Archiv des Monats April 2008

Schatzkiste Frühlingsgarten

Pflanzen mit dem gewissen Etwas

Der Mai ist eine gute Zeit, um in Gartencentern, Baumschulen und Staudengärtnereien auf Entdeckungsreise zu gehen. Das Frühlingswetter und die wiedererwachte Natur locken nach draußen und es macht jetzt noch mehr Spaß als in der kalten Jahreszeit, im Garten aktiv zu werden und zu pflanzen. Bäume und Sträucher zeigen sich in frischem Grün, Maiglöckchen, Flieder und Pfingstrosen blühen und auch weniger bekannte Gehölze öffnen ihre Blüten. Eines davon ist die Reichblühende Prunkspiere (Exochorda ‚The Bride‘), eine zierliche, blühfreudige Schönheit, die nur etwa 1,5 Meter hoch wird. Sie kann gut in Beete, kleinere Gärten und auch in Kübel gepflanzt werden. Für die Vase geschnitten, bringen ihre Blütenzweige frühlingshafte Stimmung ins Haus. Die Prunkspiere ist im Mai von einem duftigen Schleier reinweißer Blüten überzogen wie eine Braut in ihrem Hochzeitskleid. Mit den strahlend weißen Blüten kommt sie besonders vor einem dunklen Hintergrund gut zur Geltung. Sie passt ausgezeichnet zu blau blühenden Pflanzen oder in einen Garten, in dem Weiß und silbrige Grautöne das Bild bestimmen. Die Blüten haben einen Durchmesser von etwa 3 bis 4,5 Zentimeter und sind im Vergleich zu denen anderer Prunkspieren relativ groß.

Gartengold

Es sind nicht immer nur die Blüten, die eine Pflanze zu etwas Besonderem machen: Die Gelblaubige Fasanenspiere (Physocarpus opulifolius ‚Dart’s Gold‘) fällt wegen ihrer goldgelben Blätter auf. Dieser anspruchslose und wenig bekannte Strauch bringt Licht und Frische in den Garten und belebt auch lichtarme Bereiche. Er ist ideal für kontrastreiche Pflanzenkombinationen. Wegen des intensiven Gelbtons der Blätter ist er ein interessanter Partner für dunkelgrüne oder rotlaubige Gehölze. Die Blüten sind weiß, sie stehen in kugelförmigen Blütenständen und erscheinen im Juni und Juli. Dieser Strauch ist ein wertvolles Vogelnährgehölz, denn seine Früchte werden sehr gerne von Vögeln gefressen. Ein anderer deutscher Name für die Fasanenspiere ist Blasenspiere. Er bezieht sich auf die markante Form der Früchte, die wie aufgeblasen wirken. Die Gelblaubige Fasanenspiere wird etwa 1,5 m hoch und kann sowohl einzeln als auch als Gruppe gepflanzt werden, um Farbakzente zu setzen.

Kostbarkeit aus Fernost

Päonien bzw. Pfingstrosen sind Blütenschätze der Extraklasse. Die meisten von ihnen sind Stauden, doch es gibt auch Baum- oder Strauchpäonien. Sie blühen wie die Staudenpäonien im Mai und Juni, aber ihre Triebe verholzen. Baum- oder Strauchpäonien werden in China schon seit über 1.000 Jahren in Gärten gepflanzt und durch Züchtung gibt es eine Vielzahl an Sorten, die in verschiedene Gruppen eingeteilt werden. Weit verbreitet sind Paeonia-Suffroticosa-Sorten, die etwa einen bis zwei Meter hoch werden. Eine andere, jüngere Gruppe sind die Paeonia-Rockii-Sorten. Baum- oder Strauchpäonien sind langsam wachsende, fernöstliche Kostbarkeiten, die sehr alt werden können. Sie haben große, an feines Seidenpapier erinnernde Blüten mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern und mehr. Die Zahl der Blütenblätter variiert stark; es gibt Päonien mit einfachen, wildblumenhaft anmutenden Blüten bis hin zu Sorten mit sehr üppigen, dicht gefüllten Blüten. Die Strauchpäonien haben einen Ehrenplatz im Garten verdient, an dem man sie gut sehen kann und der gleichzeitig vor Wind und Spätfrösten geschützt ist.

Blüten zum Hingucken

Die Heimat des Pracht-Storchschnabels (Geranium magnificum) liegt nicht ganz so weit entfernt wie die der Päonien: Seine Vorfahren stammen aus der Kaukasus-Region und dem Iran. Es gibt viele schöne Storchschnabel-Arten und -Sorten. Dank dieser Vielfalt lässt sich für jeden Platz im Garten ein passendes Geranium finden. Der Pracht-Storchschnabel ist eine etwa 50 cm hohe Staude mit schönen, großen Blüten in kräftigem Blauviolett. Sie haben eine feine Zeichnung, die durch die dunkleren Blattadern hervorgerufen wird. Der Pracht-Storchschnabel blüht im Zeitraum Mai bis Juli. Er wächst horstig, das heißt er bildet keine Ausläufer, und er kann mit seinem buschigen Wuchs den Boden dicht bedecken. Diese auffallende Staude gedeiht gut an sonnigen bis halbschattigen Standorten, zum Beispiel vor Bäumen und Sträuchern, vor Mauern und in Beeten. Sie passt farblich ausgezeichnet zu Rosen, denn bei ihnen kommt die Farbe Blau nicht vor. Auch gelb blühende Beetstauden wie der Goldfelberich sind gute Begleiter. Zum Ende der Gartensaison beeindruckt der Pracht-Storchschnabel mit seiner schönen Herbstfärbung, denn die Blätter leuchten dann orange bis rot.

Exochorda The Bride

Foto: PdM. – Die Reichblühende Prunkspiere (Exochorda ‚The Bride‘) kann gut in Beete und kleinere Gärten gepflanzt werden. In einem ausreichend großen Gefäß bringt sie den Frühling sogar auf die Terrasse und auf den Balkon.

Kommentar

Der Frühling ruft – und auch der Sommer

Ab in den Garten

Die Natur ist aus ihrer Winterruhe erwacht und signalisiert, dass die Gartensaison begonnen hat. Die Sonne gewinnt an Kraft und lockt immer häufiger nach draußen, wo es mehr und mehr zu entdecken und je nach Witterung auch zu tun gibt.

Vermooster Rasen

Pflegearbeiten wie das letzte Entfernen des Winterschutzes und das erste Mähen des Rasens stehen an. Ist der Rasen so vermoost, dass er nach dem Vertikutieren viele größere Lücken aufweist, ist es sinnvoll, diese Stellen neu einzusäen oder den Rasen ganz neu anzulegen. Das macht man am besten, bevor es zu warm wird, damit sich die Neueinsaat gut entwickeln kann. Rasen braucht Licht, liegt er zu sehr im Schatten, wird sich Moos immer wieder durchsetzen. Dann ist eine Alternative gefragt! Wie wäre es, auf Rasen an dieser Stelle zu verzichten und statt dessen ein Beet mit Stauden und Gehölzen anzulegen, die einen geringen Lichtbedarf haben? Wer unsicher ist, was in seinem Garten die richtige Lösung ist, wendet sich am besten an Fachleute aus dem Garten- und Landschaftsbau.

Rechtzeitig den Sommer pflanzen

Jetzt beginnen auch schon die ersten Vorbereitungen für den Sommer mit dem Pflanzen von Stauden und Blumenzwiebeln, die in einigen Monaten Farbe in den Garten bringen. Wer im Sommer Beerenobst direkt vom Strauch naschen möchte, wird am besten ebenfalls frühzeitig aktiv, damit die Pflanzen Zeit zum Einwurzeln und Wachsen haben.

Regen auf Knopfdruck

Auch Überlegungen technischer Art sollte man möglichst jetzt schon in Angriff nehmen. Wer im Sommer viel unterwegs ist und sich nicht täglich um seinen Garten kümmern kann, gewinnt durch ein automatisches Beregnungssystem mehr Unabhängigkeit. Es gibt ein großes Spektrum an Möglichkeiten von der zeitsparenden Beregnung auf Knopfdruck bis hin zu ausgefeilten vollautomatisierten Systemen, die mit Sensortechnik arbeiten und nur bei Bedarf beregnen. Fachkundige Beratung zu der Frage, welches System am besten geeignet ist, geben die Experten für Garten und Landschaft. Sie helfen auch bei der Verlegung der Bewässerungssysteme und sorgen dafür, dass die einzelnen Komponenten genau aufeinander abgestimmt sind.

Sommerurlaub im Grünen

Wer den Sommer zu Hause genießen möchte, träumt vielleicht schon lange von einer schön angelegten Terrasse oder einer einladenden, schattenspendenden Pergola. Falls die Wintermonate nicht schon zur Planung genutzt wurden, sollte man spätestens jetzt aktiv werden. Mit Beginn der Gartensaison, wenn der Garten langsam wieder zum Leben erwacht, lässt sich leichter als im Winter erkennen, was man wo gerne hätte. Die besten Pflanzzeiten für viele Gehölze sind der Herbst und das Frühjahr. Gehölze, die in Töpfen, den so genannten Containern, angeboten werden, können auch außerhalb der traditionellen Pflanzzeiten gepflanzt werden. Wer jetzt noch einen Fachmann mit der Anlage einer Terrasse oder Pergola beauftragt, kann schon im Sommer im Grünen sitzen. Also nichts wie los und jetzt den Sommer planen.

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Foto: BGL/PdM: – Jetzt den Sommer planen: In jedem individuell gestalteten Garten steckt ein Stück vom Paradies, wie lauschige Nischen zum Träumen oder eine großzügige Terrasse für ein gemeinsames Frühstück mit der Familie. Wer das Frühjahr nutzt, um seine Gartenträume Wirklichkeit werden zu lassen, kann schon im Sommer im Grünen sitzen.

Kommentar

25. April „Tag des Gartens“

Wertvolle Giganten

Nur wenige Dinge sind im Leben so beständig wie er. Fest verwurzelt steht er da, ragt 20 Meter in die Höhe und rauscht leise mit den Blättern. Seit mehr als einem Jahrhundert gibt es ihn inmitten der saftigen Wiese, in der Nähe eines Sees. Wenn er am 25. April, dem Tag des Baumes, seinen Ehrentag feiert, werden Familien an den groben Holztischen unter seinem kugelförmigen Blätterdach picknicken, wie fast an jedem Tag im Frühling, sofern es schon warm genug ist. Die Kinder werden versuchen, seinen dicken Stamm zu umarmen (was sie nicht schaffen, denn er ist wirklich sehr dick!) Ihre Eltern werden seine weichen Blütenkätzchen bewundern und später im Jahr einige seiner Früchte sammeln. Bäume wie dieser große Walnussbaum am Rande einer Kleinstadt sind die Giganten der Pflanzenwelt – andere sind die Zwerge, wie der Bonsai. Bäume sind Rohstofflieferanten, Schattenspender, Luftverbesserer, Lebensraum und Schmuckstück, sie prägen Gärten, Stadtparks, Straßen und Plätze. Die Germanen verehrten bestimmte Bäume sogar als Sitz der Götter und es gab einmal eine Zeit, da dienten Linden als Ort des Gerichts oder Tanzes. Fest steht: Jeder Baum hat seine Geschichte und prägt dabei ganz wesentlich auch die Geschichte seiner Umgebung und der Menschen, die dort leben.

Der Baum in Fakten

Bäume verbessern die Lebensbedingungen des Menschen. Sie sind eine wichtige Rohstoffquelle und liefern Holz als Bau- und Werkstoff, Früchte, Samen, Terpentin, Zucker, Kautschuk, Balsame und vieles mehr. Bäume reinigen die Atemluft von Staub und giftigen Gasen. Sie verdunsten mehrere hundert Liter Wasser pro Tag und sorgen damit für eine angenehme Luftfeuchte. Bäume spenden Schatten und gleichen Temperaturunterschiede aus. Sie sind ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tiere und an Straßen gepflanzt dämpfen sie den Verkehrslärm. Ohne Bäume wären Städte ziemlich trist: Wogende Äste mit frischgrünen Blättern, zartrosa Blütenmeeren oder feurig-warmem Herbstlaub machen Straßen und Plätze wohnlicher, lebendiger, schöner und holen die Natur in das Leben der Menschen. Allein für diese Leistung haben Bäume einen Tag der Ehrung verdient.

Der Baum in Werten

Der Lebenszyklus eines Baums ist lang. So spannen Buche, Eiche und Esche eine Brücke zurück in die Zeit der Groß- und Urgroßeltern. Ebenso spannen sie aber auch eine Brücke in die Zukunft, denn neu gepflanzte Linden, Pappeln und Platanen werden auch die folgenden Generationen begleiten. Bäume besitzen ein großes Charisma, mit dem sie ganze Landstriche prägen: Wer von ruhigen, sonnigen Tagen an karibischen Stränden träumt, hat garantiert auch hohe Palmen vor Augen. Wer hingegen an lange Abende voller mediterraner Geselligkeit denkt, kommt nicht an Granatapfel-, Oliven- und Feigenbaum vorbei. Kaum eine andere Pflanze hat eine so große Ausdruckskraft wie ein Laub- oder Nadelbaum. Immergrüne spenden ganzjährig Farbe und leuchten auch im Wintergrau. Erst wenn Bäume ausschlagen, bahnen sich Frühlingsgefühle ihren Weg und im Herbst stimmt hinabfallendes Laub nachdenklich und ruhig. Bäume haben eine große Bedeutung: für die Wirtschaft, für die Ästhetik, für das Klima global und lokal, für die Gesundheit, für das Wohlbefinden, für die Umwelt und für jeden ganz persönlich. Das sind nur einige der Gründe, die Bäume jährlich am 25. April zu feiern. Oder wie auf einem Standbild Julius Sterling Mortons, des Erfinders des Baumgedenktages in Amerika, zu lesen ist: „Andere Festtage dienen der Erinnerung, der Tag des Baumes weist in die Zukunft!“. In Deutschland gibt es den Tag des Baumes seit 1952 und seitdem wurden an diesem Frühlingstag viele Millionen Bäume gepflanzt. Am 25. April beginnen traditionell auch viele Gartenschauen, so zum Beispiel 2008 die Landesgartenschau Nordrhein-Westfalen in Rietberg, die Baden-Württembergische Landesgartenschau in Bad Rappenau und die bayerische Landesgartenschau in Neu-Ulm. Ein Hoch auf die Bäume!

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Foto: PdM. – Bäume prägen Landschaften und Orte. Ein alter Baum als zentraler Treffpunkt im Dorf hat auch heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Mit ihrem langen Lebenszyklus spannen Bäume eine Brücke in die Zeit der Groß- und Urgroßeltern. Neu gepflanzte Bäume spannen eine Brücke in die Zukunft, denn sie werden auch die folgenden Generationen begleiten.

Kommentar

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