Archiv des Monats März 2008

Das Frühlingskribbeln ist da

Nichts wie raus

Endlich – die Tage werden merklich länger, an manchen Sträuchern sprießt schon das erste frische Grün und wie hingezaubert wirken die strahlend gelb blühenden Narzissen in den Vorgärten. Kein Zweifel, der Frühling ist da. Wer einen Garten hat, merkt es auch an dieser eigenartigen inneren Unruhe, die unweigerlich nach draußen treibt. Dieses Frühlingskribbeln sorgt für Neugier und Tatendrang – wie sieht es aus im Garten und wo gibt es was zu entdecken? Wie weit sind die im letzten Herbst gepflanzten Blumenzwiebeln und Stauden? Zu welcher Pflanze mögen die Blätter gehören, die dort mit aller Macht ans Tageslicht drängen? Nach den unwirtlichen Wintertagen tut es gut, das Wiedererwachen des Gartens mitzuerleben und die ersten Frühlingsblüten zu genießen. Frühlingszweige bringen auch Farbe ins Haus. Ein paar blühende Forsythien mit ihrem intensiven Gelb oder einige zarte Kirschblüten zeigen auch in der Wohnung, dass die Gartensaison eröffnet ist.

Es ist Pflanzzeit!

Ab sofort können im Winter geschmiedete Pläne in die Tat umgesetzt werden, denn es ist wieder Pflanzzeit. Zwar kann auch im Winter gepflanzt werden, wenn der Boden „offen“, also nicht gefroren ist, aber nun macht’s noch mehr Spaß, denn es wird Frühling. Jetzt, mit Beginn der Gartensaison, werden die Ecken inspiziert, die nicht wirklich gut gefallen und nun kann tatkräftig Abhilfe geschaffen, ergänzt und verschönert werden. Wenn nicht schon im Winter beim Schmökern in Pflanzenkatalogen oder Gartenbüchern entschieden wurde, welche Stauden oder Gehölze sich für diesen Standort eignen, hilft auch ein Besuch in Gärtnereien, Gartencentern oder Baumschulen weiter. Hier kann man sich vom angebotenen Sortiment inspirieren lassen, denn jetzt nach dem Winter ist die Auswahl wieder sehr groß.

Ein Freund fürs Leben

Wer sich beraten lassen möchte, sollte sich vorab den Standort ein bisschen genauer ansehen, damit er auch die richtige Pflanze für den richtigen Platz findet. Der Fachmann oder die Fachfrau wird bei der Suche nach den neuen Gartenbewohnern die ein oder andere Frage stellen. Also am besten vorher ein prüfender Blick auf den Gartenbereich, der neu bepflanzt werden soll: Wie sind die Licht- und Bodenverhältnisse hier? Wie viel Platz steht zur Verfügung? Wenn der Wunsch nach einem Hausbaum besteht, muss in sehr langen Zeiträumen gedacht werden, denn ein Baum ist ein Freund fürs Leben und soll sich auch wirklich entfalten können. Manchmal kann man zum Beispiel bei Straßenbäumen sehen, dass sie nicht aufrecht wachsen, sondern mit leicht schrägem Stamm von den Häusern weg streben – hin zu mehr Licht, das ihnen so nah an einem Gebäude fehlt. Es gibt viele Bäume, die wenig Platz benötigen und von Natur aus eine kleine, rundliche oder säulenförmige Krone entwickeln. Wenn der Garten klein und der Wunsch nach einem Baum groß ist, können beispielsweise Kugelbäume wie die Kugelrobinie oder schlank wachsende Bäume wie die Säulenkirsche eine Lösung sein.

Und was wollen wir?

Doch nicht nur die Ansprüche der Pflanzen müssen bei der Auswahl berücksichtigt werden, sondern auch die Wünsche des Gartenbesitzers. Soll der Neuzugang immergrün oder sommergrün sein? Ist an ein Blütengehölz gedacht oder an einen Baum oder Strauch, der im Herbstgarten für Farbe und ein Gefühl von Indian Summer sorgt? Wie sieht es aus mit Naschobst im Sommer oder Fruchtschmuck bis in den Winter hinein? Je früher man mit den Überlegungen und einem Besuch im Fachhandel startet, um so eher können die Bäume, Sträucher und Stauden gepflanzt werden und anwachsen. Also nichts wie los – der Garten ruft.

Frühlingskribbeln

Foto: PdM. – Die Gartensaison beginnt: Im zeitigen Frühjahr ist die geeignete Pflanzzeit für Stauden und Gehölze. Jetzt lohnt sich der Weg in den Gartenfachhandel, um den Kofferraum voll zu laden und den Garten mit neuen Pflanzen in Schwung zu bringen.

Kommentar

Immergrüne mit dem gewissen Etwas

Duft und Farbe im Frühlingsgarten

Immergrüne Gehölze tragen dazu bei, dass der Garten das ganze Jahr über nicht trist und leer aussieht. Manche der Immergrünen beeindrucken jetzt zusätzlich mit besonderen Eigenschaften wie duftenden Blüten oder rötlichem Blattaustrieb. Es lohnt sich deshalb, Gartencenter, Baumschulen und Gärtnereien zu besuchen und zu sehen, welche Immergrünen Farbe oder Duft in den Frühlingsgarten bringen.

Der Duft des Frühlings

Wer auf der Suche nach duftenden Pflanzen für seinen Frühlingsgarten ist, sollte unbedingt auf die Gruppe der Schneebälle (Viburnum) achten. Der deutsche Name geht auf die typischen Blütenstände zurück, die bei den meisten Viburnum-Arten ballförmig sind und aus vielen kleinen weißen Einzelblüten bestehen. Manche haben allerdings flache Blütenstände wie der heimische Schneeball, botanisch Viburnum opulus. Sie erinnern an die nostalgisch anmutenden Blütenstände mancher Hortensien. Auch in anderer Beziehung sind Schneebälle abwechslungsreicher, als es der deutsche Name vermuten lässt. Einige haben rosafarbene Blüten wie der oft schon im Winter blühende Viburnum bodnantense ‚Dawn‘. Dieser sommergrüne Zierstrauch duftet sehr intensiv. Der im März und April blühende Oster-Schneeball ‚Mohawk‘ (Viburnum burkwoodii ‚Mohawk‘) duftet ebenfalls und er behält zudem seine Blätter auch im Winter. Seine Blüten verströmen einen sehr intensiven, würzigen Vanilleduft. Sie sind in der Knospe rosa, aufgeblüht rahmweiß und stehen so nah zusammen, dass sie dichte Blütenbälle bilden. ‚Mohawk‘ wächst langsam und erreicht eine Höhe von etwa 1,5 bis 2,5 m. Er ist auch im Herbst sehr interessant, wenn sich ein Teil der glänzend dunkelgrünen Blätter leuchtend orange bis rot färbt.

Glockenspiel im Schatten

Die Lavendelheide (Pieris japonica), auch Schattenglöckchen genannt, ist eine immergrüne Schönheit, die aus den Bergwäldern Japans stammt. Die Art kann 2 bis 3 m hoch werden, doch es gibt viele Sorten, die kleiner bleiben und nur eine Höhe von 1 bis 1,5 m erreichen. Diese eignen sich mit ihrem kompakten Wuchs gut für Kübel, Innenhöfe oder kleine Gärten. Die Lavendelheide gedeiht am besten an einem halbschattigen bis schattigen, windgeschützten Standort auf humosem Boden. Die Pflanzen haben ähnliche Bodenansprüche wie die meisten Rhododendren. Wenn die Lavendelheide in Gefäße gepflanzt werden soll, kann man deshalb gut Rhododendronerde als Substrat verwenden. Durch das Einmischen dieser Spezialerde lässt sich auch die Pflanzstelle im Garten entsprechend verbessern.

Buntlaubige Lavendelheide

Die Lavendelheide gehört genau wie Rhododendron, Erika und Preiselbeere zu den Heidekrautgewächsen (Ericaceae) – daher die Bezeichnung Heide. Der erste Teil des deutschen Namens führt jedoch in die Irre, denn die Lavendelheide ist nicht mit dem bekannten Lavendel verwandt. Es gibt aber eine Gemeinsamkeit, die den deutschen Namen erklärt: Beide haben längliche, mehr oder weniger schmale Blätter. Die Lavendelheide blüht je nach Sorte ab März oder April bis in den Mai hinein. Sie hat kleine, meistens weiße Glockenblüten, die dicht an dicht in 5 bis 10 cm langen Rispen stehen oder elegant über dem Laub hängen. Die Rispen mit den Blütenknospen erscheinen schon sehr früh und schmücken die Pflanzen bereits im Winter. Bei vielen Pieris bieten die jungen Blätter ein schönes Farbenspiel: Sie sind während des Austriebes rötlich gefärbt und vergrünen später. Es gibt auch Pieris, deren Blätter das ganze Jahr über auffallen. Sie sind zweifarbig wie beispielsweise die Blätter der Sorte ‚Variegata‘, die etwa 1 m hoch wird, und die der kleineren ‚Variegata Nana‘. Ihre Blätter sind grün mit einem schönen, gelblichweißen Rand. Diese und andere buntlaubige Pieris bringen das ganze Jahr über Lichtreflexe in lichtarme Bereiche im Garten oder auf Balkon und Terrasse.

Pieris-jap-Variegata

Foto: PdM. – Die Lavendelheide ist immergrün und bringt deshalb das ganze Jahr über Farbe in den Garten. Manche Sorten wie zum Beispiel ‚Variegata‘ haben sogar zweifarbige Blätter. Die jungen Blätter vieler Sorten sind im Frühjahr rötlich gefärbt.

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