Archiv des Monats Dezember 2007

Dezemberlicht – Ins richtige Licht gesetzt

Außergewöhnliche Pflanzen

Licht ist rar im Winter und seit der Zeitumstellung Ende Oktober beginnt die abendliche Dunkelheit noch eher. Wer jetzt nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt, sieht kaum noch, was sich ums Haus herum tut. Die normalerweise vorhandene Beleuchtung konzentriert sich auf Treppen und Eingangsbereiche und dient vor allem der Sicherheit. Der Garten liegt dagegen mehr oder weniger vollständig im Dunkeln und lässt sich nur am Wochenende noch richtig genießen – wenn überhaupt. Denn vielen ist gar nicht bewusst, dass es auch in der Zeit der Winterruhe im Garten einiges zu entdecken gibt und manche Pflanzen gerade dann sogar besonders interessant sind. In der kalten Jahreszeit kann der Garten einen besonderen Reiz entfalten, wenn Schnee locker auf den Sträuchern liegt oder blattlose Bäume im Raureif zu eindrucksvollen Skulpturen werden.

Licht macht den Unterschied

Jetzt schlägt auch die große Stunde der Immergrünen, denn sie stehen nicht mehr in Konkurrenz zu blühenden und sommergrünen Pflanzen. Manche immergrünen Laub- und Nadelgehölze trumpfen mit besonderen Wuchsformen auf und bilden einen spannungsreichen Kontrast zu laubabwerfenden Gehölzen. Schade, wenn einem das alles entgeht, weil der Garten abends in totale Dunkelheit gehüllt ist. Außergewöhnliche Pflanzen haben nicht nur einen besonderen Standort verdient, sie eignen sich auch gut, um wie ein kostbares Sammlerstück mit Licht in Szene gesetzt zu werden. Licht im Garten hat, wenn es gut geplant und sparsam genutzt wird, eine geradezu magische Wirkung. Es macht einen ganz anderen Blick auf diese vertraute Umgebung möglich, in der Eigenschaften auffallen, die im hellen und manchmal auch grellen Licht des Tages gar nicht oder kaum wahrgenommen werden. Es lässt manche Pflanzen hervortreten, während andere von der Dunkelheit verschluckt werden. Solche Inseln des Lichts machen auch Strukturen deutlicher und verwandeln sogar unspektakuläre Pflanzen wie Gräser oder kleine Sträucher in Gartenstars.

Ein Ziel – viele Möglichkeiten

Neben einzelnen Pflanzen lassen sich auch ganze Gartenbereiche illuminieren. Sie machen so nicht nur einen intensiveren Gartengenuss im Winter möglich, sie verlängern auch die Sommerabende draußen. Die Beleuchtung erzeugt eine besondere Atmosphäre, wie sie der Garten tagsüber nie bieten kann. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, um stimmungsvolles Licht in den Garten zu bringen: Das Spektrum reicht von einfachen Gartenlampen über leuchtende Pflastersteine mit LED-Leuchten, die in befestigte Flächen integriert werden können, bis hin zu Strahlern, die Bäume bis in die Spitzen ausleuchten. Manche Lampen sind mehr als nur eine Lichtquelle – Kugeln und Lichtsäulen zum Beispiel können gleichzeitig auch Kunstobjekte sein. Um die optimale Beleuchtung für den Garten zu finden und um die Lichtquellen sicher an das Stromnetz anzuschließen, empfiehlt es sich, einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Landschaftsgärtner wissen zum Beispiel, was beim ordnungsgemäßen Verlegen der Leitungen zu beachten ist und welches Licht am besten wirkt und die Welt der Insekten möglichst wenig stört. Wenn einzelne Pflanzen, vielleicht auch nur ein einziger Baum, im richtigen Licht erstrahlen, bekommt der Garten durch das Wechselspiel von Licht und Dunkelheit eine neue, zusätzliche Dimension und bietet dem Betrachter auch an kalten Wintertagen schöne Eindrücke – Erleuchtung in jedem besseren Sinne.

Besonderheiten im Rampenlicht

Ein außergewöhnliches Schmuckstück für den winterlichen Garten und auch für Tröge oder Kübel ist zum Beispiel die Wintergelbe Zwerg-Bergkiefer (Pinus mugo ‚Carsten’s Wintergold‘). Sie wächst langsam und erreicht in zehn Jahren nur eine Höhe von etwa 30 bis 50 Zentimetern sowie eine Breite von circa 60 Zentimetern. Im Alter wird sie etwa 120 Zentimeter breit und 80 Zentimeter hoch und eignet sich deshalb besonders gut für kleinere Gärten. Diese Kiefer ist ein Verwandlungskünstler, deren Geheimnis sich im Winter offenbart: Ihre Nadeln sind im Sommer grün und verändern ihre Farbe in der kalten Jahreszeit. Sie sind dann leuchtend gelb bis kupferfarben. Ebenfalls farblich interessant und auch für kleine Gärten gut geeignet: Die buntblättrige Traubenheide Leucothoe ‚Rainbow‘, deren bunte Blätter das ganze Jahr über attraktiv sind. Sie sind grün, rosa und cremeweiß marmoriert. Im Winter werden die verschiedenen Blattfarben unterschiedlich stark rot überlagert, so dass ein faszinierendes Farbenspiel entsteht. Der deutsche Name Traubenheide geht auf die weißen, duftenden Blüten zurück, die im Mai und Juni erscheinen und bis zu sechs Zentimeter lange Trauben bilden. Leucothoe ‚Rainbow‘ ist frosthart, aber wind- und hitzeempfindlich. Sie gedeiht deshalb am besten an halbschattigen, vor austrocknendem Wind geschützten Standorten auf humosem Boden. Mehr Platz benötigen die ebenfalls wenig bekannte Schirmtanne (Sciadopitys) und die Mähnenfichte (Picea breweriana). Die Mähnenfichte sollte einzeln stehen, damit ihr schöner Wuchs optimal zur Geltung kommt. Die Seitenzweige dieser bis zehn Meter hohen Fichte hängen tatsächlich wie eine dichte grüne Mähne lang herab. Auch die Schirmtanne kommt am besten als Solitär zur Geltung. Sie hat in Quirlen stehende Äste und die langen, nicht stechenden Nadeln stehen ebenfalls wie die Speichen eines Schirmes in auffallenden Quirlen. Effektvoll beleuchtet tragen solche außergewöhnlichen Gehölze wie die Schirmtanne und die Mähnenfichte dazu bei, dass der Garten den Betrachter auch nach Einbruch der Dunkelheit noch in seinen Bann zieht. BGL/PdM

DSC 1419

Foto: BGL/PdM. – Licht im Garten hat eine fast magische Wirkung. Während einige Gartenbereiche in der Dunkelheit verschwinden, werden andere hervorgehoben oder Pflanzen werden akzentuiert. Wenn die Lichtquellen nicht selber als Gestaltungselemente dienen, sollten sie versteckt oder in den Boden eingelassen werden, damit sie nicht zu sehr vom angestrahlten Objekt ablenken.

Kommentare (1)

Gartenparadies für Entschlossene

Wer will schon Zeit verlieren?

Er erträgt so manches, aber irgendwann rächt er sich: Planlosigkeit und mangelnde Pflege straft der Garten früher oder später. Da ist das alte Landhaus liebevoll restauriert, doch das große Grundstück dahinter wirkt langweilig, düster und löchrig, weil man sich dem Garten(bau) nie so richtig gewidmet hat. Das Ergebnis ist eine eher braune als grüne Rasenfläche, nur hier und da durchbrochen von etwas verwachsenem Gestrüpp. Die Terrassenpflasterung ist abgesackt, gebrochen und verwittert. Seit dann im Frühjahr auch noch die Hecke das Zeitliche gesegnet hat und entfernt wurde, nehmen die Nachbarn rege am Familienleben teil. Die Beete und Rabatten am Grundstücksrand machen viel Arbeit, sehen aber nie wirklich gut aus. Hätte man damals nur alles anders gemacht! Doch zum Glück ist der Garten nicht nachtragend: Auch wenn erst im Nachhinein der Entschluss fällt, etwas aus dem Gartengrundstück zu machen, mit fachmännischem Planungs- und Ausführungsgeschick lässt sich auch ein verwilderter Garten zum persönlichen Gartenparadies umgestalten. Damit nicht erst die Urenkel etwas davon haben, gibt es den Garten sogar ohne lange Wartezeit – vorausgesetzt, man packt es richtig an oder überlässt die Umgestaltung gleich dem Landschaftsgärtner.

Lieber Riesen statt Zwerge

Gerade größere Gärten brauchen klare Strukturen, um nicht eintönig zu wirken. Wege, Hecken, größere Bäume und Sträucher strukturieren das Gartengrundstück und schaffen Räume. Gut, dass es nicht nur junge Bäumchen, sondern auch stattliche Exemplare für eine Neupflanzung gibt! Solche Bäume sind schon jahrelang in der Baumschule gewachsen und sorgen im Garten von Anfang an für klare Verhältnisse. Große Heckenpflanzen frieden den Garten ein, sobald die Ballen in der Erde sind. Da solche älteren Pflanzen einen höheren Preis haben, sollte man nicht leichtfertig mit ihnen umgehen. Für Experimente sind sie einfach zu kostbar! Also lieber auf Nummer Sicher gehen und große Pflanzen vom Spezialisten in den Garten bringen lassen, der hat nicht nur das entsprechende Know-how, sondern verfügt auch über die richtige Technik. Wichtig für eine erfolgreiche Gartengestaltung ist auch die Auswahl der Gehölze. Sträucher, die schnell wachsen, sind zum Beispiel Berberitze (Berberis thunbergii), Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana), Bambus (Fargesia), Liguster (Ligustrum vulgare) und Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus). Selbstredend, dass die stark wüchsigen Pflanzen auch regelmäßige Pflege brauchen. Haben sie die gewünschte Höhe erreicht, sollten sie regelmäßig, mindestens einmal pro Jahr, geschnitten werden.

Bodenkleidung von der Rolle

Fix geht auch das Bedecken des Bodens mit schönem Grün. Zum Glück, denn offener Boden hinterlässt einen unfertigen Eindruck oder wird von Unkräutern besiedelt. Von heute auf morgen zaubert Rollrasen grüne Flächen, allerdings bedarf es einiger Vorbereitung, damit er auch gut anwächst. Nach dem Verlegen sollte der Rasen noch ein wenig geschont und nicht gleich voll belastet werden. In den Beeten schaffen Bodendecker schöne Muster, zum Beispiel im Zusammenspiel mit einzelnen Gräserhorsten. Mit polsterbildenden Pflanzen wie der Römischen Kamille (Chamaemelum nobile) und dem Fiederpolster (Leptinella) kann der Landschaftsgärtner sogar in recht kurzer Zeit richtige Ornamente emporziehen. Doch kann auch der Fachmann das Wetter nicht beeinflussen: Nach leichtem Frost ist das Pflanzen noch möglich, aber wenn der Boden so stark gefroren ist, dass er sich nicht mehr bearbeiten lässt, heißt es, sich in Geduld zu üben. Dann kann man die Zeit nutzen und sein grünes Reich schon en détail planen – und sollte es auch! Im Frühjahr ist die Pflanzzeit wieder eröffnet und vielleicht spendet der Hausbaum im Sommer schon ausreichenden Schatten für einen kleinen Plausch auf der Gartenbank.

Garten mit Haus

Foto: BGL/PdM. – Das Paradies hat viele schöne Seiten: Auch bei außergewöhnlichen Wünschen helfen die Fachleute aus dem Garten- und Landschaftsbau weiter. Wer rechtzeitig an die Planung denkt und sich für größere Gehölze entscheidet, muss nicht lange warten, bis er seinen Garten genießen kann.

Kommentar

Endspurt zur Winterruhe

Alles für einen gepflegten Garten

Die dunklen Wintermonate sind eine Zeit, in der der Organismus eine Stufe runterschaltet und die Ruhe zum Regenerieren und Erholen nutzt. Die Natur kommt nach einem fulminanten Herbstfinale zum Stillstand und sammelt während der Winterpause neue Kräfte für die kommende Gartensaison. Um im nächsten Frühling wieder einen blühenden Garten bewundern zu können, sollten Gartenbesitzer die Pflanzen auf den Frost vorbereiten. Wer keinen grünen Daumen hat, überlässt diese Aufgabe getrost einem Garten-Spezialisten. Ist der Garten dann winterfest gemacht, kann man sich wirklich entspannt zurücklehnen, in Gedanken vielleicht schon die nächste Gartensaison planen und den täglichen Rundgang durchs Gartenreich auch bei klirrender Kälte und mit gutem Gewissen genießen.

Pflanzen-Check-up

Wer seinen Garten auf die kalte Jahreszeit vorbereiten will, sollte vor allem wissen, welche Pflanzen genügend winterhart sind, um den Winter im Freien zu verbringen. Die meisten Kübelpflanzen, die im Sommer die Terrasse bevölkern, kommen aus wärmeren Gefilden und sollten den Winter frostfrei im Haus, im Wintergarten oder im nicht zu dunklen Keller verbringen. Frostempfindliche Knollengewächse wie Dahlien oder Geranien werden bis auf den Boden zurückgeschnitten, die Knollen werden aus der Erde geholt und am besten bis zum nächsten Frühjahr trocken im Haus aufbewahrt. Die meisten Stauden in Beeten und Rabatten sind winterhart und treiben unter normalen Bedingungen im Frühjahr wieder neu aus. Sie dürfen also auch in den kalten Monaten draußen bleiben. Doch auch hier stehen einige Handgriffe im Spätherbst an: Verblühte Prachtstauden sollten handbreit über dem Boden abgeschnitten werden. Einige Stauden wie zum Beispiel Sonnenhut, Kugeldistel und Herbstanemonen, die auch im Winter mit Raureif überzogen attraktiv wirken, können auch bis zum Frühjahr stehen bleiben und werden erst dann zurückgeschnitten. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Boden über längere Zeit durchgefroren ist, können auch noch Stauden für die nächste Gartensaison gepflanzt werden. Die Pflanzung vor der Winterruhe hat den Vorteil, dass die Wurzeln gut anwachsen können und die Stauden im Frühjahr mit voller Kraft austreiben. Obwohl die meisten Stauden keinen weiteren Winterschutz benötigen, empfiehlt sich vor allem bei Neupflanzungen eine Decke aus Laub oder Fichtenzweigen, die die Staudenherzen vor Kälte schützt. Praktisch am Fichtenreisig ist, dass es im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen, nach und nach Nadeln verliert. So kommen frühzeitig Luft und Licht an die Stauden und diese können wunderbar austreiben.

Zauberhafte Grasformationen

Gräser sehen im Winter mit Raureif oder Schnee bedeckt besonders schmuck aus. Deswegen lohnt es sich, sie erst im Frühjahr bis zum Boden zurückzuschneiden. Sie treiben dann von unten aus dem Wurzelballen neu aus. Die meisten Gräser sind winterhart und brauchen daher keinen besonderen Frostschutz. Bei besonders üppig wuchernden Grasbüscheln wie zum Bespiel beim Pampasgras empfiehlt es sich jedoch, die Büschel mit einer Schnur zusammenzubinden. Dadurch schützt man einerseits das Herz der Pflanze vor starken Frösten. Andererseits verhindert man so auch zu starke Nässe, die Pampasgras überhaupt nicht mag.

Winterblühende Gehölze

Nicht jeder Gartenbesitzer hat immer Zeit und Lust – und vor allem das umfangreiche Fachwissen – um seinen Garten selbst auf Vordermann zu bringen. Professionelle Gärtner können hier eine große Hilfe und Entlastung sein. Wer Veränderungen für die nächste Gartensaison plant, kann – solange keine sehr tiefen Minusgrade oder Dauerfrost herrschen, die den Boden verhärten – neue Obstgehölze, Bäume und Sträucher pflanzen. Wer ganz schnell Erfolge sehen und auch im winterlichen Garten auf Blühendes nicht ganz verzichten möchte, wird jetzt im Fachhandel fündig: Winterblühende Gehölze, die im Topf oder mit Erdballen verkauft werden, können – solange der Boden nicht anhaltend gefroren ist -jederzeit gepflanzt werden. Dazu gehören unter anderem die Zaubernuss, die Scheinhasel, der Winterjasmin, der Winterschneeball, die Mahonie und die Winterkirsche. Düngen sollte man die frisch gepflanzten Gehölze allerdings nicht im Winter, sondern erst zu Beginn der Vegetationsperiode im Frühjahr.

Tipps:
– Gartengeräte warten:

Der Spätherbst ist auch für die meisten Gartengeräte die Zeit des Einräumens und Überwinterns. Wenn die Beete abgeräumt sind, die Pflanzen nicht mehr bewässert und der Rasen nicht mehr gemäht werden müssen, können die meisten Gartengeräte in die Winterruhe gehen. Reinigen Sie sie dazu gründlich, überprüfen Sie sie auf schadhafte Stellen und bewahren Sie sie an einem trockenen, sicheren Ort auf. Derart in Ordnung gehalten werden Sie Ihnen im nächsten Jahr bei der Gartenpflege gut zur Hand gehen!

– Für die Zukunft planen:

Wer sich schon im zeitigen Frühjahr wieder an einem blühenden Garten erfreuen möchte, sollte jetzt neue Blumenzwiebeln pflanzen. Dafür eignen sich Frühblüher wie Schneeglöckchen, Krokusse, Narzissen, Anemonen und Tulpen.

1329 big

Foto: BGL/PdM. – Letzte Handgriffe vor der Winterruhe:Das Laub im herbstlichen Garten sollte auf Rasen entfernt werden, unter Sträuchern und Bäumen kann es ruhig liegen bleiben. Dort ist es ein guter Winterschutz, z.B. für Rosen, aber auch für Igel und ihren Winterschlaf.

Kommentar

« Vorherige Einträge