Archiv des Monats Februar 2010

Winter ade

Mit Blütenpracht ins neue Gartenjahr

Im März verabschiedet sich der Winter ganz offiziell. Die Natur erwacht langsam aus der winterlichen Ruhe, auch wenn es bis zum fulminanten Blütenrausch der Zierkirschen, Zieräpfel und Rhododendren noch einige Zeit dauert. Dafür ist die Freude umso größer, wenn jetzt schon einige Pflanzen blühen. Narzissen und andere Zwiebelblumen bringen erste Farben in den Garten. Auch einige Gehölze sind ganz früh dabei, wie die Kornelkirsche (Cornus mas). Die leuchtend gelben Blüten dieses großen, manchmal baumartigen Strauches erscheinen bereits vor dem Laubaustrieb und sind deshalb sehr gut zu sehen. Dieser Frühblüher ist mit unseren Süß- oder Sauerkirschen nicht näher verwandt, auch wenn der deutsche Name das vermuten lässt. Die Kornelkirsche ist nicht nur ein interessantes Ziergehölz, sondern wurde schon früh als Obstgehölz und im Mittelalter auch medizinisch genutzt. Die im Herbst reifenden leuchtend roten Früchte sind ungefähr so groß wie Kirschen und eignen sich gut für Delikatessen wie Kornelkirschenmarmelade, die man im Handel kaum bekommen kann. Nach den ersten Frösten können die säuerlich schmeckenden Früchte auch roh gegessen werden. Wenn sie nicht geerntet werden, dienen sie heimischen Vögeln als Winternahrung.

Blütenstar im Frühlingsgarten

Magnolien gehören zu den Stars im Frühlingsgarten. Ihre Blüten sind oft sehr groß und nicht zu übersehen. Die extravagant anmutenden Blüten leuchten in reinem Weiß oder erfrischenden Rosatönen, manche beeindrucken mit dunklem Purpurrot und es gibt sogar gelb blühende Sorten. In China wurden Magnolien schon vor über 1000 Jahren geschätzt. Dort war es üblich, weißblühende Magnolien in Tempelanlagen zu pflanzen, denn die Blütenfarbe stand als Symbol für Reinheit. Die Eleganz der Blüten macht es schwer zu glauben, dass Magnolien entwicklungsgeschichtlich gesehen zu den ältesten Blütenpflanzen gehören. Ihre Entstehung reicht über 100 Millionen Jahre bis in die Zeit der Dinosaurier zurück. Die Eiszeiten führten dazu, dass Magnolien in Mitteleuropa ausstarben, doch sie überlebten südlich der Alpen sowie in Ostasien und Amerika. Während andere von den eiszeitlichen Gletschern verdrängte Pflanzen in Europa wieder Richtung Norden vordringen konnten, war das den Magnolien nicht möglich. Sie gelangten erst durch Pflanzensammler vor einigen Jahrhunderten aus Asien und Amerika nach Europa zurück. Belege dafür, dass Magnolien sehr ursprüngliche Pflanzen sind und gewissermaßen mit zu den „Anfängern“ in der Entwicklung der Pflanzenwelt gehören, finden sich im Bau ihrer Blüten: Die Blütenblätter sind nicht miteinander verwachsen und ihre Zahl ist nicht immer gleich. Das tut ihrer Schönheit keinen Abbruch und sie bereichern mit großen, stern- oder tulpenförmigen Blüten Gärten und Parkanlagen. Die Pflanzenhöhe variiert beträchtlich und so lassen sich auch Magnolien für kleine Gärten finden.

Kamelien – die „Chinesischen Rosen“

In China war die Kamelie (Camellia) ebenfalls schon vor über tausend Jahren eine beliebte Zierpflanze, in Europa dagegen kennt man sie erst seit etwa 300 Jahren. Ihren Siegeszug trat sie sehr schnell an und es kam im 19. Jahrhundert sogar zu einer Art „Kamelienrausch“. Wegen ihrer Herkunft aus dem Fernen Osten und ihrer edlen, gleichmäßigen Blüten, die an Rosen erinnern, wird die Kamelie manchmal als „Chinesische Rose“ bezeichnet. Die Palette der Blütenfarben reicht von reinem Weiß über zarte Rosatöne hin zu warmem, dunklem Rot. Die Blüten sind einfach, halb- oder ganz gefüllt. Die Blütenblätter der Kamelien sind besonders fest und kräftig, so dass sie wie Kunstwerke auf feinem Porzellan anmuten. Auch nach der Blüte sind Kamelien attraktiv, denn sie haben immergrüne, glänzende Blätter. Ihre Ansprüche ähneln denen von Rhododendren: Der Boden sollte humusreich, durchlässig und kalkarm sein. Werden Kamelien gegossen, ist es darum am besten, Regenwaser zu nehmen, denn es ist von Natur aus kalkarm. Als Topf- oder Kübelpflanzen im Haus können Kamelien schon im Winter blühen, im Garten zeigen sie ihre Blüten von Mitte März bis Anfang Mai. Die Frosthärte ist sortenabhängig. Robustere Kamelien können unter bestimmten Bedingungen, zum Beispiel im Weinbauklima oder an einem geschützten Platz in einem Innenhof, ganzjährig im Freien wachsen.

Jetzt den Frühling pflanzen

Bald zeigen auch die ersten Ginster (Cytisus) ihre markanten Blüten, die typisch sind für Mitglieder der Familie der Schmetterlingsblütler. Dicht an dicht sind die mehr oder weniger blattlosen, kräftig grünen Triebe mit den hübschen, symmetrisch aufgebauten Blüten besetzt, die manchmal einen intensiven Duft verströmen. Der Elfenbein-Ginster (Cytisus praecox-Sorten) blüht schon ab April an sonnigen Standorten auf gut wasserdurchlässigem Boden. Andere Arten folgen etwas später. Gelb ist die häufigste Farbe im Ginstersortiment. Daneben gibt es auch andere kräftige Farbtöne wie Rosa und Rot. Manche Ginster vereinen mehrere Farbtöne in einer Blüte: In der großen Gruppe der Besenginster (Cytisus scoparius-Sorten) beispielsweise, die ab Mai blühen, finden sich viele mehrfarbige Varianten. Es lohnt sich, in Gartencentern, Baumschulen und Gärtnereien auf Entdeckungsreise zu gehen: Wer jetzt nach dem Winter die ersten milden Tage zum Pflanzen nutzt, kann sich dann schon bald über blühenden Ginster oder andere schöne und auffallende Frühjahrsblüher im eigenen Garten freuen.

Magnolia soulangeana

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats März:

Magnolien und der Urkontinent Pangäa

Magnolien sind aus erdgeschichtlicher Sicht eine uralte Pflanzengattung und weisen noch einige sehr ursprüngliche Merkmale auf, wie zum Beispiel die nicht immer gleiche Anzahl von Blütenblättern. Vor der Eiszeit waren Magnolien auch in Mitteleuropa weitverbreitet, bis sie von den Gletschern verdrängt wurden. Südlich der Alpen und in Ostasien und Amerika haben sie aber überlebt. Die Tatsache, dass zu einer Gattung gehörende Pflanzen, die schon vor über 100 Millionen Jahren existierten, in so weit voneinander entfernten Gebieten vorkommen, wird als ein Beleg für die Kontinentaldrift gesehen: Ursprünglich bildeten die verschiedenen Kontinente eine große Landmasse, den zusammenhängenden Urkontinent Pangäa. Im Laufe von Millionen Jahren drifteten die Kontinente auseinander und Europa und Nordamerika wurden durch Ozeane voneinander getrennt. Nahe miteinander verwandte Pflanzen, die schon vor der Kontinentaldrift existierten, können deshalb auch in weit voneinander entfernten und nicht miteinander durch Landfläche verbundenen Gebieten vorkommen, wo sie sich dann unabhängig voneinander weiter entwickelt haben. PdM

Kamelien und ein Irrtum mit Folgen

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelangten die ersten Kamelien aus dem Fernen Osten nach Europa – wahrscheinlich als Folge einer Verwechslung. Die Kamelie (Camellia japonica) ist eng mit dem Teestrauch (Camellia sinensis) verwandt. Beide gehören zu den Theaceen, den Teegewächsen. Der Teestrauch, der der damals schon in Ostasien als Zierpflanze kultivierten Camellia japonica sehr ähnlich sieht, durfte nicht aus China exportiert werden. Anfang des 18. Jahrhunderts versuchten die Engländer deshalb, Teepflanzen heimlich außer Landes zu bringen. Doch statt der erwarteten Teesträucher bestand die Schmuggelware aus Zierkamelien. Diese eigneten sich überhaupt nicht zur Teeproduktion, aber sie trafen auf so viel Begeisterung, dass mit ihnen gezüchtet wurde und im Laufe der Zeit viele schöne Sorten entstanden. PdM

Die Kornelkirsche – Leckeres aus der Natur

Die Kornelkirschen (Cornus mas) gehören zu den Wildobstgehölzen. „Wild“ heißt dabei nicht, dass es sich etwa um Pflanzen mit ungebändigtem Wuchs, geringem Zierwert oder kleinem Fruchtertrag handelt. Der Begriff Wildobstgehölz bezieht sich vielmehr darauf, dass die Pflanzen züchterisch nicht oder nur wenig bearbeitet wurden. Zum so genannten Wildobst gehören zum Beispiel auch Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), Felsenbirne (Amelanchier) und Apfelbeere (Aronia). Die Früchte dieser Pflanzen finden sich nicht im Standardsortiment im Handel, auch nicht in verarbeiteter Form, dabei bieten sie außergewöhnliche Geschmackserlebnisse. Wer sich auf eine kulinarische Entdeckungsreise begeben möchte, kann die leuchtend roten Früchte der Kornelkirsche im Herbst ernten und aus ihnen unter anderem Marmelade, Saft oder Kompott machen. Sie lassen sich auch kandieren. Die Römer, die die Pflanze schon früh nutzten, legten die Früchte wie Oliven ein. Nach den ersten Frösten können die säuerlich schmeckenden, Vitamin-C-reichen Früchte auch roh gegessen werden. PdM

Warum hat der Ginster keine oder nur sehr kleine Blätter?

Viele Ginstersorten haben fast blattlose Stängel und sehen deshalb sehr interessant aus. Man kann die grüne Rinde und später die vielen Schmetterlingsblüten gut erkennen. Der für einen Zierstrauch außergewöhnliche Wuchs, der den Ginster auch zu einer schönen Strukturpflanze macht, ist die Folge einer Anpassung an besondere Standorte: Ginster gedeiht in der Natur auf relativ nährstoffarmen, gut wasserdurchlässigen Böden an sonnigen Stellen. Er kann sich dort gut entwickeln, weil er wegen seiner kaum oder gar nicht vorhandenen Blätter weniger Wasser verdunstet als Gehölze mit vielen großen Blättern. Hieraus lassen sich auch die Ansprüche für Zierginster ableiten, der in den Garten gepflanzt wird und im Frühjahr mit seiner Blütenfülle erfreut: Ein sonniger Standort ist wichtig und der Boden sollte gut wasserdurchlässig und nicht zu nährstoffreich sein.

Kommentar

Frühe Farben

Auf dem schnellsten Weg zum Frühling

Der kürzeste Tag und die längste Nacht liegen hinter uns – endlich geht es wieder dem Licht entgegen, die Tage werden wieder länger. In den Gärten herrscht zwar noch winterliche Ruhe, doch einige Pflanzen lassen sich durch die Kälte nicht vom Blühen abhalten: Frühblüher wie Schneeglöckchen und Winterlinge strecken vorwitzig ihre kleinen Blüten dem Licht entgegen und wecken die Vorfreude auf wärmere Tage. Bald werden ihnen die Krokusse folgen und so geht es Blüte für Blüte langsam Richtung Frühling.

Zauberhafte Blütenbänder

Auch bei manchen Gehölzen zeigt sich wieder erwachendes Leben. Weil die sommergrünen Bäume und Sträucher noch keine Blätter haben, sind die Blüten jetzt besonders gut zu sehen. Die Zaubernuss (Hamamelis) ist ein wunderbarer Winterblüher, der der Kälte trotzt und dessen Blüten wegen des noch fehlenden Laubes sehr gut zu sehen sind. Je nach Sorte und Temperaturen kann sie sogar schon ab Januar blühen. Die Blütenblätter sind eigenwillig geformt: wie längliche, leicht gekräuselte und sehr schmale Bänder. Bei sehr niedrigen Temperaturen rollen sie sich zusammen, um sich vor der Kälte zu schützen. Meist sind die etwa 1,5 bis 2 Zentimeter langen Blütenblätter leuchtend gelb und bilden einen auffallenden Kontrast zu den dunklen, oft rötlichen Kelchblättern an der Blütenbasis. Es gibt auch Zaubernüsse mit feurig orangefarbenen oder roten Blüten und manche Sorten wie die leuchtend gelb blühende ‚Pallida‘ verströmen einen zarten, angenehmen Duft.

Blütenteppiche im Winter

Auch die Winter- oder Schneeheide (Erica carnea) zaubert früh Farbe in den Garten. Ihre Hauptblütezeit reicht von Februar bis April, einige blühen schon im Dezember. Werden Sorten, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen, miteinander kombiniert, kann man sich monatelang an den Farben dieser robusten, winterharten Pflanzen freuen: Das Spektrum reicht von reinem Weiß über kräftige Rosa- und Rottöne bis hin zu Violett. Pflanzt man die Winterheide in Gruppen, kann sie sich zu wahren Blütenteppichen entwickeln. Auch die feinen, immergrünen nadelartigen Blätter tragen zu ihrem Zierwert bei: Die Grüntöne variieren je nach Sorte und es gibt sogar Winterheide mit gelblichen Nadeln. Bei manchen Sorten färben sich die zierlichen Blätter im Winter bronzegrün.

Vielseitig und immergrün

Die meisten Laubgehölze sind sommergrün, doch es gibt einige, die auch im Winter ihre Blätter behalten. Sie sind deshalb für einen Garten, der das ganze Jahr über Farbe zeigen soll, besonders interessant. Die Stechpalme, auch Hülse genannt, hat kräftige, oft leicht bedornte, glänzend grüne Blätter. Außerdem gibt es Sorten mit bläulich-grünen oder mit mehrfarbigen, beispielsweise goldgelb oder silbrig gerandeten Blättern. Stechpalmen werden auch wegen ihrer auffallenden, lange an den Zweigen haftenden Früchte geschätzt: Viele Sorten tragen im Winter leuchtend rote Beeren, die vor den immergrünen Blättern besonders gut zur Geltung kommen und sie auch zu einem schönen winterlichen Vasenschmuck machen. Größere Pflanzen verkraften es gut, wenn Beeren tragende Zweige für die Vase geschnitten werden. Manche Stechpalmen sind zweihäusig, das heißt, es gibt es männliche und weibliche Pflanzen. Für eine gute Fruchtbildung ist es dann sinnvoll, dass sich im Garten neben einer weiblichen Stechpalme eine männliche als Pollenspender befindet. Wegen ihrer Schnittverträglichkeit werden Stechpalmen auch gerne als dichte, immergrüne und undurchdringliche Hecken gepflanzt.

Blütenstrauch für Mensch und Tier

Die Zierquitte (Chaenomeles) blüht wie die Zaubernuss bereits vor dem Blattaustrieb. Ihre auffallenden, großen Blüten sind meistens leuchtend rot und erscheinen im März und April in großer Zahl. Manche Sorten blühen bis in den Mai hinein. Viele haben leuchtend gelbe Staubgefäße, die einen schönen Kontrast zu den kräftig roten Blütenblättern bilden. Es gibt auch Zierquitten, die weiß oder rosa blühen. Im Herbst reifen kleine, leuchtend gelbe, mehr oder weniger apfelförmige Früchte, die an die der Echten Quitte (Cydonia oblonga) erinnern. Deshalb ist die Zierquitte auch unter dem Namen Scheinquitte bekannt. Ihre aromatisch duftenden Früchte sind roh nicht genießbar, können aber zu Marmelade oder Saft verarbeitet werden. Zierquitten sind anspruchslose und pflegeleichte Sträucher, die meist nur einen bis eineinhalb Meter hoch werden. Sie sind wertvolle Schutz- und Nährgehölze für Vögel und andere kleine Tiere. Die Früchte bleiben bis in den Winter hinein an den Zweigen, werden dann weich und dienen heimischen Tieren als Nahrung. Manche Zierquitten eignen sich für undurchdringliche Blütenhecken, andere können an einem Spalier sogar an der Hauswand emporwachsen. Die Zweige sind in der Floristik beliebt, denn sie lassen sich gut vortreiben und verschönern dann den Frühlingsstrauß. PdM

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats Februar:

Hamamelis – möglichst nicht zurückschneiden

Am besten ist für die Zaubernuss (Hamamelis) ein Standort, an dem sie sich frei entfalten kann. Weil sie von Natur aus einen sehr ansprechenden Wuchs hat, sollte man sie nach Möglichkeit nicht schneiden. Den Schnitt von Blütenzweigen als winterlichen Schmuck fürs Haus verträgt sie aber durchaus. Um die Blüten so oft und so gut wie möglich sehen zu können, empfiehlt es sich, die Zaubernuss an eine Stelle zu pflanzen, an der man sie auch im Winter oft sieht, zum Beispiel in den Vorgarten. PdM

Zauber- und Haselnuss

Die erst nach der Blüte erscheinenden Blätter der Zaubernuss (Hamamelis) erinnern an die der Haselnuss, die ebenfalls früh blüht. Die Pflanzen sind jedoch nicht miteinander verwandt: Die Hamamelis gehört zur Familie der Zaubernussgewächse und hat bandförmige, leicht gekräuselte Blütenblätter, während die Haselnuss (Corylus) zu den Birkengewächsen gehört und hängende Kätzchenblüten hat. PdM

Ilex und seine magischen Kräfte

Die Stechpalme (Ilex) hat nichts mit Palmen zu tun. Der irreführende deutsche Name geht auf die Tradition zurück, Zweige dieses Baumes oder Strauches am Palmsonntag in der Kirche zu verwenden. Auch schon vor der Ausbreitung des Christentums haben die in Europa heimischen Stechpalmen (Ilex aquifolium) eine wichtige Rolle im Glauben der Menschen gespielt: Weil sie immergrün sind, galten sie als Symbol ewigen Lebens. Bei den Kelten war die Stechpalme ein Sinnbild für die Wiedergeburt. Die Druiden schmückten ihre Wohnstätten mit ihren Zweigen, um sie vor bösen Mächten zu schützen und um Elfen und Waldgeister über Winter in ihre Häuser einzuladen. Wegen der magischen Kräfte dieser Pflanze besteht übrigens auch Harry Potters Zauberstab aus Stechpalmenholz. PdM

Ilex: männliche und weibliche Pflanzen

Nicht alle Stechpalmen (Ilex) tragen Beeren, denn manche sind zweihäusig. Das heißt, dass sich männliche und weibliche Blüten auf verschiedenen Pflanzen befinden. Um eine gute Fruchtbildung sicherzustellen, ist es deshalb sinnvoll, neben einer weiblichen auch eine männliche Stechpalme als Pollenspender zu pflanzen. Einige Sorten wie zum Beispiel ‚J.C. van Tol‘ tragen aber auch ohne Partner viele rote Beeren. Weitere Sorten erfragen Sie bei Ihrem Fachmann. PdM

Ilex und Ortsnamen

Im Deutschen wird die Stechpalme – botanisch Ilex – auch Hülse genannt. Diese Bezeichnung hat, so wird vermutet, zum Namen des Schlosses Hülshoff in der Nähe von Münster geführt. Dies ist der Geburtsort der bedeutenden deutschen Lyrikerin Annette von Droste-Hülshoff (1797 – 1848), die für ihre realistischen Naturschilderungen bekannt war und unter anderem die Erzählung „Die Judenbuche“ geschrieben hat. Die englische Bezeichnung „Holly“ für Stechpalmen findet sich im Namen der Stadt Hollywood wieder. Ob der Name der Filmmetropole auf einst dort wachsende Stechpalmen zurückgeht oder wegen des schönen Klangs gewählt wurde, ist nicht eindeutig belegt.

 

Hamamelis

Die Zaubernuss blüht mitten im Winter. Die leuchtend gelben, orangefarbenen oder roten Blütenblätter sind eigenwillig geformt: wie längliche, leicht gekräuselte, schmale Bänder.

Kurz noch eine allgemeine Information zu dieser neuen Kampagne. „Colour your life“ ist eine deutsch-niederländische Kooperation, die seit November 2009 drei Jahre lang von der Europäischen Union gefördert wird. Sie wird vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) und der Plant Publicity Holland (PPH) gemeinsam getragen. „Colour your life“ ist eine Weiterentwicklung der Initiativen „Der Garten bewegt mich“ und „Pflanzen des Monats“. Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.colour-your-life.de

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