartenbereiche aufzuhellen. Ideal für einen solchen Standort ist beispielsweise die Gelblaubige Fasanenspiere (Physocarpus ‚Dart’s Gold‘), ein robuster, nur etwas über einen Meter hoher Strauch mit leuchtend goldgelben Blättern. Andere Laubgehölze wie die Goldgleditschie (Gleditsia triacanthos ‚Sunburst‘) und die Goldulme (Ulmus carpinifolia ‚Wredei‘) sind im Austrieb leuchtend goldgelb. Ihre Blätter verändern ihre Farbe im Laufe des Sommers zu einem hellen Grün oder sie werden gelb bis gelbgrün. Auch viele Nadelgehölze beeindrucken mit ihrer Leuchtkraft. Weil sie immergrün sind, beleben sie den Garten besonders im Winter. Ein Blick auf das Sortiment und eine gute Beratung lohnen sich, denn die Auswahl ist groß und die Ansprüche und Eigenschaften der Pflanzen variieren. Es gibt unter anderem Eiben (Taxus-Sorten), Scheinzypressen (Chamaecyparis-Sorten), Lebensbäume (Thuja-Sorten) und Wacholder (Juniperus-Sorten) mit grüngelben bis goldgelben Nadeln. Sie sind zusammen mit dunklen Gehölzen besonders wirkungsvoll.

Bläuliche Nadeln

Bei den Nadelgehölzen kommt auch die Farbe Blau ins Spiel. Ihre Nuancen reichen von Blaugrün bis Graublau. Einer der eindrucksvollsten Bäume mit blaugrauen Nadeln ist die Blaue Atlaszeder (Cedrus atlantica ‚Glauca‘). Sie braucht viel Platz, um sich zu ihrer vollen Schönheit zu entwickeln. Kleiner bleibt die Hängeblauzeder (Cedrus atlantica ‚Glauca Pendula‘), deren Äste elegant bogig überhängen. Andere schöne Immergrüne mit bläulich schimmerndem Nadelkleid finden sich vor allem bei Wacholdern, Scheinzypressen, Tannen (Abies) und Fichten (Picea). Die bläuliche Farbe bei vielen Nadelgehölzen entsteht durch eine Wachsschicht auf den Nadeln, die als Schutz vor zu starker Verdunstung dient.
Die gelbe oder rote Färbung mancher Laubgehölze hat dagegen eine ganz andere Ursache: In den Blättern befinden sich neben dem grünen Blattfarbstoff auch andere Farbstoffe, die häufig nicht auffallen, weil sie vom Blattgrün überdeckt werden. Bei rotblättrigen Gehölzen überdeckt jedoch der rote Farbstoff Anthocyan das Chlorophyll.

Effektvolle Flecken oder Streifen

Eine besondere Laune der Natur sind mehrfarbige Blätter. Diese Mehrfarbigkeit, auch Panaschierung genannt, entsteht dadurch, dass das Blattgrün in bestimmten Bereichen der Blätter fehlt. Dort, wo kein Chlorophyll vorhanden ist, sind dann gelbe oder weiße Flecken zu sehen. Mehrfarbige Blätter finden sich bei manchen sommergrünen Gehölzen wie dem Gelbbunten Hartriegel (Cornus alba ‚Spaethii‘) und dem eleganten Silbereschenahorn (Acer negundo ‚Variegatum‘), dessen feine Blätter weiß-grün sind. Auch manche immergrünen Laubgehölze beeindrucken mit zweifarbigen Blättern, zum Beispiel einige Stechpalmen (Ilex). So hat llex ‚Golden van Tol‘ leuchtend goldgelb gerandete Blätter, die Blätter von ‚Silver Queen‘ sind dagegen graugrün marmoriert und haben einen breiten weißen Rand. Viele Kriechspindeln (Euonymus-fortunei-Sorten) sind ebenfalls mehrfarbig. Euonymus ‚Emerald’n Gold‘ beispielsweise beeindruckt mit hellgelb gerandeten Blättchen, die sich im Winter leicht rötlich färben, Euonymus ‚Emerald Gaiety‘ hat schöne weiße Blattränder. Zusammen mit anderen kleinen Gehölzen können die farbenfrohen Kriechspindeln nicht nur den Garten, sondern auch Balkone und Terrassen verschönern.

E-Mail Euonymus Emerald n Gold 176664

Foto: PdM. – Mit immergrünen Gehölzen wie den Kriechspindeln kann der Garten so gestaltet werden, dass er zu jeder Jahreszeit interessant ist.

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Für Hecken wird es jetzt Zeit …

Der Herbst ruft hinaus in den Garten

Der Herbst ist da: Immer wieder setzt die Sonne nach ersten morgendlichen Frühnebeln Glanzlichter auf das Rot, Gelb und Orange herbstgefärbter Bäume und Sträucher. Die Luft ist von klarer Kühle, viele Pflanzen sind mit glänzenden Beeren gespickt und reif und appetitlich hängen Apfel, Birnen und Nüsse am Baum. Dazu öffnen Herbstastern und Anemonen ihre leuchtenden Blüten: die perfekte Kulisse für Bewegung an der frischen Luft! Zum Beispiel durch Arbeit im eigenen Garten. Die überlangen Zweige der Hecke klopfen schon fast an die Terrassentür und der Rasen ist stark verdichtet. Im Herbst ist also großes Aufräumen angesagt und es darf ebenso kräftig gepflanzt werden, getreu der Devise: Neues rein! Zwar werden Bäume, Sträucher und Stauden das ganze Jahr über als so genannte „Containerware“ in Kunststofftöpfen angeboten, doch bietet die Pflanzung in den Herbstmonaten einige Vorteile. So bilden in der Zeit vom September bis zum Frost gepflanzte Gehölze und Stauden noch vor dem Winter neue Feinwurzeln und wachsen durch das feuchtere Herbstklima besonders gut an. Das hat zur Folge, dass sie im kommenden Frühjahr umso zeitiger und prächtiger blühen. Gehölze profitieren noch aus einem anderen Grund von einer Pflanzung im Herbst: Sie stehen dann nicht unter „Saftdruck“ und ziehen sich beim Pflanzen weniger schnell Rindenverletzungen zu.

So gelingt`s!

Die Herbstmonate sind daher auch ideal, um Heckenpflanzen in den noch warmen Gartenboden zu setzen, sei es die niedrige Begrenzung von Beeten oder Wegen oder die „Trennwand“ zwischen einzelnen Gartenbereichen, die Umrandung des gesamten Grundstücks oder der Sichtschutz zur Terrasse der Nachbarn. Heckenpflanzen wie Hainbuche (Carpinus betulus) oder Liguster (Ligustrum) sind häufig wurzelnackt, das heißt sie werden in der Baumschule direkt aus dem Freiland ohne Erdballen ausgegraben. Ihre blanken Wurzeln sind wind- und kälteempfindlich – daher sollte man wurzelnackte Heckenpflanzen möglichst schnell nach dem Kauf einpflanzen. Das geht am besten so: Nach einem Wasserbad der Wurzeln schneidet man diese leicht zurück und kürzt auch die Äste um etwa ein Viertel. Das Pflanzloch sollte jeweils ausreichend groß ausgehoben werden, so dass die Wurzeloberkante mit dem Boden abschließt. Bevor die Pflanzen eingesetzt werden, empfiehlt es sich, den Grund des Pflanzloches zu lockern. Dann die Pflanzen einzeln mit der Schokoladenseite nach vorn ausrichten und die Hälfte der ausgehobenen Erde einfüllen. Direkt danach wässern und das Gehölz leicht hin und her bewegen, damit sich Hohlräume schließen. „Einschlämmen“ nennt das der Landschaftsgärtner. Erst danach wird die restliche Erde eingefüllt und mit dem Fuß fest angedrückt. Zum Schluss noch einmal großzügig gießen und die neuen Heckenpflanzen auch in den nächsten Tagen nach Bedarf täglich mit Wasser versorgen, damit sie schnell wurzeln und Halt im Boden finden. Für eine Hecke ist es unter Umständen am einfachsten, nicht einzelne Pflanzlöcher zu graben, sondern die gesamte Heckenlänge als Graben aufzuwerfen, in die dann die Heckenpflanzen nach und nach eingesetzt werden.

Toll in Form

Je nach Pflanzenwahl entstehen immergrüne oder laubabwerfende Hecken, freistehende oder in Form geschnittene. Freiwachsende Naturhecken aus Blütengehölzen brauchen allerdings viel Platz und sind daher eher für größere Gärten geeignet. Die meisten Gartenbesitzer greifen für ihre Hecke daher zu schnittverträglichen Laub- oder Nadelgehölzen. Eine Formhecke muss regelmäßig und fachmännisch geschnitten werden, damit die einzelnen Pflanzen nicht von unten verkahlen. Auch Bodenart sowie Lichtverhältnisse und ausreichend Platz zum Wachsen sind Aspekte, die eine Rolle spielen, damit sich Heckenpflanzen gut entwickeln. Wenn Zeit, Wissen, handwerkliches Geschick oder schlicht die Lust an dieser Gartenarbeit fehlen, helfen Landschaftsgärtner professionell beim Pflanzen und bei der Pflege.

Koniferen: Sichtschutz auch im Winter

Ein besonders beliebtes und unkompliziertes Nadelgehölz ist die Eibe (Taxus baccata). Sie ist ideal für eine blickdichte Hecke. Eiben sind anspruchslos und lassen sich gut in Form schneiden. Nach jedem Schnitt treiben sie kräftig aus, wachsen aber insgesamt eher langsam, weshalb es für eine Neupflanzung ratsam ist, Eiben auszuwählen, die bereits eine Höhe von mindestens 1,5 Metern haben. Eiben mögen feuchte Böden und halbschattige Lagen, kommen bei ausreichender Bewässerung aber auch in voller Sonne zurecht. Andere schöne Nadelgehölze für eine Hecke sind Lebensbaum (Thuja) und Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana). Je nach Sorte wachsen sie besonders schmal und sind – eine gute Pflege vorausgesetzt – ideal für kleine Gärten. Ein großer Vorteil (fast) aller Nadelgehölze ist, dass sie auch im Winter grün sind – oder zum Beispiel gelb, wie manche Eiben- und Thujasorten.

Laubhecke: Prächtige Herbstfarben

Der Tausendsassa unter den Laubheckengehölzen ist die Hainbuche. Hainbuchen sind absolut schnittverträglich und eignen sich besonders auch für höhere Hecken. Wenn sie auch nicht gerade schnell in Höhe und Breite schießen, bilden sie doch umso festeres Holz und wachsen sich zu stabilen Wänden aus. Jetzt im Herbst verfärben sich ihre Blätter zuerst leuchtend gelb, dann braun und bleiben teilweise auch im Winter an den Ästen hängen. So wird eine Hainbuchenhecke nie völlig kahl, lässt aber in der dunklen Jahreszeit mehr Licht in den Garten als eine Hecke aus immergrünen Nadelgehölzen.
Für niedrigere Hecken eignet sich zum Beispiel die Rote Heckenberberitze (Berberis thunbergii ‚Atropurpurea‘). Im Mai trägt diese Berberitze sogar gelbe Blüten, die einen tollen Kontrast zu ihren dunkelroten Blättern bilden. Im Herbst verfärben sich die Blätter in ein helleres und leuchtendes Rot – so schön können Grundstücksbegrenzungen sein.

E-Mail Fagus und Taxus Hecken 291514

Foto: BGL/PdM. – Farbenspiel im Herbst: Sommergrüne Heckenpflanzen lassen die Jahreszeiten miterleben, immergrüne wie zum Beispiel akkurat geschnittene Eiben tragen dazu bei, dass der Garten auch im Winter Farbe zeigt.

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