Archiv des Monats April 2010

Tag des Baumes 2010

Bäume – grüne Helden und starke Begleiter

Bäume sind einzigartig – sie verbinden uns mit der Vergangenheit und gleichzeitig mit der Zukunft. Wir freuen uns heute über mächtige Bäume, die von unseren Vorfahren gepflanzt wurden, und die Bäume, die wir heute pflanzen, sollen noch kommenden Generationen Schatten spenden. Ohne Bäume wäre unsere Welt nicht denkbar. Sie machen unsere Umwelt lebens- und liebenswerter, sprechen unsere Sinne an, sind landschaftsprägend und hatten früher oft auch eine große spirituelle und kulturelle Bedeutung. Bäume waren den Göttern geweiht und wurden als Heiligtümer verehrt. Sie waren beliebte Treffpunkte, so wie die einstigen Tanzlinden, und sie dienten als Gerichtsstätten. Auch wenn heute nicht mehr unter alten Bäumen Gericht gesprochen wird und Kirchen die heiligen Haine ersetzt haben, geht doch noch immer eine besondere Faszination von Bäumen aus. Ein Frühlingsspaziergang in einem lichten, frischgrünen Wald, zwischen hohen Buchen, deren glatte Stämme wie die mächtigen Säulen einer Kathedrale wirken, entführt in eine Welt weit jenseits der von Alltag und Hektik.

Bäume sind mehr als grün

Bäume erfüllen auch ganz praktische Aufgaben und gehören zu unserem Alltag unbedingt dazu, in Gärten, Städten und entlang von Straßen und Wegen. Sie wandeln mit der Kraft der Sonne Kohlendioxid um und liefern so den für Mensch und Tier lebensnotwendigen Sauerstoff. Darüber hinaus verbessern sie die Lebensqualität auf vielfache Weise, spenden Schatten, reduzieren Temperaturspitzen, mindern die Windgeschwindigkeit, dämpfen Lärm, binden Staub und verdunsten Wasser – all das trägt zu einer Verbesserung des Klimas, insbesondere des Stadtklimas, bei. Dazu sind sie für viele Tiere Lebensraum, selbst in der Großstadt. Über ihre Zweige huschen Eichhörnchen, Vögel finden in ihnen Nistmöglichkeiten und sie bieten allerlei heimischen Tieren wichtige Nahrungsquellen.

Bäume als Windschutz

Bäume schützen auch vor Erosion, also davor, dass Wasser oder Wind wertvolle, fruchtbare Erde davonträgt, wenn sie nicht mehr durch eine Pflanzenschicht geschützt ist. In China gibt es seit Ende der 70er Jahre ein gigantisches Aufforstungsprogramm, um unter anderem mit Hilfe von Bäumen die verheerenden Sandstürme vor allem im Norden des Landes und die Ausbreitung der Wüsten zu stoppen. Eine 700 km lange, grüne „Mauer“ aus Bäumen, Sträuchern und Gräsern soll das Land schützen. So wie die Chinesische Mauer einst Feinde abhalten sollte, hofft man, dass die „Große Grüne Mauer“ nun gegen die Bedrohung durch die zerstörerischen Wüstenstürme hilft.

Eine Idee erobert die Welt

Der Schutz vor Erosion war auch einer der Gründe, weshalb der amerikanische Journalist und Landbaufachmann Julius Sterling Morton in seiner „Arbor Day Resolution“ schon Anfang 1872 vorschlug, einen „Tag des Baumes“ einzuführen. Er war mit seiner Frau Caroline von Michigan nach Nebraska gezogen, wo die beiden auf einer Farm lebten. Bäume wurden dort als Windschutz und ihr Holz als Energiequelle und Baumaterial benötigt. Caroline kümmerte sich um die Farm und pflanzte dort die ersten Bäume, ihr Mann war Redakteur der „Nebraska City News“. Beide vermissten die Bäume und Wälder ihrer alten Heimat. Anderen Siedlern in der kargen und baumarmen Region ging es ähnlich. Mortons Idee fiel deshalb auf fruchtbaren Boden und schon bald pflanzten amerikanische Bürger am Tag des Baumes, dem „Arbor Day“, mehr als eine Million Bäume. Nach dem zweiten Weltkrieg nahm die UNO die Idee auf, einen Weltfesttag des Baumes ins Leben zu rufen und setzte ihn auf den 25. April fest. Weltweit pflanzen seitdem Privatpersonen, Schulen, Firmen und Vereine an diesem Tag Bäume. Am 25. April 1952 gab es den ersten „Tag des Baumes“ auch in Deutschland.

Wunderbare Vielfalt

Der Tag des Baumes ist auch ein guter Anlass, selber einen Baum zu pflanzen. Ein Hausbaum verleiht einem Gebäude ein unverwechselbares Gesicht und lässt den Wechsel der Jahreszeiten besonders intensiv miterleben. Bei der Auswahl spielen verschiedene Aspekte eine Rolle, zum Beispiel die zur Verfügung stehende Fläche und die gewünschten Eigenschaften des Baumes: Zierkirschen beispielsweise beeindrucken mit der Fülle ihrer weißen oder rosafarbenen Blüten im Frühling, Magnolien mit ihren großen, eleganten Blüten, der Fächerblattbaum (Ginkgo) hat einzigartige, fächerförmige Blätter und die an Seesterne erinnernden Blätter des Amberbaums (Liquidambar) bieten im Herbst ein faszinierendes Farbenspiel von gelborange bis tiefrot. Wer gerne Obst im eigenen Garten ernten möchte, wird sich vielleicht für einen Apfel- oder Birnbaum entscheiden. Die Auswahl interessanter Bäume ist groß und auch, wer nur einen kleinen Garten besitzt, braucht auf einen Hausbaum nicht zu verzichten. Es gibt eine Vielzahl schöner Bäume, die nur wenig Platz benötigen, wie der Kugel-Ahorn (Acer platanoides ‚Nana‘) und der Kugel-Trompetenbaum (Catalpa bignonioides ‚Nana‘). Beide bilden auch ohne Schnitt eine runde Krone. Damit Baumpflanzungen erfolgreich sind, müssen Baum und Standort zusammenpassen. Darum lohnt es sich, darauf zu achten, wie die Boden-, Licht-, Wasser- und Platzverhältnisse am zukünftigen Standort des Baumes sind. Sinnvoll ist auch, sich beim Kauf im Fachhandel gut beraten zu lassen. Das bietet die besten Voraussetzungen, um sich viele Jahre lang über einen eigenen, besonders schönen Baum zu freuen.

EMail Catalpa bignonioides 245549

Foto: PdM. – Von Bäumen wie diesem mächtigen, alten Trompetenbaum (Catalpa bignonioides) geht eine besondere Faszination aus. Sie machen unsere Umwelt lebens- und liebenswerter und sie erfüllen auch viele ganz praktische Aufgaben.

Kommentar

Pflanzen mit dem gewissen Etwas

Gartenschmuck

Buchsbäume sind wahrscheinlich die bekanntesten Formgehölze. Sie lassen sich gut schneiden und verschönern als grüne Kugeln, Pyramiden, Kegel oder Tierfiguren Gärten, Terrassen, Balkone und Hauseingänge. Doch die faszinierende Welt der Formgehölze hat viel mehr zu bieten. Auch mancher mehrere Meter hohe Baum wird durch gezielten Schnitt zu einem besonderen Schmuckstück für den Garten. In Form geschnittene Bäume haben eine besondere Ausstrahlung und werden heute wieder gerne verwendet, auch weil sie relativ wenig Platz benötigen. Dachförmig gezogen werden Formbäume zu Schattenspendern, wie sie früher unter anderem in französischen Schlossgärten verbreitet waren. Platanen und Krimlinden (Tilia x euchlora) beispielsweise eignen sich für diese Form besonders gut, denn sie treiben auch aus dem alten Holz wieder aus.
Im öffentlichen Grün sieht man diese Linden, genauso wie Platanen, in ihrem natürlichen Wuchs auch als schattenspendende Alleen. Einzeln sind sie auf großen Grundstücken Hausbäume mit einer außergewöhnlichen Ausstrahlung.

Formvollendet

Formbäume benötigen weniger Fläche als Bäume, die nicht geschnitten werden, denn ihre Größe lässt sich gut mit der Schere begrenzen. In Kastenform geschnitten können Linden beispielsweise sogar im Vorgarten wachsen. Eine Reihe von Bäumen mit kastenförmiger Krone an der Südseite eines Hauses wirkt wie ein schattenspendendes Vordach und gibt dem Haus einen sehr individuellen Charakter. Als Spalier gezogen benötigen Formbäume sogar noch weniger Platz und können das Haus vor Wind und Sonneneinstrahlung schützen. In Baumschulen werden diese Bäume über mehrere Jahre durch gezielte Kulturmaßnahmen entsprechend herangezogen: Für die Dachform zum Beispiel wird der Leittrieb gekürzt und die Seitentriebe werden mit einem speziellen Gerüst in die gewünschte waagerechte Wuchsrichtung gebracht. Damit die markante Baumform auf Dauer erhalten bleibt, ist auch im Garten ein regelmäßiger Schnitt notwendig. Wer hier auf der sicheren Seite sein will, überlässt den jährlichen Formschnitt den Fachleuten aus dem Garten- und Landschaftsbau, die auch die passenden Geräte haben, um Bäume in luftiger Höhe zu schneiden.

Grüne Torbögen

Andere Bäume wie die Hainbuche (Carpinus betulus) und der Feld-Ahorn (Acer campestre), die wegen ihrer Schnittverträglichkeit auch häufig als Hecken gepflanzt werden, eignen sich ebenfalls gut für den Formschnitt. Diese Bäume können nicht nur zu Dachformen, sondern auch zu schönen bogenförmigen Durchgängen herangezogen werden. Mit Geduld lässt sich ein solcher Durchgang zum Beispiel in einer Hecke selber gestalten. Es gibt aber auch fertig kultivierte und geformte Bäume, die die Baumschulwirtschaft ihren Kunden zur Verfügung stellt. Für einen Torbogen eignen sich nicht alle schnittverträglichen Gehölze, denn wichtig ist, dass die Pflanzen wuchsfreudig genug sind, um den Bogen relativ schnell und schön dicht zu schließen.

Blätter mit Anziehungskraft

Einige Gehölze sind schon von Natur aus ganz besondere Gartenschätze, zum Beispiel der Japanische Blumenhartriegel (Cornus-kousa-Sorten). Auffallend ist die etagenartige Anordnung seiner Zweige, die im Garten deutliche horizontale Akzente setzen. Die eigentlichen Blüten des Japanischen Hartriegels, die im Mai oder Juni erscheinen, sind klein und unauffällig, doch sie sind von großen, so genannten Hochblättern umgeben. Diese Blätter sind nicht grün, sondern je nach Sorte weiß, rosa oder rot. Dadurch wirken sie wie Blütenblätter, aus botanischer Sicht gehören sie jedoch nicht zur Blüte. Es sind farblich veränderte Blätter, die anfangs die kleinen Blüten umgeben, um sie zu schützen; später locken sie mit ihrer auffallenden Farbe Bestäuber an. Dieser klugen Strategie der Natur verdanken wir auch einige außergewöhnliche Stauden: Eine farbliche Besonderheit sind viele Wolfsmilch-Arten (Euphorbia). Diese Stauden haben oft sehr kleine, gelblich-grüne Blüten, die häufig von Hochblättern in der gleichen Farbe umgeben sind, wie bei der Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites). Die ebenfalls ab Mai blühende Gold-Wolfsmilch (Euphorbia polychroma) hat sogar leuchtend gelbe Hochblätter.

Nostalgischer Blütenkranz

Interessant ist auch der Gewöhnliche Schneeball (Viburnum opulus), dessen Blüten im Mai und Juni erscheinen. Der deutsche Name dieses Zierstrauches geht darauf zurück, dass die Blüten der meisten Viburnum-Arten weiße, ballförmige Blütenstände haben. Die des Gewöhnlichen Schneeballs sind jedoch flach und erinnern an die nostalgisch anmutenden Blütenstände mancher Hortensien. In der Mitte befinden sich zahlreiche winzige cremefarbene Blüten. Sie alle zusammen sind von einem Reigen steriler, erheblich größerer, hellerer Randblüten umgeben. Während dieser Zierstrauch durchaus vier Meter hoch werden kann, bleibt die Sorte ‚Compactum‘ deutlich kleiner, hat aber ebenfalls auffallende flache Blütenstände aus rahmweißen kleinen Blüten. Ein anderes Schmuckstück für den Garten ist die Viburnum-Sorte ‚Roseum‘. Sie hat die Schneeball-typischen kugelförmigen, weißen Blütenstände und deshalb scheint der Name ‚Roseum‘ im Hinblick auf die Farbe unpassend zu sein. Aber die etwa acht bis zehn Zentimeter großen weißen Blütenkugeln sind sogar noch im Verblühen schön, denn sie färben sich dann zartrosa.

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats Mai

Cornus kousa – interessant vom Frühjahr bis zum Herbst

Der Japanische Blumenhartriegel (Cornus kousa und Sorten) ist ein sehr schöner Zierstrauch, der vom Frühjahr bis zum Herbst attraktiv ist: Sehr markant ist die etagenartige Wuchsform. Im Frühjahr fallen auch die weißen, rosafarbenen oder roten „Blütenblätter“ auf. Es sind so genannte Hochblätter, die aus botanischer Sicht gar nicht zur Blüte gehören. Aus den kleinen Blüten entwickeln sich gegen Ende des Sommers dekorative, intensiv rote Früchte, die an Himbeeren erinnern. Im Herbst färben sich die dunkelgrünen, leicht gewellten Blätter der Japanischen Blumenhartriegel leuchtend gelb bis feurig rot.

Hochblätter wie beim Weihnachtsstern: Blätter mit besonderen Aufgaben

Die Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) und die Gold-Wolfsmilch (Euphorbia polychroma) sind zwei außergewöhnliche Stauden, die eng mit dem Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) verwandt sind. Bei ihren Blüten gibt es eine interessante Übereinstimmung: Der Weihnachtsstern hat auffallende, meist rote Blätter, die wie Blütenblätter aussehen und wesentlich zum Zierwert dieser Zimmerpflanze beitragen. Es sind jedoch keine Blütenblätter, sondern so genannte Hochblätter, die die kleinen, unscheinbaren Blüten umgeben. Sie gehören botanisch betrachtet nicht zur Blüte, unterstützen aber die Funktion der Blüten, zum Beispiel durch das Anlocken von Bestäubern. Auch manche Stauden wie die Walzen-Wolfsmilch und die Gold-Wolfsmilch haben kleine Blüten, die von zierenden Hochblättern umgeben sind.

Frosttrocknis

Nach dem harten und langen Winter zeigt sich, dass manche Gehölze und Stauden die kalte Jahreszeit nicht überlebt haben, obwohl sie winterhart sind und Minustemperaturen vertragen. Der Grund ist oft die so genannte Frosttrocknis: Immergrüne Gehölze verdunsten auch im Winter Wasser über ihre Blätter. Wenn die Erde hart gefroren und deshalb kein Wassernachschub aus dem Boden möglich ist, kommt es zu Trockenschäden. Pflanzen in Gefäßen haben es bei Frost besonders schwer, denn ihr Wurzelraum ist begrenzt und der Frost kann, anders als im Garten, von allen Seiten auf die Erde einwirken.

 

Formbäume Mailgröße

In Form geschnittene Bäume haben eine besondere Ausstrahlung und geben einem Haus einen sehr individuellen Charakter. Als Spalier gezogen benötigen Formbäume nur wenig Platz und können sogar im Vorgarten wachsen.

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