Archiv des Monats Juni 2008

Die Blätter sind der Clou

Pflanzen mit mediterranem Flair

Pflanzen mit silbriggrauen Blättern haben eine sehr angenehme Eigenschaft – sie wecken Urlaubsgefühle, selbst wenn sie weit entfernt vom sonnenverwöhnten Mittelmeer wachsen. Lavendel und Olivenbäume sind typische Pflanzen für den mediterranen Raum, und man sieht es auch ihren Blättern an: Sie haben eine feine, silbriggraue Behaarung – ein wichtiger Verdunstungsschutz und somit ein Überlebensvorteil für diese Pflanzen, wenn sie mit wenig Wasser auskommen müssen. Feine Härchen halten die Feuchtigkeit fest und die silbrige Färbung reflektiert das Licht. Auch eine Wachsschicht auf den Blättern oder eine Verkleinerung der Blätter sind Strategien, mit denen sich Pflanzen vor zu hoher Verdunstung schützen. Weil diese Merkmale eine Anpassung an sonnige Standorte sind, vertragen diese Pflanzen Hitze und Trockenheit im Garten oft relativ gut. Sie gedeihen am besten auf gut dränierten Böden ohne Staunässe.

Viele Gestaltungsmöglichkeiten

Das Farbspektrum der Grau- und Silbertöne reicht von hellen, silbergrauen Blättern wie bei dem Woll-Ziest (Stachys byzantina ‚Silver Carpet‘) bis hin zu silbriggrünen und blaugrauen Blättern. Gehölze und Stauden mit hellen, silbrigen Blättern bieten interessante gestalterische Möglichkeiten: Sie lassen den Garten geradezu leuchten. Diese Pflanzen können auch als Ausgleich und zur Neutralisierung zwischen Gehölzen oder Stauden mit starken Farbkontrasten gepflanzt werden. Außerdem sind sie ein schöner Hintergrund für Pflanzen mit kräftigen, dunklen Blattfarben, die dann sanfter wirken.

Hart im Nehmen

Doch nicht alle Pflanzen mit Blättern in silbrigen oder grauen Nuancen haben ihren natürlichen Standort in wärmeren Regionen, auch manche in Mitteleuropa verbreitete Pflanze schützt sich auf diese Weise vor übermäßigem Wasserverlust. Der Sanddorn (Hippophae) beispielsweise ist ein sehr robuster großer Strauch oder kleiner Baum mit silbriggrauen Blättern. Er wächst oft auf nährstoffarmen, leichten Böden in Küstennähe, wo er Wind und salzhaltiger Seeluft ausgesetzt ist. Auch unter solchen Umständen kann ein Verdunstungsschutz in Form feinster grauer Härchen auf oder unter den Blättern für die Pflanze überlebenswichtig sein. Dies trägt dazu bei, dass sie an Standorten wachsen, auf denen viele andere Pflanzen nicht existieren könnten.

Botanische Vielfalt

Interessante Pflanzen für einen Garten, in dem silbrige und graue Farbtöne vorherrschen, sind unter anderem Blauraute (Perovskia) und Katzenminze (Nepeta). Sie haben blaue bis violette Blüten, die einen schönen Kontrast zu den silbriggrauen bis graugrünen Blättern bilden. Bartblumen (Caryopteris) und einige Ölweiden-Arten (Elaeagnus) passen ebenfalls gut in einen „silbernen“ Garten. Auch die Weidenblättrige Birne (Pyrus salicifolia) hat silbriggraue bis silbriggrüne Blätter. Sie sind länglich-schmal und erinnern in der Tat an Weidenblätter. Im Herbst bleiben sie relativ lange an den Zweigen haften. Die Früchte sind kleine, nur zwei bis drei Zentimeter große Birnen. Die Weidenblättrige Birne ist ein robuster, kleiner Baum, der Hitze und Trockenheit relativ gut verträgt. Mit seinem silbrigen Blattwerk und den oft malerisch überhängenden Zweigen passt er gut in einen Garten im mediterranen Stil, in Gräser- und Staudengärten, zu Rosen oder vor dunklere Gehölze.

269636 Pyrus salicifolia klein

Foto: PdM. – Die Weidenblättrige Birne hat schmale, silbriggraue bis silbriggrüne Blätter. Dieser außergewöhnliche, kleine Baum bringt Licht und südliche Leichtigkeit in den Garten.

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Blütenstars im Halbschatten

Astilben

Sie sind elegant, sie bringen Farbe in den Garten und sie gedeihen dort am besten, wo sich nur relativ wenige Pflanzen wohl fühlen – Astilben, auch als Prachtspieren bezeichnet, sind ideal, um halbschattige Standorte im Garten interessant zu gestalten. Solche Gartenbereiche gelten oft als problematisch, weil die Lichtverhältnisse für viele Pflanzen zu schlecht sind. Die Größe der Astilben reicht von 50 cm kleinen Sorten, die auch in Kübeln eine gute Figur machen, bis hin zu imposanten, 100 cm hohen Pflanzen. Einige dieser Stauden werden nur 15 bis 25 cm hoch. Sie eignen sich für spezielle Verwendungszwecke, zum Beispiel für den Steingarten oder als Bodendecker.

Mit Farben und Höhen spielen

Dank der Größenvielfalt lassen sich Astilben sowohl für kleine als auch für größere Gärten finden. Wer viel Platz hat, kann zum Beispiel mit den unterschiedlichen Wuchshöhen spielen. Auch die Vielfalt der Blütenfarben bietet Raum für gestalterische Ideen. Das Farbenspektrum der unzähligen kleinen Blüten, die in auffallenden Rispen stehen, reicht von Weiß über Rosa und Rot bis hin zu Purpurlila. Die Form der Blütenstände variiert ebenfalls: Manche sind kerzenartig und straff aufrecht, andere zum Beispiel zart fedrig und überhängend. Dieses Spektrum von einer gleichmäßigen, formalen Wirkung bis hin zu einer locker-leichten Anmutung eröffnet interessante gestalterische Möglichkeiten. Dank der großen Blütenstände und der schönen Blätter sind schon einzelne Pflanzen geeignet, um Akzente zu setzen. Diese Stauden können aber auch gut in Gruppen gepflanzt werden und verstärken sich dann in ihrer Wirkung. Selbst wenn es sehr verführerisch ist, nur Sorten in kräftigen Farben auszuwählen – falls es der Platz zulässt, sollte man auch weißblühende Astilben pflanzen, denn sie sorgen für helle Reflexe in den nicht von der Sonne verwöhnten Gartenbereichen. Außerdem intensivieren sie die Farbwirkung der anderen Pflanzen.

Farbe über einen langen Zeitraum

Astilben gedeihen am besten auf feuchtem, humosem Boden im Halbschatten. Bei gleichmäßiger, guter Versorgung mit Feuchtigkeit können sie aber auch an sonnigeren Standorten gepflanzt werden. Die ersten Astilben blühen schon im Juni und Juli, andere erst im August und September. Wer bei der Sortenauswahl auf die unterschiedlichen Blütezeiten achtet, kann mit diesen Stauden von Juni bis September lichtarme Gartenbereiche beleben. Die langen Blütenrispen sind zwar das auffallendste Merkmal dieser eleganten Pflanzen, doch auch die Blätter tragen zu ihrem Charme bei: Sie sind mehrfach gefiedert und lassen die Astilben leicht und feingliedrig wirken. Die Farbe der Blätter variiert, manche sind glänzend dunkelgrün, andere haben zum Beispiel einen bronzefarbenen Schimmer oder sind während des Austriebs im Frühjahr hellgrün oder rötlich.

Besondere Eigenschaften

Astilben sind pflegeleicht und robust. Im Laufe der Jahre wächst der Wurzelballen aus dem Boden heraus. Wenn man den Pflanzen etwas Gutes tun möchte, kann man den Wurzelbereich im Herbst mit Kompost bedecken, um die Blühfreudigkeit auch in den Folgejahren zu erhalten. Durch den Kompost bleibt der Boden länger feucht und gleichzeitig werden die Pflanzen mit Nährstoffen versorgt. Nach der Blüte tragen die Samenstände immer noch zum Reiz dieser Stauden bei: Wenn sie nicht abgeschnitten werden, können sie sich im Winter, von Raureif überzogen, in filigrane kleine Skulpturen verwandeln. So sind Astilben von der Zeit des Blattaustriebs im Frühjahr bis in den Winter hinein eine Bereicherung für halbschattige Gärten.

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Foto: PdM. – Die Blütenstände der Astilben sind aus unzähligen kleinen Blüten zusammengesetzt. Ihr Farbenspektrum reicht von erfrischendem Weiß über Rosa- und Rottöne bis hin zu Purpurlila.

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Gewusst wie

Ideen für kleine Gärten

Kleine Gärten sind eine besondere Herausforderung. In einem kleinen Garten liegt die große Kunst in der Beschränkung, damit er nicht überladen und unruhig wirkt. Bestimmte Ideen scheiden von vornherein aus. Eine locker wachsende Blütenhecke zum Beispiel hat einen relativ hohen Platzbedarf; eine Mauer oder ein Zaun brauchen dagegen viel weniger Grundfläche. Eine solche Abgrenzung kann genauso schön sein wie eine blühende Hecke, wenn Kletterpflanzen an ihr emporwachsen.

Wasser auch im kleinsten Garten

Wasser übt eine besondere Anziehungskraft aus, und ein Teich ist der Traum vieler Gartenbesitzer. Auch auf kleinem Raum kann der Wunsch nach Wasser im Garten Wirklichkeit werden. Es gibt dafür viele Möglichkeiten, die mit Hilfe eines Landschaftsgärtners ganz individuell auf die jeweilige Gartensituation abgestimmt werden können. Formale Wasserbecken beispielsweise benötigen nur wenig Platz. Geeignet sind auch Brunnen oder sprudelnde Quellsteine, die das Geräusch plätschernden Wassers in den Garten bringen.

Den Luftraum nutzen

Auch in einem kleinen Garten ist eine vielfältige und abwechslungsreiche Gestaltung mit Pflanzen möglich. Ganz wichtig ist die Nutzung der dritten Dimension. Kletterpflanzen benötigen nur wenig Grundfläche und sind sehr effektvoll: Eine Clematis oder eine Kletterrose können einen Hauseingang im Sommer blütenreich umrahmen; Wilder Wein hat schöne Blätter, die sich im Herbst goldorange bis karminrot färben. Auch viele Gräser, Stauden und Ziersträucher benötigen vergleichsweise wenig Platz, doch wie sieht es mit einem Hausbaum oder Obstgehölzen aus? Ein Besuch im Fachhandel lohnt sich, denn einige Obstgehölze ermöglichen selbst im kleinen Garten eine eigene Ernte. Es gibt zum Beispiel Apfelbäume, die schlanke Säulen bilden, andere können platzsparend als Spalierobst an einer Wand gezogen werden.

Effekt von Anfang an

Auch für kleine Gärten gibt es Bäume, die wie ihre großen Geschwister einem Haus Persönlichkeit und Individualität verleihen und den Wechsel der Jahreszeiten miterleben lassen. Falls es der Platz zulässt, kann sogar ein Baumpaar gepflanzt werden, das den Eingangsbereich oder eine Auffahrt betont. Wer keine Zeit verlieren will, pflanzt am besten einen Baum, der schon relativ groß ist und von Anfang an seine Wirkung entfaltet. Bei größeren Exemplaren sollte ein Fachmann die Pflanzung ausführen, damit die Bäume einen guten Start haben.

Formvollendet für kleine Gärten

Viele Bäume mit säulenförmiger oder kugelförmiger Krone eignen sich besonders gut für kleine Gartenräume oder Vorgärten. Die Säulen-Kirsche (Prunus serrulata ‚Amanogawa‘) ist ein sehr schlanker Baum mit zahlreichen hellrosafarbenen Blüten ab Ende April. Der Kugel-Ahorn (Acer platanoides ‚Globosum‘) hat dagegen eine dichte, rundliche Krone. Er wird etwa 5 bis 6 Meter hoch. Seine großen, gelappten Blätter färben sich im Herbst goldgelb. Ähnlich klein bleibt die Kugel-Akazie (Robinia pseudoacacia ‚Umbraculifera‘), die mit ihren feinen, gefiederten Blättern sehr mediterran wirkt. Die Kugel-Steppenkirsche (Prunus fruticosa ‚Globosa‘) wird nur 3 bis 5 Meter hoch, während der Kugel-Trompetenbaum (Catalpa bignonioides ‚Nana‘) eine Höhe bis etwa 7 Meter erreicht. Seine großen Blätter erinnern an Elefantenohren und färben sich im Herbst leuchtend goldgelb.

Pflanzen mit Mehrfachwirkung

Um den Platz in kleinen Gärten möglichst gut zu nutzen, kann man bei der Auswahl auf Gehölze achten, die wie der Apfeldorn (Crataegus ‚Carrierei‘) mehrmals im Jahr ihren großen Auftritt haben. Dieser anspruchslose kleine Baum hat weiße Blüten, die im Mai einen schönen Kontrast zu den dunkelgrünen, glänzenden Blättern bilden. Im Herbst entwickeln sich orangerote Früchte, die bis in den Winter hinein an den Zweigen haften und ein beliebtes Winterfutter für verschiedene Vögel sind. Ein kleiner, ebenfalls im Frühling blühender Baum mit interessanten Früchten und einer schönen Herbstfärbung ist die Echte Mispel (Mespilus germanica). Die Früchte können nach Frosteinwirkung gegessen werden. Die Kahle Felsenbirne (Amelanchier laevis) ist im Frühling in ein dichtes weißes Blütenkleid gehüllt, im Spätsommer reifen dunkelpurpurne, essbare Beerenfrüchte und im Herbst leuchten die Blätter dieses Strauches gelb bis orange-rot.

Rob pseud Umbrac

Foto: BGL/PdM. – Ideal für kleine Gärten: Bäume mit einer von Natur aus rundlichen Krone, die wie die Kugel-Akazie (Robinia pseudoacacia ‚Umbraculifera‘) nur wenige Meter hoch werden.

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