Archiv des Monats August 2010

Unterschätzte Helden der Großstadt

Straßenbäume

Bäume leisten Beachtliches, auch wenn viele ihrer Leistungen für den Menschen gar nicht sichtbar sind. Sie nehmen das klimaschädigende Kohlendioxid auf und geben dafür den in der Photosynthese erzeugten für Mensch und Tier lebensnotwendigen Sauerstoff ab. Sie können auch Feinstaub und andere Stoffe, die für den Menschen schädlich sind, aus der Luft filtern. Außerdem bieten sie Schutz vor Wind, spenden an heißen Sommertagen Schatten und beeinflussen so positiv das Kleinklima. Darüber hinaus bereichern Bäume unser Leben auch auf andere Weise. Sie sprechen unsere Sinne an, machen damit unsere Umwelt lebens- und liebenswerter und bringen Natur in die Stadt. Die Krone eines großen alten Baumes stellt vielfach einen eigenen Mikrokosmos dar, denn sie bietet Eichhörnchen, Vögeln und vielen anderen Tieren Lebensraum und Schutz. Wie sehr Bäume geschätzt werden, wird unter anderem daran deutlich, dass Häuser und Wohnungen mit viel Grün in der Nähe, zum Beispiel schönen Grünanlagen oder grünen Promenaden, auf dem Immobilienmarkt besonders gefragt sind.

Extremstandort Straßenrand

Noch mehr als die Bäume, die in einem Park oder in einem Garten stehen, leisten allerdings die Straßenbäume in der Stadt. Sie müssen sich unter erschwerten Bedingungen behaupten: Der Raum, der ihren Wurzeln zur Verfügung steht, ist begrenzt. Dazu kommt, dass es in Städten im Allgemeinen ein paar Grade wärmer ist als im Umland. Wenn es doch mal an heißen Tagen regnet, kann häufig nur eine begrenzte Menge Wasser in den Boden sickern und zu den Wurzeln gelangen, denn die Umgebung ist meistens gepflastert oder mit Asphalt komplett versiegelt. Direkt um den Stamm herum befindet sich zwar oft eine kleine offene Fläche, sie wird aber von der Krone beschattet. Wenn es nur wenig regnet, hält das eigene dichte Blätterdach den Regen davon ab, an die Wurzeln zu gelangen. Oft ist in der Stadt die Erde um den Baum herum verdichtet, zum Beispiel durch parkende Autos, und hindert das Regenwasser daran, gut zu versickern. Wenn keine Schutzvorrichtungen wie Baumschutzbügel vorhanden sind, kommt es zudem leicht zu Beschädigungen der Baumrinde durch Fahrzeuge. So sind die Bäume in der Stadt besonders vielen Gefahren und zusätzlichem Stress ausgesetzt. Auf der anderen Seite sind sie gerade in den Städten wertvoll, denn dort ist Grün rar: Straßenbäume verschönern das Stadtbild, machen das Wohnumfeld attraktiver und sie verbessern das Stadtklima, indem sie die Luftfeuchtigkeit erhöhen und Temperaturspitzen reduzieren. Sie haben deshalb besonderen Schutz und Aufmerksamkeit verdient. Mancher Anwohner übernimmt darum gerne eine Patenschaft für einen Straßenbaum in seiner Nähe, je nach Stadt in Rücksprache mit dem Grünflächenamt, und versorgt „seinen“ Baum an heißen Tagen mit Wasser.

Bäume: Freunde fürs Leben

Dieser Sommer hat gezeigt, wie wichtig und wertvoll Bäume in der Stadt sind. Was wäre ein Biergarten an einem heißen Sommertag ohne schattenspendende Bäume; wie wohltuend ist es, an einem sonnigen Tag einen Parkplatz im Schatten eines Baumes zu finden und wie schön und erfrischend wirken Straßenzüge mit Bäumen, die die Fußgänger vor der heißen Sonne schützen? Bäume verbessern aber nicht nur die Lebensqualität, sie sind ganz besondere Lebewesen, denn sie schlagen dank ihrer Langlebigkeit Brücken in die Vergangenheit. Viele der Bäume, deren Schatten wir jetzt genießen, sind schon vor langer Zeit gepflanzt worden. Manche erinnern an historische Ereignisse oder haben eine besondere Bedeutung für einen Stadtteil oder eine Gemeinde. Bäume schlagen auch Brücken in die Zukunft, denn wer heute einen Baum pflanzt, denkt auch an die folgenden Generationen. Er tut aber erst einmal sich selber etwas Gutes, denn ein Baum verschönert den Vorgarten, die Einfahrt oder den Garten. Je nachdem, was für ein Baum ausgewählt wurde, wird er auch zu einem Spiegel der Jahreszeiten und zu einem besonderen Begleiter durchs Jahr. Wer zum Beispiel einen Obstbaum pflanzt, kann sich über eine üppige Blütenpracht im Frühjahr, leckere Früchte zum Ausklang des Sommers und zudem vielleicht über ein leuchtendes Farbenspiel der Blätter im Herbst freuen.

EMail Baum im Regen

Foto: PdM. – Bäume leisten viel für den Menschen und sie haben es in der Stadt besonders schwer. Die Umgebung ist oft gepflastert oder sogar komplett mit Asphalt versiegelt. Deshalb kann häufig nur eine begrenzte Menge Regenwasser in den Boden sickern und zu den Wurzeln gelangen.

Kommentar

Eigene Ernte und mehr

Herbstfreuden

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sind nicht mehr so hoch wie noch vor einigen Wochen – langsam verabschiedet sich der Sommer und damit ändert sich auch die Stimmung im Garten. Jetzt beginnt eine Jahreszeit, die viele Garten- und Pflanzenfreunde besonders genießen: Das Licht wird weicher, die Farben werden wärmer und die Pflanzenwelt zeigt ihren großen Reichtum, denn es ist Erntezeit. Manche Beerenobstgehölze wie die Johannisbeeren trugen schon im Juli Früchte, doch im September beginnt die Haupterntezeit. Jetzt reifen Brom- und Himbeeren, Preiselbeeren, Wein und auch Wildobstarten wie Holunder, Apfelbeere und Sanddorn tragen jetzt Früchte. Bei den so genannten Wildobstgehölzen handelt es sich um Pflanzen, die bisher züchterisch wenig oder gar nicht bearbeitet wurden. Sie bieten besondere Geschmackserlebnisse, weil die Früchte, auch in verarbeiteter Form, nicht zum Standardsortiment im Handel gehören.

Leckere Vielfalt

Obst aus dem eigenen Garten – frischer geht es nicht. Einige Beerenobstarten wie Brom- und Himbeeren sind ideal für die Ernte als Naschobst, denn die Früchte eignen sich nicht nur für selbstgemachte Delikatessen, sondern können auch direkt vom Strauch gegessen werden. Sie sind eine leckere und gesunde Abwechslung zwischendurch. Die Früchte anderer Gehölze, zum Beispiel von Sanddorn- und Apfelbeersträuchern, müssen dagegen erst in der Küche verarbeitet werden. Brombeeren sind besonders genügsam und anspruchslos. Mittlerweile gibt es auch viele Sorten ohne Stacheln. Sie lassen sich wegen ihrer langen Triebe genauso wie Himbeeren am besten an einem Gerüst ziehen. Wer wenig Platz im Garten hat und trotzdem eigenes Obst ernten möchte, kann Beerensträucher in Stämmchenform pflanzen. Johannis- und Stachelbeersträucher als Stämmchen passen zum Beispiel gut in einen kleinen Ziergarten oder in einen Kübel oder größeren Kasten auf die Terrasse oder auf den Balkon. Weiße, rote und schwarze Johannisbeeren bieten mit ihren dichten Trauben reiche Ernten und sind auch optisch ein Genuss. Bei Stachelbeeren gibt es ebenfalls eine große Auswahl. Sie haben gelbe, grüne oder rote, lange haltbare Früchte. Mittlerweile sind auch hier Sorten erhältlich, die keine oder nur noch wenige Stacheln haben.

Startvorteil durch Herbstpflanzung

Der Herbst ist aber nicht nur Erntezeit, sondern auch Pflanzzeit. Die meisten Gehölze, auch die meisten Beerensträucher, pflanzt man am besten vor dem Winter, so dass sie noch in diesem Jahr gut anwachsen und neue Wurzeln bilden können. Dadurch können sie im nächsten Jahr mit voller Kraft durchstarten. Dies kann schon im ersten Jahr eine gute Ernte sichern. Hinsichtlich der Reifezeit gibt es bei manchem Beerenobst sortenbedingte Unterschiede. Bei den Himbeeren sind zum Beispiel im Sommer oder im Herbst reifende Sorten erhältlich. Wer Pflanzen mit unterschiedlicher Reifezeit kombiniert, kann sich so über einen besonders langen Zeitraum an dem leckeren Naschobst erfreuen. Manche Obstgehölze sind nicht nur wegen ihrer leckeren Früchte wertvolle Gartenpflanzen, sondern auch wegen der schönen, schmückenden Blätter: Die großen Blätter der Weinreben beispielsweise können Wände oder Pergolen begrünen, die kleinen Blätter der zierlichen Preiselbeeren sind immergrün und schmücken die Pflanzen auch im Winter. So können sie, in Töpfe oder Blumenkästen gepflanzt, in der kalten Jahreszeit auch Farbe auf den Balkon bringen.

„Kirschäpfel“ als Winterschmuck

Manche Früchte sind zum Essen fast zu schade. Zieräpfel haben kleine Miniaturäpfel als Früchte. Sie eignen sich zum Beispiel für leckere Gelees oder Säfte, doch sie sind eigentlich zu schön zum Pflücken. Diese Apfelbäume werden sehr gerne zu Zierzwecken gepflanzt, denn sie bringen über einen langen Zeitraum Farbe in den Garten: Die kleinen, manchmal nur kirschengroßen Früchte erscheinen in großer Zahl und bleiben je nach Sorte bis weit in den Winter hinein an den Zweigen. Weil sie so klein sind, werden die Zieräpfel manchmal auch als Kirschäpfel bezeichnet. Zusätzlich zu dem Fruchtschmuck begeistern Zierapfelbäume oder -sträucher auch mit ihrer Blütenpracht: Sie sind im Frühling dicht an dicht mit schneeweißen, rosafarbenen oder roten Blüten bedeckt.

Faszinierende Herbstfärbung

Nicht nur die Früchte mancher Gehölze, sondern auch die Blätter vieler sommergrüner Bäume und Sträucher bringen Farbe in den Herbst. Bekannt für ihre herbstliche Farbenpracht sind die Ahorne, von denen manche besonders eindrucksvolle Farbenspiele bieten. Die filigranen Fächerahorne (Acer palmatum in Sorten) haben einen eleganten, anmutigen Wuchs und fächerartige, manchmal stark geschlitzte Blätter in den verschiedensten Grün- und Rottönen. Im Herbst beeindrucken sie mit einem Feuerwerk der Farben von leuchtendem Gelb über kräftige Orangetöne bis hin zu dunklem Rot. Das Sortiment dieser zierlichen Ahorne ist sehr umfangreich und so lässt sich für jede Gartengröße ein passender Fächerahorn finden. Manche Sorten werden vier bis sechs Meter hoch, andere erreichen nur eine Höhe von einem bis zwei Metern und können deshalb auch noch in kleinen Gärten, Innenhöfen oder großen Pflanzgefäßen wachsen.

Leuchtende Blüten

Die meisten Pflanzen blühen im Frühling und im Sommer. Doch einige blühen erst, wenn sich die Natur zum Ende des Sommers und im Herbst langsam auf den Winter einstellt. Dazu gehören die farbenfrohen Herbstastern mit ihren schönen Blüten vor allem in Rosa-, Rot-, Violett- und Blautönen. Sie eignen sich auch als Schnittblumen und bringen dann die Farben des Herbstes auch ins Haus. Herbstastern erfreuen nicht nur den Menschen, sondern auch Schmetterlinge und andere Tiere. Weil diese auffallenden Stauden so spät blühen, sind sie besonders wertvolle Insektennährpflanzen. Wenn die meisten anderen Pflanzen bereits verblüht sind, lassen sie den Garten noch einmal leuchten.
Auffallende Blüten, leuchtendes Herbstlaub, bunte Früchte und leckeres Obst – ein mit Gehölzen und Stauden abwechslungsreich gestalteter Garten bietet auch im Herbst noch jede Menge Gartenglück.

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats September

Die Vielfalt clever nutzen
Die Vielfalt an Beerenobstarten und -sorten macht es möglich, für die unterschiedlichsten Gartengrößen das Richtige zu finden oder verschiedene Wuchsformen zu kombinieren, um so den vorhandenen Platz besser nutzen zu können. Ein wahrer Garten Eden entsteht, indem man möglichst viele Arten und Sorten pflanzt, die zu verschiedenen Zeitpunkten Früchte tragen. So lässt sich die Fülle unterschiedlicher Geschmackserlebnisse vom Sommer bis in den Herbst hinein genießen,

Beerenobst
Der Name Johannisbeere geht auf den Johannistag, den 24. Juni, zurück. An diesem Tag wird der Geburtstag von Johannes dem Täufer gefeiert. Er war früher auch der Tag der Sommersonnenwende. Zu diesem Zeitpunkt kann man schon, je nach Sorte, die ersten Johannisbeeren ernten.

Delikatessen für den Topfgarten
Heidelbeeren, auch Blaubeeren genannt, und Preiselbeeren haben besondere Bodenansprüche. Der zusätzliche Aufwand lohnt sich, denn ihre Früchte sind sehr lecker und aromatisch. Heidelbeeren und Preiselbeeren brauchen sauren Boden. Deshalb sind Rhododendronerde und -dünger für diese kleinen Beerensträucher ideal. Solche speziellen Anforderungen lassen sich durch die Kultur in Gefäßen leicht erfüllen. Preiselbeersträucher bleiben relativ klein und eignen sich deshalb sowohl für den mobilen Garten auf Balkon und Terrasse als auch als dichte Bodendecker. Die Größe der Heidelbeersträucher schwankt dagegen stark. Es gibt Sorten, die nur etwa 40 cm hoch werden, andere können eine Höhe von über einem Meter erreichen.

Heimisches Beerenobst
Die Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum) kommt ursprünglich aus Europa. Die neuesten Sorten sind selbstbefruchtend. Schwarze Johannisbeeren werden wegen ihrer Früchte bereits seit dem 16. Jahrhundert kultiviert.

Besondere Blattform
Der botanische Name des Ahorns – Acer – geht wahrscheinlich auf das indogermanische Wort „ak“ für „spitz“ zurück. Der lateinische Name Acer bedeutet ebenfalls „spitz“ oder „scharf“ und bezieht sich auf die deutlichen Spitzen mancher Ahornblätter. Der Fächerahorn – botanisch Acer palmatum – wurde nach der markanten Form seiner Blätter benannt: Der Namensbestandteil palmatum geht auf die lateinische Bezeichnung palma für flache Hand oder Handfläche zurück.

Abwechslungsreicher Ahorn
Die Gattung Acer, zu Deutsch Ahorn, ist außerordentlich vielgestaltig und enthält viele schöne Arten und Sorten für den Garten. Oft sind es die Blätter, die die Bäume so interessant machen: Manche haben eine außergewöhnliche Form wie die Blätter der Fächerahorne, die bei einigen Sorten sogar fein geschlitzt sind, andere haben eine auffallende Farbe. Sie sind zum Beispiel rot, leuchtend gelb oder sogar mehrfarbig, beispielsweise weiß-grün oder rosa-grün. Andere Acer beeindrucken mit einer auffallenden Herbstfärbung und es gibt auch einige, die mit ihrer interessanten Rindenfarbe auffallen. Weil auch die Wuchsformen und Größen variieren, lassen sich Ahorne für die unterschiedlichsten Gartengrößen und auch für große Pflanzgefäße finden.

Hexenschreck
Der Ahorn galt früher im europäischen Volksglauben als ein guter Schutz gegen Dämonen. In manchen Gegenden wurden Häuser vor Hexen und Blitzschlag geschützt, indem man Ahornholz unter anderem an den Türen befestigte. Die fünflappige Form mancher Ahornblätter wurde als Beleg für die besondere Beziehung zwischen diesem Baum und den Menschen gesehen. Man glaubte auch, dass der Ahorn eine beruhigende Wirkung auf den Menschen habe.

Helikopter statt Sturzflug
Die Samen des Ahorns haben kleine Flügel. Diese wirken wie Propeller und führen dazu, dass sich die reifen Samen beim Herunterfallen langsam drehen. Dadurch bleiben sie länger in der Luft und der Wind hat mehr Möglichkeiten, die Samen zu erfassen und davonzutragen. Dies führt zu einer besseren Verbreitung der Samen und sie können an Standorten keimen, an denen die Lichtverhältnisse besser sind als direkt unter dem Baum, von dem sie stammen. Die Flügel an den Samen sind auch der Grund, dass der Ahorn manchmal als „Engelsköpfchenbaum“ bezeichnet wird. Durch die Flügel fliegen die Samen wie Engelchen vom Baum herunter.

Benannt nach ihren Blüten
Astern wurden früher manchmal „Sternblumen“ genannt, weil ihre strahlenartigen Blüten an Sterne erinnern. Auch der botanische Name bezieht sich auf die Blüten, er geht zurück auf das griechische Wort „aster“ für Stern.

Wie die Astern auf die Erde kamen
Der griechischen Mythologie nach sind Astern aus den Tränen einer Göttin entstanden. Demnach lebte Astraea, die Göttin der Unschuld, lange Zeit zusammen mit den Menschen auf der Erde. Als aber die Schlechtigkeit unter den Menschen immer mehr zunahm, verließ sie die Erde und lebte fortan im Sternbild Jungfrau. Weil Zeus die Menschen mit einer Flut strafte, starben alle bis auf ein Pärchen, das einsam und verloren über die Erde wanderte. Astraea blickte voller Mitgefühl auf die beiden und weinte. Dort, wo ihre Tränen auf die Erde fielen, wuchsen Sternenblumen, die Astern. Einer anderen Legende nach entstanden Astern aus Sternenstaub, der von den Göttern auf der Erde verteilt wurde. Aus ihm wuchsen Astern empor, die mit ihren sternähnlichen Blütenköpfen heute noch an ihre himmlische Herkunft erinnern.

Schmetterlingsblumen
Astern mit großen rosa, lila oder hellblauen Blüten ziehen Schmetterlinge an. Die im Herbst blühenden Astern lassen sich ausgezeichnet mit anderen Stauden kombinieren, die ebenfalls Schmetterlingen Nahrung bieten, wie Sonnenhut und Fetthenne.

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Obst aus dem eigenen Garten – frischer geht es nicht. Brombeeren sind ideal für die Ernte als Naschobst, denn ihre leckeren Früchte können direkt vom Strauch gegessen werden.

Kommentar

Sommerlust

Pflanzenstars für einen Garten der Vielfalt

Im Spätsommer zeigen sich viele Gärten von ihrer besonders schönen Seite. Dann blühen zahlreiche Stauden, Rosen stehen noch in voller Blüte und mancher Obstbaum und viele Beerenobststräucher wie Brombeeren und Heidelbeeren tragen reichlich leckere Früchte – Sommerlust pur. Für manchen Pflanzenfreund ist dies die beste Zeit, um den Garten rundum zu genießen. Weil viele Pflanzen in Töpfen, den sogenannten Containern, angeboten werden, kann man sie auch jetzt im Sommer pflanzen, wenn eine gute und regelmäßige Wasserversorgung der neugepflanzten Gehölze oder Stauden gewährleistet ist. Der Neuzugang im Garten, zum Beispiel eine blühende Edelrose, kann dann sofort seine volle Wirkung entfalten.

Edler geht es kaum

Für manchen Rosenfreund gilt die Edelrose als die Königin unter den Rosen. Rosen aus dieser Gruppe zeichnen sich durch große und sehr edel geformte Blüten aus. Sie sind häufig dicht gefüllt, bestehen also aus besonders vielen Blütenblättern. Oft befindet sich nur eine Blüte am Ende eines langen Stieles. Diese Rosen eignen sich deshalb auch ausgezeichnet als Schnittblumen für die Vase. Neben diesen klassischen Edelrosen zählen auch Sorten zu dieser Gruppe, die zusätzlich zur Hauptblüte noch einige Nebenknospen haben. Viele Edelrosen verzaubern nicht nur mit ihren wunderschönen Blüten, sondern duften außerdem sehr angenehm. Edelrosen sind besonders dankbar für einen guten Standort und gute Pflege. Am besten pflanzt man mehrere Rosen aus dieser Gruppe zusammen und bietet ihnen einen sonnigen und luftigen Standort, an dem der Wind die Blätter umspielen kann. Die Höhe dieser Rosen variiert, manche werden etwa 50 Zentimeter hoch, andere erreichen 80 bis 100 Zentimeter. Neben dem Hauseingang oder in der Nähe der Terrasse kommen Edelrosen besonders gut zur Geltung, denn hier kann man sie oft sehen und ihren Duft genießen.

Imposante Blütenkerzen

Auch im großen Reich der Stauden gibt es eindrucksvolle Blütenstars. Die Königskerzen (Verbascum) sind oft imposante Pflanzen, die einen Einzelstand verdient haben. Manche werden weit über einen Meter hoch. Über ihren intensivgrünen Blättern erheben sich prachtvolle, lange Blütenstände, die in der Tat wie Kerzen in die Höhe ragen. Die auffallenden Blüten stehen dicht an dicht an den langen Blütenständen. Das Farbenspektrum der Königskerzen ist nuancenreich, denn neben der häufigen Blütenfarbe Gelb gibt es unter anderem auch rosafarbene oder violette Farbtöne. Königskerzen bevorzugen im Allgemeinen sonnige und warme Standorte mit durchlässigem, steinigem Boden und können deshalb auch gut in Kiesbeete gepflanzt werden.

Vielseitige Bambuszwerge

Es müssen nicht immer die Blüten sein, die zur Schönheit einer Pflanze beitragen. Manche Gehölze, Stauden oder Gräser beeindrucken stattdessen mit ihrem interessanten Wuchs oder mit schönen, manchmal sogar mehrfarbigen Blättern. Das gilt zum Beispiel für den Bambus. Zu der aus Japan stammenden Bambus-Gattung Pleioblastus gehören viele kleine und mittelhohe Arten und Sorten. Manche sind sogar wahre Bambuszwerge, denn sie bleiben sehr niedrig und sind gute Bodendecker. Die Wüchsigkeit der verschiedenen ausläuferbildenden Pleioblastus-Arten variiert. Um ihre Ausbreitung unter Kontrolle zu halten, ist auf jeden Fall eine Rhizomsperre zu empfehlen. Einige Arten werden wegen ihres dichten Wurzelsystems zur Hangbefestigung verwendet, andere können einen Bambusteppich bilden, der sich mit einem hochgestellten Rasenmäher mähen lässt. Besonders schön: Manche Pleioblastus-Arten und -Sorten haben lange, grasähnliche Blätter, die grünweiß oder sogar gelbweiß gestreift sind und so ein fröhliches Leuchten in den Garten bringen. Einige eignen sich auch gut für die Bepflanzung von Gefäßen.

Filigrane Federgräser

Das Federgras (Stipa) ist sehr anmutig und elegant, denn es hat schmale, manchmal apart überhängende Halme. Ihm geht es ähnlich wie den Rosen, es gedeiht am besten an einem sonnigen Standort, an dem es vom Wind umspielt wird. Die Ähren sind locker-leicht und verstärken den anmutigen Eindruck. Manche haben schöne lange, im Sonnenlicht silbrig glänzende Grannen, die sich leicht im Wind hin und her bewegen. Je nach Art sind die Gräser nur etwa 30 Zentimeter hoch, doch mit den zarten Blütenhalmen können manche Federgräser eine Höhe von 80 Zentimetern oder mehr erreichen. Einige Arten wie das Reiher-Federgras (Stipa barbata) und das Büschelhaargras (Stipa capillata) blühen im August und bringen dann mit ihren zarten Blütenhalmen und den fedrigen Blütenständen eine besondere Leichtigkeit in den spätsommerlichen Garten.

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats August

Die Friedensrose

Eine der bekanntesten Edelrosen der Welt ist die Sorte ‚Gloria Dei‘ (Ehre Gottes). Diese leicht duftende, gelb und zartrosa blühende Rose trägt unterschiedliche Namen wie ‚Peace‘ (Frieden) und ‚Gioia‘ (Freude). Zu Beginn ihrer Entstehung, kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, hatte sie nur eine Nummer, unter der sie der französische Rosenzüchter Meilland in seinem Betrieb gezüchtet und vermehrt hatte. Er schickte einige Veredelungen nach Deutschland, Italien und die USA. Als der Krieg begann, wurden die Kontakte nach Deutschland abgebrochen. Ein amerikanischer Betrieb, der die neue Rose getestet hatte, war absolut von ihr überzeugt. Als Symbol der Hoffnung sollte sie ‚Peace‘ genannt werden. Die amerikanische Rosengesellschaft taufte ‚Peace‘ am 29. April 1945. Zufällig war das ein Tag, an dem sich abzeichnete, dass der Zweite Weltkrieg bald zu Ende sein würde. Als wenige Wochen später die Gründungsversammlung der Vereinten Nationen in San Francisco stattfand, bekam jeder der Delegierten eine Vase mit der neuen Rose. ‚Peace‘ kam auch in den anderen Ländern, in denen sie erfolgreich getestet wurde, in den Handel. Aber bedingt durch den Krieg hatte sie dort jeweils einen anderen Namen bekommen: ‚Gloria Dei‘ in Deutschland, ‚Mme A. Meilland‘ in Frankreich und ‚Gioia‘ in Italien.

Rhizomsperre

Bei der Auswahl einer Bambuspflanze spielt neben Aspekten wie der Wuchsform und der Höhe auch die Unterscheidung in horst- und rhizombildende Arten eine Rolle. Horstbildende Bambusse wie die verschiedenen Fargesia-Arten bilden strauchartige, kompakte Pflanzen, während sich rhizombildende Arten durch ihre unterirdischen Ausläufer ausbreiten. Um ihren Ausbreitungsdrang zu begrenzen, ist eine sogenannte Rhizomsperre – insbesondere in kleinen Gärten – zwingend erforderlich. Die Bambuspflanzen werden in eine robuste Spezialfolie gepflanzt, mit der übermäßiges Wachstum effektiv und einfach begrenzt werden kann.

Heilige Pflanze in China

Der Bambus hat in China eine hohe symbolische Bedeutung. Er gilt dort unter anderem als Symbol für ewige Jugend und Beständigkeit. Zusammen mit der Chrysantheme, der Orchidee und der Pflaume gehört er auch zu den „vier edlen Pflanzen“, die in China gemeinsam für Glück und Wohlstand stehen.

Vielseitiger Bambus

Manche Bambusarten sind auch wertvolle und wichtige Nutzpflanzen, deren feste Halme oder Fasern gerne verwendet werden. Der Bambus wird auf ganz unterschiedliche Weise genutzt: Aus Bambus werden in Asien zum Beispiel Musikinstrumente hergestellt, aber auch Gebäude errichtet. Die Halme können unter anderem auch als Wasserrinne dienen, Bambusfasern werden zu Papier verarbeitet und Bambusextrakte finden sich mittlerweile in Kosmetika.

klein Pleioblastus viridistr

Zu der aus Japan stammenden Bambus-Gattung Pleioblastus gehören viele kleine und mittelhohe Arten und Sorten. Manche haben lange, grasähnliche Blätter, die grünweiß oder sogar gelbweiß gestreift sind und so ein fröhliches Leuchten in den Garten bringen.

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