Archiv des Monats Februar 2008

Jetzt schon an den Sommer denken

Ein schöner Garten ist kein Zufall

Die ersten Zwiebelblumen blühen zwar schon und wecken Frühlingsgefühle, doch noch ist im Garten wenig zu tun – ideal, um gemütlich im Hause die kommende Gartensaison zu planen, Kataloge zu studieren und in Gartenbüchern zu schmökern. So kann man die Zeit nutzen und schon überlegen, wie man sich den Garten für die warme Jahreszeit wünscht – zum Beispiel mit einer schönen Terrasse oder einer dichten Hecke, die vor den neugierigen Blicken der Nachbarn schützt. Ein anderer Vorteil der frühzeitigen Planung: Beim Blick aus dem Fenster ist jetzt noch deutlich zu sehen, wo man den Garten noch verbessern kann. Vielleicht ist der Garten zu kahl, weil es keine oder kaum immergrüne Gehölze gibt? Welcher besondere Baum eignet sich als Mittelpunkt des Gartens? Oder gibt es eine Pflanze mit außergewöhnlichem Wuchs, die man abends mit Licht besonders hervorheben könnte? Ein bisschen mehr Duft oder Farbe von Gehölzen, die in der kalten Jahreszeit blühen – das wäre doch vielleicht auch nicht schlecht? Viele Fragen, auf die man jetzt, bevor es im Garten richtig los geht, in Ruhe Antworten finden kann.

Den Winter nutzen

Es lohnt sich, das ganze Jahr gedanklich Revue passieren zu lassen und so herauszufinden, ob der Garten wirklich in jeder Jahreszeit neue Eindrücke bietet. Im Frühjahr und Sommer blüht viel, aber im Herbst zeigt der Garten kaum mehr Farbe. Warum nicht ein paar Sträucher oder Bäume pflanzen, die dann Früchte tragen oder die mit leuchtend feurigrotem Laub den Indian Summer in den Garten bringen? Auch im Winter kann der Garten noch vieles bieten. Inspirationen dafür lassen sich jetzt gut finden, im Vorbeigehen beim Blick in Gärten beispielsweise. In der kalten Jahreszeit fallen die immergrünen Gehölze besonders auf. Sie machen jetzt unter anderem mit den unterschiedlichsten Grün- und Gelbtönen oder markanten Wuchsformen auf sich aufmerksam. Manche immergrünen Pflanzen blühen jetzt sogar, wie die Winterheide oder die Schmuckblatt-Mahonie. Auch laubabwerfende Gehölze belohnen einen genauen Blick, denn noch hat man freie Sicht auf ihre Rinde, die bei einigen Bäumen und Sträuchern interessant gefärbt oder strukturiert ist.

Pflanzeneigenschaften – nicht immer offensichtlich

Bei manchen Fragen und Überlegungen helfen schon Pflanzenkataloge und gute Gartenbücher weiter. Doch wenn es konkret werden soll oder gar größere Projekte anstehen, sind Gespräche mit Fachleuten aus der grünen Branche sinnvoll; die Spezialisten beraten und wissen aus ihrer langjährigen Erfahrung genau, welche Lösungen oder Verbesserungen möglich sind. Sie können auch Gehölze und Stauden empfehlen, deren besondere Eigenschaften nicht immer bekannt sind, wie duftende Blüten oder die Fähigkeit mancher Sträucher und Stauden, auch an lichtarmen Standorten gut zu gedeihen und dort für Farbe zu sorgen.

Besser den Fachmann fragen

Die Experten für Garten und Landschaft übernehmen nicht nur die Pflanzung und Pflege von Gehölzen und Stauden, sie setzen auch größere Ideen um – legen eine Terrasse an, auf der man in der warmen Jahreszeit herrlich lange Abende genießen kann, bauen eine Pergola, die mit Kletterpflanzen begrünt Schatten spendet oder sorgen dafür, dass der Traum vom Schwimmteich wahr wird. Wer mit seinem Garten unzufrieden ist, aber nicht weiß, was man wie ändern oder verbessern kann – die Landschaftsgärtner stellen die richtigen Fragen, um dem Wunschgarten näher zu kommen. Fragen nach den Funktionen, die der Garten haben soll, nach der Zeit, die man in ihm verbringen möchte oder zu den Pflanzen, die man besonders mag. Andere Aspekte, die bei der Umgestaltung in Betracht kommen: Soll der Garten repräsentativ wirken, gibt es schon einen Hausbaum, spielen Kinder in dem Garten, ist er als Erweiterung der Wohnfläche gedacht und soll er im Sommer zum beliebtesten Zimmer werden? Je früher die Überlegungen und Planungen beginnen, um so besser, denn dann lässt sich schon die Pflanzzeit im Frühjahr nutzen, um den Grundstein für schöne Sommertage draußen im Garten zu legen.

Rosenbogen

Foto: BGL/PdM. – Frühe Planung lohnt sich, um die Pflanzzeit im Frühjahr zu nutzen.

Kommentar

Ohne Doping ganz vorne

Helden im Blütenkleid

Weg mit dem Wintergrau, es wird Zeit für den Frühling! Doch bis sich der Garten in frischem Grün zeigt, der duftende Flieder wieder blüht und die milde Frühlingssonne nach draußen auf die Terrasse lockt, werden noch einige Wochen vergehen. Aber Schritt für Schritt setzt sich der Frühling durch – Narzissen und andere Zwiebelblumen blühen schon im März und auch manche Gehölze und Stauden sind bereits in Frühlingsstimmung. Forsythien, frühblühende Rhododendron und weniger bekannte Pflanzen wie der Seidelbast trotzen den kühlen Temperaturen und zeigen deutlich, dass der Winter auf dem Rückzug ist.

Sonnenschein für trübe Tage

Die Forsythien gehören zu den schönsten und robustesten Frühblühern. Sie öffnen ihre leuchtend gelben Blüten bereits im März vor dem Blattaustrieb. Wegen der glockenähnlichen Blütenform werden diese anspruchslosen Sträucher auch als Goldglöckchen bezeichnet. Forsythien blühen so reich, dass sie ausgezeichnet im Einzelstand zur Geltung kommen – mit ihrem strahlend gelben Blütenkleid sind sie schon von weitem gut zu sehen. Sie können auch gut in Gruppen oder mit anderen Ziersträuchern zusammen als lockere Hecke gepflanzt werden. Viele altbewährte Forsythiensorten werden zwei bis drei Meter hoch, doch das Sortiment entwickelt sich weiter und es gibt mittlerweile kleinbleibende Forsythien, die nur wenig Platz benötigen. Diese Zwerg-Forsythien werden nur bis etwa 1,5 Meter hoch. In Gefäße gepflanzt, bringen sie den Frühling sogar auf Balkon und Terrasse.

Eine Nymphe stand Pate

Der Seidelbast (Daphne) läuft besonders früh zur Höchstform auf, denn er öffnet seine duftenden Blüten manchmal bereits ab Februar. Der botanische Name dieses schönen Vorfrühlingsblühers stammt aus der griechischen Mythologie: Daphne war eine Nymphe, die in einen Lorbeerbaum verwandelt wurde, um sie vor ihrem Verfolger Apollo zu schützen. Weil die Blätter mancher Seidelbast-Arten denen des Lorbeerbaums ähneln, erhielt die Gattung den Namen Daphne. Im Handel sind verschiedene Arten, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Besonders früh ist Daphne mezereum. Die Zweige verschwinden fast unter der Fülle der rosafarbenen Blüten. Die hübschen, dicht an dicht stehenden Blütensterne sind gut sichtbar, denn sie erscheinen schon vor dem Blattaustrieb. Es gibt auch Sorten, die weiß oder rot blühen. Wegen der frühen und lange anhaltenden Blütezeit von Februar bis April ist dieser reichblühende, kleine Zierstrauch eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Eigenschaften – frühe Blüte und starker Duft – wird der Seidelbast von Kennern schon lange als Gartenpflanze geschätzt. Vorsicht ist bei den im Sommer reifenden Beeren angebracht, denn sie sind giftig. Deshalb sollte man den Seidelbast nicht dort pflanzen, wo Kinder spielen.

Blütenduft

Die Schneeforsythie (Abeliophyllum distichum) ist eine weitere Duftpflanze, die es verdient, in den Kreis der frühblühenden Gartenhelden aufgenommen zu werden. Dieser bisher wenig bekannte Zierstrauch, der auch Weiße Forsythie genannt wird, hat weiße bis zartrosafarbene Blüten. Sie duften intensiv nach Mandeln und erscheinen im März in großer Zahl. Die Schneeforsythie stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden, für eine möglichst gute Entwicklung sollte sie aber sonnig und geschützt stehen. Mit einer Höhe von nur etwa 1,5 Meter ist dieser zierliche Vorfrühlingsblüher ideal für kleine Gärten, Beete, Vorgärten und auch für Gefäße. Das Pflanzen in einen Kübel bietet einen besonderen Vorteil: So kann die Schneeforsythie während ihrer Blütezeit gut an den Hauseingang oder an einen anderen Standort gestellt werden, wo man sie öfter bewundern kann.

Maigefühle im März

Zu den auffallendsten Frühlingsblühern gehören die Rhododendron. Am bekanntesten sind die großblumigen Rhododendron mit ihrer großen Vielfalt an Blütenfarben. Das Spektrum reicht von reinem Weiß über Rosa- und Rottöne bis hin zu dunklem Violett. Manche Blüten weisen eine wunderschöne feine Zeichnung auf oder bieten ein faszinierendes Farbenspiel von hellen und dunklen Nuancen. Die Hauptblütezeit dieser Blütenstars liegt im Mai, doch einige Rhododendron wollen so lange nicht warten und öffnen ihre Blüten bereits ab März. Ein Frühstarter ist der leuchtend lilarosa blühende Vorfrühlings-Rhododendron ‚Praecox‘. Der etwas dunkler blühende Rhododendron ‚P.J. Mezitt‘ zeigt seine intensiv lilarosafarbenen Blüten je nach Witterung ebenfalls schon ab März. Beide Rhododendron wachsen langsam und erreichen im Alter nur eine Höhe von etwa 1,5 Meter. Sie eignen sich deshalb gut für Beete, Innenhöfe und kleinere Gärten.

Abwechslung im Schatten

Das Lungenkraut (Pulmonaria) tritt zwar klein und bescheiden auf, aber es verfügt über Qualitäten, die nicht sofort sichtbar sind: Es wächst an Standorten, auf denen viele andere Pflanzen schwächeln würden – halbschattige Gartenbereiche! Das Farbspektrum der Blüten umfasst neben Blau auch Weiß und verschiedene Violett-, Rot- und Rosatöne. Oft weisen die Blätter dekorative, silbrig-weiße Flecken auf. Diese interessanten, niedrig bleibenden Stauden, die beispielsweise gut im lichten Schatten unter locker wachsenden Gehölzen gedeihen, sind wegen ihrer oft auffallenden Blätter auch nach der Blüte noch sehr interessant und ermöglichen spannende Pflanzenkombinationen. Es gibt eine Fülle an Arten und Sorten, von denen einige bereits ab März blühen, wie das heimische Lungenkraut Pulmonaria officinalis und seine Sorten und das aus Osteuropa stammende Lungenkraut Pulmonaria rubra sowie dessen Sorten. Auch das leuchtend blau blühende Lungenkraut ‚Azurea‘ (Pulmonaria-angustifolia-Sorte) öffnet seine hübschen, kleinen Blütenglöckchen ab März. So lohnt sich ein Besuch in Staudengärtnereien, Baumschulen und Gartencentern schon früh im Jahr und bietet manche Überraschung, denn viele unerschrockene Frühblüher läuten jetzt im März die Gartensaison ein.

Forsythia

Foto: PdM. – Forsythien, auch Goldglöckchen genannt, sollten in keinem Garten fehlen. Sie blühen schon im März vor dem Blattaustrieb und sind mit ihren strahlend gelben Blüten nicht zu übersehen.

Kommentar

Der Garten im Winter

Es gibt viel zu entdecken

Es ist kalt draußen, ungemütlich und viel zu dunkel. Und dennoch: Auch diese Jahreszeit hat ihren Reiz und es gibt erstaunlich viel zu entdecken. Manche Pflanzen zeigen jetzt im Winter zusätzliche interessante Eigenschaften – außergewöhnliche Formen, duftende Blüten oder eine schön gefärbte Rinde, die bei den laubabwerfenden Gehölzen besonders gut zu sehen ist. Außergewöhnlich ist die Weißrindige Himalaja-Birke (Betula utilis ‚Doorenbos‘). Sie beeindruckt an den älteren Trieben und am Stamm mit strahlend weißer, dünn abrollender Rinde. Eine andere Winterschönheit ist der Fächer-Ahorn ‚Sangokaku‘ (Acer palmatum ‚Sangokaku‘) mit leuchtend feuerroten Trieben. Wegen seiner interessanten Rindenfarbe wird er auch als Korallenrinden-Ahorn bezeichnet. Dieser Fächer-Ahorn ist ein Verwandlungskünstler, der in jeder Jahreszeit ein anderes Gesicht zeigt: Im Frühjahr der frische Austrieb, im Sommer der Kontrast zwischen der roten Rinde und den schönen, fünf- bis siebenlappigen, tief eingeschnittenen Blättern, im Herbst färbt sich das Laub goldgelb bis rötlich und im Winter beeindruckt die auffallende Rinde. Dann leuchten vor allem die jungen Triebe besonders intensiv in kräftigem Korallenrot.

Edles Blau und Silber

Wie verwandelt zeigt sich der Garten nach frostigen Nächten im Raureif oder wenn Schnee gefallen ist, der wie feiner Zuckerguss auf immergrünen Pflanzen liegt. Nadelgehölze haben in dieser Jahreszeit mit ihrem Grün wenig Konkurrenz und können jetzt eine ihrer Stärken ausspielen: Sie bringen auch im Winter Farbe in den Garten. Neben zahlreichen Grüntönen bieten sie dank der großen Sortenvielfalt auch die verschiedensten gelben und blaugrünen Nuancen. Bläuliche Nadeln hat zum Beispiel die kleine Fichte ‚Sander’s Blue‘, botanisch Picea glauca ‚Sander’s Blue‘. Sie ist eine besondere Form der bekannteren grünnadeligen Zuckerhutfichte Picea glauca ‚Conica‘. Genau wie diese bildet sie einen markanten, zuckerhutähnlichen Kegel ohne jeglichen Formschnitt. Die kleinen Nadeln von ‚Sander’s Blue‘ sind im Austrieb hell-silbrigblau. Später werden sie dunkler. Diese Miniaturfichte wächst sehr langsam und eignet sich deshalb auch gut für kleine Gärten. Die Blaue Mädchen-Kiefer, botanisch Pinus parviflora ‚Glauca‘, ist ebenfalls sehr interessant: Sie hat schöne, außerordentlich feine, bläuliche Nadeln, die jeweils zu fünft zusammen stehen und stark gedreht sind. Besonders viele Nadeln wachsen an den Enden der Triebe. Dadurch entsteht dort ein pinselartiger Eindruck. Die Blaue Mädchen-Kiefer bildet schon als junge Pflanze viele dekorative Zapfen. Sie sollte als Solitär gepflanzt werden, damit ihre außergewöhnliche Wuchsform gut zur Geltung kommt.

Auch immer- und wintergrüne Laubgehölze bringen im Winter Farbe und Abwechslung in den Garten. Die Wintergrüne Ölweide (Elaeagnus ebbingei) beispielsweise hat schöne, lederartige Blätter, die in milden Wintern nicht abgeworfen werden. Die jungen Blätter sind mit einem feinen silbrigen Flaum überzogen. Später wird die Blattoberseite dunkelgrün, während die Unterseite weiterhin silbriggrau bleibt.

Wintersonnengelb

Mit Blüten wird der Winter kaum in Verbindung gebracht, und wenn, dann denken viele bei dem Wort „Winterblüher“ vor allem an Christrosen. Doch es gibt noch zahlreiche andere Pflanzen, die sich von der Kälte nicht abschrecken lassen und nun ihre Blüten öffnen. Der Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum) ist eine davon. Er hat intensivgrüne, lange schlanke Triebe und überrascht mit leuchtend gelben Blüten, die in Farbe, Form und Größe an Forsythienblüten erinnern. Doch die Blüten des Winter-Jasmins erscheinen bereits erheblich früher als die der Forsythien und öffnen sich bei milder Witterung schon im Dezember. Die Blütezeit reicht bis in den März hinein. Der Winter-Jasmin entwickelt sich am besten an geschützten, sonnigen bis halbschattigen Standorten. Man kann die langen grasgrünen Triebe an einem Rankgitter festbinden, so dass er an Hauswänden und Mauern emporwächst oder einen blühenden Rahmen für Fenster bildet. Lässt man den Winter-Jasmin ohne Kletterhilfe wachsen, bildet er breite, niedrig bleibende Büsche, die mit ihren gelben Blüten Farbe in die kalte Jahreszeit bringen. Wer seinen Garten mit Bedacht planen möchte, sollte auch jetzt im Winter die Augen offen halten – vielleicht entdeckt er interessante Gehölze, die im nächsten Winter den eigenen Garten mit ihren außergewöhnlichen Eigenschaften bereichern.

Winterjasmin

Foto: PdM. – Sonniges Frühlingsgelb im Winter: Die Blüten des Winter-Jasmins ähneln denen der Forsythien, erscheinen aber ja nach Witterung bereits ab Dezember. Die Triebe des Winter-Jasmins sind sehr lang und können mit Hilfe eines Rankgitters auch an Hauswänden emporwachsen.

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