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Alleen – grüne Bänder durch Stadt und Land

Ehrentag am 20. Oktober:

Auf den ersten Blick haben Wein, Märchen, Industriekultur, Uhren und Vulkane nichts gemeinsam. Doch sie alle sind so interessant, dass ihnen eigene Ferienstraßen gewidmet wurden. So zeigt die rund 300 Kilometer lange „Deutsche Vulkanstraße“ geologisch, kulturhistorisch und sogar industriegeschichtlich bedeutsame Sehenswürdigkeiten, die sich alle mit dem Thema Eifelvulkanismus befassen. Die „Deutsche Uhrenstraße“ ist der Schwarzwälder Uhr gewidmet und führt durch eindrucksvolle Landschaften, in denen sich Museen und Sehenswürdigkeiten zu diesem Thema befinden. Die längste Ferienroute aber ist die „Deutsche Alleenstraße“, die sich durch ganz Deutschland zieht. Sie umfasst mehrere Abschnitte und reicht von Rügen bis nach Konstanz. Seit einigen Jahren gibt es sogar einen „Tag der Allee“, immer am 20. Oktober, und eine „Allee des Jahres“.

Alleen: nützlich und schön

Es ist ein besonderes Erlebnis, durch alte, in vielen Jahrzehnten gewachsene Alleen zu fahren. Diese eindrucksvollen alten Bäume wurden nicht allein ihrer Schönheit wegen gepflanzt, sondern auch, weil sie – in Reihe entlang der Straße wachsend – viele Vorteile bieten: Sie schützen zum Beispiel vor Wind, starker Sonneneinstrahlung und Regen, sie dämpfen Straßenlärm und sie sind ein wertvoller Erosionsschutz für die angrenzenden Felder, weil sie den Wind brechen. Außerdem bieten baumbestandene Straßen den Augen Abwechslung und steigern so die Aufmerksamkeit der Autofahrer. Alleen sind auch ein landschaftsprägendes Kulturgut. Nicht nur, dass der Blick auf die Bäume besonders wohltuend ist, Alleen können Tieren wertvollen Lebensraum bieten und als grüne Verbindungsadern dienen, indem sie Naturräume miteinander verbinden und so zu einer Wanderungslinie für viele Tierarten werden.

Französischer Ursprung

Ursprünglich stammt das Wort „Allee“ aus dem Französischen. Man vermutet, dass es im 17. Jahrhundert während des Dreißigjährigen Krieges in den deutschen Wortschatz aufgenommen wurde. Das Verb „aller“ bedeutet im Französischen „gehen“. Aus ihm entstand der Begriff „allée“, mit dem ein Baumgang beziehungsweise ein an beiden Seiten mit Bäumen bepflanzter Weg verstanden wurde. Damit waren anfangs schattige Gänge in Gartenanlagen gemeint, doch die Bedeutung des Begriffes wurde im Laufe der Zeit erweitert und allgemein für Wege verwendet, die an beiden Seiten von Bäumen gesäumt wurden. In früheren Zeiten waren Alleen sowohl für Reisende als auch für Kriegsherren von großer Bedeutung. Napoleon Bonaparte ließ sogar extra für seine Armeen Bäume pflanzen, denn der Schatten der Alleen förderte die Belastbarkeit und Ausdauer der Soldaten und der Pferde.

Alleen in der Stadt

Auch in Städten gibt es Alleen. Zu den berühmtesten gehören die Straßen Unter den Linden in Berlin und die Champs-Élysées in Paris. Alleen verschönern das Stadtbild, spenden Schatten und bringen Grün in die Städte. Alleebäume wie auch die einzeln stehenden Straßenbäume haben es jedoch in diesem Umfeld schwer. Sie wachsen an Extremstandorten, denn in der Stadt ist es im Allgemeinen wärmer als im Umland und ihnen steht nur begrenzter Wurzelraum zur Verfügung. So kann es auch leicht zu Wasserstress kommen. Bodenverdichtung und Versiegelung, Streusalzbelastung und Rindenschäden durch parkende Autos sind weitere Belastungen, denen Bäume in der Stadt ausgesetzt sind. Dahingegen sind es geradezu paradiesische Verhältnisse, die man ihnen im Garten bieten kann.

Miniaturalleen

Je nachdem, wie viel Platz zur Verfügung steht, kann man sich von der Faszination, die von Alleen ausgeht, auch für den Garten inspirieren lassen. Es gibt viele Bäume, die relativ klein bleiben und manche Sorten haben sogar von Natur aus eine markant geformte, säulen- oder kugelförmige Krone. Solche Bäume benötigen weniger Raum als jene, deren Krone breit und locker wächst. An Spalieren gezogene Bäume sind sehr platzsparend. Sie können ebenfalls einen schönen Rahmen für einen Weg bilden, ohne dass sie viel Fläche benötigen. Auch eine Halballee ist denkbar, bei der nur eine Seite des Weges oder einer Auffahrt gesäumt wird. Ebenfalls eindrucksvoll ist ein Baumpaar, das zum Beispiel eine Einfahrt oder einen Eingang betont.

Jetzt pflanzen

Im Herbst ist die beste Pflanzzeit für viele Gehölze, denn der vom Sommer noch warme Boden und die häufigeren Niederschläge bieten sehr gute Voraussetzungen für die Bildung neuer Wurzeln. Damit haben die Bäume und Sträucher in dieser Jahreszeit optimale Anwachsbedingungen. Der „Tag der Allee“ am 20. Oktober ist ein idealer Zeitpunkt, um Bäume zu pflanzen. Dann sind üblicherweise nicht nur die Boden- und Temperaturbedingungen gut, es gibt im Oktober oft auch noch viele schöne Tage. Das sind beste Voraussetzungen, um den eigenen Garten oder – gemeinsam mit anderen – das Wohn- und Arbeitsumfeld mit einer Baumpflanzaktion zu verschönern.

Bäume an Kö

Foto: PdM. – Auch in Städten gibt es Alleen. Sie verschönern das Stadtbild, spenden Schatten und bringen Grün in ein ansonsten oft graues Umfeld.

Robinien

Foto: PdM. – Große Wirkung: Kleinbleibende Bäume, die wie die Kugel-Robinien von Natur aus eine runde Krone haben, wirken durch ihre markanten Formen und eignen sich gut für eine kleinen Allee oder Baumreihe.

Kommentar

Bunter Herbst

Spätes Gartenglück

Der Herbst ist für viele Gartenbesitzer eine besonders schöne Zeit. Ein gut und abwechslungsreich geplanter Garten bietet dann eine Fülle an Erfahrungen – bei der Ernte von eigenem Obst, beim Staunen über die prachtvollen Herbstfarben oder beim Entdecken später Blüten. Dies alles trägt dazu bei, dass sich der Garten jetzt erneut von einer besonders eindrucksvollen Seite zeigt. Der Herbst ist nicht nur die Zeit der Ernte, sondern auch die ideale Pflanzzeit für viele Gehölze und Stauden. Spät blühende Stauden im Topf wie zum Beispiel die filigranen Herbst-Anemonen (Anemone japonica) bieten sofort Farbeffekte. Diese anmutigen Stauden blühen weiß, rosa oder rot. Die Blütenblätter umgeben eine leuchtend gelb gefärbte Mitte. Mit ihren bis zu einem Meter langen, zierlichen Stielen und den dünnen Blütenblättern wiegen sich die eleganten Herbst-Anemonen im leichtesten Windhauch und machen das Beet zu einer Bühne. Beliebt sind auch Ziergräser, die ebenso wie die grazilen Herbstanemonen mit ihrem anmutigen Wuchs erfreuen und ein Gefühl von Leichtigkeit in den Garten bringen. Mit ihnen können auch ohne großen Aufwand stimmungsvolle Herbstimpressionen auf Balkon und Terrasse entstehen.

Eindrucksvolle Herbstfarben

Die prachtvolle Herbstfärbung vieler Gehölze ist die Folge einer klugen Strategie von Mutter Natur. Viele Bäume werfen im Herbst ihre Blätter ab. Sie würden sonst im Winter vertrocknen, wenn kein Wasser aus dem gefrorenen Boden nachgeliefert werden kann. Damit möglichst viele wichtige Nährstoffe aus den Blättern im nächsten Jahr wieder zur Verfügung stehen, werden sie den Blättern entzogen und ins Holz verlagert. Dabei wird auch der grüne Blattfarbstoff Chlorophyll abgebaut. Nach diesem Abbauprozess werden in den Blättern andere Farbpigmente sichtbar, die zur besonderen Farbenpracht des Herbstes beitragen. Eindrucksvoll sind dann zum Beispiel die Blätter des Korkflügelstrauches (Euonymus alatus), des Fächerblattbaumes (Ginkgo), der Linde (Tilia), des Wilden Weins (Parthenocissus) und des Glanzblattstrauches (Photinia villosa). Die Farbenvielfalt der Ahorne ist im Herbst ebenfalls faszinierend und reicht von leuchtenden Gelb- und Orangetönen bis hin zu tiefen Rot- und Purpurtönen. Der Zucker-Ahorn (Acer saccharum) ist ein besonders eindrucksvoller Herbstfärber. Dieser Ahorn stammt aus dem östlichen Nordamerika, wo der Herbst ganze Regionen in ein leuchtendes Farbenmeer verwandelt, wenn sich dort die Blätter vieler Laubbäume feurig orange bis rot färben – ein Schauspiel, das auch viele Touristen anlockt. Das kann der Zucker-Ahorn auch hier und uns so ein Gefühl von Indian Summer im eigenen Garten vermitteln.

Gartenschatz mit außergewöhnlichem Wuchs

Eine Besonderheit im Herbstgarten sind auch viele Hartriegel (Cornus-Sorten). Zu den außergewöhnlichen Gartenschätzen gehören zum Beispiel die Blumen-Hartriegel (Cornus kousa), von denen es auch verschiedene schöne Sorten gibt. Die Zweige sind etagenartig angeordnet und setzen dadurch im Garten interessante horizontale Akzente. Im Mai und Juni erscheinen die kleinen Blüten, die von großen, auffallenden Hochblättern umgeben sind. Diese weißen oder rosafarbenen Blätter sehen aus wie Blütenblätter, doch aus botanischer Sicht gehören sie nicht zur Blüte. Aus den kleinen Blüten entwickeln sich später dekorative rosarote Früchte, deren Form an Himbeeren erinnert. Die Blätter dieser Hartriegel färben sich im Herbst leuchtend rot. Auch viele andere Hartriegel haben eine beeindruckende Herbstfärbung. Es lohnt sich darum, sich im Fachhandel bei der Auswahl beraten zu lassen, um so die für den jeweiligen Standort am besten geeignete Sorte zu finden.

Kletterer im Herbstkleid

Der Scharfzähnige Strahlengriffel (Actinidia arguta), auch Kleinfruchtige Kiwi genannt, ist eine Kletterpflanze mit einer auffallenden Herbstfärbung. Er kann mit einer Kletterhilfe an einem warmen und sonnigen Standort durchaus bis zu sieben Meter hoch werden. Dieser Kletterer hat schön geformte, dunkelgrüne Blätter mit roten Blattstielen. Im Herbst färben sich die Blätter leuchtend gelb. Er ist mit jener Pflanze verwandt, von der die handelsüblichen Kiwi geerntet werden, doch die Früchte des Scharfzähnigen Strahlengriffels sind nur etwa so groß wie Stachelbeeren. Sie schmecken süß und sind Vitamin-C-reich. Die Pflanzen sind zumeist zweihäusig, das heißt sie haben entweder männliche oder weibliche Blüten. Damit Früchte gebildet werden, sollte man darum sowohl eine männliche als auch eine weibliche Pflanze im Garten haben. Wer eine selbstfruchtbare Sorte pflanzt, kann mit einer zusätzlichen männlichen Pflanze als Partner den Fruchtertrag erhöhen. Auch die Früchte der Garten- oder Kultur-Heidelbeeren (Vaccinium corymbosum) sind lecker und gesund. Die je nach Sorte hell- bis schwarzblauen Beeren reifen ab September. Diese Heidelbeersträucher werden etwa einen bis zwei Meter hoch und benötigen einen humosen, sauren Boden. Im Herbst beeindrucken sie mit leuchtend gelben bis orangeroten Blättern. So gibt es eine Vielzahl interessanter Gehölze und auch Stauden, die dazu beitragen, dass sich der Herbst auch im eigenen Garten von einer wahrhaft bunten Seite zeigen kann. PdM

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats Oktober

Schützender Blattverlust

Die Farbveränderung vieler sommergrüner Gehölze entsteht durch die Vorbereitung auf die kalten Wintermonate. Der herbstliche Laubfall ist ein Schutz vor Trocken- oder Kälteschäden. Nadelbäume sind meistens immergrün, denn ihre Nadeln sind besser gegen tiefe Temperaturen geschützt: Sie haben im Gegensatz zu den Blättern der sommergrünen Laubgehölze eine vergleichsweise kleine Blattoberfläche. Außerdem besitzen sie eine dicke, schützende Wachsschicht. Diese beiden Eigenschaften tragen dazu bei, die Verdunstung zu verringern. Die sommergrünen Laubgehölze würden im Winter wegen der im Allgemeinen größeren Blätter viel zu viel Wasser verdunsten. Bei gefrorenem Boden könnte dieser Wasserverlust nicht ausgeglichen werden. Die Blätter würden absterben und damit würden auch die Pflanzen langsam durch den Wassermangel vertrocknen. Um das zu vermeiden, werfen viele Gehölze ihre Blätter rechtzeitig vor dem Winter ab.

Die feurigen Farben des Herbstes und die Eiszeiten

Die Herbstfärbung kann von Jahr zu Jahr variieren, denn die Intensität der Farben hat oft mit der Witterung zu tun. Sonnige warme Tage und kühle Nächte verstärken häufig die Ausprägung der Farben. In den waldreichen Gebieten an der Ostküste Nordamerikas sind die Herbstfarben besonders eindrucksvoll. Sie machen diesen Teil des Landes während des „Indian Summers“ zu einem Touristenmagneten. Mit dem Begriff „Indian Summer“ wird eine warme und sonnige Phase im Herbst bezeichnet, ähnlich dem „Altweibersommer“, in der sich der Herbst für einige Zeit noch fast sommerlich gibt. In den mitteleuropäischen Wäldern ist die Farbveränderung der Gehölze nicht so ausgeprägt wie in Nordamerika. In den dortigen Wäldern ist die Farbenpracht größer, weil die Artenvielfalt höher ist. In Europa wurden während der Eiszeiten viele Gehölzarten verdrängt, in Nordamerika hatten die Bäume dagegen bessere Überlebenschancen, denn die Rocky Mountains verlaufen von Nord nach Süd. Dadurch konnten die Pflanzen den aus dem Norden heranrückenden Eismassen ausweichen. In Europa war das nicht möglich, denn die Gebirge, wie zum Beispiel die Alpen und die Pyrenäen, verlaufen in Ost-West-Richtung. So war hier vielen Gehölzen der Weg in den rettenden wärmeren Süden versperrt.

Ahornvielfalt

Viele Ahornarten haben markante, handförmig gelappte Blätter. Ein solches gelapptes Ahornblatt ist auch auf der Flagge Kanadas abgebildet. Der berühmte Ahorn-Sirup wird aus dem in Kanada wachsenden Zucker-Ahorn (Acer saccharum) gewonnen. Aus dem zuckerhaltigen Pflanzensaft entsteht durch Kochen dickflüssiger Sirup, der sich gut zum Süßen von Eis und Pfannkuchen eignet. In europäischen Parks und Gärten werden Ahorn-Bäume gerne wegen ihrer attraktiven Blätter, der interessanten Rinde, der eindrucksvollen Herbstfärbung oder des ansprechenden Wuchses gepflanzt. Es gibt über hundert verschiedene Ahorn-Arten und zahllose Sorten. Weil die Vielfalt so groß ist, lässt sich auch für einen kleinen Garten ein geeigneter Ahorn finden.

Blätter mit besonderen Aufgaben

Die kleinen Blüten des Japanischen Blumen-Hartriegels (Cornus kousa) sind von großen, auffallenden Blättern, den sogenannten Hochblättern, umgeben. Weil diese nicht grün sind, sondern weiß, rosa oder rot, wirken sie wie Blütenblätter. Aus der Sicht eines Botanikers gehören sie aber nicht zur Blüte. Es sind Blätter, die anfangs die kleinen Blüten umgeben, damit sie geschützt sind. Später locken sie, weil sie so auffallend gefärbt sind, Bestäuber an. Diese kluge Strategie findet sich auch beim gerne als Zimmerpflanze genutzten Weihnachtsstern, bei dem die kleinen unscheinbaren Blüten von großen, farbintensiven, oft roten Blättern umgeben sind.

Kleine Früchte mit großem Geschmack

Heidelbeeren bieten die Möglichkeit, auch bei geringem Platz eigenes Obst ernten zu können. Die Beeren können roh gegessen werden, zum Beispiel in Joghurt, Müsli oder als gesunder Snack zwischendurch. Sie lassen sich auch zu Wein, Konfitüre oder Kuchen verarbeiten. Die Garten-Heidelbeeren (Vaccinium corymbosum und Sorten) haben ähnliche Standortansprüche wie die meisten Rhododendren. Sie reagieren empfindlich auf Kalk und gedeihen am besten auf humosem, saurem Boden. Das Pflanzen in einen Kasten oder Kübel ist eine gute Lösung, wenn der Boden für eine bestimmte Pflanze ungünstig ist: Mit Rhododendron-Erde gefüllte Gefäße bieten den Heidelbeeren gute Wachstumsbedingungen. Das gilt auch für die mit den Heidelbeeren eng verwandten Preiselbeeren (Vaccinium vitis-idaea). Deren leuchtend rote Früchte schmecken herb-sauer und werden vorwiegend in gekochter Form verwendet. Beliebt sind sie zum Beispiel mit überbackenem Camembert oder als Beilage zu Wildgerichten. Weil die Blätter immergrün sind, können die kleinen Preiselbeersträucher auch in den Wintermonaten Farbe in den Garten oder auf den Balkon bringen.

Acer palmatum

Foto: PdM. – Ein gut und abwechslungsreich geplanter Garten bietet im Herbst eine Fülle an Erfahrungen – bei der Ernte von eigenem Obst, beim Entdecken später Blüten oder beim Staunen über die prachtvollen Herbstfarben von Ahornen und anderen schönen Gehölzen. Ihre Farbenvielfalt im Herbst ist faszinierend und reicht von leuchtenden Gelb- und Orangetönen bis hin zu tiefen Rot- und Purpurtönen.

Euonymus alatus

Foto: PdM. – Die prachtvolle Herbstfärbung vieler Gehölze ist die Folge einer klugen Strategie von Mutter Natur. Ein eindrucksvoller Herbstfärber ist zum Beispiel der Korkflügelstrauch (Euonymus alatus).

Kommentar

Vielfalt lohnt sich

Die Mischung macht’s

Farbenfroh und abwechslungsreich wie ein Bauerngarten, in dem die verschiedensten Zier- und Nutzpflanzen harmonisch vereint sind – so stellen sich viele Menschen ihren Traumgarten vor. Niedrige Buchsbaumhecken, Gemüse und Kräuter, bunte Stauden, Flieder, ein paar Obstbäume und dazu duftende Rosen gehören zum Bild einer perfekten Idylle, die zum Verweilen und Entspannen einlädt. Die Vielfalt, die das Bild eines Bauerngartens oder auch der englischen Cottagegärten bestimmt, lässt sich auch in einem kleinen Garten umsetzen. Der Charme, der von einem solchen Garten ausgeht, wird vor allem durch die gelungene und wie zufällig wirkende Kombination von vielen verschiedenen Pflanzen bestimmt. Dazu kommen noch einige prägende ländliche Elemente wie ein Holzzaun oder eine Bank vor dem Haus.

Vieles ist möglich

Ein Garten, der sich an das Bild der ländlichen Gärten anlehnt, ergänzt mit Elementen, die nicht zu einem typischen Bauerngarten gehören, ist besonders abwechslungsreich. Er bietet nicht nur den Besitzern besondere Freude, sondern auch der Tierwelt. Schön ist zum Beispiel ein Teich, in dem sich die Wolken spiegeln und der Tiere anlockt. Durch eine artenreiche Uferbepflanzung wird er gut in den Garten eingebunden. Auch die mit Rosen berankte Gartenlaube ist kein typisches Element des Bauerngartens, doch sie passt mit ihrer romantischen Ausstrahlung sehr gut dazu. Sie bietet die Möglichkeit, nach der Arbeit, umgeben von Pflanzen und zartem Blütenduft, zu entspannen. Für Gartenbesitzer mit Entdeckerfreude und Sinn für Delikatessen bietet es sich an, Wildobst zu pflanzen. Dazu gehören verschiedenste fruchttragende Gehölze, die bisher nur wenig genutzt oder kaum züchterisch bearbeitet wurden. Für größere Gärten geeignet sind zum Beispiel Quitten, Mispeln oder Schwarzer Holunder, der früher häufig in Bauerngärten zu finden war.

Kleine Gärten optimal gestalten

Es lohnt sich, die Gestaltung des Traumgartens gemeinsam mit einem Landschaftsgärtner zu planen und umzusetzen – so kann es gelingen, dass auch ein Garten, der sich mitten in der Stadt befindet, ländlich und sehr natürlich wirkt. Die Experten aus dem Garten- und Landschaftsbau wissen, wie man auch kleine Gärten so gestaltet, dass möglichst viele Wünsche und Vorstellungen der Besitzer verwirklicht werden können. Sich schlängelnde Wege zum Beispiel können den Garten größer wirken lassen als er ist, eine Pergola für Kletterpflanzen bringt Höhe in die Gestaltung, genauso wie kleine Bäume und mit blühenden Clematis umrankte Torbögen.

Fachkenntnisse nutzen

Nicht nur bei der Anlage von Gestaltungselementen wie einem naturnahen Teich oder einer romantischen Terrasse ist es sinnvoll, die Arbeit Fachleuten zu überlassen. Auch bei der Planung der Bepflanzung lohnt sich die Unterstützung durch Experten, wenn ein Garten neu geplant oder umgestaltet wird. Damit sich die Gehölze und Stauden gut entwickeln, gilt „Die richtige Pflanze am richtigen Platz“. So müssen unter anderem die Boden- und Lichtverhältnisse berücksichtigt werden. Auch Grenzabstände können eine Rolle spielen, zum Beispiel beim Pflanzen von Hecken oder Bäumen nah am Nachbargrundstück. Die erlaubten Abstände zur Grenze sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Besonderes Augenmerk gilt den Pflanzen, die optisch gut zusammenpassen, aber nicht immer die gleichen Ansprüche haben. Ein typisches Beispiel sind Rosen und Lavendel. Sie werden oft als ideale Partner empfohlen, auch weil angenommen wird, dass Lavendel wegen seiner ätherischen Öle Blattläuse fernhält und so die Rosen schützt. Rosen und Lavendel haben ähnliche Ansprüche, was das Licht betrifft, denn beide lieben die Sonne. Rosen benötigen jedoch, anders als Lavendel, einen gut gedüngten Boden. Sollen die Pflanzen kombiniert werden, ist deshalb etwas Abstand zwischen ihnen sinnvoll.

Pflanzengruppen mischen

Ein an Pflanzen reicher Garten, in dem neben Gemüsepflanzen und Kräutern auch Stauden, Gräser, Ein- und Zweijährige, Blumenzwiebeln, Bäume, Kletterpflanzen und Sträucher wachsen, ist nicht nur für Menschen ein Genuss. Tiere profitieren ebenfalls von pflanzlicher Vielfalt, vor allem, wenn auch auf Gehölze geachtet wurde, die wie die Vogelbeeren oder Zieräpfel kleine Früchte tragen, die für Vögel eine gute Nahrungsquelle in der kalten Jahreszeit sind. Zu einem größeren artenreichen Garten, der auch für Tiere viel zu bieten hat, gehören außerdem Bienennährgehölze wie Felsenbirne (Amelanchier), Brombeeren (Rubus fruticosus) und die schon sehr früh blühenden Kornelkirschen (Cornus mas). Diese Gehölze erfreuen gleich zweimal: Sie bereichern den Garten mit ihren schönen Blüten im Frühjahr und mit leckeren Früchten im Spätsommer.

Cercidiphyllum japonicum

Foto: BGL/PdM. – Auch kleine Gärten lassen sich mit einer gut geplanten Mischung aus Gehölzen, Stauden und anderen Pflanzen farbenfroh und abwechslungsreich gestalten.

Miscanthus sin

Foto: BGL/PdM. – Ziergräser wie das Chinaschilf bringen Schwung und Leichtigkeit in ländlich anmutende Gärten. Immergrüne Heckenpflanzen tragen dazu bei, dass der Garten auch im Winter Struktur zeigt.

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